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Nvidia-GPUs für 2020: Ampere ändert alles

18.02.2020 | 13:03 Uhr | Michael Schmelzle

2020 wird ein guter Jahrgang für PC-Spieler: Mit Big Navi will AMD Nvidia vom Thron stoßen, doch wann schlägt Nvidia mit der RTX 3000 (Ampere) zurück - und gelingt Intels Einstieg in den Grafikkarten-Markt? Wer gewinnt das CPU-Duell, Intel 10. Core-Generation oder AMD Ryzen 4000? Wir versuchen anhand von Leaks und Gerüchten einen Blick auf die Gaming-Hardware zu werfen, die dieses Jahr auf den Markt kommt.

Was bringt 2020 an Hardware für PC-Spieler - wir fassen die glaubwürdigsten Infos zu neuen Grafikkarten, CPUs, Displays und Peripheriegeräten zusammen. Am Jahresende wird abgerechnet, dann checken wir noch einmal, wie gut (oder schlecht) wir die Indiskretionen von Entwicklern und Herstellern und die Gerüchte "gut informierter" Kreise interpretiert haben.

Fangen wir gleich einmal mit etwas an, das den GPU-Markt gehörig aufwirbeln könnte: Nvidia dürfte die neue Grafikchip-Generation Ampere wahrscheinlich schon auf der hauseigenen Messe “GPU Technology Conference” am 23. März 2020 vorstellen. Allerdings dürfte es sich beim GA100-Chip um eine Quadro-GPU für den professionellen Einsatz in Workstations handeln.

Wird Nvidia-Boss Jen Hsun Huang auf der Gamescom die RTX 3080 Ti vorstellen?
Vergrößern Wird Nvidia-Boss Jen Hsun Huang auf der Gamescom die RTX 3080 Ti vorstellen?
© Nvidia

Die erste Gaming-GPU auf Basis der Ampere-Architektur könnte dann zur Gamecom Ende August in Form des GA102 als RTX 3080 Ti auf den Markt kommen - oder zeitnah zu AMDs Navi 21 Einführung - falls die GPU tatsächlich die 2080 Ti entthront. Das neue Spitzenmodell von Nvidia soll circa 50 Prozent mehr 3D-Leistung und 100 Prozent mehr Raytracing-Leistung bieten als der Vorgänger 2080 Ti. Wahrscheinlich sind rund 6000 Shader-Einheiten an Bord, die Anzahl der Raytracing- und Tensor-Cores soll sich hingegen mindestens verdoppeln. Zudem will Nvidia beim Platinen-Layout die Signalqualität verbessern, um die Ampere-GPUs mit höheren Taktraten betreiben zu können. Beim Speicher gibt’s möglicherweise eine kleines Upgrade auf 12 oder gar 16 GB GDDR6-RAM.

2020 wird ein spannendes Jahr für alle Gamer, denn es steht jede Menge interessante Gaming-Hardware in den Startlöchern. Angefangen bei der ersten diskreten Grafikkarte von Intel, über die Big Navi Karten von AMD bis hin zur Ampere-Generation von Nvidia - also die RTX 3000 Karten. Und natürlich gibt's auch auf dem CPU-Markt einiges Neues: Intel wird wohl seine Comet-Lake-S-Plattform vorstellen und AMD könnte mit seinen Ryzen-4000-Desktop-Prozessoren Ende des Jahres kontern. Und natürlich stehen um Weihnachten noch die neuen Konsolen Xbox Series X und Playstation 5 ins Haus - 2020 kann also kommen!

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Deutlich konkreter siehts dagegen bei AMD aus. Big Navi steht nämlich in den Startlöchern. Die neue Grafikchip-Generation für Gamer mit dem offiziellen Namen Navi 2X könnte nämlich schon Anfang Juni auf der Computex gelauncht werden. Möglich wäre auch ein Launch ein paar Tage später auf der E3 - schließlich stecken speziell angepasste Navi 2X GPUs auch in den neuen Konsolen Xbox Series X und PS 5. Auf jeden Fall hat AMD Chefin Lisa Su auf der CES bestätigt, dass Big Navi noch dieses Jahr erscheinen soll.

