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Grundlegende Farbkorrektur

07.04.2008 | 11:19 Uhr |

Tonwertumfang: Mit Hilfe der Schieberegler der Tonwertkorrektur gelingt eine schnelle Verbesserung der Bildqualität. In diesem Beispiel wird durch das Verschieben des rechten Begrenzungspfeils der Tonwertumfang für den Grünkanal auf das ganze Spektrum verteilt
Vergrößern Tonwertumfang: Mit Hilfe der Schieberegler der Tonwertkorrektur gelingt eine schnelle Verbesserung der Bildqualität. In diesem Beispiel wird durch das Verschieben des rechten Begrenzungspfeils der Tonwertumfang für den Grünkanal auf das ganze Spektrum verteilt
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4. Grobe Korrekturen der Gesamtfarben
In Photoshop finden sich hauptsächlich im „Bild“-Untermenü „Anpassen“ die Farbkorrekturfunktionen. Wer rein nach dem Auge vorgehen will und einen gut eingestellten Monitor hat, ruft die Farbvariationen („Anpassen, Variationen“) auf und kann sich anhand von Vergleichsbildern zu einem besseren Ergebnis durcharbeiten. Dabei lassen sich Bilder getrennt nach Lichtern, Mitteltönen und Tiefen in sechs Grundfarben, der Helligkeit sowie der Farbsättigung ändern.

Einige der eher groben Farbfunktionen haben sämtliche bisherigen Versionswechsel unangetastet überlebt und sind zum Teil nicht wirklich empfehlenswert. So zum Beispiel die Funktion „Helligkeit/Kontrast“, die mit ihren beiden Regelmöglichkeiten zu Clipping führt und Tonwerte im Bild vernichtet. Ein weiterer Urahn ist die Funktion „Tonwertangleichung“, der die Tonwerte der Datei analysiert und automatisch auf das ganze Tonwertspektrum neu verteilt. Bei fast allen Motiven wird dabei eine Kontraststeigerung erzielt, aber in der Regel sind danach zu viele Tonwertstufen unbesetzt und zu viele Bildpunkte auf reines Schwarz und Weiß gesetzt.

Zahlenkontrolle: In den Einstelloptionen zur Info-Palette von Photoshop lässt sich regeln, welche zwei Farbräume zur Bildschirmanzeige verwendet werden sollen
Vergrößern Zahlenkontrolle: In den Einstelloptionen zur Info-Palette von Photoshop lässt sich regeln, welche zwei Farbräume zur Bildschirmanzeige verwendet werden sollen
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5. Gezielte Tonwertkorrektur zur Farbverbesserung
Ähnlichen, jedoch qualitativ besseren Einfluss auf zu korrigierende Farben und Kontrastwerte bieten die beiden Befehle „Tonwertkorrektur“ und „Gradationskurven“. Die Tonwertkorrektur zeigt nicht nur eine Histogrammdarstellung der besetzten Tonwerte, sondern kann diese auch durch Schieberegler für Weiß- und Schwarzpunkt sowie den Mittelton abändern. Der Vorteil der Tonwertkorrektur ist, dass Sie sehen, welche Tonwertstufen Bildinformationen enthalten. Allerdings können Sie die Tonwertverteilung zwischen den Endpunkten nur per Mitteltonregler beeinflussen.

Das Dialogfenster weist neben den Schiebereglern auch Pipetten auf, mit denen Sie Weiß- und Schwarzpunkt sowie einen neutralen Mittelton bestimmen. Die angeklickten Bildstellen werden dabei zu Zielfarben (Weiß, Schwarz, neutrales Grau) – und Photoshop passt alle anderen Farbtöne in der Bilddatei entsprechend Ihrer Vorgabe automatisch an.
Tipp: Um Scanergebnisse zu verbessern, lohnt es sich, einen einfachen Graukeil mit der Vorlage miteinzuscannen und anschließend mit der Mittelton-Pipette der Tonwertkorrektur auf ein mittleres Graufeld zu klicken. Dieses Vorgehen lohnt insbesondere bei Bildvorlagen, die selber keine neutralen Tonwerte aufweisen.

