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Kauftipps: Neuer Router oder Repeater muss her

29.12.2020 | 16:07 Uhr |

Immer mehr Notebooks und Smartphones beherrschen Wi-Fi 6. Der neue WLAN-Standard bringt aber nur etwas, wenn der Router passt. Den finden Sie mit unseren Kauftipps und erfahren, ob sich der Umstieg für Sie lohnt.

Am liebsten werden in Deutschland Modemrouter gekauft: Sie bieten alle Funktionen und Anschlüsse für die Verbindung in das Internet, ins Heimnetz und zum Telefonieren. Der beste Modemrouter für den VDSL-Anschluss ist die AVM Fritzbox 7590 für etwa 180 Euro. Sie hat zwar kein Wi-Fi 6, dafür jedoch schnelles WLAN-AC (Wi-Fi 5) mit vier Datenströmen für maximal 1733 MBit/s über 5 GHz sowie 800 MBit/s über 2,4 GHz. Des Weiteren bekommt sie neue Funktionen über regelmäßige Firmware-Updates, die das WLAN beschleunigen wie zuletzt Band- und AP-Steering.

Mit Wi-Fi 6 kommt die Fritzbox 7530 AX  für rund 170 Euro. Ihr WLAN-Tempo beträgt 1800 MBit/s über 5 GHz und 600 MBit/s über 2,4 GHz. Sie entspricht abgesehen vom WLAN der Fritzbox 7530 (rund 115 Euro). Beide VDSL-Router empfehlen sich für kleinere Netzwerke: Sie bieten weniger Anschlüsse (kein ISDN, 1 statt 2 Buchsen für analoge Telefone, 1 statt 2 Ports für USB 3.0) als die 7590. Die Fritzbox 7530 nutzt WLAN-AC mit nur zwei Datenströmen (86 MBit/s und 400 MBit/s).

Neben den Fritzboxen gibt es wenige Alternativen mit VDSL-Modem: Der Telekom Speedport Smart 3  für rund 130 Euro bietet schnelleres WLAN als die Fritzbox 7530, der TP-Link Archer VR600v  ist mit 100 Euro günstiger, aber nur für Vectoring-Anschlüsse bis 100 MBit/s geeignet. Der Speedport Pro Plus  hat Wi-Fi 6, ist mit rund 390 Euro allerdings sehr teuer, weil er für den VDSL-LTE-Hybrid-Anschluss der Telekom gedacht ist und auch Internet per LTE unterstützt.

Wenn Sie über einen Kabelanschluss verfügen, dann können Sie mit der Fritzbox 6660 Cable für rund 190 Euro schon auf Wi-Fi 6 um- steigen. Über den neuen Standard bekommen passende Clients bis zu 2,4 GBit/s über 5 GHz und maximal 600 MBit/s über 2,4 GHz. Außerdem hat die 6660 neben 4 Gigabit-LAN-Buchsen einen Anschluss für 2,5-GBit-LAN. Die Fritzbox 6591 Cable  ist mit 220 Euro zwar teurer und setzt noch auf Wi-Fi 5: Das Funknetz arbeitet allerdings in der schnellsten Variante mit vier Datenströmen und für Telefonie und USB-Peripherie bietet die 6591 mehr Anschlüsse. Für aktuelle sowie zukünftige Kabelanschlüsse mit Gigabit-Tempo und mehr sind beide Router gerüstet.

Wenn der WLAN-Router nur ein schnelles Funknetz hinter Modem oder Modemrouter aufspannen soll, dann können Sie zum TP-Link Archer C7  greifen. Er kostet rund 60 Euro und bietet WLAN-AC mit drei Datenströmen (1300 MBit/s über 5 GHz und 450 MBit/s über 2,4 GHz). Den minimal schnelleren Archer C80  gibt es für 65 Euro. Höheres Tempo bringt der 4x4-Router Asus RT-A86U  für rund 180 Euro. Nutzen Sie ein großes WLAN intensiv für Videostreaming und Spiele, so empfiehlt sich ein Tri-Band-Router, der neben einem 2,4-GHz-Netzwerk zwei WLANs über 5 GHz bereitstellt: Das trifft beispielsweise auf den Netgear Nighthawk X6S  für rund 225 Euro zu wie auch auf den schnelleren und mit neun Gigabit-LAN-Anschlüssen üppig ausgestatteten Asus GT-AC5300  für rund 260 Euro.

