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Im Dauertest: 39 Antiviren-Tools auf dem Prüfstand

25.01.2018 | 08:12 Uhr |

Die meisten Viren greifen Windows und Android an. Unser Dauertest zeigt, wie gut 19 Antivirenprogramme für Windows und 20 aktuelle Sicherheits-Apps für Android Schädlinge erkennen und blockieren.

Traditionell kommen viele Hersteller von Antivirensoftware im Herbst mit neuen Versionen auf den Markt. Diese tragen dann als Versionsnummer die Jahreszahl vom nächsten Jahr auf der Verpackung. Zuletzt also 2018. Allerdings sparen sich immer mehr Hersteller den Aufwand des Versionswechsels und vergeben für ihr Produkt einfach keine offiziellen Versionsnummer oder Jahresangaben mehr. Dennoch läuft bei vielen Nutzern zum Jahreswechsel das Schutz-Abo aus, und so bietet sich die Gelegenheit, eine andere Antivirensoftware auszuprobieren. Welche besonders gut abschneidet, verrät dieser Test.

Sicherheitspakete im großen Vergleichstest

Gewinner: Auf den ersten Platz schafft es die Software Kaspersky Internet Security . Weitere Infos zum Testsieger finden Sie im Kasten.

Auf den zweiten Platz kommt diesmal Norton Security , das beim Virenschutz mit der Note 1,02 ebenfalls sehr gut abschnitt. Neben den zumindest im Vergleich ganz guten Geschwindigkeitswerten überzeugte Norton mit einer einfachen Handhabung und guten Zusatzfunktionen.

Eine Überraschung gibt es auf Platz drei , wo sich McAfee Total Protection findet. Das Tool platzierte sich in früheren Tests mit meist nur durchschnittlich gutem Virenschutz auf den mittleren Rängen. Aktuell schneidet es deutlich besser ab und kommt nun zudem mit einer überarbeiteten Bedienerführung. Das war auch bitter nötig, da die bisherige Oberfläche teils deutlich vom gewohnten Standard abwich und die Suche nach einzelnen Einstellungen oft mühsam war. Die neue Oberfläche ist vielleicht noch nicht perfekt, macht aber vieles besser.

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Verlierer: Einen richtigen Verlierer gibt es in diesem Test eigentlich nicht, denn selbst das Programm auf dem letzten Platz dieses Tests, Eset Internet Security , bekommt noch die gute Note 2,3. Es landet auf dem 11. Platz, da es in der Kategorie Virenschutz in drei Tests an der hundertprozentigen Virenerkennung knapp gescheitert ist. Zudem ist es in allen Geschwindigkeitstests das langsamste Programm, was ihm ein Ungenügend eingebrockt hat. Diese Ergebnisse verwundern, da Eset eigentlich als flottes Programm bekannt ist. Ob es sich im aktuellen Test um einen Ausreißer handelt, werden wir im nächsten Test überprüfen.

Im Geschwindigkeitstest schneiden auch andere Programme nicht besonders gut ab. So erhalten die Tools von Avast und AVG nur die Note Ausreichend in dieser Rubrik. Alle anderen gehen mit einem Befriedigend nach Hause. Immerhin haben die Tools von F-Secure, Kaspersky, Microsoft und Norton noch eine Zwei vor dem Komma.

Die schlechteste Virenerkennung im Test zeigte erneut das Tool von Microsoft, der Defender . Das war auch in den vergangenen Vergleichstests stets der Fall. Trotzdem kann sich Microsoft freuen: Der Abstand zu den besten Tools beim Virenschutz hat sich stark verringert. Entsprechend enthält der Defender in der Kategorie Virenschutz die Note 2,05. Damit gilt: Wer sich kostenlos mit dem Windows-10-Bordmittel schützen möchte, erhält einen guten, aber keinen sehr guten Virenschutz.

Testergebnisse: Windows-Sicherheits-Tools
Vergrößern Testergebnisse: Windows-Sicherheits-Tools

Windows-Testsieger: Kaspersky Internet Security

Kaspersky Internet Security
Vergrößern Kaspersky Internet Security
© Kaspersky

Die Software Kaspersky Internet Security schaffte es mit einer guten bis sehr guten Leistung auf den ersten Platz. In der Testkategorie „Virenschutz“ schaffte das Tool mit einer durchgehend sehr guten Leistung eine glatte 1,0. Bei den anderen Testkategorien schnitt Kaspersky nicht ganz so gut ab, aber immer noch überwiegend gut, sodass die Gesamtnote bei 1,56 liegt. Im Geschwindigkeitstest schnitt Kaspersky mit der Note 2,72 am besten von allen Testkandidaten ab. Bereits in den vergangenen Vergleichstests bekam das Schutzprogramm durchweg gute bis sehr gute Noten und konnte so in den Tests von 2014, 2015 und zwei Mal 2017 den ersten Platz erringen.

