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PC startet nicht (richtig): So gehen Sie vor

15.08.2019 | 18:09 Uhr |

Startet der Computer nicht oder nervt Windows 10 mit regelmäßigen Bluescreens, ist guter Rat teuer. Wir zeigen Ihnen, wie Sie bei der Fehlersuche vorgehen sollten, um typischen PC-Problemen in Eigenregie auf die Schliche zu kommen – und sie zu lösen.

Viele Anwender dürften bereits Erfahrungen mit einem Rechner gemacht haben, der nicht mehr startet oder der sich regelmäßig mit einem Bluescreen verabschiedet. Das Problem daran ist, dass die Anzahl der möglichen Ursachen nahezu unendlich groß ist. Ein völlig verstaubter Lüfter oder ein lose sitzendes Verbindungskabel können ebenso die Auslöser sein wie ein defekter RAM-Riegel oder ein beschädigter Bootloader.

In diesem Beitrag nehmen wir die häufigsten Fehlerquellen unter die Lupe und zeigen Ihnen, wie Sie dem Startproblem respektive der Absturzursache auf die Schliche kommen können. Dabei decken wir alle gängigen Szenarien ab: Der PC lässt sich gar nicht mehr einschalten, der Rechner startet zwar, lädt aber das installierte Betriebssystem nicht, und Windows 10 stürzt regelmäßig ab.

Die wichtigste Info vorweg: Startet Ihr Rechner nicht mehr oder stürzt Windows 10 alle paar Minuten ab, gilt es, kühlen Kopf zu bewahren und die Fehlersuche systematisch in Angriff zu nehmen. Systematisch bedeutet in diesem Zusammenhang, stets nur einen Parameter zu ändern. Haben Sie etwa den Verdacht, dass ein defekter RAM-Block für das Problem verantwortlich ist, bringt es nichts, im gleichen Schritt auch die Bios/Uefi-Einstellungen zu verändern, da Sie hinterher nicht wissen, welche Änderung zum Erfolg geführt hat.

PC-Notfälle: Fehler im Windows-Start beheben

Hier können Sie schnell zu den einzelnen Problemen springen:

1. PC lässt sich gar nicht mehr einschalten
2. PC startet, meldet sich aber mit Pieptönen
3. PC startet, bringt aber Fehlermeldungen
4. PC startet, doch der Monitor zeigt kein Bild


1. PC lässt sich gar nicht mehr einschalten

Gibt der PC nach dem Einschalten überhaupt keinen Mucks mehr von sich, und bleiben auch die Dioden am Rechner dunkel, liegt in den meisten Fällen ein Problem mit der Stromversorgung vor. Die Spanne der möglichen Ursachen reicht von einem gelockerten Kabel über einen kaputten Einschalter bis hin zu einem defekten Netzteil.

Stromversorgung checken

Als Erstes steht die Überprüfung der grundlegenden Stromversorgung an: Sitzt der Kaltgerätestecker, der an der Rückseite des PCs eingestöpselt ist, auch fest? Steckt das andere Ende des Kabels auch wirklich in einer Steckdose? Steht der Hauptschalter, über den viele Netzteile verfügen, auf Ein? Um wirklich alle potenziellen Problemquellen auszuschließen, kann es auch nicht schaden, ein anderes Gerät an der Steckdose, an der der Computer hängt, anzuschließen, um zu überprüfen, ob sie überhaupt funktioniert.

Einschaltknopf und Reset-Button am Rechnergehäuse überprüfen

Netzteile verfügen über einen separaten Hauptschalter, der an der Rückseite zu finden ist.
Vergrößern Netzteile verfügen über einen separaten Hauptschalter, der an der Rückseite zu finden ist.

Um herauszufinden, ob der Einschaltknopf und/oder der Reset-Button Probleme machen, müssen Sie einen Blick auf das Mainboard werfen. Je nach Desktop-PC kann es dazu erforderlich sein, das ganze Gehäuse zu entfernen. Identifizieren Sie die dünnen Kabel, die vom Einschaltknopf und vom Reset-Button zum Motherboard führen und überprüfen Sie, ob die winzigen, zweipoligen Stecker fest auf den jeweiligen Pins sitzen. Bei moderneren Motherboards sind die Stecker übrigens beschriftet, was die Identifizierung erleichtert. Ziehen Sie den Reset-Stecker ab und drücken Sie den Einschaltknopf. Sollte der Rechner nun starten, hängt das Problem eindeutig mit dem Reset-Button zusammen. Ansonsten ziehen Sie auch den Stecker, der zum Einschaltknopf führt ab, und schließen die zwei Pins kurz, indem Sie eine Büroklammer an die beiden Kontakte halten. Startet der PC, haben Sie das Problem identifiziert. Wollen Sie sich den Kauf eines neuen Gehäuses ersparen, schließen Sie den Stecker, der zum Reset-Button führt, am Anschluss für den Einschaltknopf an und nutzen zukünftig den Reset-Button zum Ein- und Ausschalten des Rechners.

Kabelverbindungen inspizieren

Ist die Steckverbindung locker, lässt sich der Rechner nicht mehr über diesen Schalter starten.
Vergrößern Ist die Steckverbindung locker, lässt sich der Rechner nicht mehr über diesen Schalter starten.

Lässt sich der Rechner immer noch nicht einschalten, steht im nächsten Schritt der Check der Verbindung zwischen Netzteil und Mainboard auf dem Programm. Ziehen Sie den breiten 24poligen Stecker und den vier- oder achtpoligen 12-Volt-Stecker ab und sehen Sie nach, ob die Komponenten verschmort aussehen oder geschmolzen sind. Ist das der Fall, ist Ihr PC offensichtlich Opfer einer Überspannung geworden. Ob diese durch einen Blitzschlag oder einen Defekt des Netzteils ausgelöst wurde, spielt keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass so eine Überspannung im Extremfall alle Systemkomponenten beschädigen kann. In so einer Situation kommen Sie nicht um den Kauf eines neuen Geräts herum.
Netzteil unter die Lupe nehmen

Neue Netzteile sind verhältnismäßig günstig und lassen sich einfach einbauen.
Vergrößern Neue Netzteile sind verhältnismäßig günstig und lassen sich einfach einbauen.

