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Marktentwicklung und Preisverfall

29.06.2013 | 10:45 Uhr |

Insgesamt wurden laut Marktforscher Decision-Tree-Consulting (DTC) 2005 noch nicht mal 278.000 Projektoren in Deutschland verkauft, für 2006 sollen es trotz erhöhten Absatzes zur Fußball-WM nur knapp 319.000 werden (genaue Zahlen lagen zu Redaktionsschluss noch nicht vor).

Gemessen an den Monitor- und TV-Verkäufen ist das nichts. Und bedenkt man, dass von den 40 Herstellern, die sich in Deutschland tummeln, die ersten zehn mehr als zwei Drittel des Marktes beherrschen, bleibt für manche nicht viel übrig, es sei denn, sie konzentrieren sich wie Eiki mehr auf das Geschäft mit High-End-Installationsgeräten.

Bis 2010 soll sich der deutsche Markt dank starker Zuwächse im Consumer-Segment laut DTC noch einmal auf 690.000 Geräte mehr als verdoppeln. Doch nicht alle Hersteller sind so optimistisch wie DTC, zumal die steigenden Absatzzahlen teilweise durch einen immensen Preisverfall erkauft wurden.

Zweifel gibt es auch an der Zahl potenzieller Kunden für den Heimkinomarkt. Denn auch wenn eine zahlungskräftige neue Generation von Kunden heranwächst, die ihr Heim vielleicht nicht mit Schrankwänden zugepflastert hat, ist in den Großstädten der Wohnraum knapp.

Für den Beamer und eine Leinwand ist wenig Platz. Und Nahprojektion beherrschen nur wenige Geräte. Mit 600 Euro oder darunter sind die Einstiegspreise heute für die Endkunden längst kein Hindernis mehr, Ende der 1990er-Jahre musste man für vergleichbare Geräte noch bis zu mehr als 5.000 oder 6.000 Euro bezahlen.

,,Im SVGA-Bereich gehen die Einstiegspreise bald gegen 500 Euro Straßenpreis", denkt Acer-Product-Manager Martin Sasse. Damit ist aber nach einhelliger Meinung bald das Ende der Fahnenstange erreicht. Denn allein die Lampe kostet in der Regel schon mehr als 200 Euro. Wem SVGA nicht reicht, der wird auch im XGA-Segment schon Geräte mit 1.500 Ansi-Lumen für unter 800 Euro finden, im 720p-Segment fallen die Preise im HEK auch schon unter die 1.000-Euro-Marke, sagt Kindermann-Vertriebsleiter Manfred Fries.

Und dahin werden 2007 auch die Endkundenpreise für die H-Dready-Beamer gehen, denken viele Experten. Da DTC anders als die Gesellschaft für Konsumforschung nur den Sellin, nicht aber den Abverkauf (Sellout) zählt, hat sich das Marktforschungsinstitut auch schon einige Male gehörig verschätzt. Analysten wie Hersteller gehen davon aus, dass 720p (so wie bei Flachbildfernsehern) neue Impulse für Beamer-Verkäufe bringen wird. Und das nicht nur für Heimkino, sondern auch im Business, wo heute mehrheitlich lichtstarke Geräte mit XGA-Auflösung nachgefragt werden.

Da fast 80 Prozent aller Notebooks aber heute schon Widescreen unterstützen, bereiten sich einige Hersteller darauf vor, künftig Business-Geräte auch mit WXGA-Auflösung, vergleichbar mit 720p für die Videoausgabe, anzubieten. Impulse für steigende Absatzzahlen im vierten Quartal sind auch von der Mehrwertsteuererhöhung zu erwarten. Für 2007 rechnet Erik Schuldt, Senior-Product-Manager bei Benq für Projektoren in Deutschland, mit einem Stückwachstum von 20 Prozent, aber auch mit einer anhaltenden Preiserosion, die manche Mitbewerber zum Ausstieg zwingen könnte.

Ingram-Manager Dassau zufolge wird der Preisverfall aber deutlich unter die bisher erlebte 20-Prozent-Marke fallen. Thomas Nedder, General-Manager Computer Storage and Professional Graphics bei NEC, meint, dass sich der Preisverfall ,,im Zehn-Prozent-Bereich abspielen wird".

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