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Microsoft und die Justiz (1998 - 1999)

Microsoft beugt sich der richterlichen Anordnung und erlaubt es PC-Herstellern, das Explorer-Icon von der Windows-95-Benutzeroberfläche zu entfernen.

Vor einem Anhörungsausschuß des US-Senats muß sich Bill Gates Kreuzverhör-ähnlichen Fragen stellen. Insbesondere der republikanische Senator Orrin Hatch nimmt den Microsoft-Chef mit Fragen zur Monopolstellung seines Unternehmens immer wieder in den Schwitzkasten.

Das Justiziministerium und 20 Bundesstaaten reichen eine Antitrust-Klage gegen Microsoft beim Washingtoner US-Distriktgericht ein. Begründung: Der Softwareriese benutze illegale, wettbewerbswidrige Geschäftspraktiken, um Konkurrenten zu vernichten.

Microsoft gewinnt eine wichtige Schlacht, aber nicht den Krieg: Ein Appellationsgericht hebt die einstweilige Verfügung von Richter Jackson vom 11. Dezember 1997 auf. Darüber hinaus argumentieren die Richter - anders als das DOJ und Jackson sowie Microsoft-Gegner -, Windows 95 und der Internet Explorer seien in der Tat als ein Produkt zu sehen. Das ist wichtig, weil der Consent Decree regelt, welche Produkte Microsoft "bündeln" darf und welche nicht.

Windows 98 kommt auf den Markt.

Das Justiziminsterium wirft Microsoft vor, Apple, Intel und andere Firmen auf illegale Weise zu zwingen, neue technologische Entwicklungen einzustampfen.

Nach mehreren Verschiebungen beginnt das Verfahren US-Justizministerium und 20 Bundesstaaten gegen Microsoft.

Anklagevertreter und Verteidiger halten die Schlußplädoyers und beenden damit die Beweisaufnahme.

Distriktrichter Jackson legt mit den "Findings of Fact" seine Einschätzung zum Prozeßverlauf vor. Er wirft Microsoft vor, ein Monopol zu halten und diese Machtposition zu Lasten von Konkurrenten und Verbrauchern zu mißbrauchen.

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