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Linux: Lebensdauer von Displays verlängern

11.07.2019 | 08:02 Uhr | Thorsten Eggeling

Flachbildschirme gehören eher zur Sorte der robusteren Hardware und fallen selten komplett aus. Damit die Bildqualität möglichst lange erhalten bleibt, sollten Sie dennoch einige Regeln beachten.

Wie bei allen elektrischen Geräten gibt es auch bei PC-Monitoren sowie Displays von Notebooks, Smartphones und Tablets Verschleißerscheinungen. Abhängig von der verwendeten Displaytechnik gibt es einige Maßnahmen, die den Verschleiß reduzieren.

So funktionieren Bildschirme 

Röhrenmonitore, die sich wohl kaum noch im Einsatz befinden, sind deutlich anfälliger als die heutigen Flachbildschirme. Das Bild entsteht durch eine Fluoreszenzschicht auf der Bildröhre. Bei sehr langen Standbildern kann es zu einem Einbrenneffekt kommen. Das Bild ist selbst dann noch zu sehen, wenn der Röhrenmonitor abgeschaltet ist. Um das zu vermeiden, muss man beispielsweise über einen Bildschirmschoner für ständige Bewegung auf dem Bildschirm sorgen oder das Bild schwarz schalten. Flachbildschirme arbeiten völlig anders. Sie bestehen aus mehreren Schichten. Bei älteren Geräten erfolgt die Hintergrundbeleuchtung mit einer Leuchtstoffröhre, bei neueren Modellen kommen LEDs zum Einsatz. Bilder entstehen in Schichten mit Transistoren und Flüssigkristallen sowie einer Polarisationsfolie. Die Kristalle wirken wie eine Art Ventil, das Licht durchlässt oder blockiert.

Eine weitere Displaytechnik ist OLED (organic light emitting diode). Sie ist unter der Bezeichnung AMOLED (active matrix organic light emitting diode) vor allem in Smartphones und Tablets zu finden. Ein OLED-Display besteht aus farbigen Leuchtdioden, eine Hintergrundbeleuchtung ist nicht erforderlich. Die Technik ermöglicht sehr flache, kontrastreiche und farbstarke Displays, die zudem wenig Energie benötigen. Bei Flachbildschirmen können zwar Bilder nicht mehr einbrennen, es gibt aber einen ähnlichen Effekt, der Geisterbilder verursacht. Einzelne oder mehrere Transistoren ändern dabei ihre Ladung nicht mehr, farbige oder weiße Lichtpunkte sind dauerhaft zu sehen. Meist lässt sich das Problem beheben. Einige Monitore bieten dafür einen Menüpunkt wie „LCD-Konditionierung“. 

Meist genügt es, den betroffenen Bereich über längere Zeit ständigen Wechseln auszusetzen. Ein passendes Bild dafür lässt sich im Browser über www.jscreenfix.com aufrufen. Nach einem Klick auf „Launch JScreenFix“ ziehen Sie das Browserfenster mit dem „pixel fixer“ auf den betroffenen Bereich des Displays, wo er wenigstens zehn Minuten verbleiben sollte.

Relevant: Holen Sie das Optimum aus Ihrem Linux-Bildschirm raus

Helligkeit und Leistungsaufnahme

Sie können einstellen, nach welcher Zeit sich der Monitor automatisch abschaltet.
Vergrößern Sie können einstellen, nach welcher Zeit sich der Monitor automatisch abschaltet.

Wenn ein elektrisches Gerät viel Energie benötigt, wird ein großer Teil davon in Wärme umgesetzt. Wärme, die durch Kühlung nicht ausreichend abgeführt wird, schadet den Halbleiterbauteilen. Bei älteren Geräten mit einer Leuchtstoffröhre arbeitet die Hintergrundbeleuchtung immer mit der gleichen Intensität. Stromaufnahme und damit die Wärmeentwicklung bleiben unabhängig von der eingestellten Helligkeit gleich. LEDs als Hintergrundbeleuchtung werden in vielen Monitore bei Reduzierung der Helligkeit gedimmt und nehmen dann weniger Leistung auf. Das schont nicht nur die Halbleiter im Display, sondern auch anderen Bauteile der Elektronik, vor allem im Netzteil. Der Unterschied zwischen maximaler und mittlerer Helligkeit kann – je nach Monitor – um die 20 Prozent ausmachen, also beispielsweise die Leistungsaufnahme von 50 auf 40 Watt verringern.

