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Kommt Prince of Persia 6 für Xbox Series X und PS5?

22.05.2020 | 09:28 Uhr |

Was würde passieren, wenn man die Inszenierung von Uncharted mit den Fallen von Indiana Jones, den Rätseln aus Rise of the Tomb Raider, die Abrobatik und Wucht im Kampf eines Assassin’s Creed Valhalla mit den epischsten Schlachten der Filmgeschichte aus Der Herr der Ringe verschmelzen würde? Prince of Persia. Es wird Zeit für ein Comeback auf Xbox Series X und Playstation 5.

Schwarze Rauchfahnen lodern auf, die Hauptstadt der Salomonen steht kurz vor dem Fall. Ein Heer von 10.000 Mann baut sich vor den Stadttoren auf, Triboke und Katapulte zermartern die Mauern. Doch während die Armee der Verteidiger zurückweicht, Mann um Mann fällt, stellt sich einer den Truppen entgegen: Der Prinz ohne Königreich, der namenlose Prince of Persia. Mit chirurgischer Präzision schneidet er sich mit seinem Sichelschwert durch 10, 20, 30 Soldaten, wie es Assassin’s Creed einst zelebrierte. Plötzlich türmt sich das unendliche Sandmeer vor ihm auf, Streitwagen, Skelettsoldaten, Pferde und Kamele aus Sand scheinen sich zum Angriff zu formieren, und es ist pures Chaos auf die epischste Art, auf die man nur Schlachten inszenieren kann. Mauern fallen, Türme zerbröseln vom Geschoss der Katapulte, riesige Bauwerke krachen ineinander. Das erinnert an das große Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs und jene epische Schlacht um Minas Tirith.

Der Prinz muss seinem Bruder Malik helfen, dessen Palaststadt unter Belagerung einer osmanischen Armee leidet.
Vergrößern Der Prinz muss seinem Bruder Malik helfen, dessen Palaststadt unter Belagerung einer osmanischen Armee leidet.

Und ja, die Chancen für ein neues Prince of Persia sind gerade stark gestiegen: Ubisoft hat am 04. Mai www.princeofpersia6.com registriert. Scheint, als wolle man uns damit auf dem Digital E3 Showcase am 12. Juli überraschen. Doch was machte diese Reihe so ikonisch? 

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Epische Schlachten wie jene aus Der Herr der Ringe um Minas Tirith

Eine osmanische Armee stürmt den Palast seines eigen Fleisch und Blut – seines Bruders Malik. Die Kamera zoomt auf Triboke, verfolgt die Flugbahn von Gesteinsbrocken, die mit lautem Getöse in die Mauern der Festung einschlagen. Zahlreiche Gebäude stehen in Flammen, die Bewohner irren umher, schleppen Wasserkübel heran. Soldaten halten sich wacker auf den Mauern, feuern Pfeile und schütten brennendes Pech über die Angreifer, ehe ein Geschoss sie vom Wall fegt. Die Stimmung erinnert an das filmische Schlachten-Epos »Königreich der Himmel« von Ridley Scott. Brutal und bedrohlich wirkt das hier, aber irgendwie auch märchenhaft schön, insbesondere weil die Sonne langsam untergeht und die Szenerie in einen orange-goldenen Schein bettet. Mitten im Gewühl steht der Prinz, aus der Verfolgerperspektive schnetzelt er los. Dieses »Prince of Persia« ist durch heftige Kämpfe geprägt, aber auch durch spannungsreiche Geschicklichkeitstests. Viele Prüfungen stellen das Geschick und Timing des Spielers auf die Probe, Kombos hingegen fordern den Blick für das Ziel, die volle Übersicht, Köpfchen und Orientierungssinn. Beispielsweise für den schnellen Vorstoß, bei dem sich der Blaublüter wie eine Rakete in die Gegnermenge katapultiert.

Ein enorm dynamisches Kampfsystem im Mix mit Wall-Runs

Prince of Persia ist durch ein enorm dynamisches Kampfsystem geprägt, welches sehr viel mehr Varianten hatte als das heutige Assassin’s Creed. Insbesondere durch Wall-Runs, durch viele unterschiedliche Sprungmuster. Kombos fordern den Blick für das Ziel, die volle Übersicht, Köpfchen und Orientierungssinn. Für den schnellen Vorstoß etwa, bei dem sich der Blaublüter wie eine Rakete in die Gegnermenge katapultiert. Aus vollem Schwung springt er auf einen Wachturm, schwingt an der Fahnenstange, erhöht so immer weiter seine Geschwindigkeit. Im nächsten Moment geht’s per Seilrutschpartie vom Turm auf die Dächer des Palastes, der Prinz springt in die gegnerische Menge, fegt sie auseinander und verhilft so ein paar verwundeten Soldaten zur Flucht.

