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Linux Mint: Clevere Tricks zur Verwaltung

19.09.2018 | 13:14 Uhr |

Nach der Ersteinrichtung ist Linux Mint einsatzbereit. Das heißt aber nicht, dass keine Systempflichten mehr anfallen. Wie bei jedem Betriebssystem gibt es Verwaltungsaufgaben, Fehlersuche und Optimierungsbedarf.

Der nachfolgende Artikel erklärt fundamentale Systemzentralen, ist aber ein Ergänzungsbeitrag, der Lücken schließen soll: Er präsentiert zum Großteil generelle Linux-Systemstandards, die in späteren und spezielleren Beiträgen nicht mehr stattfinden. Wichtige Themen sind die Taskverwaltung, die Autostarts und Cronjobs, ferner die Informationsmöglichkeiten über die enthaltene Hardware und die Systemereignisse. Die meisten der hier genannten Werkzeuge bietet jedes Linux in dieser oder ähnlicher Form, jedoch beziehen sich alle Infos und Tipps auf die Umsetzung in den Mint-Editionen .

Linux Mint: So klappt die Ersteinrichtung

Taskverwaltung mit der „Systemüberwachung“

Die „Systemüberwachung“ (gnome-system-monitor) ist ein Taskmanager für höchste Ansprüche.
Vergrößern Die „Systemüberwachung“ (gnome-system-monitor) ist ein Taskmanager für höchste Ansprüche.

Welche Programme laufen, wie viel Speicher belegt ist und wie es um die Prozessorauslastung bestellt ist, zeigt in Linux Mint Cinnamon und Mate die „Systemüberwachung“ (gnome-system-monitor). In Cinnamon ist das Tool im Anwendungsmenü unter „Systemverwaltung“ untergebracht und bei Mate über „Systemwerkzeuge –› Systemüberwachung“ zu finden. Unter Mint XFCE fällt der xfce4-taskmanager etwas einfacher aus und findet sich unter „System –› Taskmanager“. Eine Übersicht laufender Programme zeigt die Seite „Prozesse“ an. In der Prozessliste gibt es natürlich die Möglichkeit, hängende Programme nach einem Rechtsklick auf den Namen zu „Beenden“ oder „Abzuwürgen“.

Tipp: Ein Klick auf einen Spaltentitel in der Prozessliste sortiert die Prozesse nach Speicher- oder CPU-Bedarf und zeigt nach Rechtsklick auf den Spaltenkopf auf Wunsch noch wesentlich mehr Spalten (wichtig etwa „CPU-Zeit“ oder „Befehlszeile“). Einen Blick auf die Auslastung des Systems gewährt die Seite „Ressourcen“, die Prozessorlast und Speicherbedarf sowie die Menge des Netzwerkverkehrs in fortwährend aktualisierten Diagrammen protokolliert. Die Belegung der eingebundenen Datenträger zeigt ein Balkendiagramm unter „Dateisysteme“.

Taskverwaltung: Die Helfer xprop und xkill

Xkill ist ein lohnender Kandidat für einen systemweiten Hotkey.
Vergrößern Xkill ist ein lohnender Kandidat für einen systemweiten Hotkey.

Die Terminaltools xprop und xkill gehören zum Repertoire jeder Mint-Edition. Insbesondere xprop ist für jede intimere Beschäftigung mit einem Linux-System unentbehrlich, weil es zahlreiche interne Eigenschaften grafischer Programme anzeigt. Das häufigste Motiv, xprop zu verwenden, ist die Frage nach dem Programmnamen eines Fensters – also etwa die Frage: Wie lautet der Name des Dateimanagers, den ich gerade benutze? Um das zu ermitteln, geben Sie im Terminal einfach xprop ein. Der Mauszeiger verwandelt sich in ein Kreuz, mit dem Sie auf das gewünschte Fenster klicken. Im Terminal erscheint dann der zugehörige Programmname in der Zeile „WM_CLASS (STRING)“. Den so herausgefundenen Namen können Sie dann verwenden, um Programme direkt oder in Scripts zu starten oder um hängengebliebene Anwendungen mit der „Systemüberwachung“ zu beenden.

