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Hardware-Trends 2017: Das ideale Mainboard

07.12.2016 | 09:10 Uhr |

Nur mit dem richten Mainboard kann man CPUs voll auszeizen. Wir schaffen einen Überblick, worauf es ankommt.

Bei einem Computer sorgen in erster Linie der Prozessor und die Grafikkarte für die Leistungsfähigkeit. Doch diese beiden Komponenten können ihr volles Potenzial nur dann entfalten, wenn auch die restlichen Einzelteile etwas taugen. So müssen Sie zum Beispiel bei der Wahl des Mainboards darauf achten, den richtigen Sockel und Chipsatz zu wählen. Denn wer bei letzterem Punkt nicht genau hinschaut, der kann seinen Prozessor nicht übertakten, obwohl er sich dafür eignen würde. Wir erklären im Folgenden, auf welche technischen Details und Ausstattungsmerkmale Sie beim Kauf achten müssen.

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Mainboards: Seit jeher die Grundlage aller PCs

Wie die englische Bezeichnung „Mainboard“ schon verrät, führt die Hauptplatine alle Einzelkomponenten zusammen und bildet damit die essenzielle Grundlage eines Computers. Doch jeder Hersteller bringt pünktlich zum Start neuer CPU-Generationen zahlreiche Modelle heraus. Manchmal sind die Unterschiede nur geringer Natur, manchmal aber auch bedeutend größer. Doch erst eins nach dem anderen: Zuerst einmal sollten Sie auf den korrekten Sockel für Ihre CPU achten. Aktuell sehr beliebt und zukunftssicher ist der Intel-Sockel 1151 , oft auch angegeben als LGA1151 . Dieselbe Angabe muss sich auch bei den Spezifikationen des Mainboards finden lassen. Nur selten ist ein Mainboard ab- oder aufwärtskompatibel. Es gibt nur wenige Ausnahmen: Beispielsweise wenn eine CPU-Generation nur eine kleine Auffrischung erhält, wie zum Beispiel der AMD-Sockel AM3 und AMD3+. Weiterhin zu beachten ist, ob der Sockel auch tatsächlich unterstützt. Denn auch die grundlegende Firmware der Hauptplatine, das Bios (Basic Input/ Output System) muss den Prozessor ebenfalls ansprechen können. Durch ein kostenloses Update lässt sich die Kompatibilität aber oftmals nachrüsten.

Der Sockel und das Mainboardformat schränken die Auswahl schon einmal gut ein.
Vergrößern Der Sockel und das Mainboardformat schränken die Auswahl schon einmal gut ein.

Als Nächstes müssen Sie auch beim Formfaktor, also der Größe der Hauptplatine, achtgeben und nach der maximalen Kompatibilität Ihres Gehäuses gehen. Zu den gängigsten Faktoren zählen der ATX- und Micro-ATX-Standard. Doch vor allem Oberklassemodelle setzen oft einen größeren Faktor wie E-ATX voraus. Wenn Sie sich für ein sehr großes Gehäuse entschieden haben, dann müssen Sie sich um die Mainboardgrößen eher weniger Gedanken machen. Besonders kleine Gehäuse setzen natürlich auch besonders kleine Hauptplatinen voraus. Der passende Formfaktor wäre hier beispielsweise Mini-ITX.

Mainboard-Chipsatz: Die zentrale Infrastruktur

Der sogenannte Chipsatz ist in der Regel fester Bestandteil der Produktbezeichnung, um gleich eine erste Einschätzung über die Fähigkeiten der Hauptplatine abgeben zu können. So nutzt das Modell Asus ROG Strix X99 den Intel-X99-Chipsatz, bei dem es sich um eine leistungsfähige Version für Intels Extreme-CPUs handelt. Illustrer Vertreter aus dem AMD-Lager wäre beispielsweise der 990FX. Der Chipsatz selbst besteht aus mehreren Teilkomponenten und ist für die Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten verantwortlich. Der Datenaustausch erfolgt wiederum über „Lanes“, die die Informationen der Einzelteile transportieren.

Dieser schematische Aufbau von Intel zeigt, was ein Chipsatz für Funktionen übernimmt.
Vergrößern Dieser schematische Aufbau von Intel zeigt, was ein Chipsatz für Funktionen übernimmt.

Wer aber gerne seinen Prozessor für mehr Leistung übertakten möchte, der kann nicht einfach blind zu einem theoretisch passenden Chipsatz greifen. Denn bei günstigeren Abstufungen unterbinden AMD und Intel die Möglichkeit zum Anheben der Taktrate. Zwar ist es teilweise sogar möglich, diese Einschränkung durch Firmwareupdates oder manuelle Softwareeingriffe aufzuheben. Doch letzterer Schritt führt meist zum Garantieverlust. Und natürlich muss auch der Haupt-Rechenchip selbst übertaktbar sein: Bei AMD ist das der Fall, wenn die CPU den Zusatz „Black Edition“ trägt, bei Intel hängt an der Modellbezeichnung der Zusatz „K“.

Bei solchen Varianten ist der sogenannte Multiplikator ab Werk entsperrt und gewährt ein komfortables Overclocking, da nur noch der Multiplikator erhöht werden muss. Denn der Multiplikator gibt das Verhältnis zwischen dem Systemtakt, der vom Mainboard diktiert wird, und der eigentlichen CPU-Taktfrequenz an. Hier ein kleines Beispiel: Wenn sich der Systemtakt auf 750 MHz beläuft und der Multiplikator 3,5 beträgt, dann arbeitet der Prozessor mit einer Taktfrequenz von rund 2,6 GHz. Beliebte aktuelle Chipsätze fürs Übertakten wären Intel Z710 und AMD 990FX.

