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Hintergründe, Perspektiven, Brennweiten

26.03.2008 | 12:34 Uhr | Verena Ottmann

Durch eine möglichst kleine Blende erscheint der Hintergrund unscharf
Vergrößern Durch eine möglichst kleine Blende erscheint der Hintergrund unscharf
© 2014

Bei Aufnahmen in natürlicher Umgebung sollten Sie den Hintergrund so wählen, dass es nicht zu unerwünschten Ablenkungen vom Hauptmotiv kommt. Schauen Sie also vorher, wo Sie Ihr Modell platzieren und aus welchem Winkel und welcher Entfernung Sie fotografieren. Über die Blendenöffnung lässt sich auch gezielt Einfluss auf die Wirkung des Hintergrundes nehmen: Eine große Blendenöffnung – das ist die kleinste Blendenzahl, beispielsweise F2,8 oder F4,5 – bewirkt eine geringere Tiefenschärfe und lässt damit den Hintergrund unschärfer erscheinen. Bei der Tiefenschärfe handelt es sich um den Bereich, den das Objektiv vom Vorder- bis zum Hintergrund scharf abbildet. Durch eine gezielte Verringerung der Tiefenschärfe bleibt bei einem guten Porträt nur das Gesicht im Fokus. Unruhige Hintergründe tauchen in eine gewollte Unschärfe und lenken somit nicht vom eigentlichen Bildinhalt ab.

Eine Telebrennweite verpasst dem Bild Räumlichkeit
Vergrößern Eine Telebrennweite verpasst dem Bild Räumlichkeit
© 2014

Perspektive: Auch die Wahl der Perspektive ist entscheidend. Befindet sich der Fotograf beispielsweise in Augenhöhe mit der zu fotografierenden Person, wirkt das am natürlichsten. Das gilt übrigens auch für Baby- und Kleinkindfotos, sonst wirken die Kleinen noch kleiner. Ein bewusst von unten nach oben aufgenommenes Porträt lässt die Person größer wirken. Für Porträts wechseln Sie bei einem Zoomobjektiv am besten in eine Telebrennweite, die eine gewisse Distanz des Fotografen zur Person vor der Kamera schafft und außerdem den Hintergrund näher heranholt. Das lässt die Aufnahme nämlich räumlicher wirken. Um unschöne Verzerrungen der Gesichtsproportionen zu vermeiden, sollten Sie ausschließlich das optische Zoom der Digitalkamera einsetzen.

Weitwinkel: Etwas Vorsicht ist dagegen beim Einsatz von Weitwinkeln geboten – sie können unter Umständen das Gesicht auf unvorteilhafte Weise kugelförmig verzerren. Bei Ganzkörperporträts, vielleicht am Arbeitsplatz oder in der natürlichen Umgebung Ihres Modells, können Sie aber auch mit einem Weitwinkelobjektiv interessante Ergebnisse erreichen.

Stativ: Auf ein Stativ können Sie verzichten, müssen Sie aber nicht. Wenn Sie eines verwenden, brauchen Sie sich um verwackelte Aufnahmen nicht zu sorgen. Andererseits sind Experimente mit unterschiedlichen Kamerastandpunkten reizvoll – Profis arbeiten daher fast immer ohne.

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