Sehen Steckverbindungen und Motherboard hingegen unbeschädigt aus, bleibt im Grunde nur noch eine Fehlerquelle übrig: das Netzteil. Eine Info vorweg: Dass das Netzteil seinen Geist aufgibt, kommt wesentlich häufiger vor, als man denkt. Meist hat der Defekt thermische Gründe. Verstaubte Lüfter verhindern etwa, dass die Komponenten sachgerecht gekühlt werden können, was zu einer dauerhaften Überhitzung führt. Aber auch die in Netzteilen verbauten, kurz als Elkos bezeichneten, Elektrolytkondensatoren stellen potenzielle Ursachen dar, da diese Komponenten nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Schaltet sich Ihr PC urplötzlich aus, ist das ebenfalls ein Zeichen, dass mit dem Netzteil etwas nicht stimmt.

Die einzige Möglichkeit, um herauszufinden, ob das Netzteil defekt ist, führt über einen Austausch. Lediglich Nutzer, die das entsprechende Equipment besitzen und über das nötige Wissen verfügen, können messen, wie es um die Ausgangsspannung bestellt ist. Nicht vergessen: Aus Sicherheitsgründen dürfen Sie das Netzteil keinesfalls aufschrauben. Eine Reparatur kommt aus Kostengründen ohnehin nicht in Frage – neue Standard-ATX-Netzteile mit 500 Watt gibt es schon ab 20 Euro. Modelle namhafter Hersteller wie Be quiet , Enermax und Thermaltake sind ein wenig teurer, dafür aber auch langlebiger und vor allem leiser. Die gute Nachricht: Der Ausbau eines Netzteils stellt nicht einmal für Anwender, die handwerklich nicht so begabt sind, eine Herausforderung dar. Denn im Grunde genommen müssen lediglich vier Schrauben gelöst und ein paar Stecker vom Mainboard abgezogen werden.

Bei der Suche nach einem Austauschnetzteil müssen Sie lediglich wissen, welche Leistung die Komponente liefern soll. Sind Sie sich nicht sicher, packen Sie das ausgebaute Netzteil einfach in eine Tüte und nehmen es in den Laden mit, damit der Verkäufer weiß, was Ihr PC benötigt. Bevorzugen Sie hingegen das Online-Shopping, werfen Sie einen Blick auf den Aufkleber, der am Netzteil angebracht ist, um die in Watt angegebene Leistung und den Formfaktor, meist ATX, in Erfahrung zu bringen.

Windows-Reparatur: System ohne Neuinstallation retten

Der Ausbau des defekten Netzteils und der Einbau des Ersatznetzteils ist in der Regel in weniger als zehn Minuten erledigt. Setzen Sie die Komponente an der dafür vorgesehenen Stelle ein und schrauben Sie das Netzteil am Gehäuse an. Schließen Sie dann die erforderlichen Stecker an. Im Normalfall sind das der bereits angesprochene, 24polige Stecker und der vier- oder achtpolige 12-Volt-Stecker. Verlangt Ihre Grafikkarte nach einer zusätzlichen Stromversorgung, schließen Sie auch dieses Kabel an. Überprüfen Sie noch einmal alle Kabelverbindungen, stöpseln Sie den Kaltgerätestecker am Netzteil an und setzen Sie den Hauptschalter der Komponente auf Ein. Nach einem Druck auf den Einschaltknopf sollte der Rechner wieder starten.

Hinweis: Ältere Motherboards verfügen oft über einen 20-poligen Anschluss. Das ist kein Problem, da die 24-poligen Stecker so konzipiert sind, dass sie auch mit den alten Anschlüssen genutzt werden können.


2. PC startet, meldet sich aber mit Pieptönen

Der Rechner fährt hoch, doch anstatt den Bootvorgang wie gewohnt fortzusetzen, gibt das Gerät laute Signaltöne von sich. Verantwortlich dafür ist das Bios (Basic Input/ Output System), respektive das wesentlich modernere Uefi (Unified Extensible Firmware Interface), das während des Starts einen schnellen Check der wichtigsten Komponenten durchführt und bei Problemen Alarm schlägt. Die Piepser meldet das Bios/Uefi mit bestimmten Tonfolgen: Je nachdem, wie oft sich ein Piepser wiederholt oder wie lange der Ton in welcher Reihenfolge länger anhält, erklärt sich dann auch der Fehler. In den Tabellen unten haben wir die Pieptöne sowie potenzielle Ursachen und mögliche Fehlerbehebungen für Award/Phoenix und AMI aufgelistet. Infos zu den Komponenten anderer Hersteller, etwa Intel und AMD, finden Sie im Mainboard-Handbuch und auf den jeweiligen Supportseiten. Nutzen Sie hingegen einen vorkonfigurierten Rechner, etwa von Acer, Dell oder HP, finden Sie diese Infos auf den Hersteller-Webseiten.

Bios/Uefi-Informationen in Erfahrung bringen

Lässt sich der PC starten, haben Sie zumindest Zugriff auf die Bios/Uefi-Konfigurationsoberfläche.
Vergrößern Lässt sich der PC starten, haben Sie zumindest Zugriff auf die Bios/Uefi-Konfigurationsoberfläche.

Bei hochwertigeren Mainboards gibt es zusätzlich die Möglichkeit, dass das Bios/Uefi über ein kleines Display auf der Hauptplatine zweistellige Codes anzeigt – was diese jeweils bedeuten, schlagen Sie einfach im Handbuch Ihres Motherboards nach. Um in Erfahrung zu bringen, welches Bios/Uefi Ihr Rechner verwendet, haben Sie zwei Möglichkeiten: Bei der ersten Variante gibt das System direkt nach dem Einschalten kurz an, welcher Hersteller und welche Version die grundlegenden Funktionen steuert. Die zweite Möglichkeit, die allerdings nur dann zur Verfügung steht, wenn der Rechner hochfährt, erfolgt über das Auslesen der Hardware mit Programmen wie CPU-Z . Dort steht im Reiter „Mainboard“ unter „BIOS“ die Marke und Version. Es kann also nicht schaden, sich bereits im Vorfeld Hersteller und Firmwareversion zu notieren.

Bios/Uefi auf Standardeinstellungen zurücksetzen

Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen ist ein probates Mittel, um Startprobleme zu beheben.
Vergrößern Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen ist ein probates Mittel, um Startprobleme zu beheben.

