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Die perfekte externe Festplatte finden

15.06.2017 | 09:30 Uhr |

Externe Festplatten eignen sich hervorragend für Backups und um Daten unkompliziert zu transportieren. Doch gibt es die Geräte mittlerweile in allen möglichen Ausführungen. PC-WELT sagt Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten sollen, damit Sie möglichst lange etwas von Ihrer externen Festplatte haben.

Mit einer externen Festplatte oder einem portablen SSD-Laufwerk am USB-Anschluss können Sie Daten speichern, transportieren und einfach den Festplattenplatz Ihres PCs kostengünstig erweitern. Eine USB-3.0-Festplatte oder ein SSD-Laufwerk mit USB 3.0/3.1 passt auch an einen alten USB-Anschluss, läuft dann mit vergleichsweise lahmem USB-2.0-Tempo. Angeboten werden externe Festplatten fertig konfektioniert mit Speicherkapazitäten bis 10 Terabyte. Schon ab 45 Euro sind Platten mit 1 TB Kapazität zu haben. 4 TB externen Plattenspeicher kosten zwischen 100 bis 140 Euro, Speicherriesen mit 8 TB Kapazität kosten um die 250 Euro.

Externe SSDs gibt es mit bis zu 2 TB Speicherkapazität. Externe SSDs sind zwar schnell, kompakt und überaus robust – aber auch vergleichsweise teuer. Modelle mit 500 GB Speicher kosten zwischen 150 und 200 Euro. Für 1 TB SSD-Speicher im Gehäuse bezahlen Sie rund 400 Euro, für 2 TB-Varianten werden über 650 Euro fällig. Eine SSD im externen Gehäuse ist vor allem dann empfehlenswert, wenn die Geschwindigkeit an erster Stelle stehen soll.

Test: Die besten externen 2,5-Zoll-Festplatten

Handliche externe Festplatten oder stationäre Modelle

Auswahl satt: Externe Festplatten gibt es in verschiedenen Ausführungen und Bauformen mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten.
Vergrößern Auswahl satt: Externe Festplatten gibt es in verschiedenen Ausführungen und Bauformen mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten.
© Seagate

Bei externen Festplatten – hier steckt meist ein internes Laufwerk mit SATA-300/600-Anschluss (300 oder 600 MBit/s Datenrate) in einem USB-3.0-Gehäuse – haben Sie die Wahl zwischen Laufwerken im 2,5- und im 3,5-Zoll-Format. Der Vorteil der kleineren Ausführungen: Sie sind durch ihre Kompaktheit besonders mobil und leicht, zudem arbeiten die Laufwerke meist leise und energiebewusst. Dafür ist ihre Kapazität derzeit auf 4 TB begrenzt. Anders als manche externe 3-5-Zoll-Festplatten besitzen externe 2,5-Zoll-Laufwerke keinen Netzschalter.

Das bedeutet: Hängen Sie am PC oder Notebook, ziehen sie Strom – auch im Leerlauf. Eine Konsequenz des (hohen) Stromverbrauchs ist die Wärmeentwicklung. Meist heizen sich externe Festplatten, die viel Strom ziehen, auch überdurchschnittlich hoch auf.

Extern genutzte 3,5-Zoll-Platten eignen sich dagegen bestens für den stationären Gebrauch und bieten höhere Kapazitäten – derzeit bis zu 10 TB. Allerdings benötigen sie eine eigene Stromversorgung und sind dementsprechend leistungshungriger sowie lauter im Betrieb als ihre externen 2,5-Zoll-Kollegen. Letzteres liegt vor allem daran, dass die Laufwerke aufgrund der eigenen Stromversorgung, die wiederum mehr Hitze erzeugt, mit einem Lüfter ausgestattet sind, der im Betrieb zu hören ist.

