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Keine Versionskontrolle

13.06.2011 | 07:02 Uhr |

Das ist genau der Grund, weshalb es zukünftig keine Nummerierung der HTML-Versionen geben wird, sagt Ian Hickson, der Googles Mitglied bei WHATWG ist und derzeit als Editor für HTML5 tätig ist. „Die meisten Einwände scheinen auf einem Missverständnis zu beruhen, dass Browser auf einer bestimmte Version beharren." Schrieb Hickson als Kommentar im WHATWG-Blog . „Aber dies ist nicht der Fall. Browser verwenden immer die aktuellste Version, denn in dieser wurden alle Fehler behoben."

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Das stimmt zweifelsohne. Wenn wir heute einen Browser entwickeln würden, wären wir darum bestrebt die aktuellste Version des Standards zu verwenden. Wir wären dazu gezwungen, um mit Apple, Google, Mozilla und Opera Software zu konkurrieren. Jedoch scheint Hickson zu ignorieren, dass nicht jeder, der mit HTML zu tun hat ein Browser-Anbieter ist.

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Die Browser-Anbieter können darauf abzielen, immer die aktuellste Version zu unterstützen, aber letztendlich müssen auch diese ihr Produkt zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlichen. Und wenn die Anbieter das tun, dann werden die Kunden einen Browser nutzen, welcher eine bestimmte HTML-Version unterstützt. Ohne eine Versionsnummer, an der Sie sich orientieren können, wird es für den Kunden nahezu unmöglich zu wissen, geschweige denn zu verstehen, was die aktuelle HTML-Version ist und welche Vorteile diese bietet.

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Die Folgen gehen sogar noch weiter. Angenommen es gäbe Browser, welche immer die aktuellste HTML-Spezifikation verwenden, dann könnte sich Googles Chrome Browser damit zwar rühmen, weil er sich regelmäßig automatisch aktualisiert, aber das würde sicherlich nicht für alle Browser gelten. Insbesondere sind Unternehmen für deren langsame Aktualisierungszyklen bekannt, folglich würden diese mit alten HTML-Spezifikationen arbeiten. Ohne eine durchgehende Versionsnummerierung für HTML wird es nicht deutlich, was sich durch die Aktualisierung des Browsers ändert. Dies hätte zur Folge, dass Updates in IT-Abteilungen noch schwieriger zu rechtfertigen wären.

Aber am härtesten würde es sicherlich die unabhängigen Web-Entwickler treffen. Diese müssen sich derzeit damit herumschlagen, dass der zukünftige Standard, nach eigenen Angaben der WHATWG, nie fertig gestellt wird. Unternehmen, die Entwickler für den Aufbau einer Webseite einstellen, scheren sich nicht um Web-Spezifikationen oder Versions-Nummern. Sie interessiert nur das Ergebnis. Die Unternehmen wollen gut aussehende Webseiten, die auf möglichst vielen Browsern funktionieren. Aber wie ermitteln Sie den Arbeitsumfang oder wie konkretisieren Sie gar den Kodierungsstandard für ein Projekt, wenn Sie nicht einmal in der Lage sind, auszudrücken welche HTML-Spezifizierung Sie verwenden? Und was tun Sie, wenn sich die Spezifikation ändert, bevor Sie das Projekt beendet haben?

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