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Grauzone Crossover

09.06.2007 | 22:20 Uhr |

Aber die größten Stückzahlen werden in der großen Grauzone der sogenannten Crossover-Produkte umgesetzt. Das bestätigt auch NECManager Nedder. Das heißt, vordergründig handelt es sich um günstige Business-Beamer mit SVGA-, maximal XGA-Auflösung, die in der Regel auch über Videoanschlüsse verfügen, aber oft nur bedingt heimkinotauglich sind.

Wer einmal so ein Einstiegsgerät beim Nachbarn im Einsatz gesehen hat, überlegt sich vielleicht zweimal, ob er sich auch eines kaufen soll. Denn wegen der im Business gebotenen Helligkeit und kompakten Bauweise sind die Lüftergeräusche teilweise so laut, dass es schon arg an den Nerven zerren kann. Gute Heimkinoprojektoren sind dagegen mit 22 bis 25 dB im Eco-Modus ähnlich wie die so genannten Silent-PCs kaum noch hörbar.

Kontrast und natürliche Farbwiedergabe bleiben bei den günstigen Crossover-Geräten vielfach auf der Strecke. Und auch wenn die Möglichkeit besteht, auf das Breitbild- oder 16:9-Format umzuschalten, wird der Spaß, sich eine DVD in XXL anzuschauen, meist von mehr oder weniger sichtbaren dicken Balken über und unter dem Bild getrübt. Aber wenn es um die Verteidigung von Marktanteilen geht, haben selbst große Markenhersteller wie NEC oder Toshiba keine Not, solche Beamer in hohen Stückzahlen in den Handel zu bringen.

Ob diese bei Aldi & Co. gesichteten Geräte dann tatsächlich verkauft werden, steht auf einem anderen Blatt. Nur zu schmerzhaft in Erinnerung geblieben ist NEC wohl eine Weihnachtsaktion vor drei Jahren, die Medion von null auf Platz eins gebracht, aber nach Monaten noch die Lager gefüllt hat. Sellin und Sellout, Rein- und Rausverkauf, das ewige Dilemma mit den Marktzahlen, das auch Johann Bauer, Inhaber der Firma EP: Bauer und Aufsichtsrat bei Electronic Partner, im Display-Roundtable von Channel-Partner anprangerte. Gerade die von Dassau und Schuldt viel gelobte Gastronomie hat ihm zufolge im mittleren Installationsbereich nicht wirklich gezogen vor der WM.

Erhöhte Nachfrage sah er nur bei Geräten im Segment 1.000 bis 1.500 Euro. Wer bereit ist, so viel auszugeben, wird in der Preisklasse allerdings schon einen recht guten Heimkinoprojektor finden. Für eine echte Belebung des Heimkinomarkts fehlen Martin Sasse, Product-Manager-Displays & Beamer bei Acer, noch die nötigen Impulse, zumal Full-HD gemäß 1080p für die meisten Nutzer noch nicht greifbar sei. ,,Die Zahl privater Kunden, die einen Beamer daheim verwenden, ist derzeit begrenzt.

Hier wird aber aufgrund attraktiver Preise für HD-Ready-Geräte ein Umdenken stattfinden. 720p wird mit Sicherheit auch 2007 ein spannendes Thema sein", so der Acer-Manager. HDTV bis 1080p (progressiv und nicht interlaced) unterstützen mittlerweile fast alle Beamer. Wer sich aber zukunftssicher ein Heimkino ausstatten will, sollte darauf achten, dass das Gerät nativ, das heißt von Haus aus, mindestens 720p-Auflösung bietet. Die höheren Margen für den Handel werfen natürlich Beamer mit Full-HD- Auflösung von 1080p mit Preisen von mehreren tausend Euro ab.

Sowohl aus dem LCD-Lager als auch an der DLP-Front gibt es bereits die ersten Heimkinoprojektoren mit 1080p- oder Full-HD-Auflösung. LCOS, bei JVC D-ILA genannt, ist eine mit hohen Kontrastraten glänzende Alternative zu den beiden Technologien, die Canon in den Projektoren der Xeed-Reihe einsetzt, die aber noch vergleichsweise teuer sind. Das ist auch mit ein Grund, warum Canon von allen Beamer-Herstellern den höchsten Durchschnittspreis in Deutschland erzielt.

Neben der hohen Auflösung versprechen die meisten der echten 1080p-Geräte auch traumhafte Kontrastraten von jenseits der 10.000:1. Den günstigsten Einstieg in Full-HD bietet der LCD-Beamer ,,HC5000" von Mitsubishi zum Preis von knapp 4.000 Euro, etwa halb so viel wie der DLP-Vertreter W10000 von Benq. Optoma, die Marke von DLP-OEM-Riese Coretronic, schlägt mit 7.000 Euro zu Buche, Panasonic und Sony sind mit ihren Geräten für 5.000 Euro noch im Mittelfeld.

Epsons EMP-TW1000, der im Februar 2007 erscheint und ein Kontrastverhältnis von 12.000:1 haben soll, wird voraussichtlich so viel wie das Mitsubishi-Gerät kosten. Der ,,AN110" von LG, der wie ein Bild an die Wand gehängt werden kann und damit wohl die besten Wohnzimmerqualitäten aufweist, gibt es derzeit nur mit 720p-Auflösung. Ob es einen 1080p-Nachfolger gibt, steht noch nicht fest, denn inzwischen hat sich LG auch auf das Unternehmenssegment eingeschossen.

Einen Trend zu integrierten Geräten sieht Karsten Jahn, Leiter Produktmarketing bei Epson Deutschland: ,,Ein Beispiel ist der Erfolg unserer EMP-TWD1- und -TWD3-Serie, bei denen Beamer, DVD-Player und Stereoanlage in einem Gerät vereint ist." Auch der DLP-Beamer ,,KDX 1000" von Kindermann ist mit einem DVD-Player fürs Heimkino ausgestattet.

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