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Test: Netzwerkspeicher (NAS) im Vergleich

02.08.2018 | 13:48 Uhr |

Netzwerkspeicher (Network Attached Storage, NAS) sind die ideale Speicherlösung, wenn Sie von überall aus auf Ihre Daten zugreifen müssen. Wir haben aktuelle NAS-Geräte getestet.

Die USB-Festplatte, die Sie als externes Medium nutzen, platzt aus allen Nähten. Außerdem lässt die Ordnung der dort abgelegten Filme, Fotos und Dokumente zu wünschen übrig. Dazu kommt, dass Sie die Inhalte auf unterschiedlichen Endgeräten, also neben Ihrem Rechner auf dem Tablet, dem Smartphone und auf dem heimischen TV genießen wollen. Das geht mit der externen Festplatte nicht. Die Lösung: ein Netzwerkspeicher – Network Attached Storage, kurz NAS. Das NAS-System soll kompakt sein, dabei aber potent genug, um die Daten mehrerer Nutzer aufnehmen und wiedergeben zu können.

Die flexibelste Variante eines solchen Netzwerk-Datenlagers ist ein Leergehäuse. Denn hier bestücken Sie das Gerät mit Festplatten Ihrer Wahl. Gerade bei den reinen Gehäusen gibt es enorme Preisunterschiede. Unwillkürlich stellt sich die Frage, was den etwaigen Aufpreis verursacht. Die Modelle für den Test repräsentieren verschiedene Typen von NAS-Gehäusen. Das günstigste Modell ist das Zweischachtsystem Thecus N2350 und kommt auf gerade einmal 140 Euro (UVP). Dagegen müssen Sie für das derzeit kostspieligste NAS im Test, das Drobo 5N2 – mit rund 470 Euro (UVP) weit mehr als das Dreifache hinblättern. Sie erhalten dafür aber auch einen Netzwerkspeicher mit fünf Schächten und einem eigenen RAID-Verständnis. Einen ersten Eindruck zu den Testteilnehmern erhalten Sie in unserer Bildergalerie.

NAS-Upgrade: So bauen Sie neue Festplatten ein

Unterschiede bei Prozessor und Arbeitsspeicher

Netzwerkspeicher sind kleine Rechner. Deshalb liegen die Preisunterschiede neben der Anzahl der Schächte auch an der Komponentenausstattung – sprich der CPU und dem Arbeitsspeicher. So hat die vergleichsweise hochpreisige Drobo 5N2 eine Quad-Core-CPU mit 1,6 GHz Takt eingebaut, während sich die Thecus N2350 mit einer Marvell-Armada-385-Dual-Core-CPU mit 1,0 GHz Taktung begnügen muss. Auch beim Arbeitsspeicher gibt es offensichtliche Unterschiede: Drobo gönnt dem 5N2 acht GB RAM, während bei der Thecus-NAS nur ein GB fürs Zwischenspeichern zur Verfügung stehen, die sich nicht upgraden lassen, da sie fest verlötet sind.

Neben den eingebauten Komponenten ergeben sich weitere Unterschiede in der Schnittstellenausstattung, die sich in den Anschaffungspreisen für die Geräte niederschlagen. Alle NAS-Systeme im Test bieten zwar Gigabit-Ethernet als drahtgebundene Netzwerk-Schnittstelle. Sie unterscheiden sich jedoch in der Anzahl der LAN-Ports. Zwei Netzwerkanschlüsse sind hochpreisigen Vertretern wie etwa dem Qnap TS-251A , Qnap TS-328 oder der Thecus N2810 Pro vorbehalten. Sie können daran einen zweiten Netzwerkspeicher anschließen oder die beiden LAN-Ports per Link Aggregation zu einem logischen Kanal bündeln. Im besten Fall lässt sich so die Übertragungsgeschwindigkeit verdoppeln. Allerdings müssen die zusammengeschalteten Geräte durchgehend mit der Technik umgehen können. Das ist im heimischen Netzwerk eher selten der Fall. Deshalb haben wir die Geräte an einem LAN-Port getestet.

