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Ubuntu ohne Unity: Xubuntu, Tuxedo Xubuntu und Kubuntu

26.09.2017 | 15:15 Uhr |

Xubuntu

Bei Xubuntu wird der Windows-Manager Xfce anstelle von Unity eingesetzt. Xfce ist schlanker als Unity, Gnome oder KDE, belegt weniger Ressourcen und stellt geringere Ansprüche an die Hardware, dafür ist sein Leistungsumfang nicht ganz so groß wie bei Gnome oder KDE. Crunchbang war eine weitere Variante von Ubuntu mit dem Xfce Desktop-Manager. Sie wurde aber 2015 eingestellt.

Tuxedo Xubuntu
Vergrößern Tuxedo Xubuntu
© Tuxedo

Tuxedo Xubuntu: Speichersparend und aus Deutschland

Tuxedo, der in der Nähe von Augsburg beheimatete deutsche Hersteller von Linux-Notebooks und Linux-PCs, hat eine eigene Linux-Variante vorgestellt: Tuxedo Xubuntu. Dabei handelt es sich nicht um eine komplett neue Linux-Distribution, sondern um eine von Tuxedo angepasste Version von Xubuntu.

Xubuntu verwendet wie oben gesagt Xfce als Desktop. Linux-Rechner, die Tuxedo mit Tuxedo Xubuntu ausliefert, haben also nicht den für Ubuntu derzeit noch typischen Unity-Desktop und auch nicht das bekannte Gnome als Oberfläche installiert, sondern nutzen den schlanken Xfce.

Tuxedo packt aber noch ein eigenes Theme, eigene Icons und ein eigenes Boot-Logo dazu. Für den praktischen Nutzen viel wichtiger: Es gibt zusätzlich am unteren Bildschirmrand noch ein Dock, das den Zugriff auf beliebte Anwendungen erleichtert.

Doch auch unter der Haube will Tuxedo eigene Akzente setzen und verspricht den Nutzern eine bessere Performance dank neuester Firmware, den neuesten Nvidia-Treibern und Kernel 4.11. Dazu gibt es laut Hersteller noch Konfigurationsanpassungen am Grub und Optimierungen an anderen systemrelevanten Dateien. Alle diese Anpassungen sollen dazu führen, dass die damit ausgestatteten Tuxedo-Rechner im Vergleich zu Tuxedo-Rechnern mit Standard-Distributionen mehr Leistung liefern und bei Notebooks der Akku länger durchhält. Am Beispiel des RAM-Verbrauchs im Leerlauf will Tuxedo demonstrieren, wie erfolgreich das Tuning bei Tuxedo Linux war. Demnach sieht der RAM-Verbrauch auf einem Testgerät je nach installierter Linux-Distribution so aus:

Ubuntu 16.04 Unity (derzeit der Standard bei Ubuntu): 612 MB
Ubuntu 16.04 KDE: 707 MB
Tuxedo Xubuntu 16.04 (Xfce): 304 MB
Ubuntu 16.04 Cinnamon: 650 MB
Ubuntu 16.04 Mate: 307 MB
Elementary OS 0.4 (Ubuntu 16.04 Basis): 505 MB

Speicherauslastung nach einem Systemneustart.
Vergrößern Speicherauslastung nach einem Systemneustart.
© Tuxedo

Die nächsten Schritte sollen nun die enge Zusammenarbeit unter anderem mit dem Xfce- bzw. Xubuntu-Projekt sein, um bei der Weiterentwicklung zu helfen.

Tuxedo Linux steht auch Nicht-Tuxedo-Kunden zur Installation zur Verfügung, über den von Tuxedo entwickelten automatischen Installationsdienst Webfai.

Xubuntu Core

Xubuntu Core ist ein besonders schlankes Xubuntu-System mit Xfce zum Selbsteinrichten. Anders als bei Xubuntu werden hier keine zusätzlichen Programme vorinstalliert.

Kubuntu

Diese Variante ist identisch mit Ubuntu, nur dass bei Kubuntu eben die grafische Oberfläche KDE anstelle von Gnome zum Einsatz kommt.

Ubuntu Gnome - bald wieder Standard

Wer Ubuntu derzeit mit Gnome benutzen will, kann Ubuntu Gnome verwenden. Ab Ubuntu 17.10 wird Gnome aber ohnehin wieder der Standard-Desktop von Ubuntu sein.

Lubuntu

Lubuntu wiederum ist ein Ubuntu für Geräte mit älterer und schwächerer Hardware. Als Desktop-Umgebung verwendet Lubuntu die Desktop-Umgebung LXDE, das "Lightweight X11 Desktop Environment". LXDE soll ganz besonders ressourcenschonend sein.

Bodhi Linux

Ebenfalls ein sehr schlankes Linux für ältere Hardware ist Bodhi Linux . Es verwendet als Desktop-Umgebung die Eigenentwicklung Enlightment und kommt mit 128 MB Arbeitsspeicher und einem 300-MHz-Prozessor zurecht. Bodhi ist unbestritten ressourcenschonend, allerdings hat das seinen Preis: Man muss viele gängige Anwendungsprogramme erst nachinstallieren, und der integrierte Datei-Manager hat keinen LAN-Zugriff.

Mit Ubuntu 17.04 stößt Ubuntu Budgie zur Ubuntu-Familie. Budgie benutzt zwar auch Gnome-Technologien und ist kompatibel zum standardmäßigen Ubuntu, orientiert sich aber ansonsten an der Distribution Solus.

Elementary OS: Man muss erst etwas Hand anlegen, damit ElementaryOS endlich Videos und Film-DVDs abspielt.
Vergrößern Elementary OS: Man muss erst etwas Hand anlegen, damit ElementaryOS endlich Videos und Film-DVDs abspielt.

Elementary OS

Elementary OS basiert auf Ubuntu und will eine MacOS-ähnliche schicke Optik bieten. Als Desktop-Umgebung kommt Pantheon zum Einsatz. Installer, Software-Center und viele Systemkomponenten stammen von Ubuntu. Allerdings ist die Auswahl der Anwendungsprogramme etwas anders als unter Ubuntu: So kommt beispielsweise Midori als Browser zum Einsatz.

Nachteil: ElementaryOS spielt nach der Installation keine Videos, keine Film-DVDs und keine Musikdateien ab. Das die dafür benötigten Codecs und die Entschlüsselungssoftware fehlen. Anders als beispielsweise Ubuntu bietet ElementaryOS von sich aus nicht den Download der benötigten Codecs an, sondern der Benutzer muss selbst nach der Lösung googeln. Wir erklären in diesem Ratgeber ab dem Punkt Teil 2: Filme und (verschlüsselte) DVDs abspielen, wie Sie das Problem lösen..

Der deutsche Hardware-Hersteller Tuxedo verkauft mit dem InfinityBook ein optisch ansprechendes Notebook mit Macbook-Anmutung.

Wir hatten solch ein Infinitybook im Praxistest.

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