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Herstellergebundene Closed-Source-Software

Anbieter von kommerzieller Software, wie exemplarisch Microsoft, SAP oder Oracle, entwickeln Programme und Lösungen und bringen diese in Form von Closed-Source-Software auf den Markt. Bei diesem Vertriebsmodell behält sich der Hersteller das Recht vor, den Quellcode der eigentlichen Software nicht zu veröffentlichen. Jochen Wießler, Direktor Microsoft Business Solutions, bei Microsoft Deutschland, sieht als wesentliches Ziel dieser Marktstrategie das Gleichgewicht zwischen den Investitionen in Forschung und Softwareentwicklung und der Freigabe von Quellcode zu bewahren.

Die Pflege und Weiterentwicklung der Software erfolgt ausschließlich durch den originären Hersteller. Hierdurch entsteht für den Anwender eine gewisse Abhängigkeit gegenüber dem Anbieter. Wießler betrachtet dies erwartungsgemäß etwas differenzierter. Er ist der Meinung, dass Microsoft nicht im Wettbewerb mit der Open-Source-Bewegung oder deren Ansatz zur Softwareentwicklung steht. Mehr noch: "Wir unterstützen aktiv die Open-Source-Gemeinschaft, beispielsweise im Rahmen unserer CRM-Accelerator-Initiative", erläutert Wießler seine Position. Dabei versteht Microsoft in diesem Falle unter einem "CRM-Accelerator" Erweiterungen zu seinem ERP-System (Enterprise Resource Planning, Warenwirtschaftsplanung) Dynamics CRM 4.0. Diese werden Entwicklern lizenzfrei und im Quellcode bereitgestellt. Somit würde eine mögliche Abhängigkeit auch relativiert werden.

Auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten

Die Lösungen beinhalten in der Regel bereits standardmäßig umfassende und gängige CRM-Funktionalitäten und können Prozesse bedarfsgerecht abbilden. "Darüber hinaus bieten sie oft vorkonfigurierte Lösungen für spezifische Branchenanforderungen und können spezifische lokale Anforderungen, insbesondere für den deutschen Markt, in der Regel besser bedienen", schildert Alexandra Völker, Solution Sales CRM bei SAP , die Vorteile einer CRM-Standardlösung gegenüber Open-Source-Lösungen. Ein weiterer Vorteil von Standardlösungen ist, dass diese regelmäßig ausgereifte und integrierbare ERP- und Bsiness-Intelligence-Lösungen aus einer Hand vorweisen können. Dies ermöglicht eine leichtere Integration zur CRM-Lösung.

Neben der Integration in weitere Lösungen ist insbesondere die Erweiterbarkeit und Weiterentwicklung der CRM-Software für eine nachhaltige Entscheidung ausschlaggebend. Eine enge Interaktion zwischen Anwender, Softwarehersteller und dessen System- und Vertriebspartner ist hierzu erforderlich. Die Hersteller haben diese Herausforderung früh erkannt und etablieren seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Parteien. "Bei SAP beispielsweise fließt das Feedback von Kunden und User-Gruppen direkt in die Entwicklung der Lösungen ein", berichtet Alexandra Völker. "Durch diese strategische Weiterentwicklung der Standardangebote ist die Abdeckung künftiger Anforderungen und somit ein langfristiger Investitionsschutz für Kunden gewährleistet", so Völker über die Vorteile einer Standard-Software-Community aus ihrer Sicht.

Auch Microsoft sieht die Stärken seiner Software in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, in welche auch die Kunden involviert werden. "Der Aufbau und die Benutzerführung von Microsoft Dynamics CRM spiegeln ein tiefes und langjähriges Verständnis unseres Unternehmens für die Bedürfnisse der Anwender wider", schildert CRM-Kenner Wießler einen entscheidenden Vorteil seiner Lösung. Dies erklärt möglicherweise, weshalb die Lösung weltweit mehr als 15.500 Mal bei kleinen Unternehmen – bis hin zu Konzernen – eingesetzt wird.

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