Interessanterweise spielt USB Typ C als Anschlussvariante am Netzwerkspeicher bisher keine Rolle. Die getesteten NAS-Systeme konzentrieren sich vielmehr auf USB 3.0 und sogar noch auf die ältere Version 2.0. Auf dem Rückzug ist zudem auch E-SATA zum Anschließen einer externen Festplatte ans NAS. Ausschließlich zwei Modelle von Synology, die Diskstation DS216+II   und die Diskstation DS218+ bieten diesen Port noch am Gehäuse.

Noch ein Unterschied korrespondiert mit den Anschaffungspreisen bei den NAS-Gehäusen im Testfeld: die maximal mögliche Plattenkapazität. Je höher sie liegt, desto sicherer können Sie sein, dass Sie in ein Gerät mit Perspektive investieren. Denn wenn der Platz auf dem NAS knapp wird, ersetzen Sie die vorhandenen Festplatten durch größere Nachfolger. Zum Testzeitpunkt können die Synology-NAS-Systeme Diskstation DS218 und Diskstation DS218+ und auch die günstige Variante Thecus N2350 mit 24 TB die höchste Gesamtplattenkapazität aufnehmen. Bei diesen Zweischacht-Netzwerkspeichern profitieren Sie allerdings nur vom Maximalwert, wenn Sie die installierten Platten im Raid-0-Verbund als einen logischen Speicher nutzen. Der viel empfehlenswertere Raid-1-Modus halbiert zwar den Speicherplatz, da er die gesamten Daten auf der zweiten Platte spiegelt. Allerdings gibt er Sicherheit, dass die Daten bei einem Plattendefekt nicht verloren gehen. Die maximale Plattenkapazität ist kein statischer Wert. Denn die NAS-Hersteller testen, ob ihre Geräte mit größeren Speicherträgern umgehen können. Einen aktuellen Überblick verschaffen Ihnen die Kompatibilitätslisten, die Sie auf den Hersteller-Webseiten zu Ihrem Modell finden.

Installation von Hard- und Software

Zwei LAN-Schnittstellen: Sie lassen sich per Link Aggregation bündeln oder dienen zum Anschluss eines weiteren Netzwerkspeichers.
Vergrößern Zwei LAN-Schnittstellen: Sie lassen sich per Link Aggregation bündeln oder dienen zum Anschluss eines weiteren Netzwerkspeichers.

Bevor Sie ein NAS-Leergehäuse als Datenlager nutzen können, müssen Sie es mit Platten bestücken. In der Regel ziehen Sie dazu die einzelnen Schächte nach vorne heraus und erhalten so die Wechselrahmen, in denen die einzelnen Platten befestigt sind. eine Ausnahme bildet das Modell Western Digital My Cloud EX2 Ultra , denn hier kommen die Platten von oben ins Gehäuse – ein etwas umständlicherer Weg. Benötigen Sie zur Montage kein Werkzeug und keine Schrauben, klappt der Vorgang am einfachsten – wie etwa bei den Synology-Modellen Diskstation DS216+II , DS218 und DS218+ sowie beim Thecus N2810 Pro und Drobo 5N2 . Hier werden die Platten entweder einfach eingeschoben oder mit seitlichen Klips in die richtige Position gebracht. Bei den restlichen Testkandidaten benötigen Sie dazu einen Schraubenschlüssel und pro Platte vier Schrauben. Immerhin können Sie die Platten bei der Mehrheit des Testfelds im laufenden Betrieb auswechseln, nur bei den Modellen Western Digital My Cloud EX2 Ultra und Zyxel NAS326 ist das nicht der Fall.

