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Hardware-Trends 2017: Fernseher & PC-Monitore

18.01.2017 | 08:11 Uhr |

Wollen Sie einen neuen Fernseher mit UHD-Auflösung, weil inzwischen die Content-Auswahl groß genug ist? Dann kommen Sie um das Thema HDR nicht herum. Bei Monitoren halten Quantum-Dot-Panels Einzug, um die Farbraumabdeckung zu verbessern. Außerdem entdecken die Hersteller den Spieler als Zielgruppe und legen spezielle Serien auf.

Bei Fernsehern ist eine höhere Auflösung Kaufanreiz Nummer eins. UHD-Auflösung mit 3840 x 2160 Pixeln hat sich schneller etabliert als seinerzeit Full- HD. Auch das Inhalte-Angebot wächst. Neben Streamingdiensten wie Netflix und Amazon Prime setzen Bezahlsender vermehrt auf 4K-Inhalte. So sendet etwa Sky bereits ein Top-Bundesligaspiel pro Woche sowie eine ausgewählte Champions-League-Begegnung in der hohen Qualität. Um in den Genuss zu kommen, benötigen Sie jedoch neben dem Ultra- HD-TV auch den entsprechenden Sky-Plus-Pro-Receiver.

Sind Sie auf der Suche nach einem neuen UHD-Fernseher, begegnet Ihnen unausweichlich das Stichwort HDR (High Dynamic Range). Gemeint ist ein Hochkontrastbild, das in sehr hellen und sehr dunklen Bereichen viele Details anzeigen kann und damit näher am menschlichen Sehvermögen ist. Hier haben sich zwei Standards etabliert: HDR 10 und Dolby Vision. Sie unterscheiden sich in den Anforderungen ans Panel: HDR 10 setzt bei LCDs unter anderem 1000 Nits Helligkeit sowie 10 Bit Farbauflösung voraus und ist der Standard, auf dem die Ultra-HD-Blu-ray basiert. Dolby Vision verlangt noch mehr vom Panel: Es muss 12 Bit pro Kanal auflösen und mitgesendete Metadaten auswerten können. Die Technik ist auf Displays bis 10 000 Nits Helligkeit ausgelegt. Da es derartige TVs noch nicht gibt, ist das Zukunftsmusik.

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Grundsätzlich gilt: Sehen Sie das Logo „ Ultra HD “, handelt es sich um ein 4K-Gerät mit 8 Bit Farbtiefe und mindestens einem HDMI-Port mit HDCP-2.2-Unterstützung. Geräte mit UHD-Premium-Logo haben ein Panel mit 10 Bit Farbtiefe und entsprechen somit den Anforderungen von HDR 10. Die Bildqualität von UHD sehen Sie ab einer Bilddiagonale von 40 Zoll (101 Zentimetern), sie kommt jedoch erst ab Größen von 50 Zoll (127 Zentimeter) richtig zur Geltung. Im Einstieg kostet ein UHD-TV dieser Größe rund 880 Euro – etwa der Samsung UE55KU6179. Dieser TV unterstützt zwar HDR, kommt jedoch nicht auf geforderte Helligkeit von HDR 10 oder gar Dolby Vision.

PC-WELT-Empfehlung Fernseher: Samsung UE55KS8090T

Samsung UE55KS8090T
Vergrößern Samsung UE55KS8090T
© Samsung

Preis: rund 1.700 Euro im PC-WELT Preisvergleich
Ausstattung:

  • 55 Zoll (138 Zentimeter)

  • 3840 x 2160 Pixel Auflösung

  • 10 Bit Farbtiefe

  • Twin-Tuner

  • DVB-C/S2

  • T2 HD / HDR 10

  • Quantum-Dot-Panel

  • Smart-TV

Rahmenlose Bilder und höhere Effizienz

Ein Trendthema bei Displays sind rahmenlose Designs. Noch im Herbst letzten Jahres hat Xiaomi mit dem Konzeptphone Mi Mix klargemacht, wo die Reise hingeht. Hatte dieses Gerät noch einen schwarzen Balken am unteren Rand, soll dieser in diesem Jahr wegfallen. Ein erster Vertreter könnte das Meizu Pro 7 sein, dessen Bildschirm Gerüchten zufolge komplett durchgehend ist. Es bleibt nur noch ein ganz schmaler Gehäuserahmen. Das hat Folgen: Die Steuerungstaste wandert auf die Rückseite, was derzeit schon gängige Praxis ist. Interessanter ist die Frage, wo die Kamera untergebracht wird. Manche sehen sie seitlich aus dem Gehäuserahmen herausklappen. Das ist jedoch wenig wahrscheinlich. Wie stark der Drang zum rahmenlosen Display ist, zeigt auch der vollaktive Schirm von Japan Display. Das Unternehmen ist aus den Panelfertigungen von Sony, Toshiba und Hitachi hervorgegangen, zu den Kunden gehören Unternehmen wie Apple. Es arbeitet an einem Display mit hochdichter Verkabelung, wodurch es ohne Rand auskommt, aber auch neue Prozesse in der Fertigung nach sich zieht. Erste Prototypen in 5,5 Zoll (14 Zentimeter) Diagonale gibt es schon, die Produktion soll im März 2017 beginnen.

Durch das rahmenlose Display sind freie Bildschirmformen möglich, wie etwa Sharp anhand von geschwungenen Displays demonstriert, die auf der Paneltechnik IGZO basieren. Hier werden die Transistoren aus Silikon durch eine Halbleiterschicht aus Indium, Gallium, Zink und Sauerstoff ersetzt. Dank dieser Ansteuerung können runde Formen die herkömmlichen viereckigen Varianten ergänzen. Prototypen hat Sharp bereits auf der IFA 2016 gezeigt, weitere Beispiele sollen im Laufe des Jahres folgen.

