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Minenarbeiter

21.09.2010 | 12:03 Uhr | Benjamin Schischka

Der östliche Kongo ist voll von all den Zutaten, die die Elektronikbranche am Leben erhalten. Das Gebiet verfügt über Tantalum für Kondensatoren, Zinn für Lötmittel für Hauptplatinen, Wolfram um Handys vibrieren zu lassen und Gold für verbindende Komponenten. Trotz dieses natürlichen Reichtums arbeiten zehn- bis hunderttausende Menschen unter entsetzlichen Bedingungen, um an diese Rohstoffe zu gelangen. "Potentiell jedes unserer Handys, jeder Laptop und PC beinhaltet einige dieser sogenannten Konflikt-Minerale", sagt Sasha Lezhnev, Forscher für Menschenrechte bei Global Witness.

"Es ist genau wie mit den Blutdiamanten. Ein paar Leute graben danach mit der blanken Hand und tragen wortwörtlich einen ganzen Berg ab. Als ich einmal nach draußen zu den Minen gefahren bin, schufteten dort jede Menge Kinder, kaum älter als 11. Als Aufpasser standen Militärs bereits, mit der AK-47 im Anschlag, damit auch niemand eigenes Geld macht."

Bewaffnete, kongolesische Gruppen verdienen rund 140 Millionen Euro im Jahr mit dem Handel dieser Mineralien, während der Großteil der Normalbevölkerung in Armut lebt. Nach Angaben der kongolesischen Regierung führen Schmuggler jährlich Materialien im Wert von knapp 800 Millionen Euro außer Landes. Bisher konnte keine Firma zertifizieren, dass all ihre Produkte ausschließlich mit "konfliktfreien" Materialien hergestellt wurden. Doch einige - darunter Intel und Motorola - unternehmen bereits gute Schritte in diese Richtung.

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