2239130

Smartphone jetzt kaufen: Darauf müssen Sie achten

12.01.2021 | 08:04 Uhr | Verena Ottmann

Aktuelle Smartphones sind Leistungsmonster. Auf der Suche nach dem passenden Handy helfen diese Kauf-Tipps.

Wer sich ein neues Smartphone kaufen möchte, der sollte vorab eine Grundvorstellung davon haben, was ihm wichtig ist. Denn insbesondere im High-End-Bereich gab es in der letzten Zeit verschiedene Neuerungen, die Technikliebhaber natürlich nicht missen möchten.

CPU: Künstliche Intelligenz wird noch intelligenter

Aktuelle Prozessoren wie der Huawei Kirin 990 5G, der Mediatek Dimensity 1000+ oder der Qualcomm Snapdragon 765G ermöglichen Smartphones aufgrund hoher Leistung, geringerem Stromverbrauch sowie integrierter KI eine Vielzahl von neuen Funktionen. So besteht beispielsweise der 5G-fähige Huawei Kirin 990 5G aus acht Prozessorkernen (2x 2,86 GHz, 2x 2,36 GHz, 4x 1,95 GHz). Die NPU (Neural-network Processing Unit), welche für die KI-gesteuerten Berechnungen zuständig ist, setzt drei Kerne ein und ist noch leistungsfähiger als in den Vorgängerversionen der CPU. Zudem sind 16 Grafikkerne integriert, die unter anderem 8K-Videos ermöglichen. Der Qualcomm Snapdragon 765G ist ebenfalls ein 5G-fähiger Achtkerner (1x 2,3 GHz, 1x 2,2 GHz und 6x 1,8 GHz) mit verbesserter KI, der sich ebenfalls für 10-Bit-HDR-Gaming eignen soll. Schließlich ist auch der Mediatek Dimensity 1000+ mit acht Kernen (4x 2,6 GHz und 4x 2,0 GHz) ausgestattet. Die „APU 3.0“ genannte NPU kümmert sich um die KI-gesteuerten Berechnungen, die vor allem bei Spielen zum Einsatz kommen sollen. 

Aber auch bei den integrierten Kameramodulen dürfen die KI-Chips ihr Können zeigen. So stellen sie automatisch die passenden Bildparameter für eine Fotosituation ein und finden bei Serienbildern eigenständig die beste Aufnahme. Im Huawei P40+ entfernen sie auch unerwünschte Elemente wie Passanten oder Spiegelungen aus Bildern.

Kamera: Hohe Auflösungen bringen mehr Funktionen

Eine Zeit lang war der Wettstreit um die meisten Megapixel bei Smartphone-Kameras mehr oder weniger vorbei. Die Hersteller setzten stattdessen auf interne Bildverbesserungen wie beispielsweise den HDR- oder den Nachtmodus. Doch nun, wo diese Funktionen den Weg in den Massenmarkt gefunden haben, geht auch der Kampf um die meisten Megapixel wieder weiter – zumindest im High-End- Bereich.

Eine hohe Auflösung ist aber nicht nur einfach eine verkaufsträchtige Angabe auf der Smartphone-Verpackung. Vielmehr dient sie als Grundlage für weitere Features: So ist eine Folge der hohen Sensorauflösung die Steigerung der Zoomfunktion. Da diese Megazooms zumeist digital arbeiten, brauchen die Vergrößerungen den Output der hochauflösenden Sensoren, damit die Bildausschnitte nicht unscharf werden.

Beispielsweise ist das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G (Preis: ab 860 Euro) mit einem 108-Megapixel-Sensor samt Weitwinkelobjektiv ausgestattet. Mit an Bord ist darüber hinaus das sogenannte „Space Zoom“, das eine 100fache Vergrößerung liefern soll. Es basiert auf dem 10fach-Hybridzoom, das wiederum die Bildinformationen des optischen 3fach-Zooms als Basis verwendet. Das Huawei P40 Pro+ für etwa 975 Euro ist mit einem 100fach-Digitalzoom auf Basis des optischen 10fach-Zooms ausgestattet, auch wenn der Hauptsensor „lediglich“ mit 50 Megapixeln auflöst. Die Objektive stammen aus dem Hause Leica. Xiaomi spendiert dem 10T Pro (rund 585 Euro) zudem 108 Megapixel und ein 30fach-Digitalzoom.