Gratis oder kostenpflichtig: Im Test findet sich noch ein weiteres kostenloses Tool: Avast Free Antivirus . Es schneidet beim Virenschutz mit der Note 1,07 sehr gut ab und landet mit der Gesamtnote 1,77 auf dem 5. Platz. Wer also nicht den allerbesten Schutz für seinen Rechner benötigt, kann sich auch kostenlos vor Viren und Angriffen schützen. Wer lieber auf eines der etwas besseren, dafür kostenpflichtigen Programme setzt, kann sich diese meist vergünstigt über diverse Onlineshops besorgen. Auf den Websites der Hersteller selber gibt es dagegen nur selten Rabatte, meist werden dort die recht hohen unverbindlichen Preisempfehlungen verlangt.

So kostet der Testsieger beim Hersteller für fünf Geräte und ein Jahr rund 90 Euro (UVP). In anderen Online-Shops ist die Software schon ab 25 Euro zu haben (Stand November 2017). So lassen sich in diesem Fall 72 Prozent sparen! Windows 10: Die besten Tipps zu Sicherheit und Datenschutz

Aktuelle Bedrohungen für Windows-Nutzer

Erpresserviren (Ransomware) zählen neben Banking-Trojanern zu den spürbarsten Bedrohungen für den Anwender. Hat ein solcher Schädling einen Rechner befallen, verschlüsselt er alle Anwenderdaten und fordert ein Lösegeld. Viele Nutzer sind dann zahlungsbereit und senden die geforderten 100 bis 500 Euro in Form von Bitcoins an die Erpresser. Ob sie daraufhin einen Entschlüsselungscode erhalten, ist jedoch vollkommen ungewiss. Natürlich sollte Ihr Antivirenprogramm Ihren Rechner vor Ransomware schützen, und meist gelingt das auch. Sollten Sie dennoch einmal Opfer eines Erpresservirus werden, informieren Sie sich am besten zunächst auf der Website www.nomoreransom.org . Dort erfahren Sie, ob es für Ihren Fall eine kostenlose Entschlüsselungssoftware gibt.

Grundsätzlich ist ein Backup der eigenen Daten eine gute Absicherung gegen Erpresserviren. Achten Sie darauf, dass das Backup-Medium nach dem Sicherungsvorgang nicht am PC angeschlossen bleibt, damit ein Schädling nicht auch das Backup verschlüsseln kann.

Ein weiterer Trend bei den Virenangriffen geht in Richtung IoT (Internet of Things). Schädlinge befallen Geräte wie Router, Webcams und digitale Videorecorder. Die meisten Antivirenprogramme sind für solche Angriffe und Schädlinge komplett blind.

Testergebnisse der Sicherheits-Apps für Android

Der Testzeitraum bei den Antiviren-Apps reicht in unserer Auswertung von September 2016 bis Januar 2017 und umfasst drei Testläufe. Die meisten Apps schneiden dabei sehr gut ab. Die Erkennung von schädlichen Apps gelingt den Tools somit ganz hervorragend.

Die guten Ergebnisse resultieren allerdings nicht nur aus der guten Technik der Sicherheitsapps, sondern liegen auch an den recht einfach gestrickten Viren für Android. Ist den Antivirenherstellern erst einmal eine schädliche App bekannt, können sie diese meist sehr einfach erkennen und blockieren.

