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Mit NAS-Daten umziehen – wir zeigen, wie's geht

27.12.2019 | 14:27 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Bei Netzwerkspeichern umfasst der Begriff Migration sowohl den Umzug auf ein neues NAS-Gerät als auch das Upgrade auf größere Platten mit und ohne Raid-Level-Wechsel. Mit diesen Tipps klappen alle Ihre Umzugsaktivitäten ohne Datenverlust.

Wenn Sie Ihre Netzwerkfestplatte schon eine Weile in Betrieb haben, dann ist der Gedanke an ein Upgrade irgendwann akut: Denn entweder wird die Speicherkapazität der vorhandenen Festplatten langsam knapp. Oder die Komponentenausstattung des NAS-Systems ist nicht mehr aktuell genug und droht zum bremsenden Flaschenhals beim Datentransfer zu werden. Egal, ob Sie ein neues Gerät angeschafft haben oder die Platten upgraden wollen – stets müssen Sie die Daten umziehen. In diesem Ratgeber finden Sie wichtige Tipps, wie Sie Ihren Datenbestand sicher auf das neue NAS-Gerät, die neuen Platten mit höherer Kapazität oder einen anderen Raid-Level bekommen.

Vorbereitung: Plattencheck und NAS-Backup 

Vor jeder Umzugsaktivität, die mit dem NAS-System zu tun hat, sind drei Vorsichtsmaßnahmen zu treffen: Prüfen Sie erst einmal den aktuellen Plattenzustand. Er sollte in der NAS-Firmware – etwa bei Synology im Diskstation Manager oder bei Qnap im QTS – mit „Normal“ gekennzeichnet sein. Sie checken den Plattenstatus im Bereich „Speicherverwaltung“ oder „Speicher-Manager“ und beispielsweise unter „HDD/ SDD“ oder „Volume“. Steht neben einer Platte eine andere Zustandsbeschreibung, reparieren Sie zuerst das Volume mit NAS-Bordmitteln – etwa unter „Speicherpool –› Aktion –› Reparieren“.

Vor dem Plattenaustausch ist der Check des HDD-Zustands wichtig. Wird er in der NAS-Firmware mit „Normal“ angezeigt, steht einem Wechsel nichts im Wege.
Vergrößern Vor dem Plattenaustausch ist der Check des HDD-Zustands wichtig. Wird er in der NAS-Firmware mit „Normal“ angezeigt, steht einem Wechsel nichts im Wege.

Außerdem sollten Sie eine Datensicherung auf ein externes Laufwerk durchführen. Schließen Sie dazu eine ausreichend große USB-Festplatte an das NAS-System an und führen Sie ein Backup der Daten durch. Neben den gespeicherten Daten empfiehlt es sich auch, eine Sicherung der NAS-Systemkonfiguration zu erstellen. Diese Datei beinhaltet die Einstellungen, die Sie auf Ihrem Netzwerkspeicher vorgenommen haben – etwa angelegte Benutzer oder Nutzergruppen sowie Dateidiensteinstellungen. Meist finden Sie diese Funktion in der NAS-Weboberfläche unter „Systemsteuerung“. Bei Synology-NAS-Servern beispielsweise im Bereich „Aktualisieren & Wiederherstellen“ und „Sicherung der Systemkonfiguration“. Die Datei speichern Sie auf einem verbundenen Rechner im Heimnetz. Für den Fall, dass nicht alle Einstellungen nach der Umzugsaktion übernommen wurden, lassen sie sich auf diese Weise nachinstallieren. Das klappt bei Synology-NAS wiederum über das Register „Sicherung der Systemkonfiguration“ und „Konfiguration wiederherstellen“.

NAS-Festplatten: So bleibt die Hardware dauerhaft fit

Kapazität der NAS-HDDs erhöhen 

Bevor Sie etwas an Ihrem NAS-Server ändern, sichern Sie die aktuelle Konfiguration des Systems.
Vergrößern Bevor Sie etwas an Ihrem NAS-Server ändern, sichern Sie die aktuelle Konfiguration des Systems.