Checkliste: USB-Festplatten und USB-SSDs

Einsatzgebiet: Irgendwann ist jede interne Festplatte voll – unzählige Fotos, die MP3-Sammlung und Videos in hoher Auflösung beanspruchen große Mengen Speicherplatz. Für ergänzende Speicherkapazität sorgt eine externe USB-Festplatte oder ein externes SSD-Laufwerk für den USB-Anschluss.

Geschwindigkeit: Im Alltagseinsatz mit USB 3.0 sind bei Festplatten Datentransferraten von bis zu 250 MB pro Sekunde realistisch. Externe SSDs sind etwa doppelt so schnell – aber nur, wenn Laufwerk und PC mit USB 3.1 ausgestattet sind. Mit USB 3.0 sind um 375 MB pro Sekunde möglich.

Lebensdauer: Die Gehäuse externer Laufwerke sind in der Regel recht robust, lediglich der verbaute Controller zur Ansteuerung der Festplatten ist mitunter eine Schwachstelle. Ansonsten gelten für externe Festplatten und SSDs die gleichen Haltbarkeitskriterien wie beim Einsatz in Desktop-PCs.

Ausfallsicherheit: Es gibt gleich zwei mögliche Ursachen für einen Ausfall externer Laufwerke. Der Controller im Gehäuse kann ebenso Schaden nehmen wie die verbaute Festplatte/SSD. Im Falle eines defekten Controllers kann das Gerät in einem anderen Gehäuse weiterverwendet werden.

Speicherkapazität: Externe Festplatte in kompakter und leichter 2,5-Zoll-Bauweise kommen ohne Netzteil aus und sind mit bis zu 5 TB Kapazität erhältlich. Modelle in 3,5-Zoll-Bauweise sind größer, schwerer und weniger mobil, dafür aber mit bis zu 10 TB Speicherkapazität zu haben. Die derzeit größte mobiltaugliche SSD ist die Samsung SSD 850 EVO 4 TB und bietet 4 TB Speichervolumen.

Preis: Das Gigabyte formatierten Speicherplatz gibt es bereits für rund zwei Cent. Externe Laufwerke kosten im Versandhandel meist nur wenig mehr als die jeweils verbaute Festplatte als Einzelkomponente. Externer SSD-Speicherplatz ist vergleichsweise drei bis vier mal so teuer.

Für maximale Geschwindigkeit bei der Datenübertragung

Immer dabei: Externe Festplatten kann man problemlos zusammen mit Notebooks transportieren.
Vergrößern Immer dabei: Externe Festplatten kann man problemlos zusammen mit Notebooks transportieren.

Wer besonders hohe Ansprüche an eine Festplatte stellt und sie beispielsweise als Backup-Speicher nutzt, der will in erster Linie das Maximum an Geschwindigkeit beim Lesen und Schreiben von Daten. Achten Sie also bei einer externen Festplatte unbedingt auf den USB- 3.0- Anschluss – der zum Teil bei Altmodellen noch erhältliche USB-2.0-Standard ist spürbar langsamer bei der Datenübertragung!

Aktuelle externe Festplatten lassen sich durch die Bank per USB 3.0 an den Rechner anschließen. Dadurch arbeiten die Platten sehr schnell – theoretisch mit bis zu 500 MB pro Sekunde. Doch wird dieses Tempo in der Praxis so gut wie nie erreicht. Immerhin lässt sich sagen, dass 3,5-Zoll-Laufwerke meist schneller arbeiten als ihre 2,5-Zoll-Kollegen. Das liegt unter anderem daran, dass die Festplatten im 3,5-Zoll-Bereich mit 7200 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz kommen. Bei den schmaleren 2,5-Zoll-Varianten drehen die Platten meist nur 5400 mal in der Minute.

