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Simplicity Linux 13.10

14.04.2014 | 12:01 Uhr | David Wolski

Simplicity steckt Puppy in ein neues Gewand: Als Desktop-Umgebung dient LXDE mit unteren Dock. Statt einem Anwendungsmenü gibt es eine Suchfunktion für Programme.
Vergrößern Simplicity steckt Puppy in ein neues Gewand: Als Desktop-Umgebung dient LXDE mit unteren Dock. Statt einem Anwendungsmenü gibt es eine Suchfunktion für Programme.

Anders als Puppy Linux, das auf minimalen Platzbedarf optimiert ist und eine exotische Arbeitsumgebung mit Joe’s Windows Manager liefert, präsentiert Simplicity Linux einen bekannten Desktop mit LXDE. Es sind in dieser „Netbook“ Edition erst wenige Programme vorinstalliert, und Simplicity Linux ist so wie Puppy Linux kein schlüsselfertiges Live-System. Stattdessen gibt es einen Paketmanager, um zur Laufzeit über eine Internetverbindung alle benötigten Programme inklusive Browser zu installieren. Denn im Gegensatz zur Vorgängerversion haben die Entwickler darauf verzichtet, Firefox oder Chromium beizulegen. Simplicity Linux überlässt den Großteil der Einrichtung dem Benutzer, und eine schnelle Internetverbindung ist für den Download der Pakete von Vorteil.

Simplicity nach dem Start

Genau wie Puppy startet Simplicity Linux schnell und auf jeder Hardware. Das Live-System ist eine 32-Bit-Version und hat geringe Ansprüche an die Hardware. Eine CPU mit 1 GHz und Arbeitsspeicher um 512 MB RAM sind schon mehr als ausreichend. Die Begrüßung auf dem Desktop übernimmt das von Puppy bekannte Einstellungsmenü, in dem sich Tastaturbelegung, Zeitzone und Bildschirmauflösung festlegen lassen. Der Desktop bleibt jedoch weitgehend englischsprachig. Danach möchte Simplicity wissen, welchen Browser Sie verwenden wollen, um diesen aus den Online-Paketquellen nachzurüsten. Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Netzwerkverbindung besteht, schließen Sie diesen Dialog gleich wieder. Stattdessen gehen Sie im unteren Panel auf das Netzwerksymbol und stellen eine Verbindung mit dem LAN oder WLAN her. Für den Aufbau der Verbindung dient das Tool „Frisbee“, und dank der mitgelieferten Firmware macht die Unterstützung von WLAN-Chips keine Probleme.

Desktop-Delikatessen für Linux

Wichtige Programme nachrüsten

Simplicity Linux ist wie Puppy „Precise“ binär-kompatibel zu Ubuntu 13.04, aus dessen Paketen es gebaut wurde. Das ermöglicht es, Programme aus den Paketquellen der Ubuntu-Version zu installieren. Leider sind die Paketlisten von Simplicity Linux 13.10 aber inzwischen veraltet und müssen zuerst aktualisiert werden. Gehen Sie dazu in der unteren Leiste auf das Werkzeugsymbol ganz rechts und dann auf „Install -> Add/Remove Programms“, um den Paketmanager zu starten. Hier klicken Sie in der Menüleiste auf die Einstellungen neben „Uninstall“ und dann auf „Update now“. Den Download der Listen müssen Sie in dem sich öffnenden Terminal jeweils mit der Enter-Taste bestätigen. Danach können Sie das Live-System mit Software-Paketen vervollständigen.

Fazit: Installationen sind mühsam

Simplicity folgt dem vielversprechenden Ansatz, den Aufwand bei der Einrichtung von Puppy Linux zu reduzieren. Ausgerechnet bei einem der wichtigsten Punkte, der Software-Installation, wird die vorliegende Version den eigenen Ansprüchen nicht ganz gerecht. Die Software-Installation ist wegen veralteter Paketlisten umständlicher als bei Puppy. Der Verzicht auf einen vorinstallierten Webbrowser, eines der wichtigsten Programme in jedem Live-System, erscheint als übertriebene Rationalisierungsmaßnahme. Simplicity bleibt ein System für neugierige Anwender und Bastler, die bereits Erfahrung mit Puppy haben.

Website: http://simplicitylinux.org
Dokumentation: http://simplicitylinux.org/2013/10/simplicity-linux-13-10-isnow-available/

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