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Mainboard-Kaufberatung: Darauf kommt es an

10.01.2018 | 10:10 Uhr |

Die Hauptplatine ist die Basis eines schnellen und stabilen PCs. Beim Kauf eines Komplettsystems oder fürs Aufrüsten spielt die Auswahl des Mainboards eine wichtige Rolle. Hier erfahren Sie, wie Sie unter den vielen aktuellen Modellen das passende finden.

Prozessor, Arbeitsspeicher, SSD oder Festplatte – alle PC-Komponenten sitzen auf oder hängen an der Hauptplatine. Deshalb sollte bei jedem Eigenbau-oder Aufrüstprojekt die Wahl der Platine gut überlegt sein: Sie bestimmt, welche Hardware Sie im Rechner überhaupt einsetzen können. Und im schlimmsten Fall kann ein falsch gewähltes Board zum Flaschenhals werden und die Leistung einschränken.

Doch nicht nur über die maximale Leistung des PCs entscheidet die Hauptplatine, sondern auch darüber, wie leicht sich ein System künftig erweitern lässt. Deshalb ist es vorteilhaft, auch bei einem Komplett-PC über die Hauptplatine Bescheid zu wissen und ihre Fähigkeiten in die Kaufentscheidung einzubeziehen.

Der Chipsatz bestimmt, welche Komponenten in den PC kommen

Der Chipsatz ist das Kernelement der Hauptplatinen. Er sorgt dafür, dass sich alle Komponenten und Anschlüsse des PCs miteinander austauschen können. Er besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Ein Teil, früher North-Bridge genannt, ermöglicht den schnellen Datenaustausch zwischen der CPU, dem Arbeitsspeicher und der Grafikkarte. Die South-Bridge hingegen übernimmt die Signalübertragung von PCI-Steckkarten und den restlichen Peripherie-Schnittstellen, wie zum Beispiel SATA, LAN, Audio oder auch Tastatur und Maus. Die Funktionen der North-Bridge übernimmt in einem aktuellen PC der Prozessor, ein spezieller Chip auf der Hauptplatine ist nicht mehr notwendig. Der Chipsatz auf der Hauptplatine erledigt die South-Bridge-Aufgaben. Je nach Hersteller gibt es aber auch spezifische Namen: Bei Intel heißt er „Platform Controller Hub“, bei AMD „Fusion Controller Hub“. Die Leistungsanforderungen an diesen Platinechip sind inzwischen aufgrund immer schnellerer Schnittstellen deutlich angestiegen, sodass er auf vielen Mainboards mit einem Kühlkörper ausgestattet ist, um die Wärme schnell abzuleiten. Für den reibungslosen Datenaustausch mit dem Prozessor ist der Chip über PCI-Express-3.0 angebunden. Intel nennt diese direkte Verbindung zur besseren Unterscheidung allerdings DMI (Direct Media Interface), das mittlerweile in der Version 3.0 vorliegt.

Video-Erklärung: Wie funktioniert ein Mainboard?

Kompatibilität: Dieser Prozessor passt auf die Hauptplatine

Der Chipsatz ist das Kernelement auf der Hauptplatine.
Vergrößern Der Chipsatz ist das Kernelement auf der Hauptplatine.

Nicht jeder Chipsatz funktioniert mit jeder CPU und umgekehrt. Es ist üblich, dass mit einer neuen Prozessorgeneration auch neue Chipsätze auf den Markt kommen, die deren technische Fähigkeiten ausnutzen können – und damit auch neue Hautplatinen: aktuell zum Beispiel Mainboards mit dem Intel Z370 , der zu den Intel-Core-Prozessoren der achten Generation passt. Unterscheidet sich eine neue CPU-Generation allerdings nicht sehr vom Vorgänger, reicht eventuell ein Bios-Update, damit einer neuer Prozessor in einer Hauptplatine läuft. So ist es zum Beispiel bei den Intel-Prozessoren der sechsten und siebten Generation. Welche CPUs ein bestimmtes Mainboard aufnehmen kann, listen die Hersteller üblicherweise auf den offiziellen Produkt-Webseiten für die Hauptplatinen auf, meist unter einer Rubrik wie „Technische Details“ oder „Spezifikationen“. Achten Sie dabei unbedingt darauf, ob es mehrere Revisionen einer Hauptplatine gibt – in der Produktbezeichnung erkennen Sie das am Zusatz „Rev“ hinter dem Modellnamen. Die einzelnen Revisionen unterscheiden sich durch verschiedene Logikchips, sodass die Ausstattung und die Prozessorunterstützung zwischen zwei Revisionen voneinander abweichen kann.

