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Test: Navigation und Unterhaltung im Dacia für 300 Euro

19.12.2017 | 11:56 Uhr |

Was kann man von einem nur 300 Euro teuren Infotainmentsystem in einem 17.000-Euro-Auto erwarten? Wir machten den Test mit dem Media-Nav Evolution im Dacia Lodgy. Das günstige Infotainmentsystem bietet Navigation, Radio, Musik-Streaming mit Touchscreen und eine Freisprechanlage für das Smartphone. Es hat aber auch deutliche Schwächen.

Seit dem letzten Test des Infotainmentsystems in einem Fahrzeug der Marke Dacia sind mehr als drei Jahre vergangen (den Test des Vorgängers finden Sie weiter unten). Zeit für einen neuen Test.

Dieses Mal war ein Dacia Lodgy dCi 110 mit dem Ausstattungspaket Lauréate die Testbasis (Listenpreis unseres Testwagens: 17.320 Euro), ausgestattet mit einem „Media-Nav Evolution“ mit 7-Zoll-Touchscreen, Navigation mit Kartenmaterial für Westeuropa und Empfang von TMC-Verkehrslagedaten, FM- und AM-Radio, USB- und AUX-Anschluss, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Audio-Streaming sowie Lenkradtasten. Für das Infotainmentsystem ruft Dacia einen bemerkenswert günstigen Preis auf: 250 Euro zuzüglich 50 Euro für das Kartenmaterial. Also 300 Euro für ein Infotainmentsystem. So viel kostet bei anderen Automobilherstellern allein DAB+ oder die Carplay-Vorbereitung…

Das Media-Nav Evolution.
Vergrößern Das Media-Nav Evolution.

Hardware-Ausstattung

Etwas langsam aber zuverlässig reagiert der 7-Zoll-Farb-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts auf unsere Fingereingaben. Der Bildschirm des Media-Nav Evolution ist nicht so flott und ruckelfrei wie bei den meisten von uns getesteten Konkurrenzsystemen, erfüllt aber seinen Zweck. Gegebenenfalls sollte man die Schaltflächen mit Nachdruck drücken und nicht nur kurz antippen.

Links vorne die Lenkradtaste für das Media-Nav Evolution.
Vergrößern Links vorne die Lenkradtaste für das Media-Nav Evolution.

Um Musik oder Radio lauter und leiser zu stellen, sind zudem Tasten oberhalb des Touchscreens verbaut. Die Bildschirmdarstellung ist solide und großenteils übersichtlich, ausgenommen die Menü-Punkte bei der Navigation.

Neben dem Touchscreen und den „leiser/lauter“-Knöpfen gibt es auch noch Lenkradtasten zur Bedienung des Media Nav Evolution: Über dem Lenkradtastenhebel kann man den Sound ebenfalls lauter und leiser stellen und die Audioquellen auswählen sowie Anrufe annehmen und ablehnen. Der Hebel mit den Lenkradtasten ist versteckt rechts hinter dem Lenkrad verbaut, man muss ihn blind bedienen. Zumindest das "lauter und leiser stellen" klappt aber nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit blind und zuverlässig.

Sprachsteuerung fehlt

Größtes Manko des im Dacia verbauten Infotainmentsystems ist die fehlende Sprachsteuerung. Sie können also weder Navigationsziele aufsprechen noch Telefonanrufe per Sprachbefehl starten noch einen Radiosender auswählen, indem Sie den Namen des Senders aussprechen. Damit fehlt dem Media-Nav Evolution ein wichtiges Bedienelement moderner Infotainmentsysteme.

Stattdessen müssen Sie Radiosender also aus der Auswahlliste auf dem Bildschirm per Touch auswählen und Navigationsziele eintippen. Somit ist es faktisch nicht möglich eine neue Navigation während der Fahrt zu starten, weil ohne Sprachbedienung die Ablenkungsgefahr bei der Zieleingabe viel zu groß ist. Das ist ein erhebliches Manko. Auch das Wechseln des Radiosenders während der Fahrt erfordert dadurch mehr Konzentration vom Fahrer, als es bei Konkurrenzsystemen der Fall ist.

Startbildschirm
Vergrößern Startbildschirm

Siri

Dacia hat zwar eine Notlösung für die Sprachsteuerung integriert: Sie können Siri zur Sprachsteuerung verwenden. Doch stellt sich hier die Sinnfrage: Denn über Siri können Sie keine Funktionen des Media Nav bedienen.

