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Lernen in der Virtuellen Realität: So werden Mitarbeiter digital fit

30.04.2019 | 14:04 Uhr | Jonathan Sierck

VR Digitalization Knowledge Learning: Up-Skilling und Re-Skilling mal anders gedacht – wie Unternehmen ihre Mitarbeiter im 21. Jahrhundert digital fit machen sollten.

L&D-Programme ( L&D: learning and development ) in Unternehmen sehen sich einem großen Wandel ausgesetzt. Auf jeder großen Konferenz, bei der es um Mitarbeiterschulungen und das Lernen der Zukunft geht, heißt es einstimmig: Der HR- und Learning-Bereich müsse sich neu aufstellen, um Mitarbeiter besser auf schnelle Veränderungen vorzubereiten und ihnen neue Skills zeitgemäß zu vermitteln.

Gestützt wird diese Grundstimmung u.a. durch das World Economic Forum, das in seinem „ Future of Jobs Report “ aufgezeigt hat: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern deutlich mehr Zeit und Raum für die eigene Weiterbildung einräumen. Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums, formuliert es so: "Um ein Szenario zu vermeiden, bei dem wir alle verlieren, müssen Unternehmen ihre Arbeitskräfte in der Umschulung unterstützen."

Doch wie genau kann das aussehen und welche Rollen spielen neue Technologien (auch emerging technologies genannt) dabei?

Spätestens seitdem der größte Arbeitgeber der Welt, Walmart, über eine Millionen seiner Mitarbeiter durch Virtual Reality (VR) geschult hat, haben alle großen Unternehmen diese Technologie als Trainingsoption auf dem Schirm. Sei es in der Vermittlung von Abläufen und Prozessen, Führungskompetenzen, Empathie, Sicherheit- und Risikobewältigung oder dem Aufbau von Digitalization Knowledge – der Mehrwert von VR im L&D-Bereich wird nicht mehr angezweifelt.

Konzerne wie SAP, Bayer oder die Allianz nutzen die Technologie beispielsweise im Onboarding und Employer-Branding-Bereich. BMW, Audi und VW setzen sie hingegen u.a. für Logistikzwecke, Prozess-Schulungen oder Produktvorstellungen ein. Lufthansa setzt ebenfalls seit mehreren Jahren auf VR und die Deutsche Bahn gilt als innovativer Early-Adaptor, was das Training und den Einsatz neuer Technologien betrifft.

Der ursprüngliche Nutzen von VR – riskante Skills in einem geschützten Raum zu vermitteln, in dem Fehler keine Konsequenzen haben – wird zunehmend erweitert. Mittlerweile gibt es zahlreiche Multiplayer-Spiele und Trainings, in denen man auch am Teambuilding arbeiten kann. Es sollte naheliegend sein, dass man das Wissen über neue Technologien wunderbar mit neuen Technologien vermitteln kann. Mittlerweile bezweifelt fast niemand mehr, dass neue Skills notwendig werden. Die Vermittlung von Digitalization Knowledge sollte eine Grundlage dafür sein, um Mitarbeiter auf einen gemeinsamen Nenner für den digitalen Wandel zu bringen und dann systematisch darauf aufzubauen.

Was genau bedeutet Digitalization Knowledge?

Mal ehrlich – wir tun es doch alle, oder? Wer wirft nicht gern mal mit den großen Buzzwords der digitalen Zeit um sich? Jeder arbeitet heute nur noch agil, die Geschäftsmodelle sind neuerdings allesamt disruptiv, wobei ein klassisches Business Model Canvas nicht fehlen darf. Wer nichts mit KI macht, ist old-school, und BMIs werden das Mensch-Sein in der Zukunft nachhaltig prägen. Denn durch Cloud und IoT hängt dann plötzlich alles miteinander zusammen und Blockchain stellt sicher, dass alles transparent ist. Eh klar.

