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Hohe Preise, inkompatible 3D-Brillen

05.10.2010 | 09:47 Uhr |

Universelle 3D-Shutter-Brille von XpanD
Vergrößern Universelle 3D-Shutter-Brille von XpanD
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Aber das ist noch nicht alles. Denn wie bei jeder neuen Technologie sind die Preise noch relativ hoch. Für einen billigen 3D-Fernseher muss man mindestens 1000 Euro investieren. Etwas hochwertigere Geräte kosten schnell 2000 Euro und mehr. Und dann die Brillen: Obwohl vom Materialwert im 10-Euro-Bereich einzuordnen, wollen die Hersteller 100 bis 150 Euro für die Shutter-Modelle haben. Und dann sind die Brillen nicht einmal herstellerübergreifend kompatibel. Es bringt also nichts, wenn Sie Ihre Samsung-Brille zu einem 3D-Filmabend bei Freunden mitbringen, die ein Panasonic-Gerät besitzen. 3D-Universalbrillen sollen zwar in Kürze von Drittherstellern kommen. Aber auch, wenn die Brillen in ein paar Monaten günstiger zu haben sind - nicht jedem behagt es, zusammen mit Freunden und Familie mit klobigen Gestellen im Gesicht im heimischen Wohnzimmer zu hocken.

Bleiben noch die gesundheitlichen Aspekte. Manche Experten befürchten, dass 3D im frühen Alter zu Schäden des Wahrnehmungsapparats führen. Andere hingegen gehen davon aus, dass der 3D-Filmkonsum das räumliche Sehen sogar schult. Tatsache ist: Manche Tester berichten über Kopfschmerzen - teils erst nach mehreren Stunden, teils auch schon nach ein paar Minuten. Dies hängt einerseits von persönlichen Faktoren ab, andererseits aber auch vom Filmmaterial. Denn Regisseure müssen für das Drehen von 3D-Filmen ganz neue Regeln beachten und Einschränkungen bei der Kameraführung hinnehmen. Kennt ein Filmemacher diese Regeln nicht, oder hält sich nicht daran, sind Schwindel und Kopfschmerz programmiert - nicht nur bei empfindlichen Zuschauern.

Wird 3D also ein Rohrkrepierer wie vor über einem Jahrzehnt? Wahrscheinlich nicht. Dafür ist die Technik dann doch ZU ausgereift, die Hersteller ZU engagiert und die Inhalteanbieter ZU sehr unter Druck, schnell viel 3D-Material zu liefern. Aber es wird sicherlich ein bis zwei Jahre dauern, bis eine gewisse Marktdurchdringung erreicht ist. Den großen Durchbruch wird es erst geben, wenn 3D ohne Brille marktreif ist. Die Forscher entwickeln schon eifrig daran - damit 3D-Fernsehen kein Hype bleibt, sondern zum normalen Alltag wird.

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