Wie erwähnt, sind viele Platinenfunktionen inzwischen in den Prozessor gewandert: Deshalb entscheidet die CPU-Kompatibilität zum Beispiel auch darüber, welchen und wie viel Arbeitsspeicher Sie auf einer Hauptplatine einsetzen können. Entsprechend finden Sie die passenden RAM-Steckplätze auf dem Mainboard.

Bestimmte Funktionen nur mit dem richtigen Chipsatz

Vor allem Hautplatinen für Spieler protzen mit zahlreichen Funktionen zum Übertakten.
Vergrößern Vor allem Hautplatinen für Spieler protzen mit zahlreichen Funktionen zum Übertakten.
© Asus

Auch wenn der Chipsatz auf der Hautplatine mit einer bestimmten CPU zusammenarbeitet, heißt das nicht, dass er alle Funktionen des Prozessors unterstützt. Um Produkte in verschiedenen Preisklassen verkaufen zu können, bietet zum Beispiel Intel mehrere Chipsätze für eine Prozessor-Generation an – und nur die teuersten Komponenten schöpfen alle Fähigkeiten der neuen CPU-Architektur aus. Günstigere Chipsätze lassen beispielsweise nicht das Übertakten von CPUs zu, selbst wenn der Prozessor eigentlich über einen freien Multiplikator verfügt. Des Weiteren legt der Chipsatz fest, wie viele SATA-, USB-und PCI-Express-Schnittstellen maximal unterstützt werden – und teilweise auch, mit welcher Geschwindigkeit. So entscheidet der Platinenhersteller mit der Wahl eines bestimmten Chipsatzes, welche Ausstattung sein Produkt bietet und in welchem Preisbereich er es verkaufen will.

Übersicht Hauptplatinen: Empfehlenswerte Modelle

Produkt

Gigabyte A320M-DS2

MSI B250M Pro-VD

Asrock AB350M Pro4

Asus Prime Z270-P

Chipsatz

AMD A320

Intel B250

AMD B350

Intel Z270

CPU-Sockel

AM4

1151

AM4

1151

Formfaktor

Micro-ATX

Micro-ATX

Micro-ATX

ATX

RAM-Steckplätze (maximale Geschwindigkeit)

2x DDR4 (bis zu 3200 MHz)

2x DDR4 (bis zu 2400 MHz)

2x DDR4 (bis zu 3200 MHz)

4x DDR4 (bis zu 3866 MHz)

PCI-Express

1x PCIe-x16, 2x PCIe-x1

1x PCIe-x16, 2x PCIe-x1

1x PCIe-x16, 1x PCIe-x16, 1x PCIe-x1

1x PCIe-x16, 1x PCIe-x4, 4x PCIe-x1

Speicher-Schnittstellen

4x SATA

6x SATA, 1x M.2 (PCIe-x4)

4x SATA, 2x M.2 (1x PCIe-x4, 1x SATA-3)

4x SATA, 2x M.2 (PCIe-x4)

Externe Anschlüsse

4. USB 3.0, 1x USB 3.1 Gen2, 2x USB 2.0, 1x PS/2, 1x VGA, 1x DVI, 1x Gigbait-LAN, 7.1-Audio

4x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x PS/2, 1x DVI, 1x VGA, 1x Gigabit-LAN, 7.1-Audio