Das Wall-Running fühlt sich fantastisch an und bringt sehr viel Dynamik in die Action. Respawn hat sich für Titanfall stark von Ubisoft inspirieren lassen.
Vergrößern Das Wall-Running fühlt sich fantastisch an und bringt sehr viel Dynamik in die Action. Respawn hat sich für Titanfall stark von Ubisoft inspirieren lassen.

Kampf und Akrobatik fließen in Prince of Persia exzellent zusammen, besser als in den letzten Assassin’s Creeds, welches sehr Zahlen-getrieben arbeitete. Der Held schleudert herum, lässt sein Scimitar, ein einschneidiges Schwert mit leicht geschwungener und sehr langer Klinge, kreisen, tötet ein paar Gegner. Das sind aber zu viele, im Nahkampf wäre der Schwertschwinger unterlegen. Also spurtet er eine Wand hoch, springt im richtigen Moment zur gegenüberliegenden Mauer ab, läuft an dieser entlang und stößt sich mit voller Wucht von oben wieder hinunter in die Feindesmenge. Die Spezialattacken sind spektakulär inszeniert, erfordern aber Können und perfektes Timing: Per Angriffstaste Gegner schnappen, ein Stück mitschleifen, dann in die Luft schleudern, blitzschnell die Wand hochlaufen, die Sprungtaste hämmern und Todesstoß einleiten. Das geht stark Richtung God of War. 

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Ein Protagonist, kaltschnäuzig und cool wie Nathan Drake

Der Prinz ist ähnlich cool und kaltschnäuzig unterwegs wie Nathan Drake, den wir ja hoffentlich bald wieder in Uncharted 5 erleben werden.
Vergrößern Der Prinz ist ähnlich cool und kaltschnäuzig unterwegs wie Nathan Drake, den wir ja hoffentlich bald wieder in Uncharted 5 erleben werden.

Der Prinz ist ein wandlungsfähiger Charakter, hat sich im Laufe seiner 21-jährigen Regentschaft und acht Spielen immer wieder verändert. In The Sands of Time mimt er den coolen Draufgänger, hat auch für den härtesten Bossgegner noch einen dummen Spruch auf Lager und treibt seine geliebte Farah mit seiner Einstellung, unbesiegbar zu sein, in den Wahnsinn. Warrior Within erzählt dann eine tragische Geschichte und wandelt den humorvollen Heroen in einen verzweifelten Schlächter, der seinen Schmerz durch Mord lindern will. Doch schlussendlich verfolgt der namenlose Prinz stets edle Absichten, bekämpft das Böse, rettet die ein oder andere Frau und nebenbei das Morgenland. Prince of Persia: Prodigy experimentierte gar mit einem abgefahrenen Cel-Shading-Look, der in 4K unglaublich schön aussehen könnte – wir erinnern daran, wie gut Borderlands 3 in 4K aussieht auf PC. Der Cel-Shading-Stil wirkte frisch und unverbraucht und auch die abstrus-witzigen was-sich-neckt-das-liebt-sich-Dialoge von Elika und dem Prinzen werden einige vermissen.

Vom Winde verweht: Die Sand-of-Time-Mechanik ist großartig für Rätsel

Prince of Persia kombiniert klassischen Kampf mit dem Sichelschwert und vielen magischen Elementen, die aber eher der Fortbewegung dienen.
Vergrößern Prince of Persia kombiniert klassischen Kampf mit dem Sichelschwert und vielen magischen Elementen, die aber eher der Fortbewegung dienen.

Diese Paläste sind meist gebaut auf riesigen Dungeons, die nur so gespickt sind mit Fallen, vor denen sogar Harrison Ford alias Indiana Jones Angst hätte. So gibt eine Kamerafahrt Überblick über eine gewaltige Kammer, ein Gefängnis, das nur einem Zweck dient: Das Gehirn des Spielers anzukurbeln, ihn zur Lösung raffinierter Licht-, Schatten- und Schalterpuzzles zu motivieren. Der Kerker verbindet alle Gameplay-Elemente, am Boden wird geschnetzelt und je weiter der Prinz nach oben vordringt, desto mehr hinterlistig gestaffelten Dornenfallen, Kreissägen und Falltüren muss er ausweichen.

Denken wir nur an das Astrolabium. Das erinnert an die Sonnensystem-Modelle, die man in der Schule gebaut hat. Im Grunde steht in der Mitte die Sonne, außen herum drapiert sind die Planeten unseres Sonnensystems, kunstvoll gefertigt, mit Intarsien verziert und aus purem Gold.