Monitorsteuerung unter Linux: Die meisten Linux-Systeme sind standardmäßig so eingestellt, dass sich der Monitor nach einiger Zeit ohne Aktivität automatisch abschaltet. Im Standby-Betrieb ist die Hintergrundbeleuchtung deaktiviert und der Monitor reduziert die Leistungsaufnahme soweit wie möglich. Sobald Sie die Maus bewegen oder die Tastatur verwenden, schaltet sich das Display wieder ein. Nutzer von Ubuntu 18.04 und 19.04 beispielsweise finden die Optionen für den Monitor in den „Einstellungen“ unter „Energie“. Hinter „Bildschirm abschalten“ können Sie „1 Minute“ bis „15 Minuten“ festlegen oder mit „Nie“ die Abschaltung deaktivieren.

Für mehr Kontrolle schicken Sie den Monitor manuell in den Standby-Betrieb. Dazu verwenden Sie in einem Terminalfenster diesen Befehl: 

xset dpms force standby 

Das sollte bei jedem halbwegs aktuellen Gerät funktionieren, das sich per DPMS steuern lässt (Display Power Management Signaling). Bewegen Sie die Maus, um den Monitor wieder aus dem Standby zu wecken. Für den schnellen Aufruf legen Sie für die Befehlszeile eine Tastenkombination fest. Unter Ubuntu 18.04/19.04 gehen Sie dafür in den „Einstellungen“ auf „Geräte –› Tastatur“ und fügen über „+“ die gewünschte Tastenkombination für den Befehl hinzu.

Monitor reinigen: Staub lässt sich schonend mit einem Mikrofasertuch beseitigen.
Vergrößern Monitor reinigen: Staub lässt sich schonend mit einem Mikrofasertuch beseitigen.
© https://ecomoist.co.uk

Im Standby-Betrieb benötigt der Monitor aber immer noch ein paar Watt. Deshalb ist dieser Modus nur geeignet, wenn Sie Ihren Computer für kurze Zeit nicht verwenden. Am schonendsten ist es, den Monitor ganz auszuschalten. Wenn das über den Knopf vorne am Monitor erfolgt, ist das Gerät nicht komplett vom Netz getrennt. Die Leitungsaufnahme liegt dann meist bei unter einem Watt. Wer auch das noch vermeiden will, trennt PC, Monitor und andere Peripherie am besten mit einer Schaltersteckdose vom Stromnetz.

Es ist allerdings zu beachten, dass es elektrischen Geräten nicht gut bekommt, wenn sie ständig ein- und ausgeschaltet werden. Der Einschaltstrom liegt deutlich über dem Betriebsstrom und belastet vor allem die Komponenten des Netzteils. Hier gilt es, einen gangbaren Kompromiss zu finden. Bei kurzen Unterbrechungen sollten Sie den Standby-Modus bevorzugen, über Nacht aber alle Geräte komplett vom Stromnetz trennen.

Hardware-Trends 2019: PC-Monitore im Check

Monitore richtig reinigen 

Auf PC-Monitoren und TV-Geräten lagert sich mit der Zeit Staub ab, die unsachgemäße Reinigung führt zu Flecken und Schlieren. Bei Smartphone-Displays kommen noch Fettablagerungen hinzu. Die Monitoroberfläche besteht aus Kunststoff und ist gegen Kratzer kaum geschützt. Verwenden Sie daher ausschließlich ein weiches, trockenes Mikrofasertuch und leichten Druck, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Wenn Sie mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden sind, dann befeuchten Sie das Tuch mit etwas lauwarmem destilliertem Wasser. Schalten Sie das Gerät vorher aus und trennen Sie es von Stromnetz. Feuchtigkeit kann leicht an den Rändern des Displays eindringen und Schäden verursachen. Verwenden Sie auf keinen Fall aggressive Reinigungsmittel, die Aceton, Benzol oder Scheuermittel enthalten. Diese können den Kunststoff auflösen und zu bleibenden Schäden führen.

Das beste Ergebnis erreichen Sie mit speziellen Reinigungsmitteln für Kunststoff oder Monitore. Tragen Sie die Mittel zuerst auf das Tuch auf und reinigen Sie dann den Bildschirm. Smartphone-Displays sind deutlich robuster, weil deren Oberfläche aus gehärtetem Glas besteht. Reinigungsmittel mit aggressiven Lösungsmitteln sollten Sie aber auch hier nicht verwenden, damit Plastikteile und Klebschichten sich nicht auflösen.

OnePlus bringt mit dem OnePlus 7 Pro sein neustes Flaggschiff auf den Markt und haut mal wieder richtig einen raus: Full-View-Display ohne Notch, ausfahrbare Selfie-Cam und übertriebene 12 GB RAM. Damit will das OnePlus 7 Pro die Konkurrenz um Galaxy S10+ und P30 Pro in die Schranken weisen. Allerdings sind die Zeiten, in denen OnePlus gute aber günstige Handys gebaut hat vorbei: 709-829 Euro kostet die Pro-Version. Immerhin bringt OnePlus mit dem "normalen" OnePlus 7 noch eine günstigere Alternative zu Preisen zwischen 559 und 609 Euro.

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