4x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x USB 3.1 Gen1 Typ-C, 2x PS/2, 1x VGA, 1x DVI, 1x HDMI, 1x Gigabit-LAN, 7.1-Audio

4x USB 3.1, 2x USB 2.0, 2x PS/2, 1x DVI, 1x HDMI, 1x Gigabit-LAN, 7.1-Audio

CPU-Übertaktung möglich

nein

nein

ja

ja

Straßenpreis (Stand: Oktober 2017)

55 Euro

45 Euro

75 Euro

100 Euro

Übersicht Hauptplatinen: Empfehlenswerte Modelle

Produkt

Gigabyte Aorus GA-AX370-Gaming 5

MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC

Asus ROG Zenith Extreme

Gigabyte X299 Aorus Gaming 9

Chipsatz

AMD X370

Intel Z370

AMD X399

Intel X299

CPU-Sockel

AM4

1151

TR4

2066

Formfaktor

ATX

ATX

E-ATX

ATX

RAM-Steckplätze (maximale Geschwindigkeit)

4x DDR4 (bis zu 3200)

4x DDR4 (bis zu 4000 MHz)

8x DDR4 (bis zu 3600 MHz)

8x DDR4 (bis zu 4400 MHz)

PCI-Express

3x PCIe-x16, 3x PCIe-x1

3x PCIe-x16, 3x PCIe-x1

4x PCIe-x16, 1x PCIe-x4, 1x PCIe-x1

2x PCIe-x16m 1x PCIe-x8, 2x PCIe-x4

Speicher-Schnittstellen

8x SATA, 2x SATA-Express, 1x M.2 (PCIe)

6x SATA, 2x M.2 (PCIe)

6x SATA, 3x M.2 (PCIe), 1x U.2

8x SATA, 3x M.2 (PCIe)

Externe Anschlüsse

4x USB 3.1 Gen2 (1x Typ-C, 3x Typ-A), 6x USB 3.1 Gen1, 1x PS/2, 1x HDMI, 2x Gigabit-LAN, 7.1-Audio

2x USB 3.1 Gen2 (1x Typ-C, 1x Typ-A), 4x USB 3.1 Gen1, 2x USB 2.0, 1x PS/2, 1x Displayport, 1x HDMI, 1x Gigabit-LAN, 7.1-Audio

8x USB 3.1 Gen1, 2x USB 3.1 Gen2 (1x Typ-C, 1x TypA), 1x Gigabit-LAN, WLAN-ad, 7.1-Audio

5x USB 3.1 Gen2 (1x Typ-C, 4x Typ-A), 4x USB 3.1 Gen1, 1x PS/2, 2x Gigabit-LAN, WLAN-ac, 7.1-Audio

CPU-Übertaktung möglich

ja

ja

ja

ja

Straßenpreis (Stand: Oktober 2017)

185 Euro

198 Euro

530 Euro

493 Euro

Die richtige Ausstattung für Übertakter

Wer übertakten möchte, der braucht auch den richtigen Chipsatz.
Vergrößern Wer übertakten möchte, der braucht auch den richtigen Chipsatz.

Wer übertakten möchte, der braucht zunächst einen Prozessor mit entsperrten Multiplikator. Bei AMD sind alle aktuellen Ryzen-Modelle mit einem freien Multiplikator ausgestattet, bei Intel sind es die Versionen mit einem X oder K am Ende des Produktnamens. Dann muss auch noch der Chipsatz stimmen: AMDs Overclocking-fähige Chipsätze beginnen mit einem B oder X, bei Intel sind es die Chipsätze, denen ein X oder ein Z voransteht. Diese Chipsätze setzen die Platinen-Hersteller auf Produkten ein, die speziell auf Übertakter zugeschnitten sind und passende Zusatzfunktionen bieten: Sie sind in der Regel mit großen oder teilweise sogar aktiv belüfteten Kühlkörpern für die Spannungswandler und den Chipsatz ausgestattet – das ist besonders wichtig für erfolgreiches und stabiles Overclocking. Häufig werden auch speziell beschichtete oder aus besonders widerstandsfähigem Material hergestellte Bauteile eingesetzt, die beim erfolgreichen Übertakten helfen sollen – und vor allem auch haltbarer sind. Hinzu kommen besondere Features wie LED-Anzeigen, die mit Hilfe von zweistelligen Codes den aktuellen Zustand des Systems oder Fehler anzeigen. Außerdem befinden sich bestimmte Bedienelemente direkt auf der Platine, um den PC neu zu starten, einzuschalten oder bestimmte Modi zu aktiveren. Viele Hauptplatinen haben zum Beispiel einen sogenannten „Safe Boot“-Knopf: Der PC wird dann mit den Standard-Bios-Einstellungen geladen, falls das Übertakten schiefgegangen ist und sich der PC über den regulären Power-Button nicht mehr einschalten lässt.

