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Kinder im Internet: Tipps für sicheres Surfen

24.11.2020 | 09:32 Uhr | Frederik Raudies

Im 21. Jahrhundert ist kaum noch jemand offline. Das gilt auch für die Jüngsten. Eltern sollten ihrem Nachwuchs daher frühzeitig einen sicheren Umgang mit dem Internet erklären.

Eine Umfrage von Bitkom Research aus dem Jahr 2019 zeigt: Bereits 71 Prozent der Acht- bis Neunjährigen nutzen mindestens gelegentlich das Internet, unter den Zehn- bis Elfjährigen sind es schon 85 Prozent. Die Kinder vom World Wide Web fernhalten? Das war einmal. Heute geht es vielmehr darum, ihnen beizubringen, sich im Internet sicher zu bewegen.

Die folgenden Tipps sollten Erwachsenen schon längst geläufig sein - und Sie sollten jetzt Ihren Nachwuchs entsprechend trainieren, damit sich Ihre Kinder sicher und selbstbewusst im Web bewegen können.

1. Ein sicheres Passwort ist das A und O

Zum Schutz persönlicher Informationen gehört nicht nur, selber keine sensiblen Daten weiterzugeben. Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Ein sicheres Passwort ist von größter Bedeutung, und dabei sind gängige Sicherheitsregeln zu beachten:

• Das Passwort besteht aus mindestens acht Zeichen.

• Es beinhaltet Klein- und Großbuchstaben sowie Sonderzeichen.

• Für jeden Account verwendet man ein anderes Passwort.

• Man verwendet keine existierenden Wörter, sondern eine zufällige Anordnung von Buchstaben und Sonderzeichen.

2. Downloads

Bevor Apps von Kindern heruntergeladen werden, sollte geklärt werden, ob es sich um sichere Anwendungen handelt. Apple-Geräte ermöglichen es, eine Kindersicherung einzurichten, die Käufe aus dem App-Store blockiert. Für Android bietet Google eine Family-Link-App an, die mit den Geräten der Kinder gekoppelt werden kann. So können Sie App-Downloads und die Bildschirmzeit verwalten.

3. Websites und Wi-Fi

Wenn ein Netzwerk nach einem WPA- oder WPA2-Passwort fragt, ist dies eine sichere Verbindung. Beide Arten von Passwörtern sind Schlüssel für den Zugang zu einem sicheren Wi-Fi-Netzwerk. Letzteres ist eine neuere Version, die für maximale Sicherheit die AES-Verschlüsselung (Advanced Encryption Standard) verwendet.

Zudem ist darauf zu achten, dass Webseiten-Adressen mit „https“ beginnen. Auch hier können Sie eine Kindersicherung verwenden, die den Zugang des Nachwuchses auf bestimmte Inhalte und Seiten beschränkt.

4. Ein gesundes Maß an Skepsis

Eine Studie aus Stanford hat ergeben, dass die meisten Kinder im Schulalter Schwierigkeiten haben, redaktionelle Beiträge von gesponserten Posts zu unterscheiden. Zudem fehle ein gesundes Maß an Skepsis in Bezug auf die konsumierten Inhalte im Internet. Werbetreibende und Content Creators formulieren ihre Botschaften meist ansprechend, damit möglichst viele Nutzer Apps, Spiele, Produkte oder Artikel anklicken.

Es ist daher wichtig, seine Kinder dazu anzuhalten, sich kritisch mit den angezeigten Inhalten auseinanderzusetzen, um Werbeinhalte von Informationen unterscheiden zu können.

5. Ist der Post für die Öffentlichkeit geeignet?

Vielen Menschen ist nicht bewusst, welche langfristigen Konsequenzen ein schnell gesetztes Like oder gepostetes Foto haben kann.

Besonders Kinder hinterfragen oft nicht, was sie mit anderen teilen. Sie denken nicht daran, dass ihre Posts geteilt oder ihre Fotos und Videos abgespeichert und zweckentfremdet werden können – und das, ohne sie zu fragen.

Um ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, welche Folgen ihr Handeln haben kann, können Sie die „Stadion-Regel“ anwenden. Das Prinzip dahinter ist einfach: Hätte Ihr Kind ein Problem damit, wenn bestimmte gepostete Inhalte für alle sichtbar auf einer Leinwand im Stadion in einer Millionenstadt zu sehen wären? Wird die Frage mit „Ja“ beantwortet, sollten Sie gemeinsam darüber nachdenken, ob der Beitrag wirklich veröffentlicht werden sollte.

6. Wie sicher sind die Geräte Ihrer Kinder?

Oft vergessen, aber dennoch wichtig ist der eigentliche Geräteschutz von Smartphone, Laptop und Co., denn auch er trägt zur Sicherheit persönlicher Daten bei. Folgende Punkte sind hier zu beachten:

• Das Gerät wird durch einen PIN-Code gesperrt.

• Öffentliche WLAN-Netzwerke werden gemieden, denn aufgrund niedrigerer Sicherheitsschranken können Hacker dort leichter Informationen auslesen, die auf dem Gerät gespeichert sind.

• Durch sogenannte Phishing Mails wird immer wieder versucht, an persönliche Daten zu kommen. Zeigen Sie Ihren Kindern, woran solche E-Mails zu erkennen sind und wie man mit ihnen umgeht.

• Apps und Programme kann man überall herunterladen werden – sollte man aber nicht. Erklären Sie Ihren Kindern, dass nur offizielle bzw. zertifizierte Websites bei einem Download sicher sind.

7. Vorbildfunktion der Eltern

Eltern sollten diese Regeln nicht nur ihren Kindern beibringen, sondern diese auch selber praktizieren. So werden Eltern nicht nur zur Ressource für Fragen zum Thema Sicherheit im Internet, vielmehr werden sie zum Vorbild im Umgang mit sensiblen Daten.

All das mag nach einer Menge Regeln klingen, und ihr unmittelbarer Nutzen ist besonders für Kinder und Teenager nicht immer einfach zu verstehen.

Wer jedoch alle Punkte in Ruhe bespricht und auch die möglichen Folgen ausführlich schildert, schafft bei seinem Kind ein Bewusstsein dafür, warum es so wichtig ist, im Internet bestimmte Dinge in Bezug auf sensible Daten und Informationen zu beachten.

Es sollte Eltern darum gehen, ihren Kindern das richtige Mindset für ein reflektiertes Verhalten im Internet mitzugeben und sie davon zu überzeugen, auf ihre persönlichen Daten achtzugeben – denn: Das Internet vergisst nicht.

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