Xkill beendet grafische Programme, wenn deren Fenster nicht mehr reagieren. Im Unterschied zur „Systemüberwachung“ müssen Sie bei xkill weder den Programmnamen noch die Prozess-ID kennen. Nach der Eingabe von xkill im Terminal verwandelt sich der Mauszeiger in ein Kreuz, mit dem Sie das störrische Programm anklicken und damit beenden.

Tipp 1: Idealerweise ist xkill mit einer globalen Tastenkombination verknüpft, die es jederzeit aufruft. Das können Sie unter „Systemeinstellungen –› Tastatur –› Tastenkombinationen“ manuell erledigen, indem Sie dort xkill unter „Eigene Tastenkombinationen“ eintragen und dem Programm durch Drücken der Tastenkombination Strg-Alt-Esc selbige zuweisen. Unter Mate und XFCE funktioniert dies analog, aber mit leicht abweichenden Bezeichnungen.

Tipp 2: Ein einmal gestartetes xkill lässt sich durch kein Esc, Strg-C oder ähnlich abbrechen, sondern nur durch Klick auf die sekundäre Maustaste – in der Regel die rechte.

Anmeldung: Optik und Auto-Log-in

Nach dem Booten von Linux Mint erscheint zunächst der Displaymanager (auch Log-in-Manager). Dieser ist unabhängig vom eigentlichen Desktop für die Benutzeranmeldung und den anschließenden Start der Desktopoberfläche zuständig. In Linux Mint übernimmt diese Aufgabe Lightdm. Mint erlaubt die Änderung der Optik und der angezeigten Elemente unter „Systemeinstellungen –› Anmeldefenster“. Unter anderem können Sie entscheiden, ob die Systemkonten am Log-in-Bildschirm angezeigt werden dürfen. Die Sicherheit lässt sich aber auch lockern: Unter „Anmeldefenster –› Benutzer –› Automatische Anmeldung“ ist die automatische Anmeldung eines Benutzers möglich. Dies ist eventuell zu vertreten, wenn auf einem stationären PC keine Absicherung nötig scheint oder wenn ein Luks-verschlüsseltes System bereits durch das vorangehende Luks-Kennwort ausreichend abgesichert ist.

Autostarts im Griff

Bei der Anmeldung automatisch startende Programme gehören zum Repertoire jedes Desktopsystems. Unter Linux Mint ist die Schaltzentrale für solche Autostarts das Applet „Startprogramme“ (gnome-sessionproperties) unter den Systemeinstellungen oder auch „Sitzung und Startverhalten“ (xfce4-session-settings bei der XFCE-Variante). Wie beschreiben hier die „Startprogramme“- Cinnamon-Variante, bei den anderen Desktops funktioniert es ähnlich: Durch den Schalter „An/Aus“ schalten Sie Autostarts ab und über die Minus-Schaltfläche verschwindet es komplett aus dem Verwaltungstool (bleibt aber als Programm erhalten). Umgekehrt können Sie mit der Plus-Schaltfläche neue Programme hinzufügen. Typische Kandidaten sind permanent genutzte Erweiterungstools, die ihren Autostart-Eintrag nicht selbst erledigen, wie etwa das Favoritendock Plank. In der Regel genügt als „Befehl“ der pure Programmname ohne Pfadangabe.