Mit der Zeit wird auf jedem Netzwerkspeicher der Platz knapp. Um Engpässe im falschen Moment zu vermeiden, lohnt es sich, beizeiten ein Festplatten-Upgrade vorzunehmen. Die Kompatibilitätslisten der Hersteller informieren Sie darüber, welche Kapazitätsgrenze im Moment für Ihr Modell gilt. Beachten Sie bitte, stets dieselbe Plattengröße für alle Schächte zu verwenden. Greifen Sie am besten zu speziellen NAS-Festplatten wie etwa WD Red oder Seagate Iron Wolf , da sie auf den Dauerbetrieb im Heimnetz ausgelegt sind.

Im einfachsten Fall hat Ihr NAS-System zwei Schächte, ist im Raid-1-Modus eingerichtet und beherrscht Hot Swapping. Dann lassen sich die Platten im laufenden Betrieb auswechseln, und alle Inhalte sind auf beiden HDDs vorhanden. Ohne Hot Swapping fahren Sie den Heimserver herunter und beginnen erst dann mit dem Austausch. 

Dabei ist es wichtig, dass Sie die Reihenfolge der Platten einhalten. Beginnen Sie mit dem ersten Schacht und ziehen Sie diese Platte heraus. Ihr Heimserver wird nun Alarmsignale von sich geben, die Sie getrost ignorieren können. Setzen Sie die neue Platte ein.

Nach dem Einbau der ersten Platte müssen Sie sie in den bestehenden Speicherpool integrieren. Gehen Sie dazu in der NAS-Firmware in den Bereich „Volume verwalten“ oder „Speicherpool“. Wählen Sie die neue Festplatte aus und folgen Sie zum Einrichten den Anweisungen. Beispielsweise klicken Sie bei einer Synology-NAS auf „Aktion –› Reparieren“. Die neue Platte wird dann partitioniert und formatiert sowie mit dem Inhalt der anderen Platte gefüllt. Der Vorgang wird je nach Datenbestand sicher mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Haben Sie bei einem Raid-1-Verbund die größere HDD eingesetzt, wählen Sie in der Speicherverwaltung den Pool aus und klicken auf reparieren.
Vergrößern Haben Sie bei einem Raid-1-Verbund die größere HDD eingesetzt, wählen Sie in der Speicherverwaltung den Pool aus und klicken auf reparieren.

Sie können den Upgrade-Prozess auch über die NAS-Firmware anstoßen. Das bietet sich besonders dann an, wenn Sie einen Raid- 5-Verbund mit größeren Festplatten versehen wollen. Wählen Sie dazu im Speichermanager die Raid-Gruppe aus und entscheiden Sie sich im Menü „Verwalten“ für „Laufwerke einzeln ersetzen“. Den weiteren Anweisungen entnehmen Sie, wann Sie die Platte aus dem Schacht ziehen und durch die neue HDD ersetzen sollen. Danach beginnt der Wiederaufbau (Rebuild). Erst wenn dieser beendet ist, fahren Sie mit der nächsten Platte fort.

Sind alle Disks ausgetauscht, klicken Sie auf „Kapazität erweitern“. Dieser Vorgang kann leicht mehrere Stunden dauern, in denen Sie das NAS-System nicht ausschalten dürfen. Erst wenn er beendet ist, wird die neue Kapazität angezeigt und der Status der Raid-Gruppe wechselt auf „Bereit“.

Migration auf NAS-Modell desselben Herstellers

Die Migration auf ein Ziel-NAS desselben Herstellers funktioniert oft inklusive aller Daten und den meisten NAS-Einstellungen.
Vergrößern Die Migration auf ein Ziel-NAS desselben Herstellers funktioniert oft inklusive aller Daten und den meisten NAS-Einstellungen.

Manchmal reicht es nicht aus, einfach die Kapazität der einzelnen Festplatten zu erhöhen, um das NAS-Modell weiterhin zu verwenden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Hardware-Defekt beim alten Gerät vorliegt oder die Komponenten so veraltet sind, dass sich ein Austausch nicht mehr lohnt oder gar nicht möglich ist. Dann steht die Migration der HDDs vom alten zum neuen Netzwerkspeicher an.

Am besten entscheiden Sie sich für ein NAS-Modell desselben Herstellers. Allerdings ist selbst dann nicht in allen Fällen gewährleistet, dass Sie auch direkt migrieren können. Die Kompatibilität hängt von den verwendeten Dateisystemen und den Firmware-Versionen der Modelle ab. Checken Sie unbedingt vor dem Erwerb des neuen NAS-Gehäuses, ob es sich auch für einen Umzug vom alten NAS-Server eignet. Sie finden die entsprechenden Informationen auf den Support-Seiten der NAS-Hersteller sowie in den Community-Foren.