Ist die Hardware startklar und das NAS über LAN mit dem Router verbunden, geht es ans Installieren der Betriebssoftware – bei NAS-Systemen Firmware genannt. In den meisten Fällen helfen Finder-Programme dabei, das Gerät im Netzwerk zu finden und zu verwalten. Das ist die einfachste Methode, weil es so unter Windows sichtbar ist und sich Verzeichnisse einfach im Explorer verknüpfen lassen. Alternativ suchen Sie sie per fester IP-Adresse – wie etwa bei den Thecus-Modellen N281 Pro und N2350 – oder über den Webbrowser unter einer vorgegebenen Adresse. Die Weboberflächen sind durchweg grafisch aufgebaut. Sind Sie Linux-Anwender, fühlen Sie sich sofort wohl. Kein Wunder, basieren die Bedienoberflächen doch auf dem Open-Source-Betriebssystem.

Hinweis: Einige grundlegende Einstellungen sollten Sie sofort überprüfen. So stimmen die werkseitig eingestellten Zeitzonen nicht automatisch mit unseren Breiten überein – etwa bei den NAS-Systemen von Thecus, Western Digital oder Zyxel. Gleichzeitig schadet ein Blick auf die aktivierten Protokolle nicht. Fehlt etwa ein Häkchen bei SMB, kann Windows das Gerät nicht erkennen – im Test ist das etwa beim NAS von Western Digital der Fall.

Anzahl der Schächte

Reine Datenlager kommen mit einem Schacht aus. Allerdings ist das auch der unterste Einstieg in die NAS-Welt. Wer zusätzlich auf Datensicherheit setzt, entscheidet sich für ein Zweischachtsystem, damit sich die Daten doppelt vorhalten lassen. Sie sind die Klassiker im heimischen Einsatz und deshalb derzeit im Test mehrheitlich berücksichtigt. Relativ neu sind Netzwerkspeicher mit drei Einschüben. Sie haben zwei Vorteile: Zum einen sind sie die günstigste Möglichkeit, ein Raid 5 aufzubauen. Zum anderen können Sie auch als Raid 1 mit einer Backup-Platte gefahren werden. Beide Lösungen sind im heimischen Netzwerk besonders interessant. Aktuell bietet der Hersteller Qnap mit der TS-328 ein solches Netzwerkspeicher-System zu einem fairen Preis an. NAS-Lösungen mit vier Einschüben sind die eigentlichen Klassiker für Raid-5-Verbünde, aber im Schnitt bereits als Leergehäuse eine höhere Investition. Dazu kommen dann noch die Kosten für vier Platten, wenn die Systeme voll bestückt sein sollen.

Theorie und Praxis: Tempotests zeigen teils deutliche Unterschiede

Für den Einsatz zu Hause und im kleinen Büro empfehlen wir, Netzwerkspeicher ausschließlich in einem Raid-Modus zu betreiben, bei dem Sie die Daten doppelt sichern. Im Falle von Zweischachtsystemen ist das Raid 1. Das Zugeständnis, das Sie in puncto Plattenplatz machen, gleichen Sie mit der höheren Datensicherheit aus. Unser Tempotest besteht aus zwei Teilen: mehreren Benchmark-Läufen und tatsächlichen Praxistests. Die Details dazu finden Sie weiter unten beschrieben.

Die Benchmark-Tempoläufe verdeutlichen die theoretisch möglichen Datentransferraten der NAS-Systeme. Wie gut die Netzwerkspeicher auf sequenzielles Lesen und Schreiben ausgelegt sind, offenbaren die Werte mit 8000 MB: Im Schreiben liegt der Bestwert derzeit bei 116,3 MB/s. Ihn erreicht das Modell Synology Diskstation DS218+. Im Lesen liegt dieses Modell von Synology mit 117,5 MB/s auch an der Spitze, gefolgt vom Schwestermodell Synology Diskstation DS218 mit 117,1 MB/s.

Verschiedene Raid-Modi wirken sich auf das Arbeitstempo aus. Aktuell zeigt sich das am Dreischachtsystem Qnap TS-328 : Es dreht im Raid-5-Verbund so richtig auf und liefert hier in den sequentiellen Tests rund 116 MB/s im Lesen und Schreiben. Ist es dagegen in den Raid-1-Modus aufgesetzt, leistet es sich beim Lesen im 8000-MB-Lauf einen Hänger und sinkt auf rund 75 MB/s. 

