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Mit Photoshop Elements Schärfentiefe erzeugen und Bildfehler retuschieren

24.01.2011 | 13:32 Uhr | Arne Arnold

In vielen Aufnahmen ist die hohe Schärfentiefe von Kompaktkameras ein Problem. Denn oft soll der Hintergrund unscharf erscheinen, damit das eigentliche Motiv – zum Beispiel eine Person oder ein Objekt im Vordergrund – im Drumherum nicht untergeht. Das nachträgliche Unscharfmachen ist mit Photoshop Elements kein Problem.

Mit dem Zauberstab oder dem Polygonlasso grenzen Sie das Hauptmotiv ein. Danach können Sie den Hintergrund nach Ihren Wünschen bearbeiten. Foto: © Anetta - Fotolia.com
Vergrößern Mit dem Zauberstab oder dem Polygonlasso grenzen Sie das Hauptmotiv ein. Danach können Sie den Hintergrund nach Ihren Wünschen bearbeiten. Foto: © Anetta - Fotolia.com
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Hauptmotiv maskieren: Zunächst müssen Sie den Hintergrund vom Motiv trennen. Verwenden Sie dazu eins der folgenden Werkzeuge: das „Polygonlasso“, das „Magnetische Lasso“, das „Schnellauswahlwerkzeug“ oder den „Zauberstab“. Sie finden sie in der Werkzeugleiste. Damit grenzen Sie das gewünschte Bildobjekt vom Hintergrund ab. Je präziser Sie dabei arbeiten, desto besser wird das Ergebnis ausfallen. Anschließend invertieren Sie die Auswahl mit „Auswahl, Auswahl umkehren“. Damit haben Sie den Hintergrund, den Sie weiterbearbeiten wollen, erfasst.

Hintergrund abschwächen: Rufen Sie „Filter, Weichzeichnungsfilter, Gaußscher Weichzeichner“ auf. Mit dem Regler für den „Radius“ stellen Sie ein, wie stark das Programm den Hintergrund absoften soll. Um das ausgewählte Bildobjekt noch mehr vom Rest der Aufnahme abzuheben, rufen Sie „Überarbeiten, Farbe anpassen, Farbton/Sättigung anpassen“ auf und reduzieren die Farbsättigung des Hintergrunds.

Bewegungsunschärfe simulieren: Durch Mitziehen der Kamera bei der Aufnahme, sorgen Fotografen für Dynamik in ihren Bildern. Das Hauptmotiv erscheint dann weitgehend scharf, während die Umgebung in Richtung der Kamerabewegung verwischt. Diesen Effekt können Sie simulieren: Maskieren Sie wiederum das Hauptmotiv. Rufen Sie dann erst „Auswahl, Auswahl umkehren“ und danach „Filter, Weichzeichnungsfilter, Bewegungsunschärfe“ auf. Ziehen Sie den Schieberegler für „Abstand“ ein Stück weit nach rechts. Mit dem Regler „Winkel“ passen Sie die Bewegungsrichtung so an, dass Sie optimal zum Motiv passt.

Mit Photoshop Elements Bildfehler retuschieren
Verbeulte Mülleimer, störende Schilder, Passanten am Bildrand: Solche Bildfehler fallen oft erst auf, wenn Sie Ihre Aufnahmen am großen PC-Monitor sichten. Dann ist es normalerweise zu spät, die Aufnahme zu wiederholen. Mit den Reparaturwerkzeuge von Photoshop Elements lassen sich kleine und große Bildfehler aber im Nu retuschieren.

Punktuelle Störungen wegfegen: Der „Bereichsreparatur-Pinsel“ aus der Werkzeugleiste ist dafür gedacht, kleine Bildfehler wie Fussel oder Staubkörner zu entfernen. Das können aber auch fliegende Vögel am Horizont einer Landschaftsaufnahme oder ein paar Wildblümchen auf ansonsten gepflegtem Zierrasen sein. Der Bereichsreparatur-Pinsel funktioniert wie ein Abdeckstift: Stellen Sie eine passende Pinselgröße ein, und überfahren Sie damit die störende Stelle.