Haben Sie ein passendes NAS-Gerät gefunden, geht der Umzug meist unkompliziert vonstatten. Sie fahren den alten Heimserver herunter und ziehen alle Festplatten aus den Einschüben. Merken Sie sich unbedingt die Reihenfolge, denn Sie müssen diese auch beim neuen Gerät strikt einhalten. Montieren Sie die HDDs in den Schächten des neuen Netzwerkspeichers. Verbinden Sie das neue NAS mit der Stromzufuhr und dem Router. Danach schalten Sie das Gerät ein und warten, bis es hochgefahren ist. Identifizieren Sie das neue NAS entweder über ein Finder-Tool vom NAS-Hersteller oder über eine feste Adresse per Webbrowser – etwa find.synology.com.

Ist das Modell kompatibel, weist es einen grünen Pfeil auf, und Sie können fortfahren, indem Sie auf „Migrieren“ klicken und damit die NAS-Firmware aufspielen. In der Regel meldet der Migrationsassistent, ob er ein vorhandenes Betriebssystem auf den alten Platten identifizieren kann. Dann ist die Migrationsmethode schon aktiviert, bei der Sie alle Daten und Einstellungen behalten. Allerdings müssen Sie meist ein neues Admin-Konto inklusive neuem Passwort erstellen.

Nach einem Neustart ist das neue NAS einsatzbereit, und Sie können sich am Web-Interface anmelden. Um auch wirklich alle Einstellungen und Dienste umzuziehen, spielen Sie am besten die vor dem Umzug gesicherte Konfigurationsdatei ein.

NAS-Arbeitsspeicher aufrüsten: So einfach geht’s

NAS-Migration bei gleichzeitigem Wechsel der Marke 

Entscheiden Sie sich bei der NAS-Migration für denselben Hersteller und sogar für das gleiche NAS-Modell, lässt sich der Umzug meist unkompliziert durchführen.
Vergrößern Entscheiden Sie sich bei der NAS-Migration für denselben Hersteller und sogar für das gleiche NAS-Modell, lässt sich der Umzug meist unkompliziert durchführen.

Falls Sie mit einem neuen NAS-System auch den Hersteller wechseln, wird die Migration komplizierter. Denn mit dem Umzug nehmen Sie auch einen Firmware-Wechsel vor und können so nicht auf Gemeinsamkeiten markengleicher NAS-Systeme zurückgreifen. Halten sich die gespeicherten Daten auf dem alten Netzwerkspeicher in vernünftigen Grenzen, bietet sich eine Sicherung auf einer externen USB-Festplatte an. Sie lässt sich an den neuen Heimserver anstecken, um die Daten auf das neue System zu kopieren. Dieser Weg ist jedoch etwas umständlich und für große Datenbestände von mehreren TB meist zu zeitintensiv.

Ohne Zwischenschritt über einen externen Speicher funktioniert dagegen zum Beispiel der Weg über ein Rsync-Backup. Hier läuft der Kopiervorgang direkt von dem einen NAS auf die andere Speicherzentrale. Bei hohen Datenbeständen dauert der Vorgang zwar auch locker mehrere Stunden, dafür landen die Daten jedoch auch ohne Zwischenschritt auf dem neuen Heimserver. Damit das klappt, müssen beide Geräte im gleichen Heimnetz erreichbar sein. Schließen Sie sie dazu entweder an denselben Router an oder verwenden Sie einen LAN-Switch. Außerdem müssen Sie für beide NAS-Speicher jeweils eine feste IP-Adresse vergeben und auf beiden Geräten die Firmware auf den aktuellen Stand bringen.

Der NAS-Umzug zu einem Gerät eines anderen Herstellers funktioniert per Rsync-Backup direkt per LAN von NAS zu NAS.
Vergrößern Der NAS-Umzug zu einem Gerät eines anderen Herstellers funktioniert per Rsync-Backup direkt per LAN von NAS zu NAS.

Um Daten zwischen zwei NAS-Geräten per Rsync zu übertragen, müssen Sie auf dem Ziel-NAS die Erlaubnis einrichten, dass ein Remote-Server dieses NAS als Replikationsziel einsetzen darf. Außerdem definieren Sie zusätzlich ein freigegebenes Verzeichnis, in dem die Daten landen sollen. Oft müssen Sie einen Benutzernamen und ein Passwort anlegen, um den Zugriff zu erlauben. Als Benutzernamen eignet sich etwa „Rsync“, das Passwort definieren Sie nach Ihren Wünschen.

