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5. & 6. - Touchscreen 2.0 und PC-Entwicklungen

08.04.2013 | 10:23 Uhr | Marvin Tobisch

5. Auf einen Fingerzeig genau

Die Bedienung von Touchscreens gelingt jedoch nicht mehr nur mit einem einzigen Finger. Seit der Vorstellung des ersten iPhones hat sich die Multitouch-Steuerung durchgesetzt. Mehrere Berührungspunkte erlauben Aktionen wie Zoomen und Scrollen mit zwei Fingern. Allerdings erkennen Touchscreens bisher noch nicht, womit sie berührt werden – ob es sich um einen Stift, einen Fingernagel oder um einen Fingerknöchel handelt.

Die Unterscheidung von Berührungen funktioniert allerdings bereits im Labor und das mit erstaunlich wenig Aufwand: Der Computerwissenschaftler Chris Harrison hat ein Samsung Galaxy S3 mit einem Vibrationssensor ausgestattet, um den Touchscreen empfindsamer zu machen. Eine Software kann anhand der Vibrationen und akustischen Berührungssignale erkennen, ob der Bildschirm mit Fingerspitzen, Knöchel, Fingernagel oder einem Stift berührt wird. Die Unterscheidung der Berührungsarten ermöglicht eine enorme Erweiterung des Repertoires möglicher Eingaben. Laut entsprechenden Angaben des Erfinders ist die zusätzlich benötigte Hardware trivial und lässt sich von den Herstellern auf jeder Smartphone-Platine unterbringen. Aktuell sucht die Technik noch einen kooperationswilligen Smartphone-Hersteller.

Gerücht: Neue Touchscreen-Technologie im iPhone 6?

6. Noch unentschieden: PCs mit Touchscreen

Zwischen Tablet und PC: Notebooks mit Touchscreen wie das Asus Vivobook sind eine Karte, auf die Microsoft mit der Oberfläche von Windows 8 setzt.
Vergrößern Zwischen Tablet und PC: Notebooks mit Touchscreen wie das Asus Vivobook sind eine Karte, auf die Microsoft mit der Oberfläche von Windows 8 setzt.

Hardware-Hersteller könnten mittlerweile jedes Gerät mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm ausliefern. Es ist die grafische Benutzeroberfläche, die aktuell hinterherhinkt und nach Anpassungen für eine bequeme Touchscreen-Bedienung verlangt. Apple lehnt es deshalb ab, Macbooks mit Touchscreen zu versehen. Das resultierende Gerät wäre, laut Tim Cook, weder als Tablet noch als PC richtig zu gebrauchen.

Andere sind experimentierfreudiger: Asus stellte mit dem Asus Transformer bereits ein Android- Gerät vor, das mit Tastatur-Dock die Grenze zwischen Notebook und Tablet verwischt. Allerdings gibt es nicht genügend Apps, um daraus wirklich einen ernstzunehmenden PC zu machen.

Das erste große Experiment wagt tatsächlich erst Microsoft mit Windows 8. Die Schwierigkeit, eine passende Oberfläche zu entwickeln, ist auch hier zu sehen: Windows 8 ist ein Zwitterwesen, das sowohl den klassischen Desktop als auch Apps und ein neues Startmenü speziell für Touchscreens bietet. Die bisherigen Reaktionen sind zwar verhalten, doch stellten alle namhaften Notebook-Hersteller Ende 2012 Geräte mit Touchscreen vor.

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