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Infrastruktur und technische Kompetenz

Wer seine Internet-Anwendung im eigenen Gebäude betreiben möchte, benötigt zunächst eine ausreichende Anbindung an das Internet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese stets anhand der zu erwarteten Lastspitzen dimensioniert werden muss. Sollten die verfügbaren Standleitungen nicht ausreichen, so empfiehlt sich unter Umständen eine eigene Anbindung über Glasfaser an das Internet. Das ermöglicht zwar hohe Bandbreiten über große Entfernungen, ist jedoch sehr kostspielig und keinesfalls kurzfristig realisierbar. Neben der Gebühr für die ausreichend dimensionierte Standleitung addieren sich hier noch die Volumengebühren. Im Einzelfall kann die Summe dieser Kosten bereits die finanziellen Aufwendungen für das Unterstellen der eigenen Server bei einem Hoster übersteigen.

Ein Rechenzentrum zeichnet sich gegenüber einem "Server-Raum" durch eine Reihe wichtiger Infrastrukturkomponenten aus. Von zentraler Bedeutung ist dabei sicherlich die Klimaanlage. Diese muss einerseits ausreichend dimensioniert sein, um auch im Hochsommer dauerhaft für ausreichende Kühlung zu sorgen. Andererseits kann der Einsatz veralteter oder überdimensionierter Klimatechnik hohe laufende Stromkosten verursachen. Zudem zeichnen sich moderne Rechenzentren durch Zugangskontrollen, moderne USV-Anlagen, Diesel-Notstromgeneratoren, Rauchmelder und Argon-Löschsysteme sowie Kamera-überwachung aus. Um Ausfallzeiten weitestgehend zu vermeiden, sind möglichst alle Komponenten redundant vorzuhalten. Dazu gehört nicht nur die Internet-Anbindung, sondern auch Server-Hardware, Netzteile, Klima- und USV-Anlage.

Technische Kompetenz

"Klasse und Masse" lautet hier die Devise für alle, die ihre unternehmenskritische Anwendung selbst betreiben wollen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass neben dem 24/7-Betrieb auch Urlaubs- und Krankheitszeiten gestemmt werden müssen.

Eine Auslagerung des Servermanagements an einen Dienstleister verspricht hier nicht nur eine Senkung der Personalkosten, sondern vor allem die Entledigung von Verantwortung. Doch auch hier steckt der Teufel im Detail: Bei der Co-Location übernimmt der Dienstleister lediglich die Überwachung der Basis-Infrastruktur (Schrank, Strom, Netzwerk). Beim Managed Hosting garantiert der Dienstleister die Verfügbarkeit von Infrastruktur, Server-Hardware und Betriebssystem. Einzig für die Funktion der Applikation selbst ist in jedem Fall der Betreiber selbst zuständig.

Damit im Störfall die Ausfallzeit so gering wie möglich ist, sollte bei der Auswahl eines Dienstleisters die Frage nach Prozessen, Eskalationsplänen, Ausfallszenarien und klar definierten Schnittstellen zwischen Kunde und Dienstleister eine angemessen große Rolle spielen.

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