Wie stark sich die Praxis von der Theorie unterscheidet, verdeutlichen unsere Ergebnisse mit tatsächlichen Daten. Dabei kommen die NAS-Systeme mit großen Dateien wie dem UHD-Film noch vergleichsweise gut zurecht. Das zeigen etwa die Testteilnehmer Qnap TS-251A und TS-328 sowie Buffalo Terastation 3210DN mit 108 MB/s im Schreiben. Richtig beschäftigt wird die NAS dagegen, wenn sie viele kleine Dateien transferiert – wie etwa beim Schreiben eines 2-GB-Backups, das aus gut 4000 Dateien besteht. Im Vergleich zur Theorie bleibt hier de facto nur etwas mehr als ein Drittel der Datenrate übrig – bei den schon genannten Qnap-NAS-Lösungen sind es beispielweise gut 31 MB/s. Dieses Verhalten bestätigt sich auch beim schnellsten Netzwerkspeicher in dieser Disziplin: Die Synology DS218 setzt mit 38 MB/s den Bestwert, gefolgt von der DS218+ mit 34,5 MB/s. Am Ende der Leistungsskala liegt das Zyxel-Modell NAS326 mit nur noch 9,3 MB/s.

Auch gleichzeitige Tätigkeiten bringen einen Netzwerkspeicher ins Schwitzen und lassen die Datenraten nach unten gehen. Kopieren wir gleichzeitig unser Backup und einen UHD-Film auf das NAS, liegt der Bestwert bei 85,1 MB/s, den die Synology DS218 für sich verbucht. Die niedrigste Datenrate liegt bei 31,2 MB/s und stammt von der Zyxel NAS326 . Über alle Testläufe hinweg hat sich die Synology-NAS DS218 in den Tempotests am besten gehalten. Auf Platz 2 kommt die Synology DS218+ mit stärkerer Komponentenausstattung wie dem Intel-Prozessor Celeron J3355, einem Dual Core mit 2.0-GHz-Taktung und Turbo Boost bis 2.5 GHz).

NAS-Know-How: Neun Tipps für den Netzwerkspeicher

Betriebsgeräusch und Temperatur im Gehäuse

Eigene Konstruktion: WD stellt die Platten hochkant ins Gehäuse der My Cloud EX2 Ultra: Die heiße Luft kann nur nach oben entweichen. Deshalb wird es innen heiß.
Vergrößern Eigene Konstruktion: WD stellt die Platten hochkant ins Gehäuse der My Cloud EX2 Ultra: Die heiße Luft kann nur nach oben entweichen. Deshalb wird es innen heiß.

Ein Netzwerkspeicher soll möglichst ruhig arbeiten. Nur so kann er direkt am Schreibtisch oder sogar im Wohnzimmer stehen, ohne dass seine Geräuschemission auf Dauer auf die Nerven geht. Hohe Transferraten können Sie auch mit deutlichem Lüftergeräusch bezahlen, wie etwa bei den Gehäusen Thecus N2810Pro und N2350. Diese Modelle schalten sich auch im Leerlauf nicht so weit zurück, dass es nicht mehr wahrnehmbar ist. Dass es anders geht, zeigen die Testkandidaten von Qnap, Synology und Western Digital. Sie arbeiten im Leerlauf und im Betrieb angenehm leise. Dazwischen positionieren sich die Modelle Buffalo Terastation 3210DN, Drobo 5N2 und Zyxel NAS326.