Tipp: Portable SSDs von Samsung im Preisvergleich

Ein weiterer technisch bedingter Grund für die höheren Datenraten bei Festplatten in der 3,5-Zoll-Bauweise liegt in ihren größeren Datenscheiben. In den äußeren Ringen einer Datenscheibe ist die Datenrate höher als in den inneren Ringen, da die Festplatte mit einer Umdrehung mehr Speicherfläche unter dem Schreib-Lesekopf entlangführt als mit einer Umdrehung im inneren und kleineren Bereich der Scheibe. Da die Datenscheibe einer 3,5-Zoll-Festplatte insgesamt einen größeren Durchmesser und damit auch einen größeren Umfang aufweist als die einer 2,5-Zoll-Festplatte, transportiert sie mit einer Bewegung mehr Speicherfläche bei gleicher Geschwindigkeit. Im Falle einer SSD sollten Sie zu einem Modell mit PCI-Express-Anschluss und internem Raid-Controller greifen. Hinsichtlich einer möglichst langen Lebensdauer einer SSD sollten Sie einen Blick auf die Garantie, die vom Hersteller angegebene Gesamtschreibleistung (Terabytes Written = TBW) sowie die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) werfen. Zehn Jahre Garantie, eine TBW von deutlich über 50 TB sowie eine MTBF von mehr als eine Millionen Stunden zeichnen eine gute SSD aus. Viele Hersteller koppeln inzwischen die Garantiezeit mit der Gesamtschreibleistung – sie erlischt, wenn bei einer Festplatte die TBW überschritten wurden.

Gehäuse: Standard oder Rugged?

Neben den zahlreichen Varianten mit Standardgehäusen sind spezielle Rugged-Modelle erhältlich, die sich für den Outdoor-Einsatz eignen und dank ihrer gepufferten Gehäuse starke Erschütterungen absorbieren sollen. Die Festplatte oder SSD im Inneren ist besser vor mechanischen Beschädigungen geschützt.

Tipps: Das optimale externe Laufwerk finden

Kapazität: Die prominenteste Angabe in der Produktbeschreibung externer Festplatten und USB-SSDs ist der Speicherplatz. Dabei sollten Sie beachten, dass die Herstellerangabe nicht mit der formatierten Kapazität übereinstimmt. Eine 1-TB-Festplatte bietet 931,5 GB tatsächlich nutzbaren Speicher. Grund für diese Diskrepanz: Die Festplatten- und SSD-Hersteller nutzen das Dezimalsystem, Betriebssysteme arbeiten dagegen nach dem Binärsystem. Um beispielsweise 1000 Bytes zu speichern, sind tatsächlich 1024 Bytes Platz nötig. Zum Beweis: 465,8 * 1024 (entspricht MB) * 1024 (entspricht KB) * 1024 (entspricht Byte) = 500,1 GB.

Tempo: Während die Kapazität stets genannt wird, fehlt meist eine Angabe, wie schnell das Laufwerk arbeitet. In der Regel können Sie derzeit im 3,5-Zoll-Bereich davon ausgehen, dass Festplatten mit 7200 Umdrehungen pro Minute (RPM) zum Einsatz kommen. Festplatten mit 5400 RPM werden weniger warm und verbrauchen zusätzlich weniger Strom.

Dauerbetrieb: Extern genutzte Festplatten sind nicht selten rund um die Uhr in Betrieb. Spezielle Festplatten-Serien sind auf diesen Einsatz zugeschnitten. Die Platten arbeiten vibrationsarm und damit leiser. Sie sind auf den Dauerbetrieb ausgelegt und kommen mit höheren Betriebstemperaturen besser zurecht als Desktop-Platten. Beispiele dieser Plattenserien finden sich bei Western Digital unter dem Namen WD Red oder bei Seagate als NAS HDD. Diese Festplatten sind im Internet-Versandhandel rund 10 bis 15 Prozent teurer als Modelle ohne spezielle NAS-Freigabe.

Sicherheits-Extras: Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, statten manche Hersteller ihre externen Festplatten mit besonderen Eigenschaften aus. So bieten einige Laufwerke eine AES-Verschlüsselung, ein Tastenfeld für Zugangscodes, eine RFID-Kennung oder einen Fingerabdruckscanner.

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