Router mit Wi-Fi 6: Investition in die Zukunft

Der Kauf eines Wi-Fi-6-Routers lohnt sich für Anwender, die ein großes, schnelles und zukunftssicheres WLAN wollen. Denn viele High-End-Smartphones und -Notebooks haben bereits Wi-Fi-6 und bald wird der Standard ebenfalls in den Mittelklasse-Geräten die Norm sein. Außerdem bringen die meisten Wi-Fi-6-Router durch schnellere CPUs und bessere Antennen auch für WLAN-AC-Clients einen Tempovorteil.

Zwar gibt es entsprechende Router schon für unter 100 Euro, doch erst mit schnellen Geräten, die mit zwei oder besser vier parallelen Datenströmen übertragen, bemerken Sie einen Geschwindigkeitszuwachs. Da die Transferraten mit Wi-Fi-6 im Praxiseinsatz über einem GBit/s liegen, kann der Gigabit-Anschluss des Routers zum Flaschenhals werden: Um dem vorzubeugen, greifen Sie zu einem Router mit 2,5- oder Multigigabit-Buchsen wie dem Asus RT-AX86U  für rund 230 Euro. Für High-End-Modelle mit Wi-Fi 6 bezahlen Sie derzeit rund 400 Euro: Sie arbeiten dann mit Tri-Band-Technik wie der Asus GT-AX11000  (rund 400 Euro), der Netgear Nighthawk AX12  (rund 450 Euro) und der TP-Link Archer AX11000  (rund 440 Euro).

Der Asus RT-AX86U liefert mit über 5 GBit/s nicht nur Top-Speed per Wi-Fi 6. Er hat auch einen 2,5-GBit-Anschluss für schnelle Verbindungen per LAN.
Vergrößern Der Asus RT-AX86U liefert mit über 5 GBit/s nicht nur Top-Speed per Wi-Fi 6. Er hat auch einen 2,5-GBit-Anschluss für schnelle Verbindungen per LAN.
© Asus

WLAN-Repeater: Funknetz mit hohem Tempo erweitern

Wollen Sie nur für schnelleres WLAN den Router nicht ersetzen, greifen Sie zu einem WLAN-Repeater: Diese Funknetzverstärker versorgen entfernte Geräte mit einem besseren Signal, was mehr Tempo bringt. Das schaffen bereits sehr günstige AC-Repeater für unter 30 Euro wie etwa der TP-Link RE200  oder der Netgear EX3700 . Sie arbeiten jedoch lediglich mit einem parallelen Datenstrom und bremsen hierdurch je nach Entfernung WLAN-Clients aus, die zwei Datenströme verarbeiten können wie die meisten Notebooks, Tablets und Smartphones. In diesem Fall ist ein Repeater wie der Fritz-Repeater 1200  (rund 60 Euro) die bessere Wahl. Die AVM-Repeater sind zumeist teurer als Konkurrenzprodukte. Der Vorteil: Wenn Sie eine Fritzbox verwenden, lassen sich die Geräte zu einem Mesh-Verbund zusammenschließen. Die Repeater übernehmen sodann die WLAN-Einstellungen vom Router und lassen sich über dessen Menü verwalten und aktualisieren.