Auf dem Quell-NAS müssen Sie eine neue Datensicherungsaufgabe erstellen. Im Falle eines Synology-NAS benötigen Sie dazu zuerst das Zusatzpaket „Hyper Backup“, das Sie sich über das Paketzentrum auf die NAS-Bedienoberläche herunterladen. Dort erstellen Sie eine neue Datensicherungsaufgabe, in der Sie das Remote-NAS-Gerät als Ziel der Sicherung wählen und dessen feste IP-Adresse als Ziel eingeben.  Mussten Sie auf dem Quell-NAS einen User-Account anlegen, geben Sie diese Daten auf dem Ziel-NAS ein.

In der Regel startet der Kopiervorgang sofort. Sie können ihn jedoch auch oft nach einem Zeitplan beginnen lassen.

Weiteres NAS-Laufwerk mit Raid-Migration 

Die Migration von Raid 1 auf Raid 5 ist eine der gängigsten Upgrade-Aktionen. Hier ergänzen Sie die vorhandenen HDDs um mindestens eine weitere Platte.
Vergrößern Die Migration von Raid 1 auf Raid 5 ist eine der gängigsten Upgrade-Aktionen. Hier ergänzen Sie die vorhandenen HDDs um mindestens eine weitere Platte.

Bei Netzwerkspeichern ist das Erweitern der Speicherkapazität durch zusätzliche Festplatten eine gängige Upgrade-Aktion. Sie klappt dann ohne Probleme, wenn Sie ein NAS-Gerät mit vier Schächten haben und es beispielsweise nur mit zwei Festplatten im Raid-1-Modus betreiben. Mit dem Platten-Upgrade wollen Sie gleichzeitig den Raid-Verbund ändern, um den neu erworbenen Speicher auch optimal zu nutzen. Dabei sollen natürlich keine Daten verlorengehen.

Für die Migration des Raid-Verbundes bieten die meisten NAS-Geräte spezielle Migrationsassistenten. Sie finden diese in der NAS-Bedienoberfläche im Bereich der Speicherverwaltung. Bevor Sie mit dem Raid-Umzug beginnen, beachten Sie einige Punkte zur neuen HDD. Denn hier fahren Sie am besten, wenn Sie sowohl dieselbe Kapazität als auch dieselbe Serie verwenden. Nutzen Sie etwa bereits Toshiba-NAS-Festplatten mit 6 TB Kapazität, ergänzen Sie den bestehenden Raid-1-Verbund idealerweise mit einer oder mehreren 6-TB-HDDs des Herstellers.

Setzen Sie die neue Platte in den nächsten freien Schacht des NAS-Systems ein, und melden Sie sich dann an der NAS-Firmware an. In der Speicherverwaltung sehen Sie üblicherweise unter „Speicherpool“ den aktuellen Raid-1-Verbund. Um eine oder mehrere HDDs hinzuzufügen, suchen Sie nach der Option „Laufwerk hinzufügen“ – bei Synology etwa unter „Aktion“. Normalerweise erkennt das NAS die neue Platte automatisch und zeigt sie an. Im nächsten Schritt sehen Sie eine Warnung, dass alle Daten auf dem Laufwerk durchs Hinzufügen gelöscht werden. Danach erhalten Sie eine Auswahl, um den Wechsel von Raid 1 auf Raid 5 zu bestätigen.

Eine Ausnahme bilden herstellerspezifische Raid-Verbünde wie etwa Synology Hybrid Raid (SHR). Sie beginnen meist sofort mit der Migration, die abhängig von der Laufwerkskapazität leicht einige Stunden in Anspruch nehmen kann. Ist sie beendet, ist das neue Raid 5 einsatzbereit.

Zum Schluss noch zwei Hinweise: Die Raid- Level-Migration funktioniert nur in aufsteigender Richtung ohne Datenverlust. Für einen Wechsel von Raid 1 auf Raid 5 benötigen Sie mindestens drei Festplatten. Zusätzlich unterstützen die meisten NAS-Geräte auch das Upgrade von Raid 5 auf Raid 6 oder Raid 10.

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