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Hardware-Trends 2017: Grafikkarten im Vergleich

12.12.2016 | 10:40 Uhr |

Neben dem Spielen in Ultra-HD-Auflösung ist VR (Virtual Reality) das absolute Ding bei Grafikkarten. Um in die virtuelle Welt ohne Schwindelgefahr abtauchen zu können, müssen Sie für die Karte rund 700 Euro hinlegen. Wesentlich günstiger kommen Spieler weg, denen Full-HDAuflösung ausreicht. Sie finden eine Allround-Karte schon ab gut 200 Euro.

Bei den Grafikprozessoren nimmt es AMD mit Nvidia auf: Momentan können AMDs GPUs mit Polaris-Kern es höchstens in der Einsteigeroder Mittelklasse mit Nvidia-Chips aufnehmen. Geht es um Spielen in 4K oder Virtual-Reality, liegt Nvidias Pascal-Architektur mit GPUs wie der GTX 1080 derzeit uneinholbar vorne. AMDs Konter nennt sich Vega: Der High-End-Chip Vega 10 mit 4096 Kernen soll High Bandwidth Memory (HBM) 2 nutzen. Bei dieser Weiterentwicklung des HBM-Standards lassen sich bis zu acht Speichermodule stapeln, um eine Speicherbandbreite von bis zu 1 TB/s zu erreichen. So sind Grafikkarten mit bis zu 32 GB Speicher möglich. Die abgespeckte Variante für den Mittelklasse-Bereich nennt sich Vega 11.

Nvidia konzentriert sich zu Beginn von 2017 auf die Komplettierung des High-End-Angebots: Eine Geforce GTX 1080i auf Basis der aktuellen Pascal-Architektur soll sich zwischen der GTX 1080 und der über 1000 Euro teuren Titan X positionieren. Eine neue GPU-Architektur mit dem Codenamen Volta ist eigentlich erst für 2018 vorgesehen mit der neuen 10-Nanometer-Fertigungstechnik. Doch es wird schon spekuliert, dass ein Erfolg von AMDs Vega-Technik Nvidia dazu zwingen könnte, Volta vorzuziehen: Die jährliche GPU Technology Conference, auf der Nvidia traditionell seine neuen Produkte vorstellt, wurde bereits auf Mai 2017 verschoben. Deshalb geht man davon aus, dass Nvidia als Zwischenschritt die Volta-GPUs zunächst mit dem erprobten 16-Nanometer-Verfahren fertigt. Über Volta ist bisher lediglich bekannt, dass ebenfalls HBM 2 zum Einsatz kommen wird.

Wie sieht die aktuelle Marktlage aus?

Der endlose Wettbewerb zwischen den Grafikkartenherstellern AMD und Nvidia nach immer höherer Leistung hat sich entzerrt. Das liegt in erster Linie an AMD. Das Unternehmen konzentriert sich auf Grafikkarten mit guter Leistung und hoher Energieeffizienz zu bezahlbaren Preisen. Suchen Sie eine Grafikkarte im Preisbereich von 100 bis 200 Euro, bekommen Sie bei AMD das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, denn selbst eine Karte mit dem derzeitigen Top-Grafikchip Radeon RX 480 – etwa die XFX RX 480 RS Double Edition – ist bereits für rund 225 Euro zu bekommen. Sie bietet aktuelle Polaris-10-Grafikchip-Architektur, die dank 14-Nanometer-Fertigung mehr Transistoren auf kleinerer Fläche unterbringt, ohne den Stromverbrauch unnötig in die Höhe zu schrauben. Mit ihr können Sie aktuelle Spiele in einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln flüssig spielen.

Ist diese Grafikpower für Ihre Zwecke überdimensioniert, reicht eventuell schon eine Einstiegskarte mit AMD-Radeon-RX-460-Grafikchip und vier GB Speicher aus – beispielsweise die Sapphire Nitro RX 460 OC für etwa 140 Euro. Sie basiert auf Polaris-11-Chiparchitektur, die nicht ganz so viele Transistoren auf die Chipfläche bringt wie Polaris 10, mit DirectX 12 voll kompatibel ist und darüber hinaus wenig Strom verbraucht. Mit ihr können Sie aktuelle Spiele in Full-HD-Auflösung in mittleren bis hohen Details spielen. Eine Alternative von Nvidia finden Sie in den top-aktuellen Geforce GTX 1050 beziehungsweise 1050Ti , die leistungstechnisch vergleichbar sind und 130 und 155 Euro kosten.