LTPS-Panel sparen Energie und liefern hohe Auflösungen. Sie sollen nicht mehr nur bei Smartphones, sondern auch bei 13-Zoll-Mobilrechnern in UHD-Auflösung zum Einsatz kommen.
Vergrößern LTPS-Panel sparen Energie und liefern hohe Auflösungen. Sie sollen nicht mehr nur bei Smartphones, sondern auch bei 13-Zoll-Mobilrechnern in UHD-Auflösung zum Einsatz kommen.

Im Fokus bei Displays bleibt auch der Energieverbrauch. Er soll sinken, ohne Kompromisse bei der Auflösung einzugehen. Hier ist das LTPS-Display (Low Temperature Polysilicon) eine vielversprechende Lösung. In kleinen Größen – etwa bei Smartphones – wird sie schon länger eingesetzt. Das LTPS-Display hat Pixel mit größeren Subpixelöffnungen, wodurch bei gleicher Helligkeit dreißig Prozent weniger Energie als bei herkömmlichen LC-Displays benötigt wird. In diesem Jahr neu sind Größen von 13 Zoll (34 Zentimeter), die für Notebooks und 2-in-1-Geräte gedacht sind. Entwickler Japan Display verspricht UHD-Auflösung, eine Helligkeit von maximal 400 Candela pro Quadratmeter, ein Kontrastverhältnis von 1500:1 und eine Pixeldichte von 332 ppi. Laut Hersteller hat die Massenproduktion schon begonnen, die Panels liegen bei den Herstellern der Mobilrechner. Später im Jahr sollen Panels in Diagonalen von zehn und 17 Zoll (25 und 43 Zentimetern) folgen. Auch bei organischen Displays – Oled – bleibt es spannend. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das kommende iPhone 8 ein Oled-Display mitbringen soll. Mit den bestehenden Produktionsstätten wird sich der steigende Bedarf nur schwer decken lassen. Außerdem sollen Oleds besonders in TV-Größen günstiger werden. Die Lösung sehen die Panelhersteller wie LG, TCL oder Kateeva in aufgedruckten Oleds. Die ersten Prototypen sollen 2017 zu sehen sein. Die Massenproduktion soll ab 2018 anlaufen.

So sieht die Lage am PC aus

Bei PC-Monitoren ist das Hochkontrastbild noch nicht angekommen. Dafür haben Sie in den Auflösungen die volle Auswahl mit Full-HD, UHD oder WQHD (2560 x 1440 Pixel). Neben dem Seitenverhältnis 16:9 werden Ultrawide-Monitore mit 21:9 immer populärer. Für UHD-Monitore spricht, dass mehr Inhalt auf dem Schirm passt und sich Schriften ungemein scharf darstellen lassen. Ab Größen von 27 Zoll (68 Zentimetern) können sie Mehrschirmlösungen ersetzen. Preislich geht es hier bei 350 Euro los – gut 100 Euro über den Full-HD-Pendants. Neu sind Quantum-Dot-Schirme, mit denen sich mehr Farben als mit konventionellen Displays darstellen lassen, und die Farbräume wie NTSC oder Adobe-RGB fast oder komplett abdecken – wie der Philips 276E6ADSS für rund 300 Euro.

Für Spieler haben die Hersteller extra Schirmserien aufgelegt wie beispielsweise AOC mit Agon. Sie garantieren mit hohen Bildwiederholraten ab 144 Hertz und den Techniken AMD Freesync oder Nvidia G-Sync den verzögerungsfreien Spielgenuss. Die Displays sind höhenverstellbar, sportlich im Design und in der Regel hochpreisig – wie etwa der 27-Zöller AOC AG271QX für rund 540 Euro. Asus erhöht dabei als erster Hersteller beim ROG Swift PG258Q die Bildwiederholrate auf 240 Hertz. Sie wird mit einer Reaktionszeit von einer Millisekunde gekoppelt – schneller geht es derzeit nicht. Der Monitor ist für E-Sportler gedacht. Auf diesen Zug werden sicher weitere Hersteller aufspringen.

Siehe auch: Die beliebtesten Gaming-Monitore im Vergleichs-Test

Das braucht der Technik-Fan

Bei Fernsehern kombinieren Sie die HDR-Techniken HDR 10 und Dolby Vision in einem Gerät, um für die Zukunft in Sachen Hochkontrast gerüstet zu sein. Sie finden etwa bei LG derartige TVs unter „OLED HDR“ zusammengefasst, etwa LGs 65OLEDE6D mit 65 Zoll (164 Zentimeter) Diagonale für rund 6500 Euro.

Bei Monitoren setzen Sie nicht nur auf Größe, sondern auch auf ein gekrümmtes Panel mit Quantum-Dot-Technik für ein möglichst intensives Seherlebnis. Eine Option ist der Samsung Curved Monitor C34F791 für rund 1210 Euro. Der Schirm mit einer 34-Zoll-Diagonale (86 Zentimetern) hat einen Wölbungsradius von gerade einmal 1800 Millimetern. So erhalten Sie Raumtiefe und behalten die Gesamtfläche im Blick.

PC-WELT-Empfehlung Monitor: LG 27UD68P

LG 27UD68P
Vergrößern LG 27UD68P
© LG

Preis: rund 500 Euro im PC-WELT Preisvergleich
Ausstattung:

  • 27 Zoll (68 Zentimeter)

  • IPS-Panel / 3840 x 2160 Pixel

  • 300 cd/qm Helligkeit

  • 16:9 Seitenverhältnis

  • 5 Millisekunden Reaktionszeit

  • 2 x HDMI 2.0, 1 x Displayport 1.2

  • höhenverstellbarer Standfuß / Pivot-Funktion

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