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Internet über LTE und die Nachteile alter Technik

01.09.2012 | 10:15 Uhr |

LTE: 100 MBit/s per Mobilfunktechnik

Die Technik: LTE steht für Long Term Evolution und gilt als Nachfolger des Mobilfunkstandards UMTS. Während jedoch bei UMTS (mit der Beschleunigungs-Technologie HSPA) aus technischer Sicht bei rund 42 MBit/s im Download Schluss ist, ermöglicht LTE eine Datenübertragungsrate von aktuell 100 MBit/s, mittelfristig 300 MBit/s und langfristig vielleicht sogar 1000 MBit/s über Mobilfunknetze. Im Upload sind aus technischer Sicht 50 MBit/s und mehr drin.

Schnelles Internet per LTE-Mobilfunk: Das aufwendige Verlegen von Leitungen in jedes Haus entfällt, dafür müssen sich mehrere Nutzer die vorhandene Gesamtbandbreite teilen. Je nach Bevölkerungsdichte kann das zu Engpässen führen.
Vergrößern Schnelles Internet per LTE-Mobilfunk: Das aufwendige Verlegen von Leitungen in jedes Haus entfällt, dafür müssen sich mehrere Nutzer die vorhandene Gesamtbandbreite teilen. Je nach Bevölkerungsdichte kann das zu Engpässen führen.
© Vodafone Deutschland

Die Probleme: Alle Nutzer einer LTE-Funkzelle müssen sich die zur Verfügung stehende Maximalbandbreite teilen. Je nachdem, wie groß die Funkzelle ist, wie dicht das von ihr versorgte Gebiet von LTE-Nutzern besiedelt ist und welche Frequenz sie nutzt, kann das dazu führen, dass die Geschwindigkeit pro Nutzer sinkt. Besonders in ländlichen Regionen, in denen kein DSL zur Verfügung steht und in denen LTE quasi als Ersatz angeboten wird, klagen einige Nutzer über zu geringes Surf- und Download-Tempo, vor allem in den stark frequentierten Abendstunden. Damit die Lage nicht noch mehr eskaliert, gibt es zum einen pro Anwender eine generelle Geschwindigkeitsobergrenze, die je nach Tarif zwischen 3,6 MBit/s und 50 MBit/s liegt. Nur in entsprechend versorgten Großstädten und Ballungsgebieten sind die vollen 100 MBit/s zu haben – zumindest unter Idealbedingungen. Zum anderen greift eine Drosselung ab einem übertragenen Datenvolumen von 5 GB bis 30 GB (tarifabhängig). Die Geschwindigkeit sinkt dann für den Rest des Monats auf 0,4 MBit/s (384 KBit/s).

LTE - Verfügbarkeit, Smartphones und Preise

Alte Technik bremst den Highspeed-Anschluss aus
Sie haben das Glück, sich einen der genannten turbo-schnellen Internetanschlüsse schalten lassen zu können? Und er bietet nominell auch die versprochene Geschwindigkeit – zu testen zum Beispiel über speed.io (Angebot der PC-WELT) und speedtest.net ? Herzlichen Glückwunsch. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass Sie sich fortan immer auf sekundenschnelle Downloads riesiger Dateien freuen können. Wie schnell Sie letztlich Dateien aus dem Internet herunterladen können, hängt nämlich nicht nur von Ihrem Anschluss ab. Viele Server im Internet begrenzen die Download-Geschwindigkeit pro Besucher, um eine gleichmäßige und stabile Auslastung sicherzustellen. Sie sind schlicht und ergreifend noch nicht darauf eingerichtet, dass immer mehr Anwender mit Bandbreiten von 25, 50, 100 MBit/s und mehr unterwegs sind. Und die Aufrüstung von Server- und Übertragungskapazitäten ist nicht gerade billig.

Geschwindigkeit satt: Wenn die Tachos von www.speed.io bei Ihnen auch so stark ausschlagen, können Sie sich glücklich schätzen. Das heißt aber leider nicht, dass alle Downloads so schnell durch die Leitung rauschen.
Vergrößern Geschwindigkeit satt: Wenn die Tachos von www.speed.io bei Ihnen auch so stark ausschlagen, können Sie sich glücklich schätzen. Das heißt aber leider nicht, dass alle Downloads so schnell durch die Leitung rauschen.

Viel mehr als ein paar MBit/s erreichen Sie daher, zumindest bei vielen kostenfreien Download-Diensten, nur sehr selten. Richtig ausreizen können Sie Ihren Anschluss also prinzipiell nur, wenn Sie – oder mehrere Benutzer in Ihrem Haushalt oder Büro – gleichzeitig Downloads von unterschiedlichen Quellen tätigen. Oder wenn Sie das Glück haben, auf einen Download-Server zu treffen, der über ein CDN (Content Delivery Network) angebunden ist, seine Daten also über einen weltweiten Server-Verbund wie beispielsweise den von Akamai oder auch Amazon Cloudfront ausliefert.

Allerdings könnte sich auch Ihr Internetanbieter als Flaschenhals herausstellen, zum Beispiel wenn seine Vermittlungsstellen nicht schnell genug an seine Haupt-Internetleitung („Backbone“) angebunden sind. Oder dann, wenn das Backbone nicht schnell genug mit den Netzen anderer internationaler Provider zusammengeschaltet ist. Das führt zu dem Phänomen, das schon heute viele Nutzer beobachten: Trotz 16-, 25- oder gar 50-MBit/s-Anschluss werden etwa Youtube-Videos teils stockend geladen. So kommt keine Freude am Highspeed-Anschluss auf. Es bringt in solchen Fällen leider nur selten etwas, sich bei seinem Internet-Provider zu beschweren. Die meisten reden sich dann nämlich damit heraus, dass sie keine feste Geschwindigkeit garantieren, sondern nur einen „Bis zu“-Maximalwert.

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