6. Farbkorrektur Nicht-destruktiv optimieren
Farbanpassungen, die möglicherweise nachkorrigiert werden sollen, sind ein Fall für die Einstellungsebenen. Hier zeigt die Ebenentechnik von Photoshop ihre Stärke, denn die Ebenen wirken nicht destruktiv, verändern also die Pixelfarbwerte der betroffenen Ebene (noch) nicht. Speichert man sie als auf eine Hintergrundebene reduzierte Kopie, kann man so bei Bedarf nachbessern.
Virtuelle Korrektur: Einstellungsebenen erlauben Farb- und Helligkeitskorrekturen, ohne das eigentliche Bild zu verändern. Erst wenn Sie mit dem Ergebnis, beispielsweise im Ausdruck, zufrieden sind, reduzieren Sie das Photoshop-Dokument auf eine Ebene. Dadurch übernehmen Sie die Änderung dauerhaft ins Bild.
Einstellungsebene: Eine Einstellungsebene eignet sich beispielsweise für Änderungen an der Farbbalance, um einen Farbstich abzumildern. Wie bei den Füllebenen legt Photoshop automatisch eine leere Ebenenmaske an.
Getrennte Korrekturen: Eine weitere Stärke der Ebenentechnik mit Einstellungsebenen ist, dass Sie verschiedene Korrekturen voneinander getrennt regeln und nachbearbeiten können. Zum Beispiel lässt sich der Bildkontrast unabhängig von der Farbbalance mit Hilfe einer eigenen Einstellungsebene erhöhen.

Die Regler für Kontrast und Helligkeit sollten Sie besser nicht verändern
Vergrößern Die Regler für Kontrast und Helligkeit sollten Sie besser nicht verändern
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7. Kontrolle an einer Stelle ohne Farbstich
Zur Kontrolle, ob eine neutrale Bildstelle ohne Farbstich ist, eignet sich der RGB-Farbraum am besten, da sämtliche Grautöne gleiche Farbwerte für Rot, Grün und Blau (beispielsweise 128, 128, 128 für einen mittleren Tonwert) aufweisen. Im CMYK-Farbraum ist die Kontrolle schwerer, da Cyan für Grautöne ein paar Prozentwerte mehr benötigt als die beiden anderen Buntfarben Magenta und Gelb. Die Info-Palette von Photoshop zeigt standardmäßig immer zwei Farbräume für die Farbwerte der Bildpunkte, über denen sich der Mauszeiger befindet. So lässt sich auch für Bilder im CYMK-Modus der RGB-Wert anzeigen.

Im Dialog „Tonwertkorrektur“ sind seit Version 7.0 weitere Korrekturfunktionen integriert. Sie entsprechen den Instant-Funktionen Auto-Kontrast, Auto-Tonwertkorrektur und der neuen Funktion Auto-Farbe, die eine empfehlenswerte Variante ist, mit der Einschränkung, dass sie sich als einzige Funktion aus dem Menü „Anpassen“ nicht im CMYK-Modus anwählen lässt. Aktiviert werden diese Korrekturoptionen in den Optionen des Tonwertkorrektur-Dialogfelds. Einmal eingestellt („Als Standard speichern“), arbeitet der „Auto“-Button wie gewünscht.
Tipp: Wenn Sie sich bei den Einstellungen des Tonwertkorrektur-Dialogfelds verrannt haben, brauchen Sie den Dialog nicht mit dem Schließen des Fensters durch „Abbrechen“ zu beenden. Durch Drücken der <Alt>-Taste verwandelt sich der „Abbrechen“-Button in einen „Zurück“-Button, das Dialogfeld bleibt geöffnet.

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