Android-Testsieger: Sechs Apps auf Platz 1

Android-Testsieger: Sophos
Vergrößern Android-Testsieger: Sophos
© Sophos

Gleich sechs Sicherheitsapps zeigten im Dauertest über drei Testzyklen hinweg keine nennenswerten Fehler und bekommen so allesamt die Note 1,0. Es sind die Apps von Bitdefender, Kaspersky, One App Limited, Sophos, Symantec und Tencent. Kostenlos sind dabei die Apps von Sophos und Tencent, wobei nur Sophos deutschsprachig erhältlich ist. Wenn Sie einen Gratis-Virenschutz für Android suchen, sollten Sie sich Sophos Mobile Security ansehen.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Ein raffinierter Android-Virus hat sich zum Beispiel in zwei Spiele-Apps versteckt. Jede App für sich ist zunächst harmlos. Auch der Schadcode in jeder der Apps ist für sich genommen noch ungefährlich. Erst wenn das Opfer beide Apps installiert hat, kann der Virus zuschlagen. Damit dieser Fall möglichst häufig eintritt, macht die eine App Werbung für die andere App.

Erläuterung zur Platzierung: Viele Sicherheitsapps schneiden gleichermaßen sehr gut ab. In diesen Fällen haben wir den Apps dieselbe Note geben und sie in der Tabelle alphabetisch nach dem Namen des Herstellers sortiert. Üblicherweise läuft in einem solchen Fall die Platzzählung weiter. Gibt es zwei erste Plätze, folgt darauf Platz drei und nicht zwei. Wegen der Vielzahl von Erstplatzierungen im aktuellen Test (insgesamt sind es sechs) haben wir auf diese Regel verzichtet.

Testergebnisse: Android-Sicherheits-Tools
Vergrößern Testergebnisse: Android-Sicherheits-Tools

Tipp: 40 geniale Sicherheitstools für Windows

So testen und gewichten AV-Test und PC-WELT

Die Sicherheitstests der Internet-Security-Programme hat das weltweit anerkannte Prüfinstitut AV-Test durchgeführt. Der Schwerpunkt der Tests lag dabei auf dem Schutz vor Viren. Alle Tests fanden im September und Oktober 2017 statt. Insgesamt wurden die Tools in diesen Kategorien getestet:

Virenschutz: In dieser Kategorie müssen die Programme zeigen, wie gut sie PC-Viren erkennen und blockieren können. Die Spezialisten von AV-Test prüfen die Tools mit ganz neuen Schädlingen. Diese nutzen meist Sicherheitslücken in Windows oder in Software aus, gegen die es zum Test- und Angriffszeitpunkt noch keine Updates gab. Die Ergebnisse finden Sie in der Tabellenzeile „Schutz gegen Zero-Day-Angriffe“. Zero Day beschreibt den Umstand, dass ein Angriff stattfindet, bevor vom Hersteller ein Update verfügbar ist. Damit kann nur das Antivirenprogramm den Schädling stoppen. Darüber hinaus nutzen die Spezialisten auch andere, aktuell stark verbreitete Angreifer, um die Abwehrfähigkeiten der Sicherheitspakete zu testen. Schließlich ist noch wichtig, dass die Programme möglichst wenige Fehlalarme absetzen. Bei einem Fehlalarm wird eine harmlose Datei als Virus gemeldet.

Weitere Schutzfunktionen: Hier prüfen wir unter anderem, ob die Programme auch eine Rettungs-DVD erstellen können oder zumindest zum Download anbieten. Außerdem sollten die Sicherheitspakete einen Kinderschutz haben, der unerwünschte Inhalte im Browser filtert und eine Zeitsteuerung für die PC-Nutzung bietet. Neu in dieser Kategorie ist der Check nach einem Heimnetzscanner. Dieser sollte alle Geräte im lokalen Netzwerk scannen und auf Schwachstellen abklopfen. Zu den Geräten sollten nicht nur PCs zählen, sondern auch der Router und smarte Geräte wie ein Smart-TV.

Geschwindigkeit: Eine Antivirensoftware muss die Dateivorgänge auf einem Rechner überwachen und bremst damit einen PC automatisch aus. Wie sehr ein Tool Ihr System bremst, variiert von Hersteller zu Hersteller stark. So verlangsamt der Testsieger Kaspersky den Aufruf von Websites nur um 15 Prozent und den Start von Programmen nur um 6 Prozent. Das Tool auf dem letzten Platz (Eset Internet Security) verlangsamt das Surfen dagegen um 20 Prozent und Programmstarts um ganze 64 Prozent.

Bedienung: Bei der Bedienung prüfen wir, ob die assistentenunterstützte Konfiguration das Tool bereits mit einen einzigen Klick in einen sicheren Zustand versetzen kann. Außerdem fließen die Existenz einer guten Programmhilfe sowie die persönliche Meinung des Testers in die Bewertung dieser Kategorie ein.

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