Im Test erwies sich die Nutzung von Siri über die Sprachbedientaste des Dacia als völlig nutzlos. So versuchten wir über Siri zur Navigation die Apple-Karten-App zu starten, das klappt aber nicht. Siri verstand uns zwar, startete dann aber nicht die entsprechende App. Ebenso scheiterte das Abspielen eines Liedes via Apple Music.

Die Idee, Siri als Notlösung beziehungsweise als „Ersatz“ für die nicht vorhandene Sprachsteuerung im Auto zu verwenden, ist übrigens nicht neu. Opel hat das im Adam ähnlich gelöst. Über Siri-Sprachbefehle können Sie dann zum Beispiel Telefonate direkt vom iPhone aus starten oder Apple Music abspielen. Auch das Versenden einer iMessage ist möglich – nicht aber der Versand einer Whatsapp. Doch Sie können mit Siri eben keine einzige Funktion von Media-Nav Evolution bedienen – das von Dacia verbaute Infotainmentsystem ist definitiv ohne Sprachsteuerung.

Navigationskarte
Vergrößern Navigationskarte

Navigation

Das Kartenmaterial unseres Testwagens macht einen aktuellen Eindruck, wenngleich die Kartendarstellung und vor allem die Menü-Darstellung im Vergleich zu anderen Navigationssystemen etwas unübersichtlich sind. Das Navigationsgerät lotste uns zuverlässig über viele Kilometer quer durch Niederbayern, als die eigentlich geplante Route auf der Autobahn wegen eines Unfalls gesperrt wurde. Dabei ermittelte Media Nav ohne unser Zutun eine Alternativroute und bot uns diese an. Auch während der Umfahrung zeigte uns das Navigationsgerät eine noch schnellere Ausweichroute an, die wir ebenfalls annahmen. Das Routing klappte also auch auf Nebenstraßen gut.

Navigation
Vergrößern Navigation

Etwas weniger gut sind die Abbiegehinweise von Media-Nav, insbesondere auf der Autobahn. Wir wurden einige Male erst sehr spät auf die Autobahnausfahrten hingewiesen, auf denen wir abfahren sollten. Auch die Sprachanweisungen fallen oft sehr knapp aus und werden mitunter nicht wiederholt. Hier ist noch Luft nach oben.

Als Quelle für Verkehrslagedaten steht nur TMC zur Verfügung. TMC ist deutlich ungenauer als TomTom, Google Maps oder Inrix. Mit diesem Handicap muss der Dacia-Fahrer leben.

Karten-Updates können Sie zu Hause auf Ihren Rechner herunterladen und dann auf einen USB-Stick übertragen. Über den Stick bringen Sie die Karten-Updates dann zum Media-Nav. Für das Update am PC ist die so genannte „Naviextras Toolbox“ erforderlich.

Telefonie
Vergrößern Telefonie

Freisprechanlage und Telefonie, keine SMS

Die Bluetooth-Koppelung zwischen unserem iPhone und dem Media Navi klappte auf Anhieb. Danach können Sie über das Media-Nav und das damit gekoppelte Smartphone telefonieren. Dabei können Sie Telefonnummern auf dem Touchscreen eingeben oder Kontakte aus dem Telefonbuch des Smartphones anrufen. Die mündliche Eingabe von Telefonnummern ist mangels Sprachsteuerung nicht möglich.

Telefonie
Vergrößern Telefonie

SMS zeigt das Media Nav nicht an, weder bei einem gekoppelten iPhone noch bei einem Android-Smartphone. Anders als viele höherpreisige Infotainmentsysteme, beispielsweise von VW, Audi oder BMW, bietet das Media-Nav für Androiden also kein SMS-Management.

Radio und Medien

In unserem Fahrzeug ist Radio ausschließlich über FM und AM empfangbar. Laut der Bedienanleitung soll aber auch DAB+ erhältlich sein. Daneben können Sie Musik und Hörbücher auch vom Smartphone via Audio-Streaming hören - das klappte im Test, wir konnten auch gezielt bestimmte Playlists auswählen. Außerdem können Sie Musik vom USB-Stick abspielen. Videos dagegen lassen sich nicht von einem USB-Speicher abspielen.

Ein CD-Player ist nicht vorhanden. Dafür gibt es aber eine Zugriffsmöglichkeit auf Webradio: Mit der Gratis-App Aha Radio.

