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Hybride IT-Umgebungen: 6 wichtige Kompetenzen für die Verwaltung

19.01.2017 | 11:00 Uhr |

Der Markt entwickelt sich von traditionellen lokalen IT-Umgebungen hin zu hybriden Strategien, bei denen einige der kritischen Dienste lokal verwaltet werden, diese aber gleichzeitig mit anderen Diensten verbunden sind, die sich bereits in der Cloud befinden. Egal ob es einem Unternehmen um Kosteneinsparungen geht oder eher darum, die Flexibilität zu erhöhen - eines ist sicher: Migration kann nur dann gelingen, wenn qualifizierte IT-Fachkräfte am Ruder sind.

Auch wenn sich die neue Rolle der IT-Experten in dieser hybriden Welt nach den individuellen Anforderungen eines Unternehmens stark unterscheidet, müssen alle IT-Experten über breites Wissen in den unterschiedlichsten Bereichen verfügen, um erfolgreich zu sein.

Um diese Kernkompetenzen herauszufinden, haben wir vor kurzem eine Umfrage unter fast 100 IT-Experten weltweit durchgeführt, um herauszufinden, welche Fähigkeiten IT-Profis nach eigenen Angaben für die Verwaltung hybrider IT-Umgebungen unbedingt benötigen.

1. Serviceorientierte Architekturen (SOAs)

Je stärker sich Unternehmen hybriden IT-Modellen zuwenden, desto schlanker, flexibler und kosteneffizienter müssen sie werden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssen sie Hürden für den Einsatz der entsprechenden Technologien überwinden. Daher müssen IT-Experten Marktplatzdienste und Vorlagen nutzen und mit Anwendungsarchitekturen, verteilten Systemen, APIs und dem IT-Betrieb vertraut sein.

2. Automatisierung

In einer hybriden Welt sind Infrastruktur-Ressourcen nur noch ein Teil der Gleichung. Unternehmen benötigen für die Automatisierung mehr als nur Skripts, um eine reibungslosere Verwendung von Diensten zu ermöglichen. Die Automatisierung in einer hybriden IT-Umgebung muss die operative Ebene abstrahieren und Algorithmen des maschinellen Lernens integrieren, welche automatisch Dienste skalieren, verschieben und Fehler beheben. IT-Experten müssen ihre Automatisierungs- und Orchestrierungs-Workflows in Hersteller-APIs integrieren.

3. Hybride IT-Überwachung, Verwaltungstools/Messdaten

In hybriden IT-Umgebungen ist es besonders wichtig, einen vollständigen Überblick über das lokale Rechenzentrum und die Cloud zu behalten. IT-Experten müssen ein Tool entwickeln, um zentrale Leistungs- und Ereignis-Messdaten zu erfassen, zusammenzuführen und zu visualisieren und die zentralen Punkte aus den Daten ausfindig zu machen, damit sie die wichtigsten Informationen aus ihren Anwendungsstapeln überblicken können. Alternativ können sie die Tools eines Überwachungsanbieters einsetzen, der eine Komplettlösung für die zentrale Überwachung der gesamten IT-Umgebung anbietet – von der lokalen Umgebung bis in die Cloud.

4. Anbietermanagement

Das Anbietermanagement hat zwei Seiten: IT-Experten müssen sowohl die technischen Aspekte der Cloud-Umgebungen als auch die geschäftliche Seite der Nutzungsbedingungen von Dienstanbietern sowie die flexiblen Preismodelle verwalten. Die meisten IT-Profis waren bisher nicht für Geschäftstätigkeiten verantwortlich und hatten keinen Bezug zu juristischen Belangen oder Fragen der Preisgestaltung. Doch die Verträge im IT-Umfeld werden technisch immer komplizierter und IT-Experten müssen zunehmend die folgenden drei Punkte beachten: das Geschäftsgespür für Vertragsverhandlungen, das technische Know-how für die Nutzung von Cloud-Diensten, und zu guter Letzt wird das Management der Projekte immer wichtiger.

5. Anwendungsmigration

Die Migration von Anwendungen in die Cloud kann sehr zeitaufwändig sein: Schon für eine einzige Anwendung müssen üblicherweise mehrere Wochen veranschlagt werden. Bei einigen Dienstanbietern ist dies jedoch deutlich einfacher. Dabei dürfen IT-Experten nicht vergessen, dass die Anwendungsmigration nur der erste Schritt ist – die auf die erste Migration folgende Verwaltung ist oft deutlich wichtiger. IT-Profis sollten die Kernkompetenzen einsetzen, die sie auch in einer herkömmlichen IT-Umgebung nutzen würden, und gleichzeitig über eine fundierte Kenntnis der zentralen Ereignisse und Leistungsmessdaten der Anwendung verfügen. Auch die Fehlerbehebung und Problemlösung spielen eine wichtige Rolle, denn es muss immer damit gerechnet werden, dass Änderungen und Ausfälle auftreten. Sicherungs- und Wiederherstellungspläne können in solchen Fällen eine ununterbrochene Fortführung des Betriebs garantieren.

6. Verteilte Architekturen

Die Arbeit mit verteilten Architekturen erfordert ein standortübergreifendes Arbeiten mit unterschiedlichen Dienstanbietern. Sie sollten unbedingt beachten, dass diese Architekturen die zugrundeliegenden Ressourcen abstrahieren, so dass IT-Experten dafür sorgen müssen, dass die Funktionen und Ressourcen zu einer akzeptablen Servicequalität für ihre Benutzer führen. Im Rahmen der hybriden IT müssen sie sich daran gewöhnen, dass die Problembehandlung bei Ausfällen oder anderen Leistungsproblemen durch mehrere Anbieter übernommen wird. Die Kontrolle und Verantwortung für die Verwaltung der verteilten Architektur bewegt sich außerhalb der Reichweite der IT, doch an ihre Stelle rücken die Auswahl, Skalierbarkeit, Flexibilität und Verfügbarkeit von Diensten für das Errichten verteilter Architekturen.

Durch das Erlernen und Beherrschen dieser Fertigkeiten machen IT-Experten nicht nur einen großen Schritt für den Geschäftserfolg in der neuen Welt der hybriden IT, sondern auch für die Beständigkeit ihrer eigenen IT-Karrieren.

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