Bildobjekte entfernen: Größeren Fehlern rücken Sie mit dem „Reparatur-Pinsel“ zu Leibe. Er sorgt für einen unauffälligen Übergang zwischen retuschierter Stelle und Umgebung. Klicken Sie auf den Reparatur-Pinsel, und stellen Sie eine Pinselspitze ein, die in etwa dem zu tilgenden Objekt entspricht. Platzieren Sie dann den Mauszeiger direkt neben dem unerwünschten Bildelement. Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, und klicken Sie ins Bild. Dann malen Sie über die zu korrigierende Stelle. Photoshop Elements nutzt die gewählten Bildpunkte als Basis und gleicht dabei die Umgebungsstruktur an.

Aufnahmen entzerren: Geometrische Formen etwa bei Gebäuden, Türmen und Brücken, erscheinen auf Fotos oft verzerrt oder schief. Was kerzengerade sein soll, wirkt dann krumm oder tonnenförmig aufgeblasen, und Kreise sehen mehr wie eine Ellipse aus. Zu dieser optischen Beeinträchtigung kommt es durch einen ungünstigen Betrachtungswinkel beim Aufnehmen und durch Verzeichnungen der Kameralinsen, vor allem im Weitwinkelbereich. Die Korrektur solcher Fehler ist in Photoshop Elements über „Filter, Kameraverzerrung korrigieren“ rasch durchgeführt. Passen Sie die „Vertikale Perspektive“ so lange an, bis sich die senkrechten Linien gerade am Gitter ausrichten. Anschließend gleichen Sie die horizontalen Linien mit dem Regler darunter an. Photoshop Elements rückt so die Motivteile wieder gerade. Eventuell ist es noch notwendig, den Winkel über den entsprechenden Schieberegler zu verändern.

Randabschattung entfernen: Im selben Einstellfenster befinden sich zwei Schieberegler zum Entfernen so genannter Vignettierungen. Damit schwächen Sie diese unschönen Abschattungen am Bildrand ab, die vor allem beim Fotografieren mit extremen Brennweiten auftreten. Die Funktion „Kameraverzerrung korrigieren“ können Sie übrigens auch nutzen, um eine Ziervignette in Bildern zu erzeugen. Dann schieben Sie den Regler „Stärke“ in Richtung „abdunkeln“.

Stellen Sie die Vergrößerung der Vorschau auf 100 Prozent. Nur dann lässt sich das Bildrauschen beurteilen.
Vergrößern Stellen Sie die Vergrößerung der Vorschau auf 100 Prozent. Nur dann lässt sich das Bildrauschen beurteilen.
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Bildrauschen verringern: Bildrauschen verunstaltet vor allem Fotos, die bei zu wenig Licht mit hoher Lichtempfindlichkeit aufgenommen wurden. Die körnige Struktur schwächen Sie mit dem Filter „Rauschen reduzieren“ aus dem Menü „Filter, Rauschfilter“ ab. Ganz entfernen lässt sich das Bildrauschen allerdings nicht, denn sonst leiden die Schärfe und der Detailreichtum. Wie intensiv Sie dem Rauschen zu Leibe rücken, steuern Sie mit den Reglern „Stärke“ und „Farbrauschen reduzieren“. Ziehen Sie beide ein Stück weit nach rechts. Damit entfernen Sie einen Großteil der Bildpunktstörungen. Je stärker Sie das Rauschen dämpfen, desto mehr Bildpunkte gehen im Foto verloren. Um das Ergebnis in der Vorschau beurteilen zu können, sollten Sie deren Größe auf 100 Prozent stellen.

Das englischsprachige Gratis-Programm Noiseware Community Edition reduziert Bildrauschen oft besser als Photoshop Elements. Öffnen Sie in Noiseware über „Open“ ein Foto, und klicken Sie auf „Preview“. Übernehmen Sie die Voreinstellungen, und gehen Sie auf „GO“. Das Resultat optimieren Sie mit den Schiebereglern, die Sie mit einem Klick auf „Noise Filter“ einblenden. Beachten Sie, dass Sie nach jeder Veränderung kurz warten müssen, bis die Vorschau aktualisiert wird.

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