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MAPI/HTTP-Protokoll und Outlook 2016

03.08.2015 | 10:59 Uhr |

Mit Exchange Server 2013 SP1 hat Microsoft das neue MAPI/HTTP-Protokoll zur Anbindung von Outlook 2010/2013 veröffentlicht. Damit Sie diese Funktion nutzen können, müssen Sie für Outlook die neusten Servicepacks installieren. Außerdem ist das Protokoll standardmäßig deaktiviert und muss erst manuell aktiviert werden.

Ältere Outlook-Versionen, die MAPI/HTTP nicht unterstützen, werden aber weiterhin über RPC angebunden. In Exchange 2016 ist MAPI/HTTP aber standardmäßig bereits nach der Installation aktiv. Auch hier sollen ältere Clients weiterhin unterstützt werden. Der bevorzugte Client wird sicherlich Outlook 2016 sein. Outlook 2010/2013 werden weiterhin unterstützt. Ob auch Outlook 2007 zusammen mit Exchange 2016 funktioniert, ist zwar wahrscheinlich, derzeit aber noch nicht ganz sicher.

Online-Anzeige von Dokumenten - Neuer Office Web Apps Server

SharePoint und auch Office 365 nutzen Office Web Apps Server um online Dokumente in anzeigen zu können. Diese Technik wird jetzt auch in Outlook Web App (OWA) von Exchange Server 2016 verwendet. OWA bietet in diesem Zusammenhang keine eigene Anzeige mehr. Das heißt, Unternehmen die noch keinen Office Web Apps Server einsetzen, müssen diesen spätestens mit Exchange Server 2016 einplanen. Microsoft wird dazu Office Web Apps Server 2016 recht zeitnah mit Exchange Server 2016 veröffentlichen.

Die neue Exchange-Version arbeitet dazu optimal mit der ebenfalls neuen Version von Office Web Apps Server zusammen. OWA-Anwender können Office-Dokumente mit der neuen Funktion lesen und bearbeiten. Sie müssen allerdings für Exchange 2016 einen eigenen Office Web Apps-Server aufbauen und zwar für jeden Standort, an dem Sie einen eigenen Namensraum für Exchange Server 2016 betreiben.

Schnellere Suche mit Exchange 2016/Outlook 2016

Für Outlook 2016-Benutzer ist die wesentlich bessere Suche interessant, vor allem in Zusammenarbeit mit Exchange 2016. Außerdem können Sie den Zeitraum für heruntergeladene E-Mails in der neuen Version genauso eingrenzen und steuern, wie auf Smartphones/Tablets mit Exchange ActiveSync bereits üblich. Outlook 2016 soll außerdem sehr viel performanter und stabiler laufen, wenn die Netzwerkverbindung oder die Anbindung an das Internet zu langsam oder instabil ist. In diesem Zusammenhang arbeitet Outlook optimal mit den neuen Funktionen von Exchange 2016 zusammen. Outlook 2016 arbeitet ebenfalls mit dem MAPI-HTTP-Protokoll, diese ist sicherer und schneller.

Ebenfalls neu in Outlook 2016 ist der Verlauf beim Anhängen von Dateien. Outlook 2016 merkt sich die Dateien, die Sie an andere Anwender verschickt haben und kann diese bei neuen E-Mails aus dem Verlauf anzeigen. Das erhöht die Effizienz, da Sie beim erneuten Versenden eines Dateianhangs diese einfach aus dem Verlauf verwenden können und die Datei nicht erst neu suchen müssen.

Programme, Apps und Erweiterungen für Exchange

Die für Office 365 eingeführten REST-APIs für Mail, Kalender und Kontakte, werden auch in Exchange Server 2016 unterstützt. Die APIs sollen das Entwickeln von Erweiterungen für Exchange deutlich vereinfachen. Die APIs unterstützen dazu viele offene Standards wie JSON, OAUTH und ODATA. Entwickler können sich mit verschiedenen Endgeräten verbinden und Apps entwickeln, auch mit Smartphones, Tablets und herkömmlichen PCs.

Microsoft bietet SDKs für.NET, iOS, Android, NodeJS, Ruby, Python, Cordova, und CORS. Wer Programme auf Basis von Exchange Web Services (EWS) sollte seine Apps aktualisieren, muss das aber nicht. Microsoft verspricht, dass die veraltete EWS-Technologie weiterhin in Exchange 2016 funktionieren, und Apps weiterhin laufen werden. Allerdings ist hier die deutliche Empfehlung die Apps zu aktualisieren. Denn Microsoft wird EWS nicht mehr weiter entwickeln und fokussiert sich eindeutig auf die neuen REST-APIs.

Exchange Server 2016 unterstützt keine Verbindung mehr auf Basis von MAPI/CDO. Setzen Sie Programme dieser Art ein, müssen Sie diese zu REST oder EWS umändern. (mje)

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