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Green IT: Argument für schlanke Rechner

16.06.2008 | 10:01 Uhr |

Last, but not least liefert der Green-IT -Trend Argumente für die schlanken Rechner: Während ein typischer Desktop-PC zwischen 75 und 150 Watt Leistung benötigt, sind bei Thin Clients Systeme ab zirka vier bis sechs Watt Energieverbrauch am Markt verfügbar. "Und die Strompreise werden weiter steigen", gibt Köhler zu bedenken, "auch die IT wird zukünftig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten müssen." Neben geringerem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß weisen die lüfter- und festplattenlosen Geräte zudem den Vorteil auf, nach Ende ihrer bis zu fünfjährigen Betriebstätigkeit weni-ger Entsorgungsmüll zu hinterlassen.

Als ausschlaggebend für die gestiegenen Chancen von Thin Clients betrachtet IT-Experte Köhler jedoch, dass in den Unternehmen ein Umdenken in Bezug auf Outsourcing stattgefunden habe: "Die Verantwortlichen haben erkannt, dass sie viele Standardanwendungen auch auslagern können, ohne damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen." Outsourcing sowie die Nutzung von Software als Dienstleistung seien mittlerweile akzeptiert. Und im Unterschied zu früheren Bestrebungen, Thin-Client-Lösungen zu etablieren, "ist die jetzige Welle nicht von den Herstellern, sondern von der Kundennachfrage getrieben". Rund 90 Prozent der Unternehmen, so schätzt Köhler aus seiner Beratungspraxis, beschäftigen sich derzeit mit netzbasierten Services und Thin-Client-Konzepten.

Standardisierte Arbeitsplätze

Entsprechend flexibel müssen sich Service-Provider und Dienstleister mit ihren Angeboten am Markt aufstellen. Auch Thorsten Zenker aus der Abteilung IT Operations bei dem ICT-Dienstleister T-Systems betont die Vorteile der "Technik ohne Technik": "Für hoch standardisierte Arbeitsplätze, wie sie etwa in Call-Centern, Großraumbüros oder in fertigungsnahen Umgebungen zu finden sind, eignen sich Thin Clients nach unseren Erfahrungen sehr gut." Sie könnten etwa als robuste Geräte ohne bewegliche Teile auch im Automotive-Bereich ihre Stärken ausspielen.

Die sichere Anbindung von Unternehmensstandorten, Filialnetzen, Vertriebsbüros, Außendienstmitarbeitern und Home-Office-Arbeitsplätzen sollte für einen Dienstleister mit ausreichend Rechenzentrums- und Netzkapazität kein großes Problem mehr darstellen, ebenso die Versorgung mit Software im Saas-Modell. "Zudem ist die Erweiterung um zusätzliche Thin-Client-Arbeitsplätze jederzeit möglich", erklärt Zenker.

Konsolidierung und Zentralisierung

Dies war auch einer der Gründe, warum sich die Explorer Fernreisen GmbH mit Hauptsitz in Düsseldorf und acht weiteren Standorten in Deutschland für eine Thin-Client-Lösung entschied. Gemeinsam mit T-Systems stellte das Touristikunternehmen seine IT-Infrastruktur auf Server-based Computing um. Gilbert Maurer, technischer Leiter bei Explorer, schildert die Ausgangssituation: "Wir hatten rund 120 Arbeitsplatz-PCs und mehr als 20 Server in unserem Backoffice im Einsatz. Auf den PCs liefen sowohl lokale als auch Client-Server-Anwendungen, was für unsere kleine IT-Abteilung mit einem enormen Betreuungs- und Wartungsaufwand verbunden war."

So entschloss sich Explorer zu einer Konsolidierung und Zentralisierung mit Hilfe des Thin-Client-Ansatzes. Dadurch lassen sich die beim PC bestehenden Sicherheitslücken schließen, Server-Anwendungen zentral administrieren und nicht zuletzt das Gesamtsystem leichter skalieren: "Kommen neue Arbeitnehmer ins Unternehmen, werden einfach neue Thin Clients aufgestellt", erklärt der technische Leiter die Vorteile, welche die innerhalb eines Monats vollzogene Infrastruktur-Umstellung mit sich brachte, und empfiehlt ein solches Projekt anderen mittelständischen Unternehmen, "die einen Zoo von PCs und Anwendungen besitzen und diesen reduzieren wollen".

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