Weisen die Töne auf einen Fehler hin, der durch das Bios/Uefi selbst verursacht wurde, sollten Sie zunächst einmal die Konfigurationsmaske öffnen, um die Werkseinstellungen zu laden. Dazu drücken Sie sofort nach dem Einschalten eine bestimmte Taste. Welche Taste Sie drücken müssen, hängt vom Bios/Uefi-Hersteller ab. Ein Blick auf die nach dem Einschalten des Rechners angezeigten Bildschirmmeldungen oder in das Mainboard-Handbuch gibt Aufschluss. In der Konfigurationsmaske suchen Sie dann nach einer Funktion zum Zurücksetzen. Hierbei werden alle benutzerdefinierten Einstellungen gelöscht.

Kommen Sie hingegen überhaupt nicht mehr in die Bios/Uefi-Konfigurationsmaske, führt kein Weg daran vorbei, die Komponente auf die harte Tour zurückzusetzen – per CMOS-Reset. CMOS ist die Abkürzung für „Complementary Metal-Oxide Semiconductor“ und bezeichnet einen flüchtigen Speicherchip, in den das Bios/Uefi seine Parameter sichert. Dieser Chip verliert seine Einstellungen, sobald die Knopfbatterie entfernt wird. Je nach Mainboard kann sich diese Prozedur unterscheiden, sehen Sie also unbedingt in Ihrem Handbuch nach. Fehlt das Handbuch und können Sie im Internet keinen digitalen Ersatz finden, dann probieren Sie es folgendermaßen: Zuallererst trennen Sie den PC komplett vom Stromnetz. Suchen Sie danach in der Nähe der Knopfbatterie nach den kleinen Steckbrücken, die auch als Jumper bezeichnet werden. In der Regel befinden sie sich auf den Pins, also auf den Kontakten des Mainboards. Normalerweise verbindet der Jumper die ersten beiden Pins, zum Löschen müssen Sie die kleine Steckbrücke auf Pin 2 und 3 setzen. Auf diese Weise wird das CMOS komplett gelöscht. Neuere Mainboards bieten dazu übrigens auch schon separate Tasten an.

Bringt das Zurücksetzen des CMOS keine Besserung, überprüfen Sie, ob Ihr Mainboard vielleicht über einen zweiten Bios-Chip verfügt – das ist besonders bei neueren Hauptplatinen der Fall. Darauf speichert der Hersteller ein schreibgeschütztes Standard-Bios für das Mainboard. Damit der Rechner davon startet, müssen Sie je nach Motherboard einen Jumper umstecken, einen Kippschalter umlegen oder eine bestimmte Tastenkombination beim Booten drücken.

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CMOS-Batterie austauschen

In Einzelfällen kann auch eine leere CMOS-Batterie für den holprigen Rechnerstart verantwortlich sein.
Vergrößern In Einzelfällen kann auch eine leere CMOS-Batterie für den holprigen Rechnerstart verantwortlich sein.

Wie schon erwähnt, besitzt die Hauptplatine eine Knopfzellenbatterie, damit die Bios/ Uefi-Einstellungen auch bei abgeschaltetem Rechner erhalten bleiben. Die CMOS-Batterie wird im Gerätebetrieb stets aufgeladen und hält viele Jahre durch. Ist die Batterie am Ende, vergisst der PC permanent Uhrzeit sowie Boot- und Peripherieoptionen. Hinzu kommen Fehlermeldungen beim Systemstart wie „CMOS Read Error“. In solchen Fällen sollten Sie den PC ausschalten, vom Stromnetz trennen, das Gehäuse öffnen und die Knopfzelle ausfindig machen. Meistens handelt es sich um Lithium-Knopfzellen vom Typ CR2032 (3 Volt, 225-230 mAh). Ein flacher Schraubendreher genügt, um die alte Batterie herauszulösen. Solche Batterien, die unter anderem auch in Uhren und Kfz-Schlüsseln zum Einsatz kommen, sind ab 1,50 Euro in jedem Supermarkt und an Tankstellen zu finden.

Prozessor wird zu heiß

Zeigen die Pieptöne, dass der Prozessor Probleme macht, sind Ihre Eingriffsmöglichkeiten sehr stark eingeschränkt. Denn die CPU lässt sich nicht so einfach aus ihrem Sockel nehmen und in einem anderen System testen. Die einzige Möglichkeit, die Ihnen hierbei zur Auswahl steht, ist das Zurücksetzen des Bios/Uefi, so, wie im vorigen Abschnitt beschrieben. Unabhängig davon sollten Sie einen Blick auf den Prozessorlüfter werfen. Ist die Komponente stark verstaubt, müssen Sie den Lüfter umgehend säubern. Haben Sie Glück, startet das System anschließend wieder. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die CPU demnächst ihren Geist aufgeben wird, da sie zu lange einer zu hohen Temperatur ausgesetzt war.

Auch der Arbeitsspeicher kann den PC-Start stoppen

Fällt der Verdacht auf den Arbeitsspeicher, sollten Sie Steckplatz-Kombinationen durchprobieren.
Vergrößern Fällt der Verdacht auf den Arbeitsspeicher, sollten Sie Steckplatz-Kombinationen durchprobieren.

Weisen die Pieptöne auf den Arbeitsspeicher hin, können Sie die Funktionsfähigkeit ganz einfach checken. Kommt in Ihrem Rechner nur ein RAM-Block zum Einsatz, lösen Sie vorsichtig die Verriegelung, stecken die Komponente in einen anderen Slot, sodass sie hörbar einrastet, und starten den Rechner neu. Überprüfen Sie auf diese Weise alle vorhandenen Slots. Ändert sich das Startverhalten nicht, ist vermutlich der Arbeitsspeicher defekt. Werfen Sie einen Blick auf den Aufkleber, der am Riegel angebracht ist, und erwerben Sie einen neuen RAM-Block mit den identischen Spezifikationen. Scheitert der Start dann immer noch, ist das Mainboard kaputt.

Ist das Motherboard mit zwei oder mehr RAM-Riegeln bestückt, führen Sie diesen Test mit jedem einzelnen RAM-Block durch. Diese Vorgehensweise ist zwar zeitaufwendig, allerdings finden Sie schlussendlich heraus, welcher RAM-Riegel defekt ist. Führt diese Überprüfung hingegen nicht zum gewünschten Erfolg, hat das Motherboard seinen Geist aufgegeben. Schließlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass alle vier RAM-Blöcke gleichzeitig kaputtgehen. In diesem Fall führt kein Weg am Kauf eines neuen Mainboards herum. Im Idealfall entscheiden Sie sich gleich für die Kombination aus Motherboard und neuem Prozessor.

