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Media Player

02.01.2003 | 09:37 Uhr | Thorsten Eggeling, David Wolski

Der Windows Media Player taucht nicht so häufig in den Listen aktueller Bugs auf wie der Internet Explorer oder Outlook. Die zuletzt berichteten Fehler und Sicherheitslücken waren allerdings gravierend: Über bestimmte Audiodateien war es nicht nur möglich, den Media Player zum Absturz zu bringen, sondern auch ungefragt Dateien auf dem Rechner zu starten. Die nötigen Updates sind inzwischen über die Windows-Update-Seite verfügbar (direkter Link: www.microsoft.com/ technet/treeview/default.asp?url=/technet/securi ty/bulletin/MS02-032.asp etwa 1,13 MB). Es sind jedoch weniger die Sicherheitslücken, die vielen Anwendern Sorgen bereiten. Der Player tauscht ab Version 7 beim Betrieb zahlreiche Informationen mit Microsoft-Servern aus. Er ermittelt etwa beim Einlegen einer CD oder DVD per CDDB-Abfrage (CD-Database) den Künstler und die Titel der Musikstücke. Das ist sehr komfortabel und wäre auch nicht zu bemängeln, wenn dabei nicht zugleich eine eindeutige ID übermittelt würde. Microsoft dementiert zwar die Nutzung dieser Daten, theoretisch ist es jedoch möglich, auf diesem Weg Informationen über das Benutzerverhalten zu sammeln (siehe Artikel "Spioniert Microsoft?", PC-WELT 5/2002 ab Seite 12).

Bedenklich wird die Kontaktfreudigkeit des Media Players zu Microsoft in Kombination mit dem DRM-System (Digital Rights Management). Dieses von Microsoft entwickelte Verfahren soll künftig sicherstellen, dass sich digital signierte Musikdateien nur auf jeweils einem einzigen PC und nur über den Media Player abspielen lassen. Die Lizenzbestimmungen des Media Players ab der Version 7.1 sehen sinngemäß außerdem vor, dass Microsoft Updates auf Ihren PC kopieren darf, die andere Player am Laufen hindern (weitere Infos dazu finden Sie im Artikel "Dreister Media Player" in der PC-WELT 9/2002 ab Seite 12).

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