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Hardware und System: Mit Inxi erreichen Sie alle Infos zu Rechner und Betriebssystem

10.02.2016 | 13:55 Uhr |

Welches System läuft hier? Welche Festplatten sind gemountet, und wie steht es um die Systemauslastung? Solche Fragen beantworten sich schnell und zielsicher, wenn Sie überall dasselbe verlässliche Werkzeug verwenden.

Auf grafische Tools ist unter den zahlreichen x86-und ARM-Distributionen nur bedingt Verlass. Auf dem einen System liegen sie vor, auf dem nächsten nicht – und, hat man Pech, auch nicht in den Paketquellen. Auf SSH-administrierten Servern fehlen grafische Abfragemöglichkeiten von vornherein. Wer eine zuverlässige Informationsquelle sucht, die auf jedem Linux funktioniert, nutzt daher am besten die Kommandozeile und muss dabei das Rad nicht neu erfinden.

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Eigene Bash-Scripts oder inxi?

Es bleibt jedem vorbehalten, sich auf die Websuche nach guten Info-Scripts zu machen oder gar „from scratch“ selbst loszulegen. Tatsache ist aber, dass mit inxi bereits ein Tool vorliegt, das als Bash-Script auf jedem Linux-Gerät laufen sollte. Das Script-Monster mit aktuell 14000 Codezeilen deckt so ziemlich alle Belange vorbildlich ab und ist dabei erstaunlich fix. In einigen Distributionen wie Ubuntu und Mint ist (ein allerdings älteres) inxi sogar über die offiziellen Paketquellen erhältlich:

sudo apt-get install inxi

Die aktuellste Version erhalten Sie mit

wget http://smxi.org/inxi --no-check-certificate

oder per Cut & Paste des Quellcodes von http://smxi.org/inxi . Wenn Sie inxi auf diese manuelle Weise kopieren, sollten Sie es anschließend mit Administratorrechten nach „/usr/bin“ verschieben, damit es im Terminal ohne explizite Pfadangabe gefunden wird. Außerdem müssen Sie es mit dem Dateimanager über „Eigenschaften -> Zugriffsrechte“ oder im Terminal mitchmod +x inxi ausführbar machen.Nach einer manuellen Kopie des Quellcodes, die auf vielen Distributionen unvermeidbar ist, fehlen inxi eventuell einige Hilfsprogramme, etwa die mesa-utils oder das Filterwerkzeug gawk. Es handelt sich um Standard-Tools, die Sie auf jedem System über die offiziellen Paketquellen schnell nachinstalliert haben. Sollte noch mehr fehlen, liefert der Aufruf

inxi -recommends

ausführliche Infos über vorhandene wie fehlende Quellen und Tools.

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Das einfache Script „ii.sh“ nutzt inxi, sorgt aber für mehr Übersicht und zeigt Erweiterungsmöglichkeiten.
Vergrößern Das einfache Script „ii.sh“ nutzt inxi, sorgt aber für mehr Übersicht und zeigt Erweiterungsmöglichkeiten.

inxi durch Aliases vereinfachen

Das Tool hat annähernd hundert Schalter zur Auswahl bestimmter Infos und ihrer Darstellung (siehe inxi -help). Am einfachsten ist der Einsatz der Verbose-Level v0 bis v7, so etwa der Befehl inxi -v7 mit maximaler Gesprächigkeit innerhalb dieser Levels. Allerdings ist es nicht so, dass diese vereinfachenden Levels das ganze Spektrum abdecken würden. So ist folgende Task-Analyse à la top oder htop in diesen Levels gar nicht vorgesehen:

inxi -tc3 -tm3

Dies liefert die drei jeweils Ressourcen-intensivsten Tasks für CPU (c) und Speicher (m). Genauso wenig ist eine Anzeige der Repositories mit inxi -r in den Verbose-Level enthalten.