Keine Angst vor dem Austausch des Motherboards

Standard-Motherboards sind schon für rund 40 Euro zu haben.
Vergrößern Standard-Motherboards sind schon für rund 40 Euro zu haben.

Die wichtigste Entscheidung, die Sie bei der Auswahl eines neuen Motherboards treffen müssen, dreht sich um die CPU: AMD oder Intel? Für aktuelle Intel-Prozessoren konzipierte Mainboards, die Sie an der Angabe „Intel Sockel 1151“ erkennen, sind schon ab 40 Euro zu haben, etwa Gigabyte GA-H110- D3A , Asrock H110 Pro BTC+ und MSI H110M Pro-D . Nur unwesentlich teurer sind Mainboards für AMD-CPUs. Asrock A320M-DVS R3.0 , Biostar A320MH und Gigabyte GAA320M-S2H , die allesamt den gängigen AMD-Sockel AM4 unterstützen, kosten um die 45 Euro. Dazu kommen natürlich noch die Kosten für die gewünschte CPU hinzu. Denken Sie bei der Auswahl des neuen Boards aber auch an das RAM. Wollen Sie Ihren bisherigen Arbeitsspeicher auch weiterhin nutzen, müssen Sie darauf achten, dass das Motherboard das RAM unterstützt. Wir empfehlen Ihnen aber, bei dieser Gelegenheit auch gleich neuen Arbeitsspeicher zu erwerben, um von der höheren Geschwindigkeit zu profitieren. Den Einbau des Motherboards können Sie selbst durchführen, da im Handbuch genau beschrieben ist, welche Kabel an welchen Anschlüssen angesteckt werden müssen.

Handelt es sich hingegen um einen halbwegs aktuellen Rechner, macht es natürlich keinen Sinn, Geld in eine neue CPU zu investierten. Der Austausch des Mainboards reicht in diesem Fall völlig aus. Wir raten Ihnen, das kaputte Motherboard aus dem Rechner auszubauen und es zum Fachhändler zu bringen, damit der Prozessor von geschultem Personal aus dem kaputten Board aus- und in die neue Hauptplatine eingebaut wird. Denn auch wenn es leicht aussieht: Das sachgerechte Auftragen der Wärmeleitpaste und die korrekte Anbringung des CPU-Lüfters sind allerdings nicht ohne Rücken.

Übersicht Pieptöne: Award/Phoenix-Bios

Tonfolge

Betroffene Komponente

Problemlösung

1 kurzer Ton

Keine

Startkontrolle erfolgreich durchlaufen

2 kurze Töne

Unkritischer Fehler, Anzeige auf dem Bildschirm (zum Beispiel „Keyboard Error“)

Mit Druck auf F1 lässt sich der Startvorgang meist fortsetzen

Kurze, wiederholende Töne

Stromversorgung Mainboard

Stromanschlüsse vom Netzteil an der Hauptplatine prüfen

Kurze und lange Töne im Wechsel, wiederholend

Fehlerhafte Prozessorspannung

Stromversorgung der CPU auf der Hauptplatine prüfen

1 langer Ton

Arbeitsspeicher

Taktfrequenzen der Speichermodule im Bios/Uefi sowie den Sitz im Steckplatz prüfen

3 lange Töne

Tastaturbaustein auf Mainboard

Tastatur wechseln, ansonsten Mainboard austauschen

4 lange Töne

CPU-Kühler

Sitz und Stromversorgung des Kühlers prüfen

1 langer + 1 kurzer Ton

Mainboard

Prozessortakt im Bios/Uefi prüfen und Standard wiederherstellen, ansonsten Mainboard austauschen

1 langer Ton + 2 kurze Töne

Grafikkarte

Taktfrequenzen im Bios/Uefi prüfen und Standard wiederherstellen, festen Sitz im Steckplatz sicherstellen, ansonsten Grafikkarte austauschen

1 langer Ton + 3 kurze Töne

Tastatur oder Grafikkarte

Tastatur austauschen, Frequenzen der Grafikkarte prüfen und Standard wiederherstellen, Sitz im Steckplatz überprüfen

1 langer Ton + 9 kurze Töne

Bios/Uefi

Alle Steckkarten entfernen und nochmals prüfen, Mainboard-Batterie wechseln

Dauerton (10 Sekunden) mit anschließender Selbstabschaltung

CPU-Kühler

Überhitzungsgefahr der CPU, Kühler prüfen

Dauerton

Arbeitsspeicher oder Grafikkarte

Stromversorgung kappen, Sitz der beiden Komponenten prüfen. Bei bleibendem Fehler neues Netzteil, neue Grafikkarte oder neuen Arbeitsspeicher einbauen

Übersicht Pieptöne: AMI-Bios

Tonfolge

Betroffene Komponente

Problemlösung

1 langer Ton

Keine

Startkontrolle erfolgreich durchlaufen

1, 2 oder 3 kurze Töne oder 3 kurze Töne + 3 lange Töne + 3 kurze Töne

Arbeitsspeicher

Die Taktfrequenz der Speicherbausteine im Bios/Uefi prüfen und Standardwerte einstellen, den Sitz der Speicherriegel auf der Hauptplatine überprüfen. Bei bleibendem Fehler: Arbeitsspeicher austauschen

4 kurze Töne

Arbeitsspeicher oder Systemuhr

Arbeitsspeicher prüfen (siehe oben), Batterie auf Hauptplatine wechseln

5 kurze Töne

Prozessor oder Grafikkarte

Prozessortaktfrequenz im Bios/Uefi überprüfen und Standardwerte einstellen. Sitz und Funktion der Prozessorlüfter überprüfen

6 kurze Töne

Tastaturbaustein auf Hauptplatine

Andere Tastatur anschließen. Bei bleibendem Fehler: Hauptplatine auswechseln

7 kurze Töne

Prozessor

Prozessortaktfrequenz im Bios/Uefi überprüfen und Standardwerte einstellen, Sitz des Prozessors auf der Hauptplatine überprüfen

8 kurze Töne oder 1 langer Ton + 2 kurze Töne oder 2 lange Töne + 2 kurze Töne

Grafikkarte

Taktfrequenz der Grafikkarte im Bios überprüfen und Standardwerte einstellen, Sitz der Grafikkarte auf der Hauptplatine überprüfen. Bei bleibendem Fehler: Grafikkarte austauschen