Die Aha-App.
Vergrößern Die Aha-App.

Aha Radio

Das Media-Nav selbst bietet grundsätzlich keine Internetkonnektivität. Dacia verbaut keine SIM-Karte im Fahrzeug. Ein klein wenig Anschluss an das Internet bekommen Sie aber über die App Aha Radio für Android und iOS.

Die Aha-App.
Vergrößern Die Aha-App.

Über Aha können Sie Webradio und Podcasts im Dacia hören. Außerdem schlägt Aha Restaurants oder Hotels in der Nähe Ihres Standorts vor und zeigt das Wetter an. Als wir die Hotelsuche nutzen wollten, verweigerte sich Aha aber. Da angeblich die Ortungsdienste auf dem iPhone nicht aktiv waren. Das stimmt aber nicht, GPS war aktiviert und auch für Aha freigegeben.

Die Aha-App muss auf dem Smartphone installiert sein, die durch Aha verursachten Daten fließen über Ihr Smartphone und belasten Ihren Mobilfunkvertrag. Sie müssen außerdem ein kostenloses Benutzerkonto bei Aha anlegen.

Sobald Sie diese beide Bedingungen erfüllt haben und das Smartphone via Bluetooth mit dem Media-Nav gekoppelt ist, erscheint Aha im Media-Nav als Auswahlpunkt unter „Medien“.

Zwei Smartphone-Bildsc hirme der Aha-App nebeneinander.
Vergrößern Zwei Smartphone-Bildsc hirme der Aha-App nebeneinander.

Die Aha-App ist ein alter Bekannter. Bereits Porsche und Mazda haben sie verwendet, um Webradio ins Auto zu bringen. Dabei handelt es sich aber ganz klar um eine Notlösung.

Von Aha abgesehen gibt es keinerlei Internet- oder App-Funktionen mit dem Media-Nav Evolution. Also auch kein Carplay oder Android Auto.

Musik vom USB-Stick.
Vergrößern Musik vom USB-Stick.

Fazit

Dacia beschränkt sich beim Media-Nav Evolution auf das Wesentliche. Mit der schlichten Optik und der leicht verzögerten Reaktionszeit des Touchscreens kann man angesichts des günstigen Preises durchaus zufrieden sein. Umfassende Internetfunktionen, Carplay/Android Auto oder Echtzeitverkehrsinformationen kann man für 300 Euro ebenfalls nicht erwarten.

Das einzige echte Manko ist aber die fehlende Sprachsteuerung. Da Sie alle Eingaben per Hand machen müssen und dabei auf den Bildschirm schauen müssen, lenkt die Bedienung des Media-Nav Evolution den Fahrer erheblich vom Verkehrsgeschehen ab. Insbesondere die Eingabe von Navigationszielen dauert lange und erfordert etliche Eingaben.

Ende des Tests von Media-Nav Evolution im Dezember 2017, Beginn des Tests von Media-Nav im Herbst 2013 Media-Nav für 180 Euro im Dacia Logan MCV im Test

Dieser Test stellt das Infotainmentsystem Media-Nav vor, wie es Dacia im Herbst 2013 verkauft hat. Das aktuell verkaufte Media-Nav kann davon geringfügig abweichen.

Media-Nav heißt das Infotainmentsystem im neuen Dacia Logan MCV. Der Logan MCV ist eine mindestens 7.990 Euro Euro teure und knapp 4,50 Meter lange Kombi-Limousine. Der Wagen eignet sich mit seinem großen Stauraum also bestens für preisbewusste Kunden wie junge Familien oder für Handwerker. Der Dacia Logan ist relativ spartanisch ausgestattet, die Anzahl der Instrumente auf dem Armaturenbrett und auf der Mittelkonsole ist überschaubar.

Der große Kofferraum des Dacia Logon MCV lässt so manches deutlich kostspieligeres Auto ganz schön alt aussehen.
Vergrößern Der große Kofferraum des Dacia Logon MCV lässt so manches deutlich kostspieligeres Auto ganz schön alt aussehen.

