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Hauptplatine stabilisieren

Frage: Ihre Hauptplatine mit VIA-Chipsatz muss längst nicht auf den Müll, auch wenn sie jede Menge Ärger macht, weil Windows instabil läuft, Hard- und Software-Installationen Frust erzeugen.

Die Probleme rühren vermutlich entweder daher, dass der Chipsatz aufgrund des alten PC-Bios die Hauptplatine nicht richtig anspricht oder dass Windows wegen fehlender oder inaktueller Treiber den Chipsatz nicht richtig im Griff hat.

Doch mit ein paar Kniffen wird Ihr PC stabil. Da dabei Windows neu installiert werden muss, sollten Sie vorher alle wichtigen Daten sichern.

1. Ursache: Das Interrupt-Sharing ist bisweilen für ein instabiles System verantwortlich.

Ehe Sie ein zeitaufwendiges Bios-Update vornehmen oder alle Treiber austauschen, prüfen Sie, ob Ihre Probleme nicht auf eine einfache Ursache zurückzuführen sind: das Interrupt-Sharing. Müssen nämlich zwei Geräte den gleichen Interrupt nutzen, sprechen die Treiber oft nicht richtig ab, wer nun jeweils die Rechenzeit der CPU beanspruchen darf.

Lassen Sie deshalb den PCI-Steckplatz neben dem AGP-Slot frei, da beide Steckplätze sich einen Interrupt teilen müssen. Womöglich ist bei Ihrer Hauptplatine noch mehr Teilen angesagt: Schlagen Sie im Hauptplatinen-Handbuch unter dem Stichwort "Interrupt-Sharing" nach, welche Steckplätze noch mit einem Interrupt auskommen müssen (siehe auch PC-WELT 7/2000, "5-Minuten-Tipps", Punkte 58 bis 62).

PC-WELT 7/2000 im Online-Archiv: 5-Minuten-Tipps (32 Seiten im PDF-Format)

So haben beispielsweise bei der Asus-Platine A7V der zweite PCI-Steckplatz und der Onboard-Controller Promise ATA100 auch nur einen gemeinsamen Interrupt. Am besten lassen Sie auch diesen Steckplatz frei.

Wenn Sie dann aber Ihre Erweiterungskarten nicht unterbringen, sollten Sie in solche Steckplätze nur Karten geben, die keinen eigenen Interrupt benötigen wie 3Dfx-Voodoo-2-, ISDN- oder Netzwerkkarten.

2. Ursache: Fehlerhaftes und falsch eingestelltes PC-Bios macht Windows instabil.

Gerade Hauptplatinen mit VIA-Chipsatz sind für ihre Instabilität bekannt, wenn nicht alles perfekt konfiguriert ist. Bei einer solchen Hauptplatine sollten Sie zunächst einmal das PC-Bios aktualisieren - so stellen Sie sicher, dass es Ihre CPU richtig erkennt.

Sie erhalten das Bios-Update auf der Website des Platinenherstellers. Spielen Sie es ein, und starten Sie den PC neu.

Gehen Sie dann ins Bios-Setup. Mit welcher Taste(n-Kombination) Sie dorthin gelangen, verrät Ihnen der Startbildschirm und/oder das Handbuch zur Hauptplatine.

Wählen Sie nun im Hauptmenü "Load Setup Defaults".

Überprüfen Sie dort nun einige kritische Einstellungen: Sind mehrere Speichermodule installiert, können Sie die Option "Chip Configuration, DIMM Interleave" probehalber von "Auto" auf "Disabled" stellen. Falls Sie eine Soundblaster-kompatible PCI-Soundkarte installieren wollen: Im Menü "Advanced, PCI Configuration, PCI/PNP IRQ Resource Exclusion" müssen Sie für die Soundblaster-Pro-Emulation den Interrupt 5 per "Reserved for Legacy Device" auf "YES" stellen.

Speichern Sie Ihre Einstellungen im Hauptmenü und starten Sie Ihren PC neu.

3. Ursache: Windows verwendet nach wie vor fehlerhafte (Treiber-)einstellungen. Dass Windows mit seiner aktuellen Konfiguration nicht richtig läuft, hat es Ihnen lange genug bewiesen. Am besten Sie löschen das Betriebssystem komplett und spielen es erneut - und dieses Mal perfekt - auf.

Sie beseitigen Windows entweder durch die Eingabe von

Deltree Windows

oder - besser - durch

Format C:/s

sofern sich Windows auf dieser Partition befindet.

Installieren Sie jetzt Windows neu, und wählen Sie dabei stets die empfohlenen Einstellungen.

Nun sollte Ihr PC laufen - wenn auch langsam. Schließlich sind nur Standardtreiber installiert, aber immerhin.

Hauptplatinenhersteller Asus empfiehlt an dieser Stelle ein Windows-Update, um beste Betriebssystem-Kompatibilität zu aktueller Hardware sicher zu stellen.

Sie können das Update per "Start, Windows-Update" starten. Laden Sie auf diesem Weg vom Microsoft-Server ( http://windowsupdate.microsoft.com ) zumindest die Dateien namens "Wichtige Update-Pakete" (3,2 MB) und "DirectX" (8 MB).

Davor sind natürlich erst mal die Treiber für Modem oder ISDN-Karte zu installieren.

Nach dem Windows-Update ist dann ein PC-Neustart nötig. Ob Ihr Hauptplatinenhersteller ebenfalls dieses Windows-Update vorschlägt, erfahren Sie von dessen Hotline oder Website.

4. Ursache: Windows kennt die Eigenschaften des VIA-Chipsatzes nicht. Bevor Sie alle anderen Treiber, etwa für Ihre Grafik- oder Soundkarte installieren, müssen Sie Windows mit dem VIA-Chipsatz bekannt machen. Dafür benötigen Sie den Kombitreiber namens 4-in-1 von VIA Version 4.24a. Sie finden ihn, wenn Sie in unserer Treiberdatenbank in der rechten Spalte oben "4-in-1" (ohne Anführungszeichen!) eingeben.

VIA-Website

Weitere Tipps zur Installation der VIA-Treiber erhalten Sie in PC-WELT 2/2001, "PC-Secrets" sowie auf der Asus-Website.

Asus-Support-Website

PC-WELT Marktplatz

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