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Die besten Browser-Addons für sicheres Surfen

27.09.2018 | 08:10 Uhr |

Die meisten PC-Viren holen Sie sich beim Surfen im Internet aufs System. Deshalb sollten Sie Ihren Internet-Browser mit diesen Sicherheits-Erweiterungen ausstatten.

Zeig mir deinen Browser, und ich sage dir, wer du bist: So lautet das Geheimnis vieler Anzeigennetzwerke, die im Internet Profile der Besucher von Webseiten anlegen. Denn nahezu jeder Browser übermittelt dem Webserver freiwillig eine ganze Ladung Daten, unter anderem zum Betriebssystem, auf dem er läuft, zu Bildschirmauflösung, Farbschema, Menüsprache und zur Software-Version. Außerdem gewährt er bereitwillig Zugriff auf die Cookies, die der Benutzer bei seinen Streifzügen durchs Web gesammelt hat, die weitere Informationen etwa zu den zu den zuvor besuchten Seiten geben, alles natürlich mit Datum und Uhrzeit. All das zusammen ergibt mehr als genug Daten, anhand derer ein Anwender recht eindeutig identifiziert werden kann.

Während das Tracking der Anzeigen-Vermarkter jedoch in erster Linie dem weitgehend harmlosen Zweck dient, dem Besucher einer Website auf ihn zugeschnittene Werbung zu präsentieren, nutzen Kriminelle den Browser für weitaus gefährlichere Zwecke. Sie versuchen beispielsweise, die Anwender auf Seiten zu locken, deren Skripte nur darauf warten, den Rechner mit Trojaner-Viren zu infizieren, mit Mining-Software seine Hardware-Ressourcen auszunutzen oder ihn mit täuschend echt nachgeahmten Onlinebanking-Sites zur Eingabe der Zugangsdaten für seine Konten und Kreditkarten zu bewegen.

Google Chrome bringt in den Einstellungen viele Optionen zum Feinjustieren der Sicherheit mit.
Vergrößern Google Chrome bringt in den Einstellungen viele Optionen zum Feinjustieren der Sicherheit mit.

Die großen Browser-Hersteller haben bereits vor Jahren Funktionen in ihre Software integriert, die den Anwender unter anderem vor dem Besuch verdächtiger Websites warnen und ihm die Kontrolle darüber geben, welche Daten er an die Webserver übermitteln will und welche Inhalte beim Besuch einer Seite automatisch angezeigt werden sollen. Doch das genügt nicht, um einen sicheren Rundumschutz zu gewährleisten. Die verbliebenen Lücken versuchen nun die Entwickler von Browser-Erweiterungen zu schließen. PC-WELT stellt Ihnen die wichtigsten dieser Programme für Google Chrome , Mozilla Firefox und Microsoft Edge/Internet Explorer vor.

Siehe auch: Die besten Browser-Plugins für Google Chrome

HTTPS Everywhere

HTTPS Everywhere sorgt dafür, dass die Verbindung zu einer Website so sicher wie möglich ist.
Vergrößern HTTPS Everywhere sorgt dafür, dass die Verbindung zu einer Website so sicher wie möglich ist.

Trotz der Bemühungen von Google, die Website-Betreiber weltweit zu einem Umstieg auf das verschlüsselte https zu bewegen, existieren immer noch Millionen von Sites, die einen ungeschützten Zugriff per http erlauben. Besonders gefährlich ist das, wenn eine Website unbemerkt Inhalte anderer Seiten lädt, die nicht verschlüsselt sind. Genau dort setzt die Erweiterung HTTPS Everywhere an: Sie sorgt dafür, dass eine Seite beim Laden der Inhalte von Drittanbietern automatisch die HTTPS-Version von deren Webangeboten verwendet. Auf Wunsch kann der Benutzer die unverschlüsselten Inhalte aber auch blockieren lassen. Die Extension wurde gemeinsam vom Tor Project und der Electronic Frontier Foundation entwickelt, einer amerikanischen Organisation, die sich für Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt.

Läuft unter: Firefox, Chrome

Disconnect for Facebook

Disconnect liefert eine grafische Übersicht der gefundenen Tracker und Netzwerke.
Vergrößern Disconnect liefert eine grafische Übersicht der gefundenen Tracker und Netzwerke.

Facebook hat das Sammeln von Daten über seine Mitglieder zum Geschäftsmodell gemacht. Die Firma wertet nicht nur die Aktivitäten innerhalb ihres eigenen Netzwerks aus, sondern sammelt auch die Daten ein, die ihr von den Websites übermittelt werden, auf denen ein Like-Button steht. Wer das verhindern will, installiert das kleine Add-on Disconnect for Facebook , das sämtliche Datenübertragungen an Facebook blockiert.

