774388

Hardware-Flops 2010

19.01.2011 | 09:34 Uhr |

Nvidia Geforce GTX 480

Schlimm genug, dass Nvidia-Fans ein halbes Jahr länger auf Grafikkarten mit DirectX 11-Unterstützung warten mussten, während AMD bereits munter die HD-5000-Serie verkaufte. Schlimm genug, dass die ersten Exemplare der Geforce GTX 470 und GTX 480 (Codename: »Fermi«) kaum verfügbar waren. Schlimm genug, dass diese dann – wenn verfügbar – im Vergleich viel zu teuer waren.

Außerdem stellten sie sich im Test als wahre Monster heraus: Laut, heiß und stromhungrig sind Adjektive, die wir vor allem der Geforce GTX 480 zuordnen. Zwar war die bis vor kurzem die schnellste Karte mit nur einem Kern, für den täglichen Gebrauch ist sie aber schlichtweg untauglich. Im Laufe des vergangenen Jahres sind bei uns in der Hardware-Redaktion gleich drei dieser Karten den vorzeitigen Hitzetod gestorben! Kein Wunder also, dass diese Grafikkartengeneration sehr bald den liebevollen Spitznamen »Thermi« erhielt.

Intel Namenschaos

2008 kam Intels aktuelle Prozessorgeneration – die Core- i-Reihe – auf den Markt. Zunächst für den Sockel 1366 und die Bezeichnungen der Prozessoren waren damals klar: Je höher die Zahl nach dem »i«, desto schneller ist der Prozessor; i7 stand für Vierkerner, die mittels Hyperthreading acht Kerne simulieren. Doch brachte Intel seine Kunden schnell durcheinander: Für den neuen Sockel (1156) kamen im Herbst 2009 ebenfalls i7-Prozessoren heraus. Gleichzeitig wurde der Core i5 für denselben Sockel vorgestellt und stand zunächst für vier Kerne ohne Hyperthreading. So weit so gut, doch dann erschienen im Frühjahr 2010 neue Core-i5-Modelle, die plötzlich nur noch zwei statt vier Kerne besaßen.

Wer das bereits aufregend findet, der kann sich auf kommendes Jahr freuen: So bringt Sandy Bridge – Intels Anfang 2011 kommende Prozessorarchitektur – nicht nur wieder mal einen neuen Sockel sondern auch noch längere CPU-Bezeichnungen: So setzt Intel jetzt neben den Serienbezeichnungen Core i3, i5 und i7 auf vier- statt dreistellige Ziffern und hängt obendrein noch einen Buchstaben an bestimmte Modelle. Wer auch immer sich das neue Schema bei Intel ausgedacht hat – ein Vorzugsplatz auf der Anwärterliste für die Hardware-Flops 2011 ist ihm jetzt schon sicher.

AMD HD3D

AMDs Technologie HD3D sollte dieses Jahr, wie es Nvidia mit 3D Vision bereits 2009 vorgemacht hat, beeindruckende 3D-Effekte auf die Bildschirme von Radeon-Nutzern zaubern. Zwar funktioniert die HD3D-Technik theoretisch, die passende Hardware suchen Sie aber fast vergeblich. Das liegt zum einen an der fehlenden Treiber-Implementierung: Während Interessenten bei Nvidia die Treiber für die dritte Dimension frei Haus geliefert bekommen, müssen 3D-Begeisterte, die eine AMD-Karte verwenden wollen, Treiber von 3D-Drittanbietern wie DDD oder iZ3D käuflich erwerben.

AMD scheint wohl schlichtweg kein Interesse daran zu haben, eigene Treiber für die 3D-Technologie zu entwickeln. Folglich ist die Unterstützung für HD3D bisher mehr als rar gesät. So gibt es derzeit lediglich drei Monitore, die auf der AMD-Homepage als kompatibel gelistet sind. Einer davon ist in Deutschland nicht verfügbar, ein anderer wird nicht mehr hergestellt, einzig ein Modell von Zalman ist verfügbar. Bei 3D Vision gibt’s im Vergleich ein Rund-um-Sorglos-Paket mit Hardware und Treibern von Nvidia, auch passende 120-Hertz-TFTs sind mittlerweile einige auf dem Markt.

PC-WELT Marktplatz

774388