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So tanzt der PC nach Ihrer Pfeife

10.01.2013 | 11:18 Uhr |

4) AutoHotkey

AutoHotkey
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Ähnlich wie PhraseExpress ist AutoHotkey ein einfacher und kostenloser Skript-Prozessor, der Hotkeys und Hotstrings erstellt. Hinter der "Schnell und einfach"-Verkleidung verbirgt sich jedoch eine ausgewachsene, leistungsstarke Programmiersprache, die alles von komplexen Mathematikfunktionen über HTML-Strukturen bis hin zum Erstellen ganzer Benutzeroberflächen beherrscht.

Dank ihrer Komplexität bietet die Programmiersprache von AutoHotkey jedoch gerade Neulingen keinen einfachen Einstieg. Nur allzu oft kommt jedoch die freundliche Entwickler-Community der Software zu Hilfe und erstellt auf Anfrage auch mal Skripts für bestimmte, benötigte Aufgaben. Ähnlich wie VBA besitzt aber auch AutoHotkey einen sehr einfach zu bedienenden Modus für diejenigen, die sich nicht gar so sehr reinfuchsen und eher einfache Arbeiten automatisieren wollen. Beispielsweise einen Shortcut auf eine Anwendung umlegen, die Sie regelmäßig benutzen, oder ein schnelles Makro für Ihre E-Mail-Signatur aufnehmen.

Ratgeber Windows: Eigene AutoHotkey-Makros erstellen

Wollen Sie danach weitere, kompliziertere Aufgaben angehen, macht sich AutoHotkeys verständliche Dokumentation nützlich. Sie ist voll von Beispielen und deutlichen Erklärungen und vermittelt dadurch ein gutes Verständnis davon, was alles möglich ist und wie Sie das erreichen. Um die Dinge noch zu vereinfachen, verfügt AutoHotkey sowohl über eine simple Syntax als auch über einen professionelleren Weg für diejenigen, die sich bereits mit anderen Programmiersprachen auskennen. So führen also zwei verschiedene Syntaxen zu dem gleichen Ergebnis und stellen so jeden Nutzer zufrieden. Rechnet man die hilfsbereite Community und die üppige Sammlung an Open-Source-Skripten hinzu, ist AutoHotkey eines der umfangreichsten Automatisierungs-Tools auf dem Markt.

5) Take Command

Take Command
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Am Anfang war die Kommandozeile - so oder so ähnlich sagt es uns zumindest Neal Stephenson . Und leider hat sich seitdem nicht sonderlich viel geändert - zumindest nicht im Bezug auf den Standard-Windows-Kommando-Prozessor (cmd.exe) und sein fades, schwarzes Fenster. Während Linux-Nutzer schon lang semi-transparente Fenster genießen, die sie mit dem leistungsstarken Bash-Kommando-Prozessor verbinden, müssen sich Windows-Nutzer mit antiken Kommandozeilen herumschlagen, die ihre Größe nicht vernünftig anpassen und keine Paste-Funktion ohne Maus unterstützen.

So geht's: Windows vollautomatisch

Microsofts Antwort auf diese frustrierende Situation ist PowerShell : Ein leistungsstarker, alternativer Kommandoprozessor, gebündelt mit verschiedenen Versionen von Windows (von XP mit SP 2 bis zu Windows 8). PowerShell hat einige Dinge auf dem Kasten - seine Standard-Konsole ist in ihrer Größe veränderbar, allerdings können Sie noch immer keinen Text alleinig mit der Tastatur markieren, ohne einen Mausbefehl Text einfügen oder die Schriftgröße verändern. Zusätzlich ist die Arbeit mit dem PowerShell-Kommandoprozessor nicht gerade einfach zu erlernen; womöglich müssen Sie sogar die Sicherheitseinstellungen Ihres Computers verändern, um überhaupt damit arbeiten zu können.

Take Command , eine 76 Euro teure Software, beweist, dass sich die Windows-Kommandozeile weder so antik anfühlen noch so komplex sein muss. Es benutzt einen leistungsstarken und doch simplen Kommandoprozessor und kombiniert ihn mit einem modernen, hübschen Interface - das Resultat lässt die Standard-Windows-Oberfläche ganz schön alt aussehen. Der Kommandoprozessor, TCC, ist quasi eine stark erweiterte Version des Windows-Kommandoprozessors. Der Befehl dir ist also immer noch dir und del ist immer noch del - und auch alles andere, was Sie über die Arbeit mit der Kommandozeile wissen, ist nach wie vor gültig. Sie bekommen aber zusätzlich zahlreiche Extra-Befehle und sogar bestehende Kommandos verfügen nun über Zusatzfunktionen, von denen ihre cmd.exe-Gegenstücke nur träumen können. Als Ergebnis ist auch TCC - ähnlich wie VBA und AutoHotkey - eher eine Programmiersprache, in die Sie erst "hereinwachsen" müssen. Sie beginnen am besten mit simplen Befehlen, von denen Sie vielleicht auch schon einige kennen.

Ratgeber: Die wichtigsten CMD-Befehle für Windows

Das Konsolen-Interface könnte kaum übersichtlicher sein. Das Fenster besitzt verschiedene Reiter, sodass auch mehrere Konsolen gleichzeitig unterstützt werden. Durch Drücken von Shift und den Pfeiltasten markieren Sie Text. Drücken Sie dann Strg+V fügen Sie kopierten Text in die Konsolen ein (unglaublich, nicht wahr!). Ein integrierter Dateimanager zeigt Ihnen die Auswirkungen Ihrer Aktionen auf das Dateisystem in Echtzeit an. Und sobald Sie mit der Programmiersprache halbwegs klarkommen und sich bereit fühlen, eigene Skripts zu schreiben, kommen Sie zum besten Teil der Software: den eingebauten Programmier-Editor mit einem Zeile-für-Zeile-Debugger.

Take Command mag zwar teuer sein, erspart Ihnen aber viel Arbeit und Ärger, wenn Sie oft mit der Kommandozeile arbeiten oder häufig herausfinden müssen, warum Batch-Dateien den Geist aufgeben.

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