Dank der Lüfter, die im Gehäuseinneren der NAS-Systeme eingebaut sind, herrscht wenig Gefahr, dass die eingebauten Platten überhitzen. Außerdem lassen sich über die Bedienoberflächen bei allen Testkandidaten Gesundheits- und Zustandsdaten zu den Festplatten abrufen sowie Ruhezeiten festlegen. Umso erstaunlicher, dass es im Testfeld trotzdem einen Ausreißer in Sachen Plattentemperatur gibt: Denn das Modell Western Digital My Cloud EX2 Ultra übertrifft den Rest des Testfeldes hinsichtlich der Wärmeentwicklung im Gehäuseinneren mit 39 Grad Celsius im Leerlauf und 47 Grad Celsius unter Last. Im Schnitt liegen die anderen NAS-Systeme gut zehn Grad unter diesen Messungen. Die Ursache liegt wohl in der Konstruktion des WD-Gehäuses, in dem die Platten hochkant eingeschoben sind. Sie stehen damit quasi im Gehäuse. Üblich sind jedoch Schächte, in denen die Platten längs auf der schmalen Seite liegen. Die ungewöhnliche Position des WD-NAS wirkt sich demnach negativ auf das Raumklima aus. Denn die Hitze kann nur nach oben und nicht wie bei den anderen Testkandidaten nach hinten entweichen.

Alle Netzwerkplattensysteme mit App-Support

Lobenswert: Die Weboberflächen, über die die Netzwerkspeicher eingerichtet und verwaltet werden, sind durchweg grafisch aufgebaut. Das erleichtert die Übersicht – besonders bei NAS-Systemen mit vielen Funktionen.
Vergrößern Lobenswert: Die Weboberflächen, über die die Netzwerkspeicher eingerichtet und verwaltet werden, sind durchweg grafisch aufgebaut. Das erleichtert die Übersicht – besonders bei NAS-Systemen mit vielen Funktionen.

Der Vorteil eines Netzwerkspeichers liegt im Remotezugriff. So können Sie Ihre Daten von außerhalb Ihres Netzwerks etwa übers Internet erreichen. Das gelingt über den Webbrowser oder über Apps. Die kleinen Anwendungen bieten alle Testteilnehmer für die Betriebssysteme Android und iOS an. Andere Plattformen sind weniger bis gar nicht mehr attraktiv für die Hersteller. So findet sich kein NAS-Modell, das noch eine Windows-Mobile-App anbietet.

Mit den Apps lassen sich Fotos, Videos und Filme auf dem Mobilgerät schauen oder Dokumente über eine sichere Internetverbindung ansehen und bearbeiten. Gleichzeitig bieten die Apps auch Cloudfunktionen wie das Synchronisieren von Daten zwischen NAS, Rechner und Mobilgerät. Außerdem lassen sich die Netzwerkspeicher über Apps managen, etwa um sie an- oder auszuschalten oder ihren Status abzurufen. Die eine App mit allen Funktionen gibt es jedoch nicht. Die Hersteller teilen die Aufgaben in mehrere Apps auf. Sehr viele Anwendungen hat etwa Qnap zu bieten. Praktisch: Bei der Installation wird das Konto für den Remotezugriff teils schon eingerichtet – so bei Synology. Sie sparen sich dadurch die Netzwerkkonfiguration, etwa bestimmte Portfreigaben und Firewall-Einstellungen.

Neben den Apps fürs Mobilgerät haben Plugins fürs NAS Hochkonjunktur. Damit erweitern Sie Ihr Gerät um bestimmte Funktionen – etwa das Steuern einer Webcam oder das Nutzen als Mediaserver, etwa Plex. Vorreiter bei Erweiterungen fürs NAS sind traditionsgemäß Qnap und Synology. Inzwischen bieten aber auch die anderen Hersteller im Testfeld weitere Funktionen in eigenen Stores an. Eine Ausnahme bildet Buffalo. Hier haben wir keine Möglichkeit für Erweiterungen gefunden.

Fazit: Flexible Datenlager für die private Cloud

Für den Einsatz zu Hause und im kleinen Büro reichen Netzwerkspeicher mit zwei Schächten vollkommen aus. Trotz der Funktionsfülle bleiben die Bedienoberflächen übersichtlich. Dank der vorgegebenen Verzeichnisstruktur bringen Sie Ordnung in die Datenflut von Bildern, Filmen und privaten Dokumenten. Im Falle des Testsiegers Synology Diskstation DS218+ lassen sich die Daten sogar verschlüsselt ablegen. Das NAS-System ist schnell in der Datenübertragung und umfassend ausgestattet, aber nicht ganz billig in der Anschaffung.

