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HTML5 als Ersatz für Adobe Flash nutzen

10.02.2011 | 11:29 Uhr | Thorsten Eggeling

Bei Videos, die nicht über Flash laufen, erscheint beispielsweise „HTML5 WEBM“.
Vergrößern Bei Videos, die nicht über Flash laufen, erscheint beispielsweise „HTML5 WEBM“.
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Was der Browser nicht selbst darstellen kann, erledigen Erweiterungen, so genannte Plug-ins, wie beispielsweise Adobe Flash oder Microsoft Silverlight für Videoinhalte und Animationen. Wenn Sie ein Video ansehen wollen, brauchen Sie dazu in der Regel Adobes Flash-Player. Flash ist deshalb so verbreitet, weil sich anspruchsvolle Internetprojekte damit ziemlich schnell umsetzen lassen und – vor allem – weil bisher die Alternativen fehlten, vom mäßig erfolgreichen Silverlight von Microsoft einmal abgesehen.

Für den Internetkonsumenten hat Flash dagegen eher Nachteile. Die Erweiterung muss zuerst geladen, installiert und danach regelmäßig aktualisiert werden. Bei Internetseiten mit vielen Flash-Elementen können Speicher- und Prozessorbelastung stark ansteigen, wenn mehrere Seiten geladen beziehungsweise Browser-Fenster geöffnet sind.

Die starke Beanspruchung der Hardware ist mit ein Grund dafür, dass Apple bei iPhone und iPad auf Adobe Flash verzichtet. Das i-Unternehmen setzt bei seinen Computern und mobilen Geräten ausschließlich auf den HTML5-Standard. Microsofts Silverlight ist ebenfalls nicht für Apple-Geräte verfügbar, kommt aber beim Mobilgeräte-Betriebssystem Windows Phone 7 zum Einsatz.

HTML5 als Videoabspieler verwenden
HTML5 macht es möglich, Videos im Browser ohne zusätzliche Erweiterungen abzuspielen. HTML5-Videos können in verschiedenen Codierungen vorliegen: Verbreitet sind „H.264“ (H.264-Video und AAC-Audio in einem MP4-Container), „Webm“ (VP8-Video und Vorbis-Audio) und „Theora Video/Vorbis Audio“ in einem OGG-Container. Nur Google Chrome beherrscht bereits alle drei Techniken. Mozilla Firefox und Opera können nur mit den Formaten Theora/Vorbis und Webm umgehen. Die Browser Safari und Internet Explorer beherrschen von Haus aus nur H.264. Wenn ein zusätzlicher VP8-Codec installiert ist, kann der Internet Explorer 9 jedoch auch Webm-Videos abspielen.

Das verwendete Komprimierungsverfahren ist bei allen Codecs ähnlich. Der VP8-Video-Codec liefert aber in Tests zurzeit noch eine etwas schlechtere Qualität. Bei Youtube kommen H.264 und Webm zum Einsatz. Ein Unterschied ist dabei aber nicht zu erkennen. Das liegt wahrscheinlich an der ohnehin oft nicht besonders guten Qualität der Youtube-Videos.

In welchem Format ein Video bei Youtube vorliegt, sehen Sie an der Einblendung „HTML5“ (H.264) oder „HTML5 WEBM“ in der Leiste unter dem Videofenster. Oder Sie klicken mit der rechten Maustaste auf das Video. Dann erscheint der Menüpunkt „Über HTML5“ oder bei Flash „Über Adobe Flashplayer 10“. Das gewünschte Format gezielt auszuwählen oder zwischen den Formaten direkt umzuschalten ist bei Youtube nicht möglich. Sie können nur nach einer Suche auf den Link „Suchoptionen“ und dann unter „Funktionen“ auf „Webm“ klicken. In der Ergebnisliste tauchen dann nur Webm-Videos auf. Die Eingrenzung auf H.264-Videos ist nicht möglich.

Wenn Sie die HTML5-Videofunktionen ausprobieren möchten, geht das am einfachsten bei Youtube. Sie benötigen dafür als Internet-Browser Firefox 4, Google Chrome 7 beziehungsweise Iron 7, Opera ab Version 10.6, Safari ab Version 4 oder den Internet Explorer 9. Auf dieser Internetseite können Sie die Browser-Versionen laden. Auf derselben Seite klicken Sie auf „Join the HTML5 Trial“, um HTML5-Videos zu aktivieren. Wenn Sie HTML5 nicht mehr nutzen möchten, klicken Sie auf „Leave the HTML5 Trial“.

Sollte ein Video nicht in einer HTML5-Version vorliegen, verwendet Youtube automatisch den Flash-Player. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Video Werbung enthält.

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