AMDs GPU "Big Navi" aka Navi 2X nutzt die RDNA2-Architektur und wird im 7nm-Plus-Verfahren gefertigt
Vergrößern AMDs GPU "Big Navi" aka Navi 2X nutzt die RDNA2-Architektur und wird im 7nm-Plus-Verfahren gefertigt
© AMD

Was wissen wir denn bisher über die neuen Grafikprozessoren? AMD setzt auf die RDNA2-Architektur und lässt die Chips von dem Unternehmen TSMC im 7nm-Plus-Verfahren produzieren. Die GPUs beherrschen Raytracing und das Spitzenmodell Navi 21 für Desktop-Grafikkarten soll doppelt so viele Shader-Einheiten wie die Radeon RX 5700 XT besitzen. Vor kurzem sind Ergebnisse des Benchmarks Open VR aufgetaucht, die einen namentlich nicht näher bezeichneten AMD-Grafikprozessor zeigen sollen. Laut diesen Ergebnissen soll der Chip bis zu 30 Prozent mehr Leistung bieten als eine RTX 2080 Ti. Der etwas undurchsichtige Benchmark lässt allerdings keine konkreten Rückschlüsse auf die Spieleleistung zu, außerdem wurde wohl nur mit einer Notebook-CPU gemessen - alles noch sehr nebulös.

Intel will auch ein Stück vom Grafikkarten-Kuchen und wird demnächst einen eigenen diskreten Grafikprozessor raushauen. Gibt’s also endlich Konkurrenz für AMD und Nvidia - und damit mittelfristig auch günstigere Preise? Klare Antwort: Jein. Intel hat zwar seine erste Desktop-Grafikkarte DG1 auf Basis der Xe-Architektur schon Anfang des Jahres auf der CES vorgestellt.Dies geschah allerdings in einem Hinterzimmer - mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Intel drückte Entwicklern die DG1 als “Software Development Vehicle” in die Hand, damit Spiele-Engines und Grafikprogramme in diesem Jahr fit für die Xe-Architektur werden.

Intels Desktop-Grafikkarte DG1 auf Basis der Xe-Architektur
Vergrößern Intels Desktop-Grafikkarte DG1 auf Basis der Xe-Architektur

Erste Benchmarks des DG1 machen deutlich, dass der Grafikchip bestenfalls fürs Full-HD-Gaming taugt und vor allem noch mit Effizienzproblemen zu kämpfen hat - sprich: er bringt in Spielen seine Rohrechenleistung nicht auf die Straße. Die erste ernstzunehmende Intel-GPU für Gamer, Codename DG2, dürfte daher erst 2021 - manche Quellen sprechen sogar von 2022 - auf den Markt kommen. Wir sind schon gespannt auf die Gamers Developers Conference Mitte März - da will Intel nämlich neue Details verraten.

Apropos Gaming-Leistung: Gute Gaming-CPUs mit ausreichend Spiele-Performance gibt es mittlerweile wie Sand am Meer - und dank AMD auch relativ günstig. Die aktuellen Prozessoren dürften für die meisten Spiele auch dieses Jahr noch mehr als genug Leistung haben - trotzdem sind Infos zu der neuen Prozessorgeneration AMD Ryzen 4000 und Intel Core i-10000 auch für Gamer interessant, denn in der Regel sind die Vorgänger-Modelle dann günstiger zu haben. Wer also einen CPU-Kauf im Lauf des Jahres plant, sollte den jeweiligen Marktstart abwarten - und wer immer die beste Leistung haben will natürlich auch.