Alle Autostarts des Benutzers werden als „desktop“-Dateien unter „~/.config/autostart“ gespeichert und die vom System benötigten Autostarts stehen unter „/etc/xdg/ autostart“. Das Tool „Startprogramme“ blendet die meisten systemnahen Komponenten standardmäßig aus. Dafür sorgt die Anweisung „NoDisplay=true“. Wenn Sie alle Autostarts sehen möchten, müssen Sie dies erst freischalten:

cd /etc/xdg/autostart/  
sudo sed --in-place 's/ NoDisplay=true/ NoDisplay=false/g' *.desktop  

Danach zeigt „Startprogramme“ alle Komponenten. Theoretisch können Sie das Meiste deaktivieren außer D-Bus und den Sicherheitsdienst. Damit ist Linux Mint um etwa 150 MB zu verschlanken, jedoch ist es Ermessensfrage, auf welche Module man tatsächlich verzichten kann und will: So ist ohne „Pulseaudio“ nur ein Audiostrom möglich, ohne „mintUpdate“ erfolgt kein Systemhinweis auf Updates.

Systemdienste: Neben automatisch gestarteten Programmen lädt Linux Mint zahlreiche Systemdienste, die das Tool „Startprogramme“ grundsätzlich nicht auflistet. Eine Übersicht ist im Terminal mit dem Kommando

service --status-all  

möglich. Alle mit vorangestelltem Pluszeichen gekennzeichneten Dienste sind aktiv. Welche Befehle ein Dienst entgegennimmt, zeigt dieser Befehl:

service [Dienstname]  

Die meisten Dienste melden nach „service cups“ (Beispiel) mindestens „start“, „stop“ und „restart“. Ein Dienst wie der Druckservice cups kann daher mit service cups stop beendet und mit service cups start neu gestartet werden.

Tipp: Darum ist Linux Mint so erfolgreich

Hardware- und Systeminfos

Knappe Systeminfos der „Systemeinstellungen“ unter Cinnamon.
Vergrößern Knappe Systeminfos der „Systemeinstellungen“ unter Cinnamon.

Linux Mint gibt an der grafischen Oberfläche nur wenig über Hardware und System preis: Was hier unter „Systemeinstellungen –› Systeminformation“ angezeigt wird, kommt über Gesamtspeicher, CPU, Größe der Systempartition und die Angabe der Version nicht hinaus. Jahrelang hatte Mint daher standardmäßig das Programm hardinfo („System Profiler und Benchmark“) an Bord, inzwischen jedoch leider nicht mehr.

Das ist aber mit

sudo apt install hardinfo  

leicht zu beheben. Das Tool hat links eine Kategorienspalte und zeigt im rechten Fenster die zugehörigen Werte. Hardinfo ist übersichtlich, klickfreundlich und zeigt wesentliche Infos – auch zum Betriebssystem, zum Dateisystem und zum Netzwerk. Außerdem gibt es zusätzlich einige Standardbenchmarks.

Der System Profiler (hardinfo) ist das ideale Tool zur Recherche der System- und Hardwareeigenschaften.
Vergrößern Der System Profiler (hardinfo) ist das ideale Tool zur Recherche der System- und Hardwareeigenschaften.

Selbstverständlich lassen sich alle Infos auch mit einschlägigen Konsolenwerkzeugen wie dmidecode oder lshw ermitteln. Im Vergleich zum grafischen hardinfo sind diese Werkzeuge aber weder benutzerfreundlich noch besonders übersichtlich. Bei dmidecode muss man erst die Kennziffer der benötigten Hardwarekategorie ermitteln und dann mit Schalter „-t“ anfordern. Eine detaillierte Aufstellung der Speicherbestückung liefert dmidecode beispielsweise mit der Kennziffer „17“:

sudo dmidecode -t 17  

Tipp: Mit einer kleinen Schleife

for i in {0..42};do sudo dmidecode -t $i;done  

ist auch die Gesamtausgabe aller Kategorien möglich.