9 kurze Töne

Bios/Uefi

Steckkarten ausbauen, um sicherzustellen, dass keine Controller-Chipsätze den Fehler verursachen, Batterie auf Hauptplatine wechseln. Bei bleibendem Fehler: PC- oder Notebook-Hersteller kontaktieren

10 oder 11 kurze Töne oder 1 langer Ton + 1 kurzer Ton

Hauptplatine

Prozessortaktfrequenz im Bios/Uefi überprüfen und Standardwerte einstellen. Bei bleibendem Fehler: Hauptplatine austauschen

1 langer Ton + 3 kurze Töne

Grafiksignal

Bildschirmanschluss überprüfen, Monitorkabel wechseln. Bei bleibendem Fehler: Grafikkarte tauschen

Dauerton

Netzteil

Stromversorgung trennen, wieder verbinden und erneut einschalten. Bei bleibendem Fehler: Netzteil austauschen

3. PC startet, bringt aber Fehlermeldungen

In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass der nach dem Start durchgeführte Bios/Uefi-Check problemlos durchläuft, das System den Bootvorgang dann aber doch noch unterbricht. Meist ist dafür die Festplatte verantwortlich.

Beim Rechnerstart wird kein Boot-Laufwerk gefunden

Macht Sie eine Bildschirmmeldung darauf aufmerksam, dass kein Betriebssystem gefunden wurde, sollten Sie einen Blick auf die Boot-Reihenfolge werfen.
Vergrößern Macht Sie eine Bildschirmmeldung darauf aufmerksam, dass kein Betriebssystem gefunden wurde, sollten Sie einen Blick auf die Boot-Reihenfolge werfen.

Meldet das Bios/Uefi, dass kein Boot-Laufwerk gefunden wurde, ist das natürlich eine fatale Nachricht. Gleichzeitig erleichtert dieser Hinweis die Fehlersuche aber ungemein, da es im Grunde genommen nur drei Ursachen geben kann: Die Boot-Reihenfolge ist durcheinander gekommen, die Festplatte wird nicht erkannt oder das Boot-Laufwerk ist tatsächlich kaputt.

Um der Ursache auf die Schliche zu kommen, schalten Sie den Rechner erst einmal aus. Nach dem erneuten Anschalten öffnen Sie die Bios/Uefi-Konfigurationsmaske und überprüfen, ob die Reihenfolge der Boot-Laufwerke korrekt ist. Ab und an kann es nämlich vorkommen, dass der Rechner – aus welchen Gründen auch immer – plötzlich versucht, von einem am PC angeschlossenen USB-Laufwerk hochzufahren. Stimmt die Reihenfolge der Boot-Laufwerke hingegen, weist das auf einen defekten Bootloader hin. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie alle per USB und/oder PCIe am Rechner angeschlossenen Komponenten abstöpseln und einen Neustart durchführen.

Wird die beanstandete Festplatte hingegen weder in den Boot-Einstellungen noch in der Übersicht der angeschlossenen Geräte angezeigt, kann es sein, dass sich ein Kabel gelöst hat. Öffnen Sie die seitliche Abdeckung oder entfernen Sie das komplette Gehäuse und überprüfen Sie die Stromund Datenverbindungen der Festplatte(n). Sitzen alle Stecker fest? Nehmen Sie auch die Steckverbindungen am Motherboard unter die Lupe. Wird das Laufwerk nach einem Neustart im Bios/Uefi immer noch nicht in der Liste der Boot-Laufwerke angezeigt, fahren Sie den Rechner runter. Stehen Ihnen zusätzliche Kabel zur Verfügung, schließen Sie die beanstandete Festplatte damit an einem anderen SATA-Anschluss des Motherboards an. Zur Not können Sie auch die Kabel einer anderen Festplatte oder eines optischen Laufwerks nutzen, da es hierbei primär darum geht, die Funktionsfähigkeit festzustellen. Bringt das nicht das gewünschte Ergebnis, können Sie noch versuchen, die Festplatte an einem anderen Rechner anzuschließen. Steht keiner zur Verfügung, kaufen sie sich ein externes Festplattengehäuse, das sich per USB am PC anschließen lässt. Können Sie auch dann nicht auf den Datenspeicher zugreifen, ist die Festplatte tatsächlich defekt.

Siehe auch: PC-WELT-Notfallsystem - So retten Sie Ihr Windows

Daten von Festplatte retten und Bootloader reparieren

Mithilfe unserer PCWELT-Rettungs-DVD können Sie ganz einfach ein Rettungssystem starten.
Vergrößern Mithilfe unserer PCWELT-Rettungs-DVD können Sie ganz einfach ein Rettungssystem starten.

Können Sie an einem anderen Rechner auf die beanstandete Festplatte zugreifen, sollten Sie die darauf gespeicherten Daten umgehend in Sicherheit bringen, da ein Dateisystemfehler oder gar ein Hardwaredefekt droht. Dazu bauen Sie die Platte wieder in Ihren Rechner, starten ein Rescue-System, beispielsweise unsere PC-WELT Notfall-DVD , und kopieren die Daten auf einen ausreichend großen USB-Speicher. Anschließend steht das Reparieren des Bootloaders auf dem Programm.

Fahren Sie den Rechner von Ihrem Windows-Installationsmedium hoch, indem Sie gleich nach dem Start das Bios/Uefi-eigene Boot-Menü durch einen Druck auf die entsprechende Taste aktivieren, und sich für das DVD-Laufwerk entscheiden. Nach einem Klick auf „Weiter“ wechseln Sie zu den „Computerreparaturoptionen“ und wählen „Problembehandlung“. Klicken Sie dann auf „Eingabeaufforderung“. Tippen Sie den Befehl bootrec /fixMBR ein und bestätigen Sie mit der Eingabetaste. Geben Sie dann das Kommando

bootrec /fixBoot

ein und drücken Sie erneut auf Eingabe. Ändert sich das Startverhalten nach einem Neustart nicht, klicken Sie sich ein weiteres Mal zur „Eingabeaufforderung“ durch, tippen den Befehl

bootrec /rebuildBCD

ein, bestätigen mit der Eingabetaste und starten den Rechner neu. Fährt Windows nach einem Neustart immer noch nicht hoch, ist scheinbar das Dateisystem der Festplatte defekt und Sie müssen Windows 10 tatsächlich neu installieren. Dazu verwenden Sie aber eine andere Festplatte, da dem aktuellen Datenträger nicht mehr zu trauen ist.


