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Modulbeschriftung: Zahlenketten entschlüsseln

26.09.2008 | 11:23 Uhr | Verena Ottmann

Speicher-Timings geben Auskunft über die Geschwindigkeit
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Normalerweise tragen Speicherriegel Bezeichnungen wie „1 GB, DDR2, 800, 5-5-5-1-5“. Der erste Wert bezieht sich auf die Kapazität des Moduls, der zweite auf den Speichertyp. Die dritte Angabe nennt den maximalen Speichertakt in MHz. Hier sollten Sie beachten, dass manche Hersteller neben den geläufigen Modulen mit beispielsweise 400, 667, 800 oder 1066 MHz auch Speicherriegel mit anderen, „krummen“ Taktraten anbieten – etwa 900 oder 1150 MHz. Diese Module sind übertaktet und arbeiten mit höherer Spannung. Hier besteht die Gefahr, dass das System instabil wird. Es liegt bei Ihnen, ob Sie dieses Risiko eingehen wollen. Außerdem bringen übertaktete Module meist nur einen geringen Leistungsgewinn.
Die Zahlenkette (in unserem Beispiel „5-5-5-1-5“) gibt Auskunft über die Timings des Speichers bei maximalem Speichertakt. Die einzelnen Werte können Sie im Bios nachträglich ändern, um die Module zu übertakten. Allerdings sollten Sie nach jeder Änderung prüfen, ob der Speicher noch stabil läuft. Nachfolgend schlüsseln wir die den Zahlen zugeordneten Begriffe der Reihe nach auf:

CAS Latency (oft mit CL abgekürzt, auf Deutsch Latenzzeit) bezeichnet die Zeitspanne zwischen dem Absenden eines Lesekommandos und dem Erhalt der Daten. (CL) 5 bedeutet also, dass fünf Taktzyklen vergehen, bis die Daten nach dem Lesekommando zur Verfügung stehen. Hier gilt: Je niedriger der Wert ist, desto schneller wird auf den Speicher zugegriffen. CAS steht für Column Address Strobe und bezeichnet das Steuersignal, das während einer gültigen Spaltenadressierung anliegt.

RAS to CAS Delay bezeichnet die Zeitspanne, für die das Zeilensignal (RAS) auf der Leitung gültig bleibt, bis auf das Spaltensignal (CAS) umgeschaltet wird. Auch hier ist der Zugriff schneller, je geringer der Wert ist.

RAS Precharge Time legt fest, wie oft der Speicherinhalt aufgefrischt wird. Ein PC mit längeren Intervallen arbeitet zwar schneller. Es kann jedoch zu Datenverlust kommen.

Command Rate bezeichnet die Zeit, die der Speicher-Controller zur Auswahl der Speicherchips benötigt. Deshalb ist bei drei bis vier Modulen oft eine Command Rate von 2 nötig. Schneller ist jedoch 1.

RAS Active Time gibt an, wie lange eine Adresszeile aktiv sein soll, bevor das Signal auf die nächste Adresszeile springt. Dieser Wert verhindert, dass Daten durch einen vorzeitigen Sprung nicht komplett gelesen beziehungsweise geschrieben werden.

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