Im April oder Mai dürfte Intel endlich seine Comet Lake S Plattform für Desktop-Prozessoren vom Celeron mit zwei Kernen bis zum Core i9 mit 10 Kernen launchen. Dabei ziehen die insgesamt 22 geplanten Modelle vom Sockel 1151 auf den Sockel 1200 um - in Sachen Fertigung bleibt’s bei 14 Nanometer. Hinter der 14 steht aber zweimal plus, was soviel heißt, dass Intel den Fertigungsprozess zweimal optimiert hat.

Neue CPU, neuer Sockel, neue Plattform: Die 400er-Southbridge für Intels "Comet Lake S"-Plattform
Vergrößern Neue CPU, neuer Sockel, neue Plattform: Die 400er-Southbridge für Intels "Comet Lake S"-Plattform
© Intel

Wie man es von Intel gewohnt ist, brauchen die 10000er-CPUs auch eine neue Southbridge, im Intel-Speak PCH - Platform Controller Hub genannt. Mit dem Z490, H470, B460 und H410 will Intel gleich vier Varianten anbieten. Um eine neue Hauptplatine kommt ihr also nicht herum. Immerhin steigt der offiziell freigegebene Speichertakt auf DDR4-2933. USB 3.2 Gen 2 sowie WiFi 6 sollen ebenfalls an Bord sein. Dafür bleibt es bei PCIe 3.0 mit 16 + 24 Lanes.

Um halbwegs mit der Multithread-Leistung von AMD mitzuhalten, schaltet Intel nun schon ab dem Core i3 Hyperthreading aka Simultaneous Multithreading für die vier Kerne frei, es stehen also 8 Threads zur Verfügung. Entsprechend liegt die Kern- und Threads-Zahl beim i5 bei 6 und 12, beim i7 bei 8 und 16 und beim i9 bei 10 Kernen und 20 Threads. Intel Spitzenmodell für den “Consumer-Desktop” wird der Core i9-10900K mit bis zu 5,3 GHz. Intel steht hier auf jeden Fall mächtig unter Druck, denn in Sachen Energieeffizienz, Preis-/Leistungsverhältnis und Multithreading-Leistung ist man mittlerweile ziemlich ins Hintertreffen geraten. Einzig die bessere Gaming-Leistung spricht aktuell für eine Intel-Plattform.

Die 10000er-CPUs von Intel für Gamer auf Basis des "Comet Lake S"
Vergrößern Die 10000er-CPUs von Intel für Gamer auf Basis des "Comet Lake S"
© Intel


Aber AMD schläft natürlich nicht, denn aktuellen Gerüchten zufolge soll der nächste AMD Chipsatz X670 Ende des Jahres auf den Markt kommen, on Board USB 4.0 und Thunderbolt 3.0. Dementsprechend ist eher nicht damit zu rechnen, dass die neue CPU-Generation rund um Ryzen 4000 bereits früher veröffentlicht wird - zumindest falls Intel nicht noch eine Überraschung aus dem Hut zaubert und AMD damit unter Zugzwang gerät. Zwar sollen die neuen Ryzen 4000 CPUs durch ein BIOS-Update auch auf älteren AM4-Chipsätzen funktionieren, dann allerdings ohne den kompletten Funktionsumfang.

AMDs CPU-Familie Ryzen 4000 soll bereits auf der Zen-3-Architektur basieren, die fertigung erfolgt allerdings noch im 7nm-Plus-Verfahren.
Vergrößern AMDs CPU-Familie Ryzen 4000 soll bereits auf der Zen-3-Architektur basieren, die fertigung erfolgt allerdings noch im 7nm-Plus-Verfahren.
© AMD

Angeblich soll die 4. Ryzen-Familie auf einer komplett neue Architektur basieren - daher spricht AMD hier schon vom “Zen 3”, auch wenn der Fertigungsprozess weiterhin bei 7 Nanometer bleibt, dank Optimierung aber mit einem “Plus” gekennzeichnet ist. Wichtigste Info zum Rzyen 4000: Er soll gegenüber seinem Vorgänger nochmal beim Befehlsdurchsatz zugelegt haben, die Rede ist von einer um 17 Prozent gesteigerten IPC, die CPUs sollen also pro Taktzyklus 17 Prozent mehr Befehle ausführen können. Das wirkt sich positiv auf die in Spiele so wichtigen Single-Core-Leistung aus.