Feuer, Erde, Wasser, Luft

Die Serie nutzt die vier Elemente und transferiert diese auf Monster-Bosskämpfe. Es ist quasi ein Mix aus Open-World-Assassin’s-Creed und God of War.
Vergrößern Die Serie nutzt die vier Elemente und transferiert diese auf Monster-Bosskämpfe. Es ist quasi ein Mix aus Open-World-Assassin’s-Creed und God of War.

Diese Liebe zum Detail spürt man, hier verfolgt jeder Raum eine eigene Designphilosophie. Natürlich sind alle Gebiete mit Gegnern übersät – Skelettkrieger mit Äxten und Schwertern sind leichte Beute, Bogenschützen schon lästiger. Richtig schlimm sind die Beschwörer, die lassen mal eben eine ganze Armee aus der Erde wachsen. Hier kommen die Spezialfähigkeiten des Prinzen zum Einsatz. Neben dem Sand der Zeit kann er die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft beeinflussen. Die Kraft der Luft dient beispielsweise als Schild gegen Pfeile, aber auch zum Angriff. Erspäht der Prinz einen Gegner in nicht allzu großer Entfernung, schleudert er sich auf Knopfdruck mit einem Sprungangriff über zehn Meter auf den Feind zu und tötet ihn sofort. Besonders praktisch ist das bei mehreren Bogenschützen auf einer Plattform, weil zwar nur einer sofort gen Unterwelt geschickt wird, aber die anderen durch den Aufprall in die Tiefe stürzen.

Wer dieses Areal meistert, trifft im nächsten auf einen Thronsaal, der von Wasserleitungen umgeben ist. Literweise sprudelt das kühle Nass aus Springbrunnen, Speiern und sogar Wasserfällen. Durch seine Macht verwandelt der Blaublüter das kühle Nass in Eis verwandelt. Wirkt clever ins Gameplay integriert, wer den Wasserfall einfriert darf ihn als Klettersäule missbrauchen. Aber Vorsicht: Manchmal muss man das Eis blitzschnell wieder tauen, um versperrte Wege im Sprung freizulegen, nicht an Eiswänden abzuprallen und in die Tiefe zu stürzen. Besonders wichtig ist das im wunderschönen, aber mit Gegnern verseuchten Badehaus. Der Spieler betritt diesen Raum und soll erstmal kurz tief durchatmen, dieses Kunstwerk persischer Architektur genießen. Die Wände sind von kunstvollen Mosaiken übersät, Stuck ziert die Wände, alles wirkt sehr luxuriös. Aber was gibt es in Badehäusern am meisten? Richtig, Wasser. Zeit für knackige Rätsel und spannende Jump-and-Run-Herausforderungen.

Zeit für ein neues Prince of Persia für Xbox Series X, PS5 und PC.

Die Themen in Tech-up Weekly #190:

► Nvidia Ampere A100: Schnellste, größte und schwerste Grafikkarte vorgestellt: www.pcwelt.de/news/25-Kilo-Nvidia-stellt-groesste-Grafikkarte-der-Welt-mit-acht-Ampere-A100-GPUs-vor-10811308.html

► PS5: Epic Games zeigt Szenen aus PS5-Spiel: www.pcwelt.de/news/Epic-Games-zeigt-Moeglichkeiten-der-PS5-10811209.html
► PS5 schon im Oktober 2020?: www.pcwelt.de/news/Playstation-5-schon-im-Oktober-Sony-dementiert-10809481.html

Quick-News:

► iPhone 12: Specs, Preise und Modelle geleakt: www.pcwelt.de/news/iPhone-12-Specs-Preise-und-Modelle-geleakt-10809997.html

► BSI warnt Nutzer vor Samsung-Handys wegen ernster Sicherheitslücke: www.pcwelt.de/news/BSI-warnt-Nutzer-vor-Samsung-Handys-wegen-ernster-Sicherheitsluecke-10808088.html

► Trump verlängert Bann gegen Huawei & Co.: www.pcwelt.de/news/Trump-verlaengert-Bann-gegen-Huawei-Co.-10810645.html

► GTA 5 gratis im Epic Games Store: www.pcwelt.de/news/GTA-5-PC-jetzt-gratis-Epic-Games-Store-bricht-zusammen-10810849.html

Kommentar der Woche

www.youtube.com/watch?v=TSZImYzxh2M&lc=UgzlD3qoVo1oWqi-S-h4AaABAg

Fail der Woche:

► Wegen Corona: Elon Musk ist bereit für Gefängnis - und verkauft alle Häuser: www.pcwelt.de/news/Wegen-Corona-Elon-Musk-ist-bereit-fuer-Gefaengnis-und-verkauft-alle-Haeuser-10809163.html

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