1580913

Linux anpassen und SSD als Cache-Speicher einrichten

09.10.2012 | 14:23 Uhr |

Linux für SSD optimieren
Für eine gleichbleibende Schreibleistung muss auf SSDs regelmäßig eine Speicherbereinigung durchgeführt werden. Dazu muss das Gerät den Trim-Befehl unterstützen. Ob das bei Ihrer SSD der Fall ist, erfahren Sie auf der Kommandozeile: sudo hdparm -I /dev/sda | grep -i TRIM
Wenn hier „Data Set Management TRIM supported“ zurückgegeben wird, können Sie die Bereinigung beim ext4-Dateisytem über sudo fstrim -v / durchführen. In der Regel ist das nur einmal in der Woche nötig. Unnötige Schreibzugriffe vermeiden: Linux speichert die letzte Zugriffszeit einer Datei oder eines Ordners. Das lässt sich vermeiden, wenn Sie in der Datei /etc/fstab die Optionen „noatime“ und „nodiratime“ setzen.

Über hdparm ermitteln Sie, ob Ihre SSD den Trim-Befehl unterstützt. Das Tool fstrim führt dann die Speicherbereinigung durch.
Vergrößern Über hdparm ermitteln Sie, ob Ihre SSD den Trim-Befehl unterstützt. Das Tool fstrim führt dann die Speicherbereinigung durch.

Ein Eintrag kann dann so aussehen: UUID=[ID] / ext4 errors=remount-ro,noatime,nodiratime 0 1
Viele Schreibzugriffe erfolgen auch im Temp-Verzeichnis unter /tmp. Wenn Sie dieses nicht bei der Installation auf der Festplatte untergebracht haben, können Sie es auch ins RAM auslagern. Dazu fügen Sie in die Datei /etc/fstab die Zeile tmpfs /tmp tmpfs defaults,noatime,nodiratime,mode=1777 0 0 an. Der PC sollte dafür aber über genügend Hauptspeicher verfügen, sonst wird der Platz im Temp-Verzeichnis schnell knapp.

10 Ubuntu Power-Tipps für noch mehr Leistung

Die SSD als Cache-Speicher einrichten
Es gibt eine lohnende Alternative zur Installation des Systems auf der SSD: Nutzen Sie die SSD als Cache-Speicher. Dabei werden häufig genutzte Daten auf der SSD zwischengespeichert und gelesen. Auch Schreibzugriffe können zuerst auf die SSD erfolgen und später bei geringer Systemauslastung auf die Festplatte kopiert werden. Bei diesem Verfahren lassen sich Geschwindigkeiten erreichen, die annähernd der Installation von System und Programmen auf der SSD entsprechen. Für Windows gibt es bereits mehrere Lösungen für SSD-Cache. Beispielsweise die OCZ Synapse Cache SSD mit der Software Dataplex von Nvelo für etwa 110 Euro. Intel bietet Hauptplatinen mit dem Z68-Chipsatz und Smart Response Technology an. Damit lässt sich jede beliebige SSD als Cache-Speicher verwenden.

Der Quellcode von Flashcache stammt ursprünglich von Facebook und ist jetzt bei Github zu finden. Mit Flashcache richten Sie eine SSD als Cache-Speicher ein.
Vergrößern Der Quellcode von Flashcache stammt ursprünglich von Facebook und ist jetzt bei Github zu finden. Mit Flashcache richten Sie eine SSD als Cache-Speicher ein.

Die Funktion ist jedoch nicht über die Hardware realisiert, sondern über den Intel-Treiber – und den gibt es nur für Windows. Für Linux ist bisher keine leicht installierbare SSD-Cache-Lösung verfügbar. Die nötige Software kann auch noch nicht als stabil bezeichnet werden und ist daher noch nicht in den Repositorien der Distributoren zu finden. Wer bereits etwas Erfahrung mit Linux gesammelt hat und sich für die Technik und ihre Vorteile interessiert, kann beispielsweise die Linux-Software Flashcache ausprobieren. Das Programm stammt ursprünglich von Facebook und wurde dort vor allem für die Beschleunigung von Zugriffen auf MySQL-Datenbanken entwickelt. Wie Sie die Software einsetzen, lesen Sie auf der folgenden Unterseite.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
1580913