4. PC startet, doch der Monitor zeigt kein Bild

Sie drücken den Einschaltknopf, hören, dass der Netzteillüfter anläuft und sehen, dass die Dioden am Rechner leuchten – dennoch bleibt der Bildschirm schwarz. Allerdings meldet sich der Computer nicht mit Pieptönen zu Wort. Diese Symptome weisen auf ein Problem mit der Grafikkarte oder dem Monitor hin.

Grundlegende Überprüfungen

Die erste Maßnahme, die Sie ergreifen, ist, die Stromversorgung des Bildschirms zu checken. Sitzen alle Stecker fest? Ist die Mehrfachsteckdose funktionsfähig? Passt alles, überprüfen Sie, ob der Monitor überhaupt eingeschaltet ist. Bei Modellen, die sich per Berührung ein und ausschalten lassen, kommt es in der Praxis schließlich immer wieder vor, dass der Kontakt schlichtweg nicht registriert wurde. Die Diode, die anzeigt, dass der Monitor eingeschaltet ist, hilft bei der Fehlersuche ebenfalls weiter: Leuchtet sie nicht, dürfte das Gerät defekt sein. Blinkt die Diode hingegen, zeigt das an, dass kein Eingangssignal vorhanden ist. Eine fehlerhafte Grafikkarte ist im Normalfall auszuschließen, da Sie – wie im zweiten Abschnitt beschrieben – der PC während des Bootvorgangs durch mehrmaliges Piepsen darauf aufmerksam gemacht hätte.

Eingänge der Reihe nach checken

Fast alle aktuellen Monitore verfügen über mehrere Eingänge, etwa HDMI, Display Port und VGA.
Vergrößern Fast alle aktuellen Monitore verfügen über mehrere Eingänge, etwa HDMI, Display Port und VGA.

Verfügt Ihr Monitor über mehrere Eingänge, zum Beispiel HDMI, DVI, Display Port oder VGA, sollten Sie zunächst einmal checken, ob nicht aus Versehen ein anderer Eingang eingestellt wurde. Dazu drücken Sie am Monitor einfach die entsprechende Taste, beispielsweise „Source“ und warten einige Sekunden ab. Normalerweise informieren Monitore durch eine On-Screen-Einblendung über den aktuell gewählten Eingang. Haben Sie alle Eingänge erfolglos durchgeschaltet, bleibt Ihnen noch die Möglichkeit, ein anderes Gerät am Monitor anzuschließen. Ist der PC etwa per HDMI-Kabel mit dem Monitor verbunden, können Sie einen Blu-ray-Player, eine Videospielkonsole oder einen Streaming-Stick wie Google Chromecast oder Amazon Fire-TV am HDMI-Port des Monitors anschließen, um zu ermitteln, ob der Anschluss defekt ist. Wird bei anderen Geräten ein Bild angezeigt, ist das Kabel, das Grafikkarte und Monitor verbindet, zweifelsfrei als Fehlerquelle identifiziert. Bleibt das Display hingegen auch beim Anschluss eines externen Geräts schwarz, ist mit ziemlicher Sicherheit der HDMI-Eingang defekt.

Wollen Sie kein Geld in ein neues Display investieren, haben Sie noch eine Chance, den Monitor auch weiterhin nutzen zu können. Ist Ihre Grafikkarte mit zwei verschiedenen Ausgängen bestückt, können Sie noch versuchen, die Verbindung über den anderen Anschluss herzustellen. Aktuelle Modelle verfügen oft über HDMI- und DVI-Ausgang, ältere Grafikkarten bieten DVI- und VGA-Ports. Kurzum: Läuft die aktuelle Verbindung über HDMI, nutzen Sie den DVI-Anschluss. Kommt bei Ihnen ein älteres Modell zum Einsatz, das die Signale per DVI übermittelt, probieren Sie den VGA-Anschluss aus.

Grafikkarte austauschen

Sofern der PC nicht zum Spielen aktueller PC-Games verwendet wird, müssen Sie zwischen 30 und 50 Euro für eine neue Grafikkarte ausgeben.
Vergrößern Sofern der PC nicht zum Spielen aktueller PC-Games verwendet wird, müssen Sie zwischen 30 und 50 Euro für eine neue Grafikkarte ausgeben.

Hat die Fehlersuche hingegen ergeben, dass die Grafikkarte defekt ist, kommen Sie nicht um den Kauf eines neuen Grafikadapters herum. Wie viel Geld Sie in das neue Zubehör investieren müssen, hängt davon ab, ob Sie Ihren Rechner auch zum Spielen moderner PC-Games nutzen.

Standard-Grafikkarten mit AMD-Chipsatz und 2 GB Video-RAM kosten zwischen 40 und 50 Euro, etwa die Modelle Sapphire Radeon R5 230 , MSI Radeon R7 240 und Asus Radeon R5 230 . Vergleichbare Modelle mit Nvidia-Chipsatz sind sogar schon ab 30 Euro zu haben: Palit Geforce GT 710 , Gainward Geforce GT 710 und MSI Geforce GT 710 . Alle sechs Grafikkarten verfügen übrigens über HDMI-, DVIund VGA-Anschlüsse. Um ein Vielfaches mehr Geld müssen Anwender investieren, die den Computer auch zum Spielen aktueller PC-Games nutzen.

AMD-Grafikkarten mit 8 GB Video-RAM, etwa XFX Radeon RX 570 RS XXX Edition , Powercolor Radeon RX 570 Red Dragon und MSI Radeon RX 570 Armor schlagen mit rund 170 Euro zu Buche. Mit knapp 330 Euro fast doppelt so teurer sind 8-GBVRAM- Nvidia-Modelle wie Gainward Geforce GTX 1070 , Inno 3D Geforce GTX 1070 Ichill X3 V2 und MSI Geforce GTX 1070 Aero 8G OC .

