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Festplatten-Trends 2022: HDDs & SSDs

18.01.2022 | 08:30 Uhr | Ines Walke-Chomjakov

Bei Speichermedien treiben HDDs und SSDs für Server die technische Entwicklung voran. Sogar die SSD mit PCIe-5.0-Anbindung ist schon auf der Zielgeraden.

HDD-Technik: Die klassische Magnetfestplatte bleibt weiter ein Feld für technische Neuerungen. Noch 2021 hat Western Digital (WD) gezeigt, wie sich die Kapazität auf HDDs weiter erhöhen lässt. Das Unternehmen setzt dabei auf die Optinand-Technik. Darunter sind HDDs mit einem zusätzlichen NAND-Flashspeicher zu verstehen, der auf der Hauptplatine der HDD untergebracht ist und vom Unternehmen unter der Bezeichnung iNand bereits für Smartphones vertrieben wird. Im Gegensatz zu früheren Hybridfestplatten (SSHDs) nutzt WD den Flashspeicher jedoch nicht, um dort Nutzerdaten abzulegen, sondern um Teile der Metadaten zu sichern – etwa Positionen der Schreibköpfe oder magnetische Interferenzen bei benachbarten Sektoren. Laut WD können diese Daten auf mehrere Gigabyte anwachsen, die bisher auf den Magnetscheiben landeten. Dank der neuen HDD-Technik lässt sich die so gewonnene Kapazität für Nutzerdaten einsetzen. Gleichzeitig profitiert das Arbeitstempo, da sich die Metadaten schneller abrufen lassen. Optinand ist für alle HDDs von WD ab 20 TB Kapazität vorgesehen. Ein erstes Beispiel findet sich in der WD Gold Enterprise Class SATA HDD 20 TB , die allerdings auch mit 730 Euro (UVP) einen stattlichen Preis mitbringt.

WD erreicht bei HDDs mit Optinand-Technik ein Plus an Kapazität sowie Tempo. Denn hier landen die Metadaten auf dem eingebauten Flashspeicher, nicht auf den Magnetscheiben. Profitieren sollen alle HDDs ab 20 TB.
Vergrößern WD erreicht bei HDDs mit Optinand-Technik ein Plus an Kapazität sowie Tempo. Denn hier landen die Metadaten auf dem eingebauten Flashspeicher, nicht auf den Magnetscheiben. Profitieren sollen alle HDDs ab 20 TB.
© Western Digital

Flashspeicher: Im Consumer-Bereich etablieren sich gerade SSDs mit PCI-Express-4.0-Anbindung , die Übertragungsraten von bis zu 7,4 GByte pro Sekunde erreichen. Doch schon stehen Solid State Disks mit PCIe 5.0 in den Startlöchern. Sie sind zuerst für den Server-Einsatz vorgesehen. Dabei will Samsung ganz vorne sein und hat mit der PM1743 sogar schon ein konkretes Modell in petto. Es soll parallel zur Intel-Server-CPU-Reihe Sapphire Rapids im zweiten Quartal erscheinen, wenn auch zuerst wohl nur in kleiner Auflage. Die Server-Prozessoren unterstützen sowohl DDR5-Arbeitsspeicher als auch die Schnittstelle PCIe 5.0. Wird die SSD mit vier Lanes (x4) versorgt, kann sie die Datenraten im Vergleich zum Vorgänger nahezu verdoppeln. Dann wären maximal 14 bis 16 GByte pro Sekunde möglich. Die angekündigte Samsung PM1743 nutzt das Server-Format E3.S, das dem 2,5-Zoll-Format ähnelt, und setzt auf TLC-NAND (Triple Level Cell), der drei Bit pro Zelle speichert und aus eigener Herstellung stammen soll. 

Samsung will bei SSDs mit PCIe-5.0-Schnittstelle vorne mit dabei sein. Das zeigt die Server-SSD PM1743, für die mit dem zweiten Quartal schon ein konkretes Erscheinungsdatum feststeht.
Vergrößern Samsung will bei SSDs mit PCIe-5.0-Schnittstelle vorne mit dabei sein. Das zeigt die Server-SSD PM1743, für die mit dem zweiten Quartal schon ein konkretes Erscheinungsdatum feststeht.

SSD-Controller : Auch wenn Samsung auf eigene Controller für seine SSDs vertraut, zeigen die Aktivitäten von Controller-Herstellern, dass es mit SSDs PCI Express 5.0 nicht mehr allzu lange dauern wird. So hat Phison mit dem E26 bereits die Testphase von Prototypen bei Partnern abgeschlossen und geht in Produktion. Damit steht einer Auslieferung in diesem Jahr nichts mehr im Weg. 

Wie stark die Firmen an SSDs mit PCIe 5.0 interessiert sind, zeigt Hersteller Phison, dessen Controller-Chip E26 in diesem Jahr bereits an die SSD-Hersteller geliefert wird - anfangs jedoch mit Fokus auf Server-SSDs.
Vergrößern Wie stark die Firmen an SSDs mit PCIe 5.0 interessiert sind, zeigt Hersteller Phison, dessen Controller-Chip E26 in diesem Jahr bereits an die SSD-Hersteller geliefert wird - anfangs jedoch mit Fokus auf Server-SSDs.
© Phison

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