Unter Managed Hosting versteht man das Mieten einer komplexen Infrastruktur-Lösung für anspruchsvolle Internet-Anwendungen, die vom Service Provider bis zu einem festgelegten Umfang für den Kunden betrieben wird. Manged-Hosting-Lösungen umfassen in der Regel mehr als einen Dedicated Server sowie weitere technische Services. Dazu gehören etwa Monitoring, Firewall, Backup oder Load Balancing.

Wie bei Co-Location übernimmt der Dienstleister auch beim Managed Hosting die Bereitstellung der Infrastruktur und die Verantwortung für den reibungslosen Betrieb des Rechenzentrums. Dadurch profitiert der Betreiber beispielsweise von der redundanten Anbindung an das Internet, der redundanten Klimatisierung, der unterbrechungsfreien Stromversorgung sowie einer Gaslöschanlage und Zugangssicherung.

Da die Lösungen beim Managed Hosting sehr schnell und nahezu beliebig erweiterbar sind, bekommt er flexible Skalierbarkeit. In der Regel nutzen Dienstleister stets die neuesten Technologien in den Bereichen Storage und Netzwerk. Er sorgt für 24/7-Monitoring durch standardisierte Komponenten und 24/7-Support für Hardware und Betriebssystem. Der Austausch defekter Hardware innerhalb kürzester Zeit ist garantiert, dazu gibt es Optionen wie Backup und Firewall sowie Patchmanagement.

Gleichzeitig behält der Betreiber die komplette Kontrolle durch Root- beziehungsweise Administratorzugang. Die Delegation aller Infrastrukturaufgaben ermöglicht dem Betreiber eine bessere Fokussierung auf sein eigentliches Kerngeschäft.

An Nachteilen soll nicht verschwiegen werden, dass eine Lösung nur mittels der angebotenen Hardware und Betriebssystemkomponenten realisiert werden kann, was eine geringere Flexibilität für die Realisierung individueller Ideen zur Folge hat. Hingegen dürften die Mindestvertragslaufzeiten von in der Regel 12 Monaten für die meisten Unternehmen keinen Hinderungsgrund darstellen.

Wichtig ist jedoch, dass der Betreiber Vertrauen zum Managed-Hosting-Anbieter hat – schließlich verantwortet dieser die komplette Infrastruktur der eigenen unternehmenskritischen Anwendung.

Verfügbarkeit

Natürlich sollte eine Web-Applikation beziehungsweise Internet-Anwendung möglichst rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar sein. Dies ist technisch möglich, hat jedoch seinen Preis. Und dieser Preis steigt fast schon exponentiell mit jeder Kommastelle der prozentualen Verfügbarkeit an. Dies trifft nicht nur auf die Kosten bei einem Dienstleister zu, sondern auch für die Kostenstruktur im Eigenbetrieb.

Entsprechend sollte jeder Betreiber vor der Realisierung seiner Lösung festlegen, welche potenzielle Ausfallzeit für ihn und sein Unternehmen noch "akzeptabel" ist. Denn zur Umsatzeinbuße kommt in jedem Fall noch ein – schwer bezifferbarer – Vertrauensverlust. Für Betreiber einer weniger stark frequentierten Webseite, die überdies noch eine geschlossene Benutzergruppe bedient, mag der Ausfall einer Anwendung für einen ganzen Tag gegebenenfalls noch vertretbar sein. Für international renommierte und technisch ausgerichtete Marken mit hohen Besucherzahlen kommt die gleiche Nichterreichbarkeit ihrer Webseite einem beträchtlichen Image-Schaden gleich.

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