Auch 8K-Videos und weitere Aufnahmemodi sind mit den hochauflösenden Sensoren möglich. So bieten das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G sowie das Xiaomi Mi 10T Pro zum Beispiel einen 8K-Videomodus, der 33-Megapixel-Standbilder erlaubt. Xiaomi koppelt über- dies Haupt- und Frontkamera, sodass sich beide Ansichten in einer Aufnahme vereinen lassen.

Display: Hohe Wiederholrate und Notch-Ios

Spielen am Smartphone nimmt immer weiter an Bedeutung zu. Wer sich dabei nicht auf Casual Games beschränken will, der sollte vor allem bei der Displayausstattung auf die technischen Daten achten. Denn für flüssiges Spielen ist eine hohe Wiederholrate wichtig. Beispielsweise setzt das Display des Samsung Galaxy S20 (Preis: ab 600 Euro) eine Wiederholrate von 120 Hz ein, beim Xiaomi Mi 10T Pro sind es sogar 144 Hz. Ein dezidiertes Gaming-Phone mit 144 Hz Wiederholrate ist etwa das ROG Phone 3 von Asus, das wegen seiner Kompatibilität zu Googles Cloud-Gaming-Plattform Stadia Pro Zugriff auf Games wie Red Dead Redemption II, die Tomb-Raider- Serie oder Elder Scrolls Online hat. Das Gerät kostet je nach Speicherausstattung zwischen 640 und 1100 Euro.

Spieler wollen aber nicht nur eine flüssige Darstellung, sondern auch ein möglichst durchgängig verlaufendes Display. Da dies bei der bislang beliebten Aussparung für die Frontkamera, der sogenannten Notch, nicht gegeben ist, gehen immer mehr Hersteller dazu über, das Objektiv lediglich in einem Loch im Display unterzubringen. So verfügen beispielsweise das Motorola G8 Power für 160 Euro und das Motorola G9 Plus für 265 Euro über ein Punch Hole.

Eine ganz eigene Lösung für die Selfie-Kamera hat Honor beim 9X für 185 Euro und im 9X Pro für 210 Euro in petto: Das Modul verschwindet bei Nichtgebrauch komplett im Gehäuse und lässt sich bei Bedarf herausfahren – ganz ohne eine Aussparung im Display. Auch Motorola verbaut im One Hyper für 330 Euro eine Pop-up-Kamera.

Updates: Ansagen der Hersteller nicht verlässlich

Fehlende Betriebssystem- und Sicherheits-Updates machen Smartphones angreifbar für Malware & Co. Achten Sie daher beim Kauf eines neuen Smartphones auf die Update-Politik der Hersteller. Bei A-Brands wie Huawei, Samsung und Sony bekommen oft nur High- End-Geräte Updates und diese auch erst lange nach dem Veröffentlichungstermin durch Google. Außerdem ändern die Hersteller ihre Pläne.

Löbliche Ausnahmen bei den Updates sind neben Google selbst beispielsweise Nokia, die sogar für ihre Einsteigermodelle Nokia 3.4 (Preis: 160 Euro) sowie Nokia 2.4 (125 Euro) bereits Updates auf Android 11 angekündigt haben und diese erfahrungsgemäß auch zeitnah aus- rollen. Der chinesische Hersteller Realme ist bei den Updates gleichfalls ganz vorne mit dabei. So hat er schon Android 11 für mehr als 20 Geräte angekündigt, das Realme 7 für 200 Euro und das Realme 7 Pro für 300 Euro haben das neue Betriebssystem bereits bekommen.

Kauf-Tipp: Vorjahresgeräte beobachten für Schnäppchen

Auch wenn Sie nicht jedem Techniktrend hinterherlaufen, können Sie von den neuen Entwicklungen profitieren: Denn diese haben zur Folge, dass sich viele der Features, die letztes Jahr als Topausstattung der teuren Geräte gehandelt wurden, nun auch in den Mittelklasse-Smartphones finden beziehungsweise dass die ehemaligen Boliden durch die angekündigten Nachfolgemodelle günstiger geworden sind. Halten Sie also hier die Augen offen!

Siehe auch:  Die beste Handy-Kamera 2020: Der große Vergleich

Wer auf Nachhaltigkeit Wert legt, sollte sich das Fairphone 3+ ansehen. Bei diesem modular aufgebauten Gerät lassen sich etwa Kameras, Akku, Display und Lautsprecher in Selbstmontage austauschen.
Vergrößern Wer auf Nachhaltigkeit Wert legt, sollte sich das Fairphone 3+ ansehen. Bei diesem modular aufgebauten Gerät lassen sich etwa Kameras, Akku, Display und Lautsprecher in Selbstmontage austauschen.
© Fairphone

PC-WELT Marktplatz

2239130