PCI-Express: Der flotte Standard zur Datenübertragung

Mainboards sind mit unterschiedlich langen PCI-Express-Slots ausgestattet.
Vergrößern Mainboards sind mit unterschiedlich langen PCI-Express-Slots ausgestattet.
© Gigabyte

Der aktuelle Standard für die Anbindung der Grafikkarte oder anderen Erweiterungskarten ist PCI-Express. Sie finden derzeit die dritte Generation (PCI-Express-3.0) auf den meisten Hauptplatinen. Im Vergleich zum Vorgänger PCI handelt es sich bei PCI-Express immer um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, die eine weitaus höhere Datenübertragung ermöglichen. Ein PCI-Express-x16-Steckplatz schafft beispielsweise 16 Gigabyte pro Sekunde. Dort sitzt meist die Grafikkarte, die darüber direkt mit dem PCI-Express-Controller im Prozessor verbunden ist. Andere Peripheriekarten benötigen weniger Bandbreite und sind deshalb mit weniger PCI-Express-Leitungen (Lanes) mit dem System verbunden – üblicherweise über den Chipsatz der Hauptplatine. Wer im PC einige Zusatzkarten oder eine schnelle SSD einsetzen will, die per PCI-Express über das NVMe-Protokoll kommuniziert, der sollten Sie ein Auge darauf haben, wie viele PCI-Express-Lanes eine Hautplatine zur Verfügung stellt.

Neben den Lanes gibt es noch ein weiteres Detail bei PCI-Express zu beachten: Die Schnittstellen unterscheiden sich auch in der Länge und müssen daher mit dem Kontakt der gewünschten Erweiterungskarte korrelieren: So benötigen beispielsweise Grafikkarten stets die komplette x16-Länge und -Geschwindigkeit, um ihr volles Leistungspotenzial entfalten zu können. Allerdings gibt es auch langsamere und kürzere Slots, nämlich x8, x4 und x1. Die bieten sich beispielsweise für Sound-oder TV-Karten an. Nur auf x8-Slots lässt sich im Notfall wegen einer weiteren Grafikkarte ausweichen, allerdings kann es hier zur einer Beschränkung der Bandbreite kommen, die die mögliche Auflösung oder Detailqualität beim Spielen beeinflussen kann.

Tipp: Bios-Update in 8 Schritten - gefahrlos und schnell

Prozessorsockel: Hier thront die CPU

Der Sockel verbindet die CPU mit dem Mainboard und damit mit dem System.
Vergrößern Der Sockel verbindet die CPU mit dem Mainboard und damit mit dem System.

Das Herzstück jedes PCs, der Prozessor, findet im sogenannten CPU-Sockel der Hauptplatine seinen Platz. Nur ein Prozessor, der physikalisch in den CPU-Sockel auf dem Mainboard passt, kann dort überhaupt funktionieren – das ist entscheidend für Anwender, die sich einen Eigenbau-PC zusammenstellen wollen, wie auch für Aufrüster: Denn häufig unterscheidet sich der CPU-Sockel zwischen aufeinanderfolgenden Prozessorgenerationen, was die Möglichkeiten eines Upgrades stark eingrenzt. Die Verbindung zwischen dem Prozessor und der Hauptplatine erfolgt über hunderte kleine Kontakte. Die Zahl der Kontakte bestimmt in der Regel den Namen des Sockels, zum Beispiel LGA 1151 bei aktuellen Intel-Prozessoren. LGA steht für Land Grid Array, das eingesetzte Verbindungsformat zwischen Prozessor und Platine: Die Kontaktflächen an der CPU werden mit Pins im Sockel auf dem Mainboard verbunden. Bei PGA (Pin Grid Array) ist es anders herum.