Volles Tempo: Mehr Leistung für die Grafikkarte

Auch den Einstieg in die günstige Mittelklasse besetzt AMD mit der Radeon RX 470 erfolgreich. Hier kommt wiederum Polaris-10-Architektur zum Einsatz, gepaart mit vier oder acht GB GDDR5-Grafikspeicher. Eine Karte mit der geringeren Speicherkapazität kostet um die 210 Euro – wie etwa die Asus ROG Strix RX 470 Gaming OC . Für Karten mit 8 GB Speicher legen Sie rund dreißig Euro mehr an wie etwa bei der MSI RX 470 Gaming X für rund 240 Euro. In beiden Fällen können Sie aktuelle Games in Full-HD-Auflösung mit maximalen Grafikdetails spielen. Für die höhere Speicherkapazität entscheiden Sie sich, wenn Sie Bildoptimierungen wie Kantenglättung aktivieren wollen.

Neben dem Grafikchip und der Speicherkapazität ist die Schnittstellenausstattung entscheidend – gerade, wenn Ultra-HD-Auflösung ins Spiel kommt. Denn nur mit HDMI 2.0 können Sie 4K-Inhalte flüssig mit 60 Hertz Bildwiederholrate darstellen. Die Grafikkarten sind hier inzwischen nicht mehr die Bremse, denn alle genannten Beispiele bringen HDMI in dieser Version mit oder bieten alternativ Displayport-Anschlüsse in der Version 1.2 oder höher, die für die Ultra-HD-Darstellung genauso geeignet sind. Allerdings unterscheiden sie sich in der Anzahl der jeweiligen Schnittstellen. Jeweils einen HDMI- sowie Displayport-Anschluss finden Sie an allen Karten. Doch erst die Mittelklassekarte von MSI erhöht die Stückzahl auf zwei pro Anschlusstyp.

Gleiche Karte, anderer Preis: Woran liegt das?

Bedenken Sie auch, dass neben der Grafikkarte der Monitor oder Fernseher die passende Schnittstelle mitbringen muss, um 4K-Inhalte ohne Ruckler darzustellen.

PC-WELT-Empfehlung: PNY GTX 1080 Founders Edition

PNY GTX 1080 Founders Edition
Vergrößern PNY GTX 1080 Founders Edition
© PNY

Preis: rund 700 Euro im PC-WELT Preisvergleich
Ausstattung: Grafikprozessor: GP104 (Pascal) /
Standardtakt: 1607 MHz / Boost-Takt: 1733
MHz / Speicherkapazität: 8192 MB GDDR5X /
Speichertakt (effektiv): 10008 MHz

Das braucht der Technik-Fan

Kommt es Ihnen auf Gaming in Ultra-HD-Auflösung und Virtual Reality an, hat derzeit Nvidia die Nase vorn. Für beide Bereiche sind die Leistungsanforderungen an die Karte enorm hoch. So löst die VR-Brille Oculus Rift mit 2160 x 1200 Pixeln auf und gibt 90 Bilder pro Sekunde wieder. Dafür muss die Grafikkarte dreimal mehr Leistung erbringen als bei Full-HD-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde. Doch weniger Power macht bei VR keinen Sinn, denn sonst droht Simulatorkrankheit, bei der den Spielern übel wird, weil die Latenz zwischen der Kopfbewegung und deren Umsetzung im Spiel zu groß ist. Für VR kommt derzeit nahezu ausschließlich eine Karte mit Nvidia-Geforce- GTX-1080-Grafikchip in Frage, etwa die PNY GTX 1080 Founders Edition für rund 700 Euro. Eine echte Investition, bei der Sie aber im Gegenzug auch keine Kompromisse bei der 3D-Leistung eingehen müssen und einige Jahre Ruhe vor einem Upgrade haben. Denn die Karte basiert auf der aktuellen GPU-Architektur Pascal und setzt auf acht GB Speicher des Typs GDDR5X mit derzeit noch ungeschlagenen Transferraten von 10 GBit/s. Noch mehr kostet die Variante mit Wasserkühlung – etwa die Gigabyte GTX 1080 Xtreme Gaming Water Cooling für gut 870 Euro. Die Lösung ist zwar platzintensiv, sorgt aber für eine optimale Kühlung der Karte.

Preis-Leistungs-Tipp: MSI RX 470 Gaming X

MSI RX 470 Gaming X
Vergrößern MSI RX 470 Gaming X
© MSI

Preis: rund 240 Euro im PC-WELT Preisvergleich
Ausstattung: Grafikprozessor: Ellesmere (Polaris 10) / Standardtakt:
926 MHz / Boost-Takt: 1242 MHz / Speicherkapazität:
8192 MB GDDR5 / Speichertakt (effektiv): 6600 MHz

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