Der Austausch einer Grafikkarte ist nicht kompliziert. Aktuelle Grafikkarten nutzen den PCI-Express-Anschluss. Um die defekte Karte zu entfernen, müssen Sie bei den meisten Gehäusen zuerst die betreffende Schraube mit einem Schraubendreher entfernen. Danach lässt sich die Karte bei gleichzeitigem Drücken des kleinen Plastikhebels aus dem Slot ziehen. Die neue Karte drücken Sie senkrecht in den PCI-Express-Slot und setzen die Schraube wieder ein. Einfache Grafikkarten beziehen Strom via PCI-Slot, hochwertigere benötigen eine externe Stromversorgung über einen sechspoligen Stecker, den jedes Netzteil bereitstellt. Einfache Grafikkarten kommen oft ohne aktiven Lüfter aus, fordern aber mit großen Passivkühlkörpern viel Platz. Eventuell wird dadurch der nächstgelegene PCI-Slot unbenutzbar.

5. Windows startet, stürzt aber immer wieder ab

Stürzt der Rechner immer dann ab, wenn die Last steigt? Etwa bei der Wiedergabe eines Videos oder beim Öffnen einer Anwendung? Oder führt das Anschließen eines Peripheriegeräts zu einem Bluescreen? Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Fehlerquellen zu ermitteln und die Probleme anschließend zu lösen.

Tipp: Windows 10 stürzt ab oder friert ein: So beheben Sie das Problem

Permanente Abstürze bei Last

Verstaubte Lüfter sind eine der Hauptursachen für Windows-Abstürze im laufenden Betrieb.
Vergrößern Verstaubte Lüfter sind eine der Hauptursachen für Windows-Abstürze im laufenden Betrieb.

Urplötzliche Abstürze, bei denen nicht einmal ein Bluescreen eingeblendet wird, weisen auf ein thermisches Problem hin, für das im Großteil aller Fälle ein komplett verstaubter oder defekter Lüfter verantwortlich ist. Eine im PC verbaute Komponente wird dabei so heiß, dass sich der Rechner aus Gründen des Selbstschutzes sofort ausschaltet. Öffnen Sie das PC-Gehäuse und werfen Sie einen Blick in das Innere des Rechners. Stellen Sie fest, dass der Prozessor-, Netzteil- oder Grafikkartenlüfter verstaubt sind, steht das Säubern auf dem Programm. Reinigen sollten Sie aber auch alle sichtbaren Kühlrippen, etwa mithilfe einer Zahnbürste.

Dreht sich ein Lüfter gar nicht, ist das Teil mit großer Sicherheit defekt. Überprüfen Sie dennoch, ob das dünne Kabel korrekt am Mainboard angeschlossen ist und ob die Lüftersteuerung im Bios/Uefi eingeschaltet ist. Passt alles, müssen Sie einen neuen Lüfter erwerben und die Komponente einbauen. Einfach gehaltene Gehäuselüfter mit einer Rahmenbreite von 120 Millimetern sind schon ab zwei Euro zu haben; Modelle, die besonders leise sind, kosten um die sechs Euro. Muss der Prozessorlüfter ausgetauscht werden, ist beim Kauf eines neuen Lüfters darauf zu achten, dass er zum CPU-Sockel auf dem Mainboard passt. Die Preise für Prozessorlüfter, die auf aktuelle Intel- und AMD-CPUs abgestimmt sind, beginnen bei fünf Euro.

Absturz des Rechnern beim Anschluss eines Geräts

Im Geräte-Manager können Sie Gerätetreiber zurücksetzen.
Vergrößern Im Geräte-Manager können Sie Gerätetreiber zurücksetzen.

Tritt der Absturz stets beim Anschluss eines Zubehörs auf, kommen zwei Fehlerquellen in Frage: Anschluss und Gerät. Verbinden Sie das Gerät zunächst einmal mit einem anderen Port, um einen defekten Anschluss als Ursache ausschließen zu können. Stürzt der Rechner wieder ab, können Sie den Anschluss als Ursache ausschließen. Kommt in Ihrem Haushalt ein weiterer Rechner zum Einsatz, können Sie das Zubehör testweise an diesem PC anschließen, um herauszufinden, ob es funktioniert.

Um das Gerät wieder nutzen zu können, sollten Sie versuchen, die Treiber zu aktualisieren. Alternativ dazu kann auch das Zurücksetzen des Treibers zum Erfolg führen. Öffnen Sie dazu die „Systemsteuerung“ und wechseln Sie zum „Geräte-Manager“. Klicken Sie das entsprechende Gerät mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Eigenschaften –› Treiber –› Vorheriger Treiber“. Sollte das Gerät nicht aufgeführt sein, klicken Sie auf den Menübefehl „Ansicht“ und wählen auf den Menüeintrag „Ausgeblendete Geräte“ anzeigen.

Sporadische Abstürze

Treten die Abstürze nur sporadisch auf, kann es nicht schaden, die wichtigsten Systemkomponenten einem Check zu unterziehen. Dazu gehören Arbeitsspeicher, Festplatten, Prozessor und Grafikkarte.

Absturzursachen mit den Windows-Bordmitteln finden

Erste Anlaufstelle bei der Suche nach der Bluescreen-Ursache ist die „Ereignisanzeige“.
Vergrößern Erste Anlaufstelle bei der Suche nach der Bluescreen-Ursache ist die „Ereignisanzeige“.

Mit der Ereignisanzeige verfügt das Betriebssystem über ein integriertes Werkzeug, das Ihnen die Suche nach der Absturzursache erleichtern kann. Tippen Sie „Ereignis“ in das Taskleisten-Suchfeld und klicken Sie unter „Höchste Übereinstimmung“ auf den Eintrag „Ereignisanzeige“. Doppelklicken Sie in der linken Spalte auf „Windows- Protokolle“, öffnen Sie den Bereich „System“ und suchen Sie nach einem Eintrag, der mit einem Ausrufezeichen in einem roten Kreis gekennzeichnet ist und in der Spalte „Quelle“ den Vermerk „Bug- Check“ zeigt. Im Fenster „Allgemein“ sollte ein Fehlercode in Hexadezimalschreibweise angezeigt werden: Diesen können Sie als Ausgangspunkt für eine Online-Recherche nutzen. Da Windows sehr viele Systemereignisse protokolliert, orientieren Sie sich bei der Suche am besten am Datum des letzten Absturzes.

Allerdings gilt auch für die Bluescreens unter Windows 10, was sich schon über die Fehlerangaben in älteren Windows-Versionen sagen ließ: Sie sind meist so allgemein gehalten, dass sich ein ganz bestimmter Fehler damit nicht eingrenzen lässt. Allerdings steht mit Blue Screen View ein pfiffiges Tool bereit, das Ihnen weiterhilft. Profis können zur detaillierten Fehlersuche die von Microsoft als Teil des Windows 10 SDK bereitgestellten Debugging Tools for Windows nutzen.