Bei der Anzahl der Kerne und Threads ändert sich nichts, dafür soll der Basis- und Turbotakt durchschnittlich um 300 MHz steigen, das heißt ein potentieller Ryzen 5 4600 wird 6 Kerne und 12 Threads haben und mit bis zu 4,5 GHz takten. Mobile Ryzen 4000 Chips hat AMD ja bereits auf der CES vorgestellt - und die dürften Intel im Notebook-Markt ganz schön Dampf machen. Mit 7nm Strukturbreite, einer maximalen TDP von 45 Watt und bis zu 8 Kernen und 16 Threads dürften uns einige spannende Notebooks erwarten - laut AMD sollen dieses Jahr über 100 Modelle erscheinen. Darunter auch das dünnste und leichteste Ultrabook mit Octa-Core, das Lenovo Yoga Slim 7.

Starke Notebook-CPUs: AMD Ryzen 4000
Vergrößern Starke Notebook-CPUs: AMD Ryzen 4000
© AMD

Schöner Spielen - da dürfen neue Gaming-Displays natürlich nicht fehlen. Um es kurz zu machen, die Bildwiederholraten und der Dynamikumfang steigen nochmals an. Bei Full-HD-Monitoren klettert die Bildwiederholrate auf unglaubliche 360 Hertz - mit dem ROG Swift 360Hz hat ASUS auch schon ein Modell für E-Sportler angekündigt. Mit 240 Hertz dürft ihr in WQHD zocken und bei der UHD-Auflösung finden 144 Hertz eine größere Verbreitung.

ASUS ROG Swift 360Hz: Bildwiederholrate von bis zu 360 Hertz
Vergrößern ASUS ROG Swift 360Hz: Bildwiederholrate von bis zu 360 Hertz
© ASUS / Nvidia

Noch feinere Kontrastabstufungen, größere Helligkeitsunterschiede und noch mehr Details sollen HDR1400-Displays liefern. Erreicht wird das über eine Hintergrundbeleuchtung aus über 1000 einzeln ansteuerbaren LEDs. Dafür müsst ihr aber richtig tief in die Tasche greifen. Netter Nebeneffekt der ganzen Innovationen: 144-Hertz-Bildschirme werden in 2020 quasi zum erschwinglichen Standard ab 150 Euro und HDR hält ebenfalls Einzug in den Massenmarkt.

Erschwinglicher sollen auch mechanische Tastaturen mit Cherry-Switches werden. Cherry hat nämlich unter der Bezeichnung Viola neue Schalter für preisgünstige mechanische Tastaturen unter 100 Euro vorgestellt. Anders als die MX-Switches besitzen die Viola-Schalter aber keine Gold-, sondern Bronze-Kontakte. Der Aufbau des Gehäuses ist gegenüber den MX-Schaltern ebenfalls etwas vereinfacht. Viola-Switches sollen Rubberdome- oder Hybrid-Lösungen ersetzen, dabei aber die für mechanische Tastaturen typischen Vorteile wie Zuverlässigkeit, Tippgefühl und Haltbarkeit bieten.

Cherry Viola: Neue Schalter für preisgünstige mechanische Tastaturen unter 100 Euro
Vergrößern Cherry Viola: Neue Schalter für preisgünstige mechanische Tastaturen unter 100 Euro
© Cherry

Zwei Sätze noch zu RGB - der Trend hält weiter an! Dieses Jahr steigt die Auswahl an RGB-beleuchteten Netzteilen und SSDs, von Lian Li gibt’s die zweite Generation RGB-beleuchteter Kabel und in den meisten RGB-beleuchteten Gehäusen wird der adressierbare RGB-Controller zum Standard. Wer's mag...

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