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Ihre Webcam weiß, was Sie letzten Sommer getan haben

30.12.2010 | 09:42 Uhr | Benjamin Schischka

Webcam-Spionage Illustration: Barry Blitt
Vergrößern Webcam-Spionage Illustration: Barry Blitt
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Ein Chat mit gegenseitiger Video-Unterstützung ist spaßig, keine Frage. Weniger lustig wird es hingegen, wenn nur die eine Seite etwas zu sehen kriegt - nämlich Sie. Ungewollt. Und das passiert häufiger, als Sie vielleicht denken. Im Februar 2010 machte eine Schule im Süden von Pennsylvania damit internationale Schlagzeilen. Die Schuldirektoren hatten ihren Schülern Mac Books zur freien Benutzung zur Verfügung gestellt, die Kamera allerdings von ihren Büros aus ferngesteuert, womit sie jederzeit die Schüler beobachten und sogar Fotos von ihnen schießen konnten. Nach Angaben der Schulleitung wurde diese Überwachungs-Software nur installiert, um verloren gegangene oder gestohlene Laptops wieder ausfindig zu machen. Die Eltern der Schüler reagierten empört und verklagten die Schulleitung.

Und das ist kein Einzelfall: Erst zwei Wochen zuvor berichtete eine Frau, sie sei mit ihrer eigenen Webcam vom einem Dell-Techniker ausspioniert worden. Herausgefunden hat sie das durch Zufall, als sich die Webcam ohne ihr Zutun immer wieder anschaltete. Das chinesische Webspionage-Netzwerk "GhostNet" hat nach eigenen Angaben bereits über 1300 PCs weltweit gehackt und auch deren Webcams kontrolliert. 2006 nahm die spanische Regierung zwei Jugendliche fest, nachdem sie die Webcams der örtlichen Hochschule gehackt hatten und versuchten, die Studenten mit peinlichen Fotos zu erpressen. 2004 kontrollierte ein Eindringling den Computer eines 15-jährigen Mädchens in Houston. Er steuerte ihre Webcam und schrieb ihr anschließend Nachrichten über die Kleidung, die sie trug.

Die Lösung : Wenn Sie eine externe Webcam besitzen, stecken Sie sie aus, wenn Sie sie nicht benutzen. Haben Sie stattdessen eine eingebaute Kamera, zum Beispiel an Ihrem Laptop, verdecken Sie die Linse mit einem Stück Papier.

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