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Kabel-Internet - Was es zu beachten gilt

25.01.2010 | 15:00 Uhr |

Wie auf der ersten Seite beschrieben, hat Internet übers TV-Kabel einige Vorteile. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die es zu beachten gilt:

1. Keine freie Providerwahl: Sie sind auf den Anbieter festgelegt, der auch den Hausanschluss fürs Kabel-TV betreibt. Wenn Sie mit dessen Preisen oder Leistung unzufrieden sind, können Sie nicht zu einem anderen Kabel-TV-Anbieter wechseln.

2. Satelliten- und DVB-T-Nutzer zahlen manchmal drauf: Voraussetzung für Kabel-Internet ist ein Kabelanschluss, für den monatliche Gebühren anfallen. Wenn Sie ihn nicht ohnehin nutzen, müssen Sie zu dem Internet- und Telefon-Tarif noch die TV-Empfangsgebühren hinzurechnen. Löbliche Ausnahme ist Kabel Deutschland: Hier wird der TV-Empfang auf Wunsch gesperrt und dann auch nicht berechnet.

Kabel-Modem von Motorola
Vergrößern Kabel-Modem von Motorola
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3. Andere Hardware: Um über den Kabelanschluss zu surfen, erhalten Sie vom Anbieter kostenlos ein Kabelmodem zur Verfügung gestellt. Einen vorhandenen (WLAN-)DSL-Router mit integriertem DSL-Modem können Sie nicht ohne weiteres benutzen. Bei manchen Geräten lässt sich der Modem-Teil aber abschalten oder umgehen, so dass sie sich hinter das Kabelmodem stecken lassen. Bei den meisten Fritzboxen ist das der Fall. Alternativ erhalten Sie vom Anbieter einen neuen WLAN-Router entweder kostenlos oder für einige Euro. Auf der CeBIT will AVM eine Fritzbox mit integriertem Kabelmodem vorstellen.

4. Geteiltes Medium: In der Regel sind in jeder Straße oder jedem Wohnblock mehrere Häuser und Wohnungen an einen Kabelstrang angeschlossen. Sie teilen sich daher unfreiwillig die Bandbreite. Da das Kabel aber zurzeit noch hohe Kapazitätsreserven bietet, ist für die nächsten Jahre kein Engpass zu erwarten. An einer Lösung für die mittlere oder ferne Zukunft arbeiten die Netzbetreiber trotzdem schon heute.

5. Telefon auf VoIP-Basis: Bei fast allen Kabel-Internet-Anbietern erhalten Sie auch einen Telefonanschluss mit im Paket. Ihre bisherige Telefonnummer wird übernommen, Ihr Telefon stecken Sie dann ins Kabelmodem statt in die Telekom-Telefondose. Die Übertragung der Sprachsignale läuft nicht über die Analog- oder ISDN-Technik, sondern per Voice over IP (VoIP), also digital über das Internet-Protokoll. Da die Vermittlungstechnik im Netz des Kabel-Internet-Anbieters steht, wandern die Sprachpakete aber nicht erst durchs offene Internet. Daher sollten Sie normalerweise keinen Qualitätsunterschied zum normalen Telefonnetz merken. In Einzelfällen berichten Kunden aber dennoch von schlechter Sprachqualität, Aussetzern oder Echos. Hier sind die Anbieter gefragt, in solchen Fällen schnell Abhilfe zu schaffen. Überigens: Auch einige DSL-Anbieter, zum Beispiel 1&1 , bieten keinen herkömmlichen Telefonanschluss, sondern setzen auf VoIP-Technik.

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