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Grundrecht auf "Weltall": Politischer Weitblick ist gefragt

18.07.2019 | 10:45 Uhr | Mario Brandenburg

Der Weltraum rückt immer mehr in den Fokus vieler Nationen und Privatorganisationen. Think Big - bis zum Rand des Universums. Ein Kommentar.

Alle Welt spricht über den Blauen bzw. aktuell wohl eher „Möchtegern Grünen-“ Planeten und dessen Klimasituation. Dabei steht in diesem Juli das Jubiläum eines Großereignisses an, was etwas mehr Weitblick als nur die Erde unter unseren Füßen erfordert: 50 Jahre Mondlandung!

Zugegeben, Weitblick ist in der aktuellen Berliner Politik etwas abhanden gekommen - und dennoch, oder eben genau deshalb, mein Motto: Think Big! Und zwar über den Mond hinaus bis hin zum Rande des Universums.

Im Gegensatz zu uns Deutschen machen das andere Nationen bereits. Denn mit der chinesischen Sonden- Landung auf der Rückseite des Mondes am 3. Januar 2019 wurde klar: Der Mond und das All werden nicht nur immer „politischer“, auch technologisch erreichen wir ein neues Level.

Science-Fiction wird Science-Reality

Unsere Aufgabe sollte es sein, den politischen und wirtschaftlichen Rahmen zu schaffen, damit Deutschland seinen Platz in der Raumfahrt erweitern kann! Wir benötigen in vielen Bereichen mehr Visionen, um mit Schlüssel- und Zukunftstechnologien wie ihren Anwendungen tatsächlich voranzugehen.

Das ist nicht nur vor dem Hintergrund der internationalen Konkurrenz wichtig, auch technologisch stellen Raumfahrtmissionen immer höhere Ansprüche an beispielsweise die Satellitentechnologie, denen wir weiterhin gerecht bleiben müssen. Dazu zählen unter anderem die Miniaturisierung von Bauteilen, konventionelle und elektrische Antriebe zu Leistungssteigerung wie auch vibrationsärmere Lageregelungssysteme.

Wir müssen es schaffen, dass die in Deutschland entwickelten Technologien auch für die deutsche Raumfahrt eingesetzt werden. Wenn wir Science-Fiction zu Science-Reality werden lassen wollen, dürfen wir im politischen Berlin nicht denken, dass das All zu weit entfernt wäre!

International bindendes Regelwerk

In Deutschland ist der Bereich Raumfahrt bereits ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU). Trotzdem müssen wir weiterhin hungrig bleiben, denn der Weltraum rückt immer mehr in den Fokus vieler Nationen und Privatorganisationen. Darunter zählen neben den USA, China und der EU nun auch Russland, Indien, Japan, Südkorea und Israel.

Damit entsteht ein völlig neues Gefüge und somit der Bedarf eines international bindenden Regelwerks.

Wie sieht es international mit einem „Grundrecht auf Forschung im Weltall“ aus? Brauchen wir einen „Mondvertrag“? Wer hat Anrechte und trägt die Verantwortung für den Ressourcenabbau? Wem gehören die Daten aus dem All? Wie sollen wir mit Satelliten und anderen Orbit-Objekten umgehen? Wie soll mit privaten Investoren umgegangen werden, die das All erobern?

Fragen über Fragen, mit denen wir uns in der Politik dringend beschäftigen müssen. Aber nicht nur damit…

Frauen auf dem Mond - Frauen im All

Wie sieht es aus, wenn es um die Frage geht, was heute möglich ist, wenn Neil Armstrong mit seiner damals noch rudimentären Technik bereits zum Mond fliegen konnte?Die Technologie für eine Mondlandung steckt bereits in unserer Hosentasche und kann mittlerweile mehr als nur Social Media.

Klar ist auch: Jede/r kann mit den richtigen Rahmenbedingungen seinen Traum Wirklichkeit werden lassen und Raumfahrer werden! Auch Mädchen und Frauen. Unzählige Frauen in den 60er und 70er Jahren waren es, die maßgeblich zum Erfolg der Apollo-Mission beitrugen mit ihren Berechnungen der Missionen und der Programmierung raffinierter Codes.

Heute brauchen wir für einen autonomeren Betrieb und höhere Datenverarbeitungsraten mehr Rechenleistung denn je an Bord.

Weibliche Kandidatinnen müssen viel stärker sichtbar werden, damit künftig Frauen noch aktiver in Raumfahrtmissionen und als Astronautinnen eingegliedert werden.

Weltraum-Müll - ein Thema für Deutschland

Welches weitere Alleinstellungsmerkmal sich Deutschland durch Raumfahrtforschung langfristig sichern könnte, ist eine Spitzenpositionierung bei der Vorbeugung entstehenden Weltraum-Mülls. Mit effektiven Satelliten-Rücktransportverfahren oder anderen Schlüsseltechnologien kann präventiv gegen Weltall-Müll gekämpft werden.

Meiner Meinung nach können wir nur dadurch in der Science-Reality langfristig den großen Auswirkungen auf unseren Planeten ernsthaft entgegenwirken - und dafür sorgen, dass das All uns nicht irgendwann auf den Kopf fällt. ;)

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