Gezielte Bluescreen-Analyse mit einem Freeware-Tool durchführen

Bei Bluescreens speichert Windows automatisch ein Speicherabbild.
Vergrößern Bei Bluescreens speichert Windows automatisch ein Speicherabbild.

Sobald sich Windows mit einem Bluescreen verabschiedet, sammelt das Betriebssystem alle relevanten Informationen und speichert sie in einer Datei. Diese, auch als Speicherabbild bezeichnete, Datei wird standardmäßig unter der Bezeichnung Memory. dmp im Hauptverzeichnis der Boot-Festplatte abgelegt.

Öffnen Sie die „Systemsteuerung“, klicken Sie auf „System“ und wählen Sie in der linken Spalte den Eintrag „Erweiterte Systemeinstellungen“. Im daraufhin angezeigten Dialog bringen Sie das Register „Erweitert“ nach vorne und klicken unter „Starten und Wiederherstellen“ auf „Einstellungen“. Im Bereich „Systemfehler“ können Sie mithilfe des Ausklappmenüs, das unter „Debuginformationen“ zu finden ist, den Detailgrad des Speicherabbilds festlegen. Sechs Varianten stehen Ihnen zur Auswahl: „(Kein)“, „Kleines Speicherabbild (256 KB)“, „Kernelspeicherabbild“, „Vollständiges Speicherabbild“, „Automatisches Speicherabbild“ und „Aktives Speicherabbild“. Microsoft selbst rät, sich für „Kleines Speicherabbild (256 KB)“ zu entscheiden, weil hierbei alle zur Fehlersuche benötigten Informationen in einer Datei namens Minidump.dmp gespeichert werden. Dazu gehören unter anderem die Stop-Meldung, eine Liste der geladenen Treiber und die Kernelmodus-Aufrufliste für den Thread, der beendet wurde.

Blue Screen View von Nirsoft ist seit Jahren die erste Wahl, wenn es darum geht, die von Windows bei Abstürzen angelegten DMP-Dateien zu analysieren.
Vergrößern Blue Screen View von Nirsoft ist seit Jahren die erste Wahl, wenn es darum geht, die von Windows bei Abstürzen angelegten DMP-Dateien zu analysieren.

Da sich DMP-Dateien mit Bordmitteln nicht öffnen lassen, benötigen Sie das englischsprachige Freeware-Tool Blue Screen View , das ohne Installation lauffähig ist. Nach dem Start des Tools bestätigen Sie den Hinweis der „Benutzerkontensteuerung“ mit „Ja“. Das Tool lädt daraufhin automatisch alle gefundenen Speicherabbilder und zeigt deren Inhalte an. Notieren Sie sich die Angaben in den Spalten „Bug Check String“ und „Bug Check Code“. Sie helfen am ehesten bei der Fehlerrecherche im Internet, etwa auf der englischsprachigen Microsoft-Seite Bug Check Code Reference . Darüber hinaus können Sie per Rechtsklick eine schnelle Google-Suche starten.

Aber auch die Angaben in der Spalte „Product Name“ sind interessant, da sie zeigen, welche Software für den Bluescreen verantwortlich war. Taucht in dieser Liste ein Programm regelmäßig auf, sollten Sie sich überlegen, ob es nicht besser wäre, die Anwendung zu deinstallieren.

Bluescreen-Analyse für Profis: Windows Debugger

Profis können sich auch von den Debugging Tools for Windows unterstützen lassen.
Vergrößern Profis können sich auch von den Debugging Tools for Windows unterstützen lassen.

Die zweite Möglichkeit, die allerdings primär für Entwickler und PC-Profis interessant ist, führt über das von Microsoft zur Verfügung gestellte Tool Windows Debugger, das Teil des Windows 10 Software Development Kits ist. Klicken Sie auf „Download the installer“ und speichern Sie die EXE-Datei auf dem Rechner. Wechseln Sie dann zum Speicherordner und doppelklicken Sie auf die Datei winsdksetup.exe. Im daraufhin geöffneten Dialog können Sie den Installationsordner anpassen. Klicken Sie auf „Next“, geben Sie an, ob Daten an Microsoft gesendet werden dürfen und bestätigen Sie die Lizenzbedingungen. Im Dialog „Click the features you want to install“ entfernen Sie alle Häkchen bis auf „Debugging Tools for Windows“. Mit einem Klick auf „Install“ spielen Sie die rund 440 MB große Entwicklerkomponente ein.

Nach Abschluss der Installation geben Sie cmd in das Suchfeld ein und starten die Eingabeaufforderung mit Administratorrechten. Wechseln Sie dann mithilfe des Befehls

cd \Program Files (x86)\Windows Kits\10\Debuggers\x64\

zum standardmäßigen Installationsverzeichnis. Tippen Sie den Befehl

windbg.exe -IA

ein und bestätigen Sie mit Eingabe, damit DMP-Dateien zukünftig nach einem Doppelklick mit Debugging Tools for Windows geöffnet werden. Der Debugger wird daraufhin gestartet und blendet einen Hinweis ein, der Sie darauf aufmerksam macht, dass die Dateiverknüpfung erfolgreich war. Schließen Sie den Dialog mit „OK“ – Debugging Tools for Windows wird ebenfalls geschlossen. Starten Sie das Tool dann wie gewohnt über das Windows-Startmenü.

Klicken Sie auf den Menübefehl „File“, wählen Sie „Symbol File Path“, tippen Sie den Befehl

 SRV*C:\SymCache*http://msdl.microsoft.com/download/symbols

ein und bestätigen Sie mit „OK“. Dieser Schritt ist nötig, damit der Debugger weitere Daten laden kann. Über „File –› Save Workspace“ sichern Sie die Änderung. Um ein Speicherabbild zu laden, genügt ein Doppelklick auf eine DMP-Datei. Alternativ dazu wählen Sie im Debugger „File –› Open Crash Dump“. Nach einer kurzen Wartezeit gibt das Tool eine ganze Reihe von Meldungen aus. Mithilfe der Tastenkombination STRG-F rufen Sie die Suchfunktion auf, sodass Sie gezielt nach „Probably caused by“ suchen können, um dem Bluescreen-Verursacher auf die Schliche zu kommen.

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