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Kameratechniken: Der Autofokus

20.07.2012 | 12:00 Uhr | Verena Ottmann

Wer beim Fotografieren nicht selbst scharf stellen möchte oder die Kamera diese Funktion nicht bietet, ist auf die Hilfe des Autofokus (AF) angewiesen. Egal, welches Motiv Sie wählen: Der Autofokus sorgt dafür, dass das Bild scharf wird - vorausgesetzt, Sie befinden sich in seinem Schärfebereich. Und das ist vor allem beim Zoomen nicht ganz einfach, da der Abstand zum Motiv schnell zu kurz für den Autofokus gerät. Dann helfen nur das Umsteigen auf den manuellen Fokus oder eine veränderte Position. Bei Systemkameras und Spiegelreflexmodellen können Sie alternativ zum Autofokus auch manuell über den Objektivring fokussieren. 

Haben Sie sich für den Autofokus entschieden, bleiben Ihnen meist zwei Einstelloptionen: Sie können die Position der Messfelder verändern und die Arbeitsweise des Autofokus wählen (kontinuierlich oder nur beim Auslösen). Welcher Typ Autofokus zum Einsatz kommt, entscheidet jedoch der Kamerahersteller. 

Phasenvergleichs-Autofokus: Schnell, aber kein Vorschaubild

Phasenvergleichs-Sensor der Nikon D3200
Vergrößern Phasenvergleichs-Sensor der Nikon D3200
© Nikon

Beim Phasenvergleichs-Autofokus sorgen mehrere dedizierte AF-Sensoren für das Scharfstellen. Dabei unterscheidet man zwischen Liniensensoren, die nur auf vertikale Strukturen scharfstellen, und Kreuzsensoren, die auf vertikale und horizontale Strukturen fokussieren. Die AF-Sensoren erfassen das Motiv an zwei Punkten mit vergleichbarer Helligkeit. Passen die Ergebnisse zusammen, stimmt die Fokussierung. Falls nicht, berechnet der Autofokus die Abweichung und setzt den Fokussierpunkt entsprechend um.

Die Nachteile dieser Methode: Die AF-Sensoren sitzen im Kameraboden und benötigen zum Arbeiten den heruntergeklappten Spiegel. Da die Live-Vorschau jedoch einen hochgeklappten Spiegel voraussetzt, muss der Spiegel  für den Autofokus kurz herunterklappen. Das verursacht einerseits ein Geräusch, andererseits verschwindet das Vorschaubild kurz. Außerdem kann es durch mechanische Toleranzen der AF-Sensoren zu Ungenauigkeiten kommen, die umso kritischer sind, je lichtstärker ein Objektiv ist.

Kontrast-Autofokus: Spiegel kann bleiben, arbeitet aber etwas langsamer

Vergleich: Kontrast- und Phasenvergleichs-Autofokus
Vergrößern Vergleich: Kontrast- und Phasenvergleichs-Autofokus
© Panasonic

Eine Alternative zum Phasenvergleichs-Autofokus bildet der Kontrast-Autofokus .  Er benötigt keine extra AF-Sensoren, da der Bildsensor die Kontrastmessung selbst übernimmt. Um die optimale Schärfe zu erhalten, wird die Fokussierung in mehreren Messdurchgängen so lange verändert und dabei der Kontrast gemessen, bis dieser wieder abfällt. An der Stelle des höchsten Kontrastes ist die Fokussierung dann korrekt. Vorteil des Kontrast-AF: Der Spiegel muss nicht hochgeklappt werden, da der Autofokus die Daten des Bildsensors nutzt. Der Nachteil dieses Verfahrens: Es dauert länger als der Phasenvergleichs-AF, was im typischen „Pumpen“ resultiert.

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