Systemprotokolle im Griff

Systemprotokolle sind eine wichtige Informationsquelle, wenn System oder Software fehlerhaft arbeiten. Alle Protokolldateien sind unter „/var/log“ zu finden. Mit root-Recht auf der Konsole können Sie diese mit den üblichen Tools lesen (grafischer Editor xed oder im Terminal mit cat, less oder tail). Beachten Sie dabei die Möglichkeit, mehrere Dateien zu durchforsten und auf jüngste Einträge zu sichten (Beispiel):

tail -n20 auth.log syslog dpkg.log auth.log

protokolliert im Klartext und ausführlich alle Systemanmeldungen. Wer in aller Kürze die erfolgreichen und gescheiterten Log-ins kontrollieren will, kann sich zusätzlich an die Dateien „/var/log/wtmp“ (erfolgreich) und „/var/log/btmp“ (gescheitert) halten. Diese Dateien sind binär codiert und lassen sich am bequemsten mit last (erfolgreich) und lastb (gescheitert) auslesen:

last -20
lastb -20 root  

Gezeigt werden hier jeweils die letzten 200 Anmeldungen, die sich – wie das zweite Beispiel zeigt – auch auf ein bestimmtes Konto filtern lassen.

syslog ist das Systemlogbuch und zeigt Ereignisse aller Art, die an den syslog-Daemon berichten – vorwiegend Kernel-, Hardwareund Cron-Ereignisse.

dpkp.log vermerkt alle manuellen (De-)Installationen und automatischen Updates. Ergänzend und in mancher Hinsicht übersichtlicher ist der Blick in die Datei „/var/log/apt/history.log“.

Im Unterverzeichnis „/var/log/samba“ finden Sie für jedes zugreifende Netzgerät ein eigenes Protokoll – entweder mit Hostnamen oder lokaler IP-Adresse.

Eine gute Gesamtübersicht, allerdings nur der wichtigsten Protokolle, bietet das grafische Standardprogramm „Systemprotokoll“ (gnome-system-log). Es fasst die vier Protokolldateien „auth.log“, „syslog“, „dpkg.log“,“ Xorg.0.log“ in einem Fenster zusammen.

dmesg: Eine besonders wichtige Infoquelle bei Hardwareproblemen sind die Kernel-Meldungen ab Systemstart, die das Tool dmesg in chronologischer Reihenfolge sammelt. Der Befehl

dmesg -T  

zeigt alle Meldungen der Kernel-Logfiles mit Zeitangabe an. Die Zeitangabe hilft enorm, wenn Sie den ungefähren Zeitpunkt des Problems kennen. Sie finden Fehlermeldungen und Warnhinweise zu allen Geräten und Treibern.

Die Eingabe

dmesg -T -l err  

kann die Ausgabe auf Fehler eingrenzen und damit zahlreiche normale Meldungen des Kernels wegfiltern.

Konfigurationsdateien im Griff

Die meisten Konfigurationsdateien mit globaler Geltung liegen im Pfad „/etc“. Je nach Umfang erscheint die Datei dort als Einzeldatei wie etwa „/etc/crontab“ oder in einem Unterverzeichnis wie „/etc/samba/smb.conf“. Für die benutzerspezifische Konfiguration gibt es den Sammelordner unter „~/.config“, also im Home-Verzeichnis. Das übliche Zeichen für Kommentare ist die Raute „#“. Es ist zu empfehlen, eigene Eingriffe zu kommentieren, dies zweitens so, dass sich die eigenen Einträge von den Standardkommentaren unterscheiden. Möglich wäre etwa diese Form:

#ha# SSH-Standardport 22 geändert…  

Dann erkennen Sie eigene Eingriffe sofort, auch wenn Sie die Datei monatelang nicht mehr angefasst haben. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt eine Anzahl prominenter Konfigurationsdateien inklusive Pfad.

Tipp: Für die wichtigsten Konfigurationsdateien lohnt es sich, einige Aliases in der Datei „~/.bashrc“ anzulegen, etwa

alias ed1='xed /home/ha/.bashrc'  

für das Editieren der „bashrc“ oder etwa

alias ed2='sudo xed /etc/ssh/sshd_ config'  

für das Ändern der SSH-Konfiguration.