Wer also mit einem Befehl möglichst eine Komplettübersicht erhalten will, kann dies mit einem Alias in der Datei „~/.bashrc“ erzielen, das mehrere inxi-Schalter kombiniert:

alias info='inxi -v7; echo " "; inxi -tm3; echo " "; inxi -tc3

Da inxi die Informationen nach Schalter „-c“ und Farbcode 1 bis 32 zwar schick in allen möglichen Farbkombinationen (siehe inxi -c94), aber dabei äußerst komprimiert präsentiert, erzielen Sie ein besser lesbareres Resultat, wenn Sie mit einem Alias obigen Musters einzelne Infos abfragen und durch Leerzeilen trennen. Im Übrigen ist unabhängig von einem Verbose-Level auch jede Kombination von Einzelinformationen in der Form

inxi -SMACmdp

Dies würde System (S), Motherboard (M), Audiogeräte (A), Prozessor (C), Speicher (m), Festplatten (d) und Partitionen (p) abfragen. inxi arbeitet angeforderte Infos hartcodiert nach eigener Priorität ab, so dass die Reihenfolge der Schalter beliebig ist.

Was inxi auf wenigen Zeilen an Infos anbietet, ist beeindruckend, aber nicht immer leicht zu erfassen.
Vergrößern Was inxi auf wenigen Zeilen an Infos anbietet, ist beeindruckend, aber nicht immer leicht zu erfassen.

Wie Sie inxi ergänzen können

Richtung User-Verwaltung und Netzwerkfreigaben hält sich inxi zurück, wohl weil sich hier die Linux-Distributionen noch deutlicher unterscheiden als an anderen Stellen. Schon jetzt besteht ein großer Teil des Codes darin, die Eigenheiten diverser Linux-Systeme zu berücksichtigen. Eine Ergänzung des Monster-Scripts durch den Einbau entsprechender Abfragen wäre heikel, das ist aber auch nicht notwendig. Weit einfacher ist es, den stattlichen Umfang von inxi in einem eigenen Script zu verwenden und das Fehlende in das eigene Script einzubauen. Es soll nur eine Ausgangsbasis vorgeben und zeigen, wie Sie sich das Memorieren und Durchsuchen der zahlreichen inxi-Schalter ersparen und wie Sie außerdem weitere Informationen einbauen.

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Das Script listet – wie im Startbild dieses Artikels gezeigt – die einzelnen Komponenten wie „Speicher“ oder „Laufwerke“ auf, und nach Eingabe der zugehörigen Kennziffer (bestätigt mit Eingabetaste) erhalten Sie das Ergebnis von inxi. Falls Sie sich mittelfristig an die eigentlichen inxi-Schalter gewöhnen wollen, werden diese jeweils rechts zur Info angezeigt. Einen Ausschnitt des simplen Scripts, das im Wesentlichen nur aus einer „Case“-Abfrage besteht, sehen Sie im Bild auf dieser Seite. Das Script ist am besten unter „/usr/bin“ aufgehoben und benötigt das Execute-Flag (chmod +x ii.sh). Eine Alternative ist der Einbau als „function“ in die versteckte Datei „~/.bashrc“. Dazu ist der gesamte Code einfach zwischen

function ii ()
{
[Code]
}

zu kopieren.

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Die öffentliche IP: Statt von http://smxi.org können Sie diese Info auch von Ihrer Homepage abrufen.
Vergrößern Die öffentliche IP: Statt von http://smxi.org können Sie diese Info auch von Ihrer Homepage abrufen.

Ein Datenschutz-Tipp zum Schluss

inxi -i oder der Sammelparameter inxi -v7 liefert die externe WAN-IP Ihres Rechners. Diese Info ist für viele Nutzer wichtig, die heimische Server-Dienste durch Portfreigaben im Router über das Internet erreichbar machen. Dabei erhält aber auch immer der Server, der diesen Service anbietet, diese Information. Und es ist nicht jedermanns Sache, dem von Google gesponserten Script inxi diese externe IP mitzuteilen (siehe auch unseren Themenschwerpunkt „Herr über die eigenen Daten“). Wer eine eigene Homepage hat, kann sich die externe IP aber auch von dort liefern lassen. Dazu reicht, wie im Internet leicht genauer zu recherchieren, im Prinzip ein ganz simples PHP-Script:

<?php
$ip = $_SERVER["REMOTE_ADDR"];
Echo $ip;
?>

Wenn Sie ein solches PHP-Script auf Ihrem Server ablegen, können Sie im inxi-Code die Adresse hinter „WAN_IP_URL“

WAN_IP_URL='http://smxi.org/opt/ip.php'

durch die Adresse Ihres eigenen Script ersetzen. Dann nutzt inxi künftig Ihre eigene Homepage, um die externe IP zu ermitteln.

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