Manche Platinenhersteller werben mit einem sogenannten „OC-Sockel“, der über mehr Kontakte verfügt als der standardmäßige Sockel. In Zusammenspiel mit anderen, verbesserten Komponenten des Mainboards soll der OC-Sockel beim Übertakten eine höhere Stabilität und Zuverlässigkeit bieten, da eine bessere Signalqualität erzeugt werden kann. Diese Funktion ist aber nur für Übertakter interessant.

Formfaktor: Welche Platine in Ihr Gehäuse passt

In der Industrie gibt es genaue Vorgaben für die Mainboard-Formfaktoren.
Vergrößern In der Industrie gibt es genaue Vorgaben für die Mainboard-Formfaktoren.

Der Formfaktor einer Platine bestimmt, ob das Mainboard ins Gehäuse des Computers passt. Hierfür gibt es Standards, an die sich alle Mainboard-und Gehäusehersteller halten. Nur selten weichen Großhersteller, sogenannte OEMs, von diesen Vorgaben ab. Diese Standards geben exakt vor, wo Schraublöcher vorhanden sein müssen, Plätze für Anschlüsse liegen und Erweiterungskarten eingesteckt werden können. Welche Mainboard-Formfaktoren Ihr Gehäuse unterstützt, finden Sie im Handbuch oder auf der Produktinformationsseite heraus. Denn wenn das Mainboard zu groß ist, wird es nicht ins Gehäuse passen – anders herum natürlich schon, doch dann lässt sich eventuell keine optimale Kühlung einbauen.

Aktuelle Standardgrößen sind das Micro-ATX-Format mit bis zu 24,4 x 24,4 Zentimeter Kantenlänge sowie das etwas größere ATX-Format (30,5 x 24,4 Zentimeter). Immer häufiger wird mittlerweile auch das kompakte Mini-ITX-Format (17 x 17 Zentimeter) eingesetzt. Allerdings müssen Sie häufig beim Ausstattungsumfang Abstriche machen, weil das Board im Vergleich zu den beiden ersteren recht klein ist. So kann es passieren, dass Sie dann zum Beispiel nur über einen einzelnen x16-PCIe-Slot verfügen oder recht wenig externe Anschlussbuchsen nutzen können.

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Externe Anschlüsse: USB, Netzwerk, Audio & Co.

Die verschiedenen internen Anschlüsse lassen sich recht gut auseinanderhalten.
Vergrößern Die verschiedenen internen Anschlüsse lassen sich recht gut auseinanderhalten.
© Asus

An einer Seite der Platine befindet sich ein Anschlussfeld: Es ist über eine entsprechende Aussparung im PC-Gehäuse von außen zugänglich, um Geräte oder Verbindungen direkt ans Mainboard anzuschließen. Je nach Preis und Mainboard-Modell lassen sich dort viele verschiedene oder nur die wichtigsten Anschlüsse finden. Deshalb müssen Sie je nach Ihrer Peripherieausstattung auch auf dieses Schnittstellenangebot achten. Standardmäßig gibt es immer USB, einen Netzwerkanschluss und 3,5-Millimeter-Klinkenbuchsen zum Anschluss von Audiogeräten. Nicht immer sind aktuelle Schnittstellen wie Thunderbolt, USB 3.1 Typ-C oder WLAN dabei. Wer seinen PC über einen längeren Zeitraum nutzen möchte, sollte auf jeden Fall darauf achten, die erwähnten modernen Anschlüsse an Bord zu haben. Vor allem Thunderbolt wird sich in naher Zukunft aufgrund seiner Vielseitigkeit durchsetzen. Zwar lassen sich häufig Anschlüsse über PCI-Express-Steckkarten nachrüsten, doch wenn eine Anschlusstechnik bereits auf der Platine sitzt, können Sie leichter auf diese Technik umrüsten. Je nach Anzahl und Typ der externen Schnittstellen müssen neben dem Chipsatz auch noch weitere Chips auf dem Mainboard her, um die Steuerung zu übernehmen. Immer als Extra-Chip sitzt der Audio-Chip auf der Platine.