 
Preis für Media-Nav
 
Doch Renault bietet mit dem Media-Nav immerhin ein Infotainmentsystem mit Touchscreen für den Dacia Logan MCV an. Für die beiden preiswertesten Ausstattungsvarianten des Dacia Logan MCV steht Media-Nav jedoch nicht zur Verfügung. Wer das Navigationssystem mit Touchscreen nutzen will, muss also mindestens zur Ausstattung Lauréate greifen, die es im günstigsten Fall mit dem 75-PS-Benzinmotor für 9990 Euro gibt. Dazu kämen dann noch die 180 Euro für Media-Nav und eventuell weitere 99 Euro für das Europa-komplett-Kartenmaterial. Fast 10.200 Euro (Ausstattungsvariante Lauréate inklusive Media-Nav und Kartenmaterial) muss man also mindestens für die Kombination aus Dacia Logan MCV und Media-Nav bezahlen. In der teuersten Ausstattungslinie Prestige ist das Media-Nav bereits integriert.

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Für rund 10.200 Euro bekommt man also einen 4,50 Meter langen Kombi mit fest eingebautem Navigationssystem und 7-Zoll-Touchscreen. Diese Kombination haben wir getestet.

Der Home-Screen
Vergrößern Der Home-Screen

 
Funktions-Überblick
 
Media-Nav bietet folgende Funktionen: Navigationssystem, Radio (AM und FM), Audiostreaming vom Smartphone, Musik abspielen von USB-Stick, iPod und AUX-Geräten (zum Beispiel MP3-Player, die via 3,5 mm-Klinke mit dem Media-Nav verbunden werden) sowie eine Freisprechanlage für das Smartphone.

Unsere Foto-Galerie zeigt Media-Nav Bild für Bild:

Hardware
 
Der 7-Zoll-Touchscreen (18 cm Bildschirmdiagonale) ist im Armaturenbrett fest verbaut, er fährt also nicht ein und aus. 7 Zoll ist derzeit die gängigste Größe für einen fest verbauten Bildschirm im Wagen, insofern gibt sich Renault hier keine Blöße. Die Dacia-Muttergesellschaft Renault verbaut auch in ihren eigenen Fahrzeugen mit R-Link einen solchen 7-Zoll-Touchscreen.

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Der Touchscreen reagierte ausreichend schnell auf unsere Eingaben, Pinch-to-Zoom oder Multigesten sind aber nicht möglich. Sowohl der Startbildschirm als auch die Untermenüs sind übersichtlich und lassen sich leicht ablesen. Die Bedienung und der Menüwechsel klappen problemlos. Der Bildschirm zeigt neben den Menü-spezifischen Angaben auch den Akku-Stand des Smartphones (das Sie am Zigarettenanzünder unten in der Mittelkonsole aufladen können) und die Uhrzeit an.
 
Lautsprecher sind sowohl vorne als auch in den hinteren Türen verbaut. Oberhalb des Touchscreens sind der Ein- und Ausschalter und die beiden Tasten für leiser und lauter eingebaut. Rechts oberhalb des Touchscreens befindet sich außerdem der USB-Port. Ein 3,5 mm-Klinkenanschluss ist gleich daneben ebenfalls vorhanden.

Der Schalter mit den Lenkradtasten befindet sich direkt hinter dem Lenkrad (hier eine Seitenansicht).
Vergrößern Der Schalter mit den Lenkradtasten befindet sich direkt hinter dem Lenkrad (hier eine Seitenansicht).

 
Außerdem gibt es sehr einfach ausgeführte Lenkradtasten rechts hinterm Lenkrad zum Annehmen und Ablehnen von eingehenden Anrufen und zum lauter und leiser stellen des Tons. Wenn Sie die beiden Lenkradtasten für leiser und lauter gleichzeitig drücken, schalten Sie das Infotainentsystem auf stumm (Mute-Funktion). Man kann damit auch die Audioquellen festlegen und zwischen AM und FM wechseln. Außerdem ist ein Rändelrad für die Radiokanalwahl und die Wahl des Musikstücks beim Audiostreaming vorhanden.
 
Die Lenkradtasten funktionierten im Test passabel und lassen sich blind bedienen. Das ist aber auch dringend nötig, denn Renault hat die Lenkradtasten denkbar ungünstig so eingebaut, dass der Schalter vollständig durch das Lenkrad verdeckt wird. Eine derart ungünstige Positionierung der Lenkradtasten fanden wir noch bei keinem anderen Fahrzeug.
 
Die gesamte sonstige Bedienung erfolgt über den Touchscreen. Eine Sprachsteuerung gibt es jedoch nicht.

Die Karten-Optik ist schon sehr frugal.
Vergrößern Die Karten-Optik ist schon sehr frugal.