Benutzerkonten und sudo-Rechte

Benutzerverwaltung unter Cinnamon.
Vergrößern Benutzerverwaltung unter Cinnamon.

Ein fester Bestandteil jeder Linux-Distribution ist sudo („substitute user do“). sudo erlaubt einem Benutzer, Befehle im Kontext eines anderen Benutzerkontos auszuführen – typischerweise als root. Daher genügt zur Systempflege ein gewöhnliches Benutzerkonto, das allerdings in der Konfiguration von sudo spezifiziert sein muss. Die dafür zuständige Datei ist „/etc/sudoers“, die mit dem Standardeditor visudo bearbeitet werden soll (sudo visudo).

Im Desktopalltag unter Linux Mint ist der Gang zu visudo allerdings kaum notwendig: Der ab Installation eingerichtete Erstbenutzer ist sudo-berechtigt. Wenn Sie in den Systemeinstellungen unter „Benutzer und Gruppen“ ein neues Konto vom Typ „Systemverwalter“ anlegen, erhält dieses Konto ebenfalls automatisch sudo-Recht. Systemverwaltern wird eine Reihe von privilegierten Gruppen zugewiesen und die sudo-Gruppe ist eine dieser Gruppen. Die Benutzerverwaltung aller Mint-Editionen zeigt alle Gruppen an und kann diese bei Bedarf auch einzeln ändern. Das heißt, dass manuelles Editieren der Datei „/etc/sudoers“ selbst dann unnötig ist, wenn Sie einem Standardkonto das sudo-Recht einräumen wollen. Vorbildlich übersichtlich mit aktiven und inaktiven Klickboxen gelingt die Gruppenzuweisung allerdings nur der Cinnamon- Edition; unter Mate und XFCE müssen Sie sich mit „Gruppen verwalten –› Gruppeneinstellungen“ durch die einzelnen Gruppen klicken, um zu erkennen, ob ein Benutzerkonto Mitglied ist.

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Der Zeitplaner Cron

Der Dienst Cron ist auf jedem Linux-System aktiv und nutzt eine systemweite Datei „/etc/crontab“, die für alle Benutzer gilt und im Terminal mit root-Recht bearbeitet werden kann:

sudo crontab -e  

Schalter „-e“ editiert die Datei, Schalter „-l“ genügt zur Anzeige. Die Datei „crontab“ ist der richtige Ort, um bestimmte Standardaufgaben zu bestimmten Zeiten zu automatisieren. Das Format der Datei ist allerdings unbeliebt und nur durch saubere Formatierung übersichtlich zu halten:

Jede Aufgabe erhält genau eine Zeile in der Crontab. Die ersten fünf Spalten dienen der Zeitangabe, alles Nachfolgende interpretiert Cron als den auszuführenden Befehl. Zur bündigen Formatierung der Spalten sollten Sie Tabulatoren oder mehrere Leerzeichen verwenden. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt das generelle Format sowie einige Beispiele. Sämtliche Zeitangaben sind entweder positive Integerzahlen oder der Stellvertreter „*“, der für das jeweilige Zeitelement keine Regel vorsieht: Ein Stern für „Tag“ bedeutet daher „an jedem Tag“. Das kleinstmögliche Cronintervall ist minütlich und hat dann folglich diese Zeitangabe:

* * * * *  [Befehl]  

Ein stündlicher Job benötigt eine Vergabe der exakten Minute – etwa Minute „0“:

0 * * * * [Befehl]  

Dieser Job würde jeweils zur Minute „0“, also immer zur vollen Stunde laufen, während