Welche Schnittstellen und wie viele Anschlüsse Ihre Hautplatine benötigt, kommt auf Ihr persönliches Nutzungsverhalten an: Wenn Sie viele Geräte via USB an den PC anschließen, dann muss natürlich eine entsprechende Anzahl an Buchsen bereitstehen. Haben Sie ein Surround-Lautsprecher-System, dann müssen die jeweiligen Audio-Anschlüsse vorhanden sein. Eine Alternative ist eine zusätzliche Soundkarte, die aber wieder einen Steckplatz auf der Platine belegt und damit möglicherweise eine andere Erweiterungsoption verhindert. Oder Sie setzen auf eine externe Soundlösung, die eine eigene Signalverarbeitung besitzt und mit dem PC via USB kommuniziert. Oft besitzen die Anschlussfelder auch Videoschnittstellen wie HDMI, Displayport oder DVI. Um diese nutzen zu können, muss die eingesetzte CPU über eine integrierte Grafikeinheit verfügen, wie zum Beispiel Intel HD Graphics oder Radeon-Grafikkerne bei AMDs APUs (Accelerated Processing Units). Auf diese Weise müssen Sie für eine reine Bildausgabe und grafisch weniger aufwendige Anwendungen kein Geld für eine zusätzliche Grafikkarte ausgeben. Wenn Sie allerdings auch aktuellere Spiele daddeln möchten oder mit fordernden Multimediatools arbeiten müssen, dann kommen Sie wohl nicht um einen Grafikbeschleuniger herum. An der Grafikkarte sitzen dann eigene Anschlüsse für externe Monitore.

Eine Top-Hauptplatine bringt zahlreiche Anschlüsse für Peripheriegeräte und Netzwerk mit.
Vergrößern Eine Top-Hauptplatine bringt zahlreiche Anschlüsse für Peripheriegeräte und Netzwerk mit.

Interne Anschlüsse: Strom, SATA und Bedienung

Interne Anschlüsse auf der Platine lassen sich nur durch das Öffnen des Gehäuses erreichen. Zu diesen Schnittstellen zählen zum Beispiel einige USB-Verbindungen, die Datenverbindung SATA oder auch die Anschlüsse für die Stromversorgung von CPU und Mainboard durch das Netzteil. Durch eine bestimmte Anzahl, Belegung und auch Form von Pins, Löchern oder Kerben lassen sich die verschiedenen Arten voneinander unterscheiden. Absolute Sicherheit kann Ihnen aber nur das Mainboard-Handbuch geben. Etwas neuer ist die M.2-Schnittstelle für kompakte SSDs. Hier müssen Sie allerdings genauer aufpassen: Es kann vorkommen, dass diese M.2-Schnittstelle nicht per flottem PCI-Express, sondern per SATA ans System angebunden ist. Das macht die M.2-SSD dann nicht schneller als herkömmliche, 2,5 Zoll große Modelle – aber immerhin sparen Sie etwas Platz im Gehäuse.

Mit dem ROG Maximus IX Formula bringt Asus ein Gaming-Mainboard im ATX-Format mit Intels Z270-Chipsatz für Skylake- und die neuen Kaby-Lake-CPUs auf den Markt. Als besondere Features besitzt das Mainboard eine Wasserkühlungsfunktion, die Aura-RGB-Beleuchtung und USB 3.1 Typ C Unterstützung. Alle Infos zu dem Gaming-Mainboard gibt's in diesem Mainboard.

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