Läuft unter: Firefox, Chrome

Tipp: Sichere Webbrowser im Überblick

No Coin

Seitdem Ende 2017 ein Bitcoin zeitweise mehr als 10.000 Euro wert war, versuchen viele Websitebetreiber, an diesem Boom zu partizipieren, und integrieren Coin-Miner in ihre Seiten. Diese kleinen Tools nutzen in der Zeit, in der ein Besucher auf der manipulierten Webseite verweilt, die Rechenkapazität seiner CPU, um Coins für Kryptowährungen wie Ethereum oder IOTA zu erzeugen. Die Programme sind legal, allerdings muss der Betreiber der Website die Besucher über den Einsatz informieren, was häufig nicht geschieht. Man spricht dann von Cryptojacking. Mit der Browser-Extension No Coin lassen sich vorhandene Coin Miner sofort nach dem Aufruf einer Seite blockieren. Daneben bietet das Tool auch an, die Miner für kurze Zeit aktiv zu lassen, damit man Gelegenheit hat, die Seite ohne Manipulation zu nutzen.

Läuft unter: Firefox, Chrome

Click & Clean

Wenn es um das Beseitigen der Spuren der letzten Internetbesuche geht, gibt es kaum ein besseres Tool als Click & Clean . Die Software löscht Cookies, Cache, Passwörter, Formulardaten, WebSQL-Datenbanken, die von den Plug-ins gesammelten Daten und noch einiges mehr, auf Wunsch auch automatisch beim Beenden des Browsers. Man kann sogar den Zeitraum einstellen, um etwa nur die Überbleibsel älterer Internetstreifzüge zu vernichten. Click & Clean ist zwar außer für Chrome auch für Firefox erhältlich, wurde jedoch seit 2013 nicht mehr aktualisiert und ist zur aktuellen Firefox-Engine inkompatibel. Bis ein Update erscheint, bilden die Optionen unter „Datenschutz & Sicherheit“ in den Firefox-Einstellungen die beste Möglichkeit, die Internetspuren loszuwerden. Aber Achtung: Wenn Sie nach jeder Sitzung Ihre Cookies löschen, wird der Browser Sie wieder und wieder auf vielen Webseiten darum bitten, die Datenschutzerklärung zu akkzeptieren. Schließlich haben Sie sein Gedächtnis (die Cookies) gelöscht und er kann sich nicht an Ihre Einstellungen erinnern.

Läuft unter: Chrome

URL-Verkürzer sind eine prima Sache, wenn man wenig Platz für Text hat (wie in Twitter) oder mehrzeilige Internetadressen vermeiden will. Allerdings besteht auch immer die Gefahr, dass Kriminelle die Kurzadressen verwenden, um das wahre Ziel eines Links zu verschleiern. Unshorten.link schafft Klarheit, indem es nach dem Klick auf den Link eines Dienstes wie bit.ly oder t.co zunächst auf seine eigene Website führt, wo die Zieladresse angegeben ist. Dort findet man auch eine kurze Beurteilung der Seite. Anschließend kann man mit einem weiteren Klick zu der gewünschten Adresse weitergehen.

Läuft unter: Firefox, Chrome

Show IP

Bei einem Phishing-Angriff versuchen Kriminelle, Anwender auf täuschend echt nachgeahmte Websites beispielsweise von Banken oder auch Bezahldiensten wie Paypal zu locken. Unter einem Vorwand werden sie aufgefordert, dort ihre Zugangsdaten einzutippen, die dann von den Betrügern verwendet werden, um das Konto zu leeren. Einen zumindest ansatzweisen Schutz bietet das Add-on Show IP , das nicht nur die IP-Adresse der aktuellen Website anzeigt, sondern in der Firefox-Version auch die wahre Adresse des Hostservers. In Chrome beschränkt sich das Tool leider auf die IP, die am unteren Rand des Browser-Fensters eingeblendet wird.

Läuft unter: Firefox, Chrome

Track Me Not

Track Me Not verhindert durch zufällig generierte Anfragen, dass ein Nutzerprofil erstellt wird.
Vergrößern Track Me Not verhindert durch zufällig generierte Anfragen, dass ein Nutzerprofil erstellt wird.