Im Idealfall entspricht das WLAN-Tempo des Repeaters dem des Routers: Für einen 3x3-AC-Router wie die Fritzbox 7490  ist daher ein 3x3-Repeater optimal. Darüber hinaus haben oftmals erst Repeater mit diesem Tempo einen Gigabit-LAN-Anschluss: Damit lassen sich auch Geräte ohne WLAN, aber mit Gigabit-LAN-Buchse ungebremst ins Funknetz einbinden. Diese Ausstattung bietet Ihnen der sehr preisgünstige TP-Link RE450  für rund 50 Euro. Das entsprechende Produkt von AVM heißt Fritz-Repeater 2400  und kostet rund 75 Euro.

Die allermeisten Repeater setzen Sie in die Steckdose, was zwei Nachteile hat: Zum einen verlieren Sie einen Stromanschluss. Dem entgehen Sie, wenn Sie zu einem Repeater mit integrierter Steckdose greifen: Von TP-Link gibt es den RE365  für rund 45 Euro, der zwei parallele Datenströme mit maximal 866 MBit/s über 5 GHz und 300 MBit/s über 2,4 GHz liefert. Zum anderen ist der Repeater in der Steckdose zumeist nicht optimal platziert, um Funksignale zu empfangen und weiterzuleiten. Ein Repeater mit Standfuß wie etwa der Fritz-Repeater 3000  (rund 110 Euro) lässt sich flexibler aufstellen. Er passt gut zur Fritzbox 7590, denn er verbindet sich mit ihr über vier parallele Datenströme. Weil er Tri-Band-Technik benutzt, kann er zusätzlich WLAN-Clients ohne Einschränkungen über jeweils zwei Datenströme mit maximal 866 MBit/s (5 GHz) und 400 MBit/s (2,4 GHz) anbinden. Ebenfalls mit Tri-Band arbeiten die Netgear-Repeater EX7700  (rund 100 Euro) und der schnellere EX8000  (rund 150 Euro).

Mesh-Systeme für maximale Reichweite

Die beste WLAN-Abdeckung bieten Mesh-Systeme: Sie bestehen aus zwei oder mehr Basisstationen (Mesh-Knoten), die untereinander verbunden sind und dieselben Zugangsinformationen fürs Funknetz wie SSID und Passwort haben. Ein WLAN-Client kann sich so an jeder beliebigen Station anmelden. Außerdem verwalten Sie das gesamte Mesh-System über ein gemeinsames Menü oder eine entsprechende App.

Bei AVM lassen sich passende Geräte nachträglich zum Mesh zusammenfassen. Der Hersteller bietet aber auch fertige Mesh-Sets aus Fritzbox und Fritz-Repeater an, zum Beispiel die Fritzbox 7590 mit dem Repeater 2400 (rund 250 Euro). Bei anderen Mesh-Systemen benötigen Sie zusätzlich ein Modem oder einen Modemrouter für den Internetzugang. Günstige Sets wie das TP-Link Deco M5  für unter 200 Euro bieten den Vorteil der einfachen Bedienung. Mehr Tempo als bei einer Router-Repeater-Kombination dürfen Sie allerdings nicht erwarten, da diese Systeme mit maximal zwei parallelen Datenströmen und per Dual-Band arbeiten – die Verbindung der Knoten untereinander geht zu Lasten des Tempos, das für WLAN-Clients verfügbar ist. Das umgehen Mesh-Systeme mit Tri-Band wie das Netgear Orbi RBK20  (ab rund 220 Euro mit zwei Stationen) oder Systeme, bei denen die Mesh-Knoten per Powerline verbunden sind, wie das Devolo Magic 2 Wifi next  (ab 190 Euro) oder das TP-Link Deco P9  (ab 180 Euro).

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Beim Devolo Magic 2 Wifi next läuft der Transfer zwischen den Mesh-Stationen per Powerline. WLAN-Clients verbinden sie per AC-Dual-Band.
Vergrößern Beim Devolo Magic 2 Wifi next läuft der Transfer zwischen den Mesh-Stationen per Powerline. WLAN-Clients verbinden sie per AC-Dual-Band.
© Devolo

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