0 10 * * * [Befehl]  

genau einmal am Tag startet, nämlich um 10:00. Jede der fünf Zeitangaben kann auch mehrere durch Komma getrennte Werte enthalten. Eine Angabe für die Stunde wie „08,14,20“ startet die Aufgabe folglich dreimal am Tag um 8:00, 14:00 und 20:00 Uhr. Eine weitere Variante ist die Bereichsangabe „09-18“, was für die Stundenspalte eine stündliche Ausführung zwischen 9:00 und 18:00 bedeutet. Erklärungsbedürftig sind Angaben wie „*/4“. Für das Stundenfeld bedeutet das keineswegs „jede Viertelstunde“, sondern vielmehr jede vierte Stunde. Das Leiden der User an der Crontab hat die Entwickler zu einigen Abkürzungen bewogen, welche die üblichen fünf Felder durch eine einzige Angabe ersetzen. Wirklich notwendig sind diese Vereinfachungen nicht: „@daily“ entspricht „0 0 * * *“ und startet täglich um Mitternacht, „@hourly“ entspricht „0 * * * *“ und läuft stündlich und „@reboot“ erledigt eine Aufgabe bei jedem Neustart.

Auslagerungsdatei selbst anlegen

Auslagerungsdatei statt Swappartition.
Vergrößern Auslagerungsdatei statt Swappartition.

Einem neu installierten Linux Mint 19 genügt neuerdings eine Datei zum Swappen (Auslagerung wenig genutzter Speicherseiten auf die Festplatte). Beim Upgrade von Version 18.3 übernimmt das neue System allerdings die vorgefundene Auslagerungspartition der älteren Version. Wenn Sie die Partitionierung vereinfachen wollen, können Sie unter Mint manuell eine Auslagerungsdatei anlegen, diese aktivieren und später die Swappartition mit Gparted löschen und der Systempartition zuschlagen. Zunächst legen Sie eine Datei gewünschter Größe (hier vier GB) für die neue Auslagerung an:

sudo fallocate -l 4G /mnt/swap.swap 

Ordner und Name sind frei wählbar, sollten dann aber nicht mehr geändert werden. Die erstellte Datei müssen Sie dann als Swapspeicher formatieren:

sudo mkswap /mnt/swap.swap  

Temporär für die aktuelle Sitzung können Sie die neue Swapdatei nun bereits mit

sudo swapon /mnt/swap.swap  

nutzen. Für permanente Nutzung ist aber ein Eintrag in der Datei „/etc/fstab“ notwendig. Öffnen Sie diese mit sudo-Recht in einen Editor und tragen Sie dort die Zeile /mnt/swap.swap none swap sw 0 0 ein. Danach entfernen Sie die Zeile mit dem bisherigen Swapspeicher.

Starten Sie dann das System neu und prüfen Sie mit dem Befehl swapon, ob die Umstellung gelungen ist. Der Befehl sollte die neue Swapdatei melden, die frühere Swappartition hingegen nicht mehr. Ist dies der Fall, können Sie die nicht mehr benötigte Partition normal formatieren oder auch löschen und den Platz mit Gparted der Systempartition zuschlagen.

Hinweis: Aus Sicherheitsgründen werden die Befehle mkswap und swapon „Unsichere Zugriffsrechte“ monieren. Ändern Sie die Dateirechte mit

sudo chmod 600 /mnt/swap.swap  

dahingehend, dass zum Lesen der Swapdatei root-Recht erforderlich ist.

Manuelle Einstellungen im Netzwerkmanager

Es ist selten notwendig, LAN- oder WLAN-Verbindungen manuell zu konfigurieren, da sich der Network Manager um die Netzwerkhardware kümmert. Das Programm steht in allen Varianten von Linux Mint hinter dem Verbindungssymbol in der Systemleiste, das über den Klick auf „Netzwerkeinstellungen“ eine Abkürzung zur identischen Netzwerkkonfiguration in den „Systemeinstellungen“ bietet.