Digitalization Knowledge (ebenfalls ein Buzzword) bedeutet, Klarheit und Durchblick im digitalen Zeitalter zu behalten, indem man wirklich versteht, wovon man spricht, wenn man diese Buzzwords in den Mund nimmt. Es bedeutet zudem, sich über die Auswirkungen dieser Trends und Technologien im Klaren zu sein, weil man die Anwendungsfälle und Zusammenhänge begriffen hat. So lässt sich beispielsweise Big Data kaum ohne Sensorik erklären.

Um Mitarbeitern auf allen Ebenen dieses Wissen näherzubringen und sie gleichzeitig in die Welt der neuen Technologien einzuführen, gibt es bereits VR-Digitalization-Knowledge-Learning-Programme, die dazu befähigen, den Überblick zu behalten und nicht an der Schnelllebigkeit und dem scheinbaren Chaos zu zerbrechen. Besonders gut geeignet sind derartige Programme für Branchen, die sich einem hohen und schnellen Veränderungs- und Anpassungsdruck ausgesetzt sehen.

Es ist wenig verwunderlich, dass VR-Brillen im Automotive-Bereich, bei Versicherungen, im Retail und in der Industrie, aber auch bei Immobilien und im Tourismus vermehrt zum Einsatz kommen. Ein Training, das Aufklärungsarbeit leistet, neue Trends und Technologien visuell und spielerisch vermittelt, ist nicht nur auf Führungsebene, sondern auch bei Blue-Collar-Mitarbeitern von großem Nutzen.

Wer am stärksten von Veränderungen betroffen ist, hat normalerweise auch das größte Interesse zu lernen. VR-Digitalization-Knowledge-Learning-Programme sind hier ein wunderbarer Hebel, da sie durch eine neue Technologie neue Trends und Konzepte erklären und damit die Mitarbeiter generationen-unabhängig ansprechen.

Weitere Vorteile der Technologie bestehen in der Unabhängigkeit von Zeit und Raum bei der Lernerfahrung. Die Mitarbeiter können durch die Hardware selber auswählen, wann, wo und wie lange sie in einem geschützten, ablenkungsfreien Raum interaktiv und konzentriert lernen. In einigen Fällen lassen sich dadurch sogar Reisestrapazen vermeiden, da sich Grundlagen- oder Nachbereitungskurse virtuell abbilden lassen.

Dass die Technologie neben zahlreichen Vorteilen wie der Immersion, dem besonderen Fokus und der Interaktivität auch gewisse Beschränkungen mit sich bringt, steht außer Frage. Die Reflexionsebene und ein unmittelbares Experten-Feedback, wie es bei Live-Trainings der Fall ist, kann VR zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bieten.

Und obwohl die Hardware zunehmend besser wird und in den letzten Jahren Quantensprünge in der Qualität hingelegt hat, empfehlen Wissenschaftler immer noch, nicht länger als 25 bis 30 Minuten am Stück mit der Brille zu arbeiten.

Die Distribution von Hardware und Software ist jedoch deutlich unkomplizierter als oft angenommen. Die Software zu verbreiten, ist beispielsweise nicht viel aufwändiger als eine neue App auf das Smartphone zu laden. Der große Vorteil besteht darin, dass die Kosten für eine solche VR-Schulung erstaunlich gering sind und die Mitarbeiter überall lernen können - vorausgesetzt, die Infrastruktur ist vorhanden und man verfolgt das Ziel, mit VR-Schulungen eine große Zahl von Mitarbeitern zu erreichen.

Beim Thema digitale Kompetenzen ist das ausnahmslos der Fall, weswegen es sich lohnt, hier in das Training mit Hilfe neuer Technologien zu investieren. Der Lerneffekt ist höher, die Skalierbarkeit leichter darstellbar, Updates können jederzeit ermöglicht werden, die Kosten sind überschaubar (da die Hardware zunehmend günstiger, aber besser wird) und der Reiz am Neuen ist immens.

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