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Viel flexibler: Aktuelle und zahlreiche Anschlüsse

Wer besonders flexibel sein möchte und auch auf eine gewisse Zukunftssicherheit baut, der sollte auf eine große Schnittstellen- und Anschlussvielfalt sowie deren Aktualität achten. Bestimmte Schnittstellen wie Arbeitsspeicher, SATA-Anschlüsse und PCI-Express-Slots sind genormt und geben sich mit so ziemlich jedem Prozessor zufrieden. Nutzen Sie viele Erweiterungskarten wie TV-, Sound- oder Capturekarten, dann sollte das Mainboard natürlich über genügend PCI-Schnittstellen verfügen.

Die Anschlüsse der Hauptplatine fallen je nach Preis zahlreicher und aktueller aus.
Vergrößern Die Anschlüsse der Hauptplatine fallen je nach Preis zahlreicher und aktueller aus.

Eine Grafikkarte findet idealerweise in einer PCI-Express-Schnittstelle der aktuellen Version 3.0 Platz, damit es bei der Datenübertragung nicht zum Flaschenhals kommt. Beim Arbeitsspeicher gilt es auf den korrekten Speichertyp zu achten. Weit verbreitet ist immer noch DDR3, allerdings ist der aktuelle Standard DDR4 immer mehr im Kommen. Einen Unterschied gibt es auch in der Anzahl der RAM-Steckplätze: Zwei Stück sollten für den Hausgebrauch ausreichen, soll es ein leistungsfähigerer PC werden, dann sollten es mindestens vier Steckplätze sein – Modelle mit acht RAM-Plätzen sind High-End-Modelle. Auch die restlichen Anschlüsse sollten stimmen und dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Ein sogenannter M.2-Steckplatz schließt kompatiblen Flashspeicher über die schnelleren PCI-Express-Lanes ans System an und ermöglicht dadurch höhere Datenraten. Das aktuell schnellste SATA wird als SATA3 angegeben, den kurz aufgekommenen SATA-Express-Anschluss haben die Hersteller zugunsten des M.2-Formats aber wieder fallengelassen. Achten Sie auf genügend USB-Schnittstellen, um alle Ihre Geräte anschließen zu können. Dazu zählen unter anderem die Maus, Tastatur, das Headset und auch der Drucker. USB 3.1 ist zukunftssicher, aber hier gilt es auf die kleine Angabe „Gen2“ (Generation 2) zu achten. Denn nur dann ist der Anschluss auch flotter als das herkömmliche USB 3.0. Diesbezüglich erfolgt auch oft die Angabe „USB 3.1 Typ-C“, bei der es sich lediglich um die Steckerart handelt und nichts mit der Geschwindigkeit zu tun hat: Damit ist es egal, wie herum Sie einen USB-Typ-C-Stecker anstöpseln.

Wer nur die integrierte Grafik des Prozessors nutzen möchte, der braucht entsprechende Videoschnittstellen am I/O-Panel: HDMI sollte es mindestens sein, oft sind auch noch DVI und ein Displayport und sogar das veraltete VGA verbaut. Da jedes Mainboard einen Onboard-Audiochip besitzt, müssen Sie nicht extra eine Soundkarte kaufen. Je nach Preis-klasse entscheidet sich aber, ob Sie ein komplettes Raumklangsystem via Klinke anschließen können oder sich auf kleinere Boxen beschränken müssen. Auch vom Preis abhängig ist die Tatsache, ob die Hauptplatine mit Extras wie einem WLAN- oder Bluetooth-Modul ausgestattet ist.

Aktuelle Mainboard-Empfehlungen für AMD AM3+

Das Gigabyte GA-970A-DS3P ist der Preis- Leistungs-Tipp mit AMDs AM3+-Sockel.
Vergrößern Das Gigabyte GA-970A-DS3P ist der Preis- Leistungs-Tipp mit AMDs AM3+-Sockel.

Bei unseren Mainboard-Empfehlungen müssen wir uns aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Prozessoren auf die populärsten Sockel von AMD und Intel beschränken. Dafür nehmen wir natürlich eine Einteilung in eine Preis-Leistungs- und eine gehobene Empfehlung vor. Für Einsteiger und Sparfüchse, die einen AMD-Prozessor wie den FX-6300 mit AM3+-Sockel nutzen möchten, wäre das Modell Gigabyte GA-970A-DS3P für rund 62 Euro geeignet. Rund 130 Euro kostet Sie das MSI 990FXA Gaming , das über eine hochwertige Audiolösung, einen Übertaktungsassistenten und sogar NVMe verfügt.

Aktuelle Mainboard-Empfehlungen für Intel 1151

Nutzen Sie eine CPU mit Intels 1151-Sockel, dann wäre der aktuelle Preis-Leistungs-Tipp das Asrock B150M Pro4V für 72 Euro, das trotz des günstigen Preises einen M.2-Steckplatz und speziell beschichtete Komponenten besitzt. Gehobene Ansprüche erfüllt das Asus Z170 Pro Gaming für 148 Euro. Zu den Highlights zählen USB 3.1, M.2 und speziell aufs Übertakten abgestimmte Komponenten.

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