Diese Eigenschaft bringt dagegen der Preis-Leistungs-Sieger Thecus N2350 mit: Das Leergehäuse ist sehr günstig zu haben, fordert aber bestimmte Kompromisse. So ist es etwas anspruchsvoller im Setup und vergleichsweise hörbar im Betrieb sowie im Leerlauf. In den Tempotests erreicht es gerade in den Praxisläufen ordentliche Ergebnisse. Dazu lässt es sich durch Plug-ins erweitern, auch wenn die Auswahl weniger umfassend ist im Vergleich zum Mitbewerb - etwa Qnap oder Synology.

Die Testsieger im Überblick

Derzeitiger Testsieger bei Netzwerkspeichern: Synology Diskstation DS218+
Vergrößern Derzeitiger Testsieger bei Netzwerkspeichern: Synology Diskstation DS218+

Insgesamt ist die Synology Diskstation DS218+ ein kompaktes, aber sehr flexibles NAS-System für zu Hause und das kleine Büro, das Festplatten mit sehr hohen Kapazitäten aufnehmen kann. Es lässt sich einfach in Betrieb nehmen und bietet ein übersichtliches Webinterface mit zahlreichen Funktionen. Das NAS erreicht im Test sehr hohe Tempowerte und bleibt gleichzeitig angenehm leise im Betrieb. Insgesamt erreicht das Leergehäuse die beste Gesamtleistung. Das rechtfertigt den nicht gerade niedrigen, aber noch fairen Preis (UVP).

Ausführlicher Testbericht: Synology Diskstation DS218+

Synology Diskstation DS218+: Jetzt Preise vergleichen

Derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger: Thecus N2350
Vergrößern Derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger: Thecus N2350

Ein NAS-System mit ordentlichen Datentransferraten. Den Bedienkomfort der Konkurrenz bringt es jedoch nur bedingt mit. Dafür liegt aber der Anschaffungspreis für das Leergehäuse auch auf sehr niedrigem Niveau. Insgesamt eignet sich die Thecus N2350 für Anwender, die einen Netzwerkspeicher rein als zentrales Datenlager einsetzen wollen und nicht gleichzeitig an einem Upgrade der Komponenten für anspruchsvollere Aufgaben interessiert sind. 

Ausführlicher Testbericht: Thecus N2350

Thecus N2350: Jetzt Preise vergleichen

Ausgezeichnete Tempoergebnisse: Synology Diskstation DS218
Vergrößern Ausgezeichnete Tempoergebnisse: Synology Diskstation DS218

Das Synology Diskstation DS218 ist ein vielseitiges NAS-Leergehäuse, das im Test mit hohen Transferraten punkten kann. Als derzeit schnellster Netzwerkspeicher holt sich das Synology-Modell die Auszeichnung für herausragendes Tempo. Dazu bringt das DS218 viele Funktionen mit und lässt sich einfach steuern. Dabei ist der Anschaffungspreis fair, auch wenn Sie die Festplatten extra dazukaufen müssen. Dank der hohen maximalen Kapazitäten und dem einfachen Festplattenwechsel, wächst das DS218 mit der Zeit mit und ist damit eine zukunftssichere Investition.

Ausführlicher Testbericht: Synology Diskstation DS218

Synology Diskstation DS218: Jetzt Preise vergleichen

Innovation: Mit der Qnap TS-328 kommen Sie mit drei Schächten zu einem Raid-5-Verbund.
Vergrößern Innovation: Mit der Qnap TS-328 kommen Sie mit drei Schächten zu einem Raid-5-Verbund.

Insgesamt ist die Qnap TS-328 ein NAS-Leergehäuse mit runder Ausstattung, umfangreicher Firmware und hohen Transferraten – insbesondere im Raid-5-Modus. Wer nicht gleich in einen Netzwerkspeicher mit vier und mehr Schächten investieren möchte, macht mit der Dreischacht-Alternative TS-328 einen guten Kompromiss. Das Konzept belohnen wir mit der Auszeichnung "Innovative Technik".