Google, Bing und andere Suchmaschinen speichern die Suchanfragen eines Nutzers, um ihm mit der Zeit eine immer besser auf seine Interessen zugeschnittene Trefferliste präsentieren zu können. Aus der Liste der Anfragen, bei denen jeweils auch das Datum festgehalten ist, lässt sich mit wenig Aufwand ein immer genaueres Profil des Anwenders zusammenstellen. Um das zu verhindern, gibt es Track Me Not . Diese Erweiterung sendet in regelmäßigen Abständen zufällig generierte Anfragen an eine einstellbare Auswahl an Suchmaschinen, darunter finden sich neben Google und Bing auch Yahoo, Baidu und AOL. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Die Anbieter können nicht unterscheiden, welche Anfragen von einem menschlichen Benutzer generiert wurden und welche von der Software. Es entsteht zwar ebenfalls ein User-Profil, das jedoch mit der Realität so gut wie nichts zu tun hat.

Läuft unter: Firefox, Chrome

Browser-Benchmark: Mit diesen Browsern surfen Sie am schnellsten

Disconnect

Disconnect ist ein weiterer Tracking-Schutz, der aber gleichzeitig auch die Datenweitergabe an Facebook, Google und Twitter blockiert. Das Add-on stellt neben der Listenansicht auch eine grafische Ansicht bereit, in der die identifizierten Werbenetzwerke vorgestellt werden. Mit nur einem Klick erreicht man von dort aus deren Websites.  Der Anbieter von Disconnect wirbt damit, dass durch sein Tool die Ladezeit und das übertragende Datenvolumen der besuchten Webseiten verringert werden und präsentiert den Erfolg der Einsparungen ebenfalls in einer kleinen Grafik.

Läuft unter: Firefox, Chrome, Internet Explorer

Behind The Overlay

Immer wieder stößt man auf Websites, bei denen sich ein Pop-up in den Vordergrund schiebt, während der Rest der Seite mit einem grauen Film unleserlich gemacht wird. Erst nachdem das Pop-up geschlossen wurde, lassen sich die Inhalte der Seite erkennen. Der entsprechende Button ist jedoch teilweise nicht einfach zu finden. Außerdem benutzen Hacker diese Grauschleier gern, um Besucher dazu zu verleiten, willkürlich auf ihren Seiten herumzuklicken und ihnen auf diese Weise Links zu virenverseuchten Websites unterzuschieben. Behind The Overlay stellt einfach nur einen Button zur Verfügung, über den man solche Pop-ups von einer zentralen Stelle aus schließen kann. Laut den Entwicklern von Behind The Overlay funktioniert der Button auf allen Websites und mit allen Overlays.

Läuft unter: Firefox, Chrome

Lastpass

Sichere, aus Buchstaben und Ziffern bestehende Passwörter mit mindestens zwölf Zeichen Länge kann sich niemand merken, wenn er für jedes Onlinekonto, jeden Shop und jeden Internetdienst ein anderes Kennwort definieren will. Lastpass ist ein Passwortmanager, der mit seinem Zufallsgenerator nicht nur beliebig komplexe Passwörter erzeugt, sondern sie auch verschlüsselt in der Cloud verwaltet. Lastpass ist für alle wichtigen Betriebssysteme und Browser erhältlich und ermöglicht auch unterwegs und an fremden PCs den Zugriff auf das persönliche Kennwortverzeichnis.

Läuft unter: Firefox, Chrome, Edge, Internet Explorer

Chrome-Extensions unter Firefox nutzen

Die meisten Browser-Erweiterungen werden für Firefox entwickelt und anschließend für Chrome angepasst. Aber es gibt auch Extensions, deren Version für Chrome höher entwickelt oder sogar für Firefox überhaupt nicht verfügbar ist. In diesen Fällen können Sie versuchen, die Chrome-Extension in Firefox zu verwenden. Dazu müssen Sie allerdings mit dem Mozilla-Browser auf den Chrome Web Store zugreifen können.

Installieren Sie in Firefox das Add-on Chrome Store Foxified . Mit ihm können Sie sowohl Chrome- wie auch Opera-Erweiterungen in Firefox nutzen. Klicken Sie oben in der Icon-Leiste des Browsers auf das Logo des Add-ons und tippen Sie „Chrome Web Store“ in die Adresszeile des Browsers ein. Klicken Sie den Store in den Suchergebnissen an, wählen Sie eine Erweiterung aus und klicken Sie auf „Add to Firefox“, um sie zu installieren.

Leider funktioniert die Übernahme der Chrome-Erweiterungen nicht in jedem Fall, oft bleibt bereits die Installation stehen. Beachten Sie zudem, dass es sich nur um eine Notlösung handelt. Falls es die gleiche Extension auch für Firefox gibt, sollten Sie diese verwenden.

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