 
Navigation
 
Das Navigationssystem umfasst standardmäßig Kartenmaterial für Deutschland, Österreich, Schweiz und die Benelux-Staaten.
 
Die Navigationsdarstellung ist sehr einfach gehalten. Es gibt aber immerhin Funktionen wie vergrößerte Kreuzungsansicht, Abbiege-/Spurassistent für die Autobahn, 2D- und 3D-Ansicht und automatische Tag- und Nachtumschaltung. Man kann für die Routenermittlung die üblichen Vorgaben machen wie beispielsweise schnellste oder günstigste Route wählen und mautpflichtige Straßen vermeiden.
 
Die Adresseingabe erfolgt bequem über den Touchscreen (wobei wir hier besonders die Möglichkeit einer Spracheingabe vermissen). Probleme hatten wir bei der Zieleingabe keine, alle Ziele ließen sich schnell eintippen und wurden gefunden. Wie gehabt kann man auf bereits angesteuerte Ziele im Speicher des Navigationsgerätes schnell zugreifen. Eine POI-Suche ist ebenfalls integriert, man kann also sofort nach Tankstellen in der Umgebung oder nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen. Im Test im hintersten Winkel des Bayerischen Waldes klappte das solide. Wir konnten eine ermittelte Tankstelle und eine Pension in unserer Nähe dann auch sofort per Navigation ansteuern.

Navigation
Vergrößern Navigation

 
In die Karte zoomt man ein beziehungsweise aus über die beiden Schaltflächen links auf dem Bildschirm. Wenn die Navigation einmal läuft zeigt sie die Entfernung zum Ziel und die nächsten Abbiegungen an. Die Sprachanweisungen lassen sich jederzeit abschalten.
 
Praktisch: Sie können sich jederzeit Ihre aktuelle Position sowohl auf der Karten anzeigen als auch die Längen- und Breitengrade sowie die Höhe über NN und die aktuelle Adresse anzeigen lassen. Zudem liefert das Navigationsgerät Länderinformationen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Notrufnummern und Promillegrenzen.
 
Größtes Manko: Die Navigation berücksichtigt keinerlei Verkehrsinformationen. Zwar empfängt das Radio natürlich die TMC-Nachrichten und gibt diese auch über die Lautsprecher aus, diese Daten werden jedoch nicht für die Routenermittlung und für die Anzeige der Fahrtdauer berücksichtigt. Der Fahrer ist also im Blindflug unterwegs.

Bequeme Adresseingabe dank Touchscreen.
Vergrößern Bequeme Adresseingabe dank Touchscreen.

 
Karten-Updates können Sie – sofern solche zur Verfügung gestellt werden – bis zu 90 Tage nach Kauf des Fahrzeugs kostenlos auf einen mit dem Internet verbundenen Rechner herunterladen und per USB-Stick auf das Media-Nav aufspielen. Danach sind Karten-Updates kostenpflichtig.
 
Telefon
 
Die Bluetooth-Koppelung mit unserem Androiden klappte auf Anhieb. Hier gab es keine Probleme. Die Anrufliste und das Telefonbuch unseres Smartphones konnten wir über Media-Nav ebenfalls nutzen. Um einen Anruf zu tätigen, muss man die Nummer auf dem Touchscreen eingeben. Das ist natürlich nicht so bequem und auch nicht so sicher wie eine Spracheingabe, funktionierte aber problemlos. Ebenso problemlos klappte eine Wahlwiederholung mit Nummern aus unserer Anrufliste.
 
Einen eingehenden Anruf kann man über die Lenkradtasten annehmen beziehungsweise abweisen. Die Telefonnummer und – sofern im Telefonbuch des Smartphones vorhanden – der Name des Anrufers werden auf dem Bildschirm angezeigt. Während des Telefonats kann man das Mikrofon abschalten, wenn man schnell ein diskretes Gespräch mit dem Mitfahrer einschieben möchte.

Verschiedene Telefonfunktionen
Vergrößern Verschiedene Telefonfunktionen

 
Radio und Musik
 
Beim Radio-Empfang hat man die Wahl zwischen FM und AM. Das ist okay, DAB kann bei diesem Preis nicht erwarten. Die Radio-Senderauswahl klappte, zu jedem Sender werden (sofern vorhanden) RDS-Zusatzinformationen wie der Name der gerade laufenden Sendung angezeigt. Lieblingssender kann man wie gehabt auf Sendertasten abspeichern. Verkehrsinformationen (TA) werden auf UKW-Sendern ebenfalls ausgegeben. Da das die einzige Möglichkeit ist, um im Dacia Logan Verkehrsinformationen zu erhalten, sollte TA immer unter den „Einstellungen“ aktiviert werden.
 