Ausführlicher Testbericht: Qnap TS-328

Qnap TS-328: Jetzt Preise vergleichen

Netzwerkspeicher: Das Testverfahren im Überblick

Jeder Netzwerkspeicher (Network Attached Storage, NAS), der den Test durchläuft, wird in den Bereichen Geschwindigkeit, Ausstattung, Handhabung, Umwelt & Gesundheit, Apps und Service bewertet. Neben der Gesamtnote fällt PC-WELT ein Preisurteil. Unter anderem kommen folgende Merkmale auf den Prüfstand:

Geschwindigkeit: Die Testroutine deckt einen theoretischen und einen praktischen Teil ab. Dazu hängt jeder Netzwerkspeicher an einem Gigabit-Router, der mit dem Client-PC verbunden ist. Um zu ermitteln, welche Datenraten in der Theorie möglich sind, nutzt PC-WELT den Benchmark „NAS Performance Tester“, der von der SSD des Client-PCs gestartet wird. Dieser PC schreibt auf das NAS und liest vom NAS unterschiedlich große Datenpakete. Dabei zeigen die kleineren Datenmengen (100 und 400 MB), wie stark CPU und Arbeitsspeicher des NAS-Systems beschäftigt werden. Bei der großen Menge von 8000 MB erreicht das NAS dagegen die bestmögliche Datenrate im Schreiben und Lesen. Um das NAS praxisnah zu fordern, haben wir unterschiedlich große Datenpakete zusammengestellt: Unser 2-GB-großes Backup enthält 4195 Dateien, die aus der täglichen Praxis stammen und kleinere Textdateien genauso wie Fotos und größere PDFs enthalten. Im Test wird eine Sicherung aufs NAS vorgenommen und die Datenrate ermittelt. Den Umgang mit umfangreichen Datenmengen messen wir anhand des UHD-Films „Tears of Steel“, der insgesamt 6,3 GB umfasst. Wir kopieren den Film aufs NAS und von dort zurück auf die SSD des Client-PCs. So erhalten wir ganz konkrete Datenraten im Schreiben und Lesen. Dazu starten wir den Film vom NAS mit dem VLC Media Player , um zu sehen, wie gut der Netzwerkspeicher mit UHD-Material umgeht. Zusätzlich muss der Heimserver seine Leistung bei gleichzeitig laufenden Aufgaben unter Beweis stellen, indem wir die Datenrate messen, die er beim Backup-Schreiben und gleichzeitigem Kopieren des UHD-Films erreicht. Die Testläufe sind so ausgelegt, dass sich die gesamte NAS-Leistung inklusive Prozessor und Arbeitsspeicher sowie unter Berücksichtigung des Betriebssystems darstellen lässt. In die Wertung kommen die Ergebnisse im Raid-1-Modus. Raid 0 könnte zwar höhere Tempowerte ergeben. Allerdings birgt der Modus ein hohes Risiko, Daten zu verlieren, weshalb wir davon in der Praxis abraten.

Ausstattung: Hier zählt, was der Netzwerkspeicher mitbringt – an Schächten, Platten, Schnittstellen sowie Lieferumfängen für Hardware und Software. Ebenso erfassen wir die Server- und Mediendienste sowie die unterstützten Protokolle und Raid-Modi, die Tauglichkeit für das aktuelle Internetprotokoll IPv6 und die Dateiverschlüsselung.

Handhabung: Ein leicht bedienbares NAS-System sollte sich unter möglichst vielen Betriebssystemen einrichten lassen, Software und Handbuch auf Deutsch mitbringen und ein eindeutiges Bedienfeld aufweisen. Wir halten zudem fest, wie das Gerät den Status anzeigt oder meldet, und wie einfach der Plattenwechsel ist. Zudem werden Rechtemanagement, Abmessungen und Gewicht gegenübergestellt.

Apps: Ein Netzwerkspeicher ist zunehmend als private Cloud im Einsatz. Wir halten fest, welche Plattformen von den Apps unterstützt werden, welche Funktionen sie abdecken und wie übersichtlich sie sich bedienen lassen.

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