Hier sehen Sie ein Menü mit einer Liste der verfügbaren Funknetzwerke. Klicken Sie das gewünschte an, geben Sie hinter „Passwort“ den WPA-Schlüssel ein und klicken Sie auf „Verbinden“. Ist eine Ethernet-Verbindung aktiv, erscheint dieses unter „Kabelnetzwerk“. Im Menü gibt es außerdem die Einträge „Netzwerk aktivieren“ und bei WLAN „Funknetzwerk aktivieren“. Vor beiden muss ein Häkchen gesetzt sein, damit die Verbindung funktioniert.

Ein Besuch in den Detaileinstellungen ist dann nötig, wenn der Rechner eine feste IP-Adresse erhalten soll oder der Internetzugang über einen Proxyserver erfolgt. Hier abgelegte Einstellungen gelten im WLAN individuell für jedes Drahtlosnetzwerk einzeln. Im verkabelten Ethernet gelten solche Einstellungen hingegen immer für die Hardwareschnittstelle generell, egal mit welchem LAN der PC verbunden ist.

Tipp: Der Network Manager unterstützt keine deutschen Umlaute beim WLAN-Passwort. Vermeiden Sie daher WLAN-Kennwörter mit „ä“, „ö“, „ü“, „ß“ in der Routeroder Access-Point-Konfiguration.

Firewall: Paketfilter aktivieren

Generell öffnet Linux Mint 19 ohne Zutun keine Ports nach außen. Auf einem frisch installierten Mint-System ist es daher nicht nötig, den Paketfilter (Firewall) zu aktivieren, der eine Funktion des Linux-Kernels selbst ist und in Linux Mint eine grafische Oberfläche zur Konfiguration bekommen hat. Nützlich ist die Firewall aber dann, wenn ein Notebook in mehreren Netzwerken zu Hause ist und privat einen SSH-Server und Samba-Freigaben anbieten soll, unterwegs in WLANs jedoch nicht. Dann kann man über die Firewall mit wenigen Klicks die Ports dieser Serverdienste blockieren und bei Bedarf wieder öffnen. Die Firewall steht in allen Editionen von Linux Mint zur Verfügung und arbeitet mit vorgegebenen Profilen für die Standorte „Zuhause“, „Öffentlich“ und „Büro“. Soll das System nur im heimischen Netzwerk und am Arbeitsplatz eingehende Verbindungen akzeptieren, so wählt man jeweils nacheinander das Profil „Zuhause“ und „Büro“ und wählt jeweils „Zulassen“ im Feld „Eingehend“ aus. Im Profil „Öffentlich“ muss hier „Ablehnen“ oder „Verweigern“ eingestellt sein.

Der Einfachhalt halber merkt sich die Firewall stets den letzten Zustand und das zuletzt aktive Profil und stellt dieses nach einem Neustart wieder her. Bei einem Wechsel in ein öffentliches Netz müssen Anwender also selbst daran denken, das passende Firewallprofil zu wählen.

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Integration von Internetkonten

Integration von Onlinekonten.
Vergrößern Integration von Onlinekonten.

Unter „Systemeinstellungen –› Internetkonten“ machen Sie die Cinnamon-Oberfläche mit Ihren Webkonten bekannt (Mate und XFCE bieten diesen Punkt nicht). Nach einer Anmeldung bei Google, Facebook, Microsoft, Nextcloud u. a. werden einige Programme direkt mit dem Webdienst verknüpft. Besonders nützlich ist die Verbindung des Dateimanager Nemo zum Google-Konto, sofern Sie Google Drive verwenden. Der Cloudspeicher von Google Drive erscheint dann umweglos im Dateimanager unter „Netzwerk“. Ebenso kann Nemo die Dateien von Nextcloud-Servern direkt anbieten. Für Microsoft Onedrive fehlt solcher Service ebenso wie für Dropbox, wobei Dropbox jedoch unter www.dropbox.com/de/install-linux seinen eigenen Linux-Client anbietet.

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