Musik kann man vom Smartphone, von einem eingesteckten USB-Stick, von einem iPod und von einem AUX-Gerät abspielen. Vom Smartphone werden die Lieder via Bluetooth zum Smartphone übertragen. Das funktionierte mit unserem Android-Smartphone problemlos, allerdings wurden keine Liedertitel auf dem Bildschirm angezeigt. Lieder anhalten, vor- und zurück spulen kann man ebenfalls über den Touchscreen.

 
Vom USB-Stick kann man nur Audio-Dateien abspielen, nicht aber Videos. Ebenso lassen sich keine Bilder anzeigen. Das Abspielen der Audio-Dateien, in unserem Beispiel zwei Hörbücher und einige MP3-Lieder, vom USB-Stick klappte reibungslos.
 
Eine spezielle Mute-Taste gibt es nicht, doch lässt sich das wie bereits erwähnt über einen gleichzeitigen Druck auf die Leiser- und Lautertasten am Lenkrad erreichen. Mit diesen Tasten kann man die Musik und das Radio auch leiser und lauter stellen. Alternativ geht die Lautstärkenregelung auch über die Tasten oberhalb des Touchscreens. Über das Einstellungsmenü kann man die Lautstärke so konfigurieren, dass die Musikausgabe abhängig von der Fahrgeschwindigkeit automatisch angepasst wird.

Das Armaturenbrett
Vergrößern Das Armaturenbrett

 
Fazit zu Media-Nav
 
Ausreichend Infotainment für wenig Geld in einem sehr preiswerten Fahrzeug. So könnte man das Ergebnis unseres Tests zusammenfassen. Wer mit einer Navigationsfunktion ohne Echtzeitverkehrsinformationen zufrieden ist und in erster Linie Radio hören und Lieder vom Smartphone genießen sowie während der Fahrt telefonieren möchte, kann mit dem Media-Nav durchaus zufrieden sein.
 
Man merkt aber genau, wo Renault den Rotstift angesetzt hat: Die wesentlichen Schwächen von Media-Nav sind die fehlende Sprachsteuerung und die fehlenden Verkehrsinformationen bei der Routenplanung. Eine Sprachsteuerung ist keinesfalls nur ein Komfort-Instrument, sondern trägt erheblich zur Steigerung der Verkehrssicherheit bei, weil der Fahrer während der Eingabe das Verkehrsgeschehen verfolgen kann und nicht auf den Bildschirm blicken muss. Zudem ist das für die Sprachsteuerung nötige Mikrofon ohnehin schon für die Freisprechanlage eingebaut. Und die TMC-Daten empfängt das Radio ja ebenfalls schon. Diese Radio-Daten müssten nur noch vom System bei der Routenplanung einberechnet und dann auf dem Bildschirm ausgegeben werden. Somit sollten sich sowohl Sprachsteuerung als auch Routenplanung unter Berücksichtigung von TMC-Daten eigentlich vergleichsweise einfach in Media-Nav integrieren lassen. In Renaults eigenem Infotainmentsystem R-Link gibt es sowohl Sprachsteuerung als auch Echtzeitverkehrsinformationen und zwar sogar die hochwertigen HD Traffic-Daten von TomTom. Bei R-Link sind auch die Lenkradtasten besser sichtbar positioniert. Eine Internetanbindung wie bei R-Link sucht man bei Media-Nav vergeblich. Renault wahrt also bewusst den Abstand zu dem ab 590 Euro erhältlichen R-Link.

Sonderzielsuche - hier nach Tankstellen
Vergrößern Sonderzielsuche - hier nach Tankstellen

 
Ebenfalls ärgerlich ist der Verzicht auf einen CD-Player (der auch bei R-Link fehlt). Gerade bei einem Auto, das sich auch an junge Familien richtet, dürfte ein CD-Player zum Abspielen von Hörbüchern und Kinderliedern von CD unverzichtbar sein.
 
Dacia Media-Nav ist mit 180 Euro das derzeit preiswerteste von uns getestete fest eingebaute Infotainmentsysten. Preislich am nächsten liegt Opel IntelliLink im Opel Adam für 300